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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.09.2023

Hat mich bestens unterhalten

Fräulein vom Amt – Spiel auf Leben und Tod
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Auch der dritte Kriminalfall für das Fräulein Amt, Alma Tauber, und ihrer Freundin Emmi Wölkchen hat mich gut unterhalten.

Die 16-jährige Gertrude wird tot in einer riesigen Waschmaschine gefunden. Da ...

Auch der dritte Kriminalfall für das Fräulein Amt, Alma Tauber, und ihrer Freundin Emmi Wölkchen hat mich gut unterhalten.

Die 16-jährige Gertrude wird tot in einer riesigen Waschmaschine gefunden. Da Kommissar Ludwig Schiller, Almas Liebhaber mit anderen Aufgaben beschäftigt ist, untersucht sein als etwas dröge beschriebene Kollege den Tod des Mädchens und kommt zu dem Schluss, es läge ein Selbstmord vor. Das Argument, die Verriegelung der Maschine ist nur von außen zu bedienen, wird unter den Tisch gekehrt. Gertrudes Cousine Friederike glaubt nicht an einen Selbstmord der lebenslustigen Kleinen und „beauftragt“ ihre Kollegin Alma mit Nachforschungen. Dabei kommen Alma und Wölkchen einer rein weiblichen Diebesbande auf die Spur, für die Gertrude möglicherweise Handlangerdienst geleistet hat. Gleichzeitig werden während eines internationalen Schachturniers, Hotelgäste um ihre Wertsachen erleichtert. Dieselbe Bande oder eine Konkurrenz? Und wenn, wer?

Gemeinsam mit Cousin Walter machen sich Emmi, nunmehr Filialleiterin des Blumengeschäfts Baer, und Alma auf, die Diebstähle aufzuklären. Dabei spielen kluge Schachzüge, auch wenn sie nicht ausschließlich auf Brettern stattfinden, eine große Rolle.

Meine Meinung:

Das Ambiente der mondänen Kurstadt Baden-Baden mit seinen Tanzlokalen, Trinkhallen und Hotels gibt eine prächtige Kulisse. Die wird allerdings durch das Aufkeimen der NSDAP und ihrer Gegner der Kommunisten leicht getrübt. Noch sind Straßenschlachten die Ausnahmen, aber die Vorboten zeichnen sich schon ab.

Dem Autorinnenduo ist es wieder hervorragend gelungen, die 1920er-Jahre aufleben zu lassen. Man tanzt bis in den Morgen den Shimmy, den Charleston, trinkt (heimlich) Absinth, trägt Bubikopf und genießt das Leben. Alma, die ihre Arbeit als Fräulein vom Amt liebt, wälzt so manch trüben Gedanken. Sie würde ja, sowie Ludwig gerne heiraten, aber das müsste sie ihrer Arbeit und ihre Unabhängigkeit aufgeben. Doch dazu ist sie noch nicht wirklich bereit. Dennoch grübelt sie über ihre Zukunft nach, denn das Gerücht, die Fräuleins sollen durch Selbstwählapparate ersetzt werden, macht die Runde. Gleichzeitig liebt sie das „Kriminalisieren“, ist schlau und sieht Kleinigkeiten, die den männlichen Polizisten entgehen. So geistert ein wenig die vage Idee, sich mit einem Detektivbüro selbstständig zu machen, durch ihren Kopf. Gleichzeitig ist sie aber so geerdet, dass sie bei Elisabeth Birnbaum, ein von Walters Bekannten, um eine mögliche Stelle nachfragt. Nur, was soll sie im Birnbaum‘schen Kaufhaus machen? Ewig ein falsches freundlichen Lächeln aufsetzen? Oder Schaufenster dekorieren?

Wir werden sehen, was ein nächster Fall bringen wird. Denn es könnte sein, dass die Zukunft ganz woanders entschieden wird.

Fazit:

Wer gerne historische Kriminalfälle, die in den 1920er-Jahren spielen, aber nicht allzu blutrünstig sind, sondern eher mit Humor und Köpfchen gelöst werden, liebt, kommt hier voll auf seine Rechnung. Gerne gebe ich 5 Sterne.

Veröffentlicht am 06.09.2023

Penibel recherchiert und fesselnd erzählt

Die Insel der außergewöhnlichen Gefangenen
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Dass Winston Churchill alle männlichen Deutschen und Österreicher zwischen 16 und 60 als „feindlich Ausländer“ internieren hat lassen, ist zwar bekannt, ist aber noch nicht wissenschaftlich untersucht ...

Dass Winston Churchill alle männlichen Deutschen und Österreicher zwischen 16 und 60 als „feindlich Ausländer“ internieren hat lassen, ist zwar bekannt, ist aber noch nicht wissenschaftlich untersucht worden. Bei den meisten dieser Männer handelt es sich um von den Nazis Verfolgte, die erst seit Kurzem oder schon einige Jahre in Großbritannien leben. Einige sind Universitätsprofessoren oder Künstler oder auch Handwerker, die bereits ihren Platz in der britischen Gesellschaft gefunden haben. Alle werden quasi über Nacht in mehrere Internierungslager, die den deutschen KZs sehr ähnlich sind, gebracht.

Eines dieser Lager ist das Hutchinson Internment Camp auf der Isle of Man, das nach Startschwierigkeiten sich zu einem kreativen Zentrum entwickelt hat.

Der preisgekrönte Historiker Simon Parkin erzählt zum ersten Mal zahlreiche Schicksale deutscher Künstler in Churchills Internierungslagern. Besonders eindringlich ist der Lebenslauf von Peter Fleischmann, der als Jugendlicher gerade noch nicht 16 Jahre alt, mit einem der sogenannten „Kindertransporte“ Deutschland verlassen kann, um sich dann völlig alleine gelassen in einem Internierungslager wiederfindet, weil er dazwischen 16 Jahre alt wird.

Parkin schildert den Lebensweg von Peter, der nach dem Krieg, anhand von wieder gefundenen Dokumenten rekonstruiert worden ist. Denn Peter lernt im Lager einige der begabtesten Denker, Schriftsteller, Musiker und Künstler des 20. Jahrhunderts kennen - unter ihnen den Dadaisten Kurt Schwitters und kann unter ihm seine eigene künstlerische Begabung ausüben. Später wird er dann den Namen Fleischmann ablegen und sich nunmehr Peter Midgley nennen, zur Armee gehen und seinen künstlerischen Ambitionen nachgehen.

Auch der junge österreichische Schauspieler Otto Tausig ist unter den Internierten. Seine Eltern schaffen es bis nach Shanghai.

Simon Parkin verschweigt allerdings auch nicht, dass neben der kulturellen Betätigung der Insassen auch Streit, Depressionen und Selbstmorde vorgekommen sind. Vor allem zu Beginn der Massenverhaftungen waren die britischen Behörden hoffnungslos überfordert. Es gab weder Essen noch adäquate Unterbringungen. Es ist dem Lagerkommandanten Major H.O. Daniel zu verdanken, dass sich das Hutchinson Internment Camp so entwickeln konnte.

Das Hutchinson Internment Camp war vom Mitte Juli 1940 bis Mitte März 1944 in Betrieb und bestand aus 33 Häusern. Ende Juli 1940 war mit ca. 1.200 Internierten der Höchststand an Insassen erreicht. Bei seiner Auflösung hatte das Lager nur mehr knapp 290 Bewohner, da die meisten Gefangenen entlassen worden sind.

Im Anhang findet sie eine Liste der ehemals Internierten. Dort wo es möglich war, hat Simon Parkin die weiteren Lebensläufe der Männer recherchiert.

Fazit:

Dieses Sachbuch über die unrühmliche Haltung der Briten im Zweiten Weltkrieg den verfolgten Juden gegenüber, ist
akribisch recherchiert. Es ist fast unmöglich, es aus der Hand zu legen und sich der Geschichte zu entziehen. Gerne gebe ich hier 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 06.09.2023

Eine gelungene Fortsetzung

Die Geister von Triest
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Es ist Mitte August 1914 - Österreich-Ungarn hat Serbien nach dem Attentat auf das Thronfolgerpaar den Krieg erklärt. In Triest, der mehrsprachigen Hafenstadt bekommt es Gaetano Lamprecht, der Rennrad ...

Es ist Mitte August 1914 - Österreich-Ungarn hat Serbien nach dem Attentat auf das Thronfolgerpaar den Krieg erklärt. In Triest, der mehrsprachigen Hafenstadt bekommt es Gaetano Lamprecht, der Rennrad fahrende Polizist nicht nur mit einem Mord an einer alten Frau und sich lautstark zum italienischen Königreich bekennenden Triestinern, sondern auch noch mit Amtsgewalt in Form des Kriegsministeriums und dem drohenden Einberufungsbefehl zu tun.

Die Kriegseuphorie macht auch vor Gaetanos Vater Franz nicht halt und lässt Gräben innerhalb der Familie aufbrechen. Nebenbei muss sich der charismatische Polizist auch noch mit der holden Weiblichkeit widmen. Da ist zum einen die Witwe seines Kollegen und zum anderen die im weit entfernten Mürzzuschlag weilende Geliebte.

Da bleibt für das Training zum nächsten Giro wenig Zeit, zumal sich der Mord an der alten Signora Franciulo, die in ganz Triest als Hexe verschrien ist, als durchaus komplex erweist. Der einzige Verdächtige, Lodovico Biecher, wird von einem übereifrigen Beamten wieder frei gelassen, stellt Gaetanos Schwester Adina nach und wird letztlich selbst ermordet aufgefunden.

Nachdem Gaetano mit den Ermittlungen nicht weiterkommt und die meisten seiner Kollegen frohen Mutes zu den Waffen laufen, fehlt ihm ein „Sparringpartner“, der mit ihm die Mosaiksteinchen der Recherchen sortiert. Adina, die ja schon im letzten Fall richtige Schlüsse aus den Versatzstücken gezogen hat, gibt wieder einen entscheidenden Hinweis.

Meine Meinung:

Auch der zweite Krimi aus der k. und k. Hafenstadt Triest hat mir sehr gut gefallen. Diesmal ist das Szenario ziemlich düster. Das liegt zum einen an dem eigenartigen Mordfall und zum anderen natürlich am Krieg. Noch glauben die Militärs und die Soldaten, dass sie zu Weihnachten wieder bei ihren Familien sein werden. Wie sehr sie sich hier täuschen und dass Italien seinen Verbündeten Österreich-Ungarn in etwa einem Jahr im Stich lassen wird, auch nicht. Die Vorboten der Katastrophe kündigen sich schon an, als einer von Gaetanos Kollegen, der wegen einer Verwundung nach Triest zurückkehrt und von seinen Erfahrungen an der Ostfront berichtet. Die täglich verlautbarten Verlustlisten werden immer länger.

Die Einschränkungen werden deutlich spürbar. So werden Lebensmittel vom Militär furagiert und für die Zivilbevölkerung bleibt wenig übrig. Darüber regt sich Franz Lamprecht ziemlich auf. Doch er hadert nicht nur mit der mangelnden Qualität seiner Mahlzeiten, sondern auch damit, dass er aufgrund seines Alters untauglich ist, während Gaetano beinahe von der Stellungskommission angenommen worden wäre, wenn sein Polizeichef nicht interveniert hätte.

Diese ambivalente Stimmung in Triest ist sehr gut beschrieben. Gaetano liebt Triest, kann sich nicht vorstellen, wieder in Wien zu leben, aber andererseits ist er ein Beamter der Donaumonarchie. Sich vorzustellen, dass Triest an Italien fallen könnte, passt nicht in sein Weltbild. Dazu gehört auch die Ungeduld, die Nervosität, nicht zu wissen, wie es weiter gehen wird, die Gaetano manchmal zornig, ungerecht und verletzend seiner Familie gegenüber zu sein. Auf sein aufwendiges Liebesleben hat das alles wenig Einfluss, zumal sich eine mögliche neue Liebschaft am Horizont aufglimmt.

Die Aufklärung des Kriminalfalls tritt zugunsten der allgemeinen Lage stellenweise ein wenig in den Hintergrund, was aber nicht weiter stört, denn die Auflösung dieses interessanten wie kniffligen Falles, der einem ähnlichen echten Kriminalfall aus dem Jahr 1768 nachempfunden ist, gelingt am Ende souverän.

Fazit:

Eine gelungene Fortsetzung, die auch durch die Schilderung der Umstände von 1914 besticht. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

Veröffentlicht am 03.09.2023

Ein penibel recherchierter hist. Roman

Eisflüstern
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„Wenn Beck bei minus 45 Grad ausatmete, entstand vor seinem Mund eine Wolke aus weißen Kristallen, mit einem eigenartigen, knisternden Geräusch. Eisflüstern wurde das genannt.“

Als Balthasar Beck im ...

„Wenn Beck bei minus 45 Grad ausatmete, entstand vor seinem Mund eine Wolke aus weißen Kristallen, mit einem eigenartigen, knisternden Geräusch. Eisflüstern wurde das genannt.“

Als Balthasar Beck im Jahr 1922, nach siebenjähriger Kriegsgefangenschaft, die er zum großen Teil unter unmenschlichen Bedingungen in Sibirien verbracht hat, nach Wien zurückkehrt, ist es für ihn sehr schwer, wieder in sein altes Leben hineinzufinden. Zum einen ist seine kleine Tochter während seiner Abwesenheit geboren und kennt ihn natürlich nicht und zum anderen hat sich seine Frau, genau wie er, verändert. Beck ist zwar körperlich nahezu unversehrt, doch die Kriegsgefangenschaft hat ihre Spuren hinterlassen

Mit viel Glück erhält er seinen Posten bei der Kriminalpolizei - vorerst probeweise - zurück. Denn es treibt sich augenscheinlich ein Serienmörder herum, der es auf Kriegsveteranen abgesehen hat. Zunächst misst man dem wenig Bedeutung bei, man hat ja andere Sorgen wie die Geldentwertung oder die schlechte Versorgungslage, die immer mehr Leute auf die Straße treibt, um zu demonstrieren.

Erst als sich herausstellt, dass die Toten mit Balthasar Beck in russischer Kriegsgefangenschaft waren, kommt Bewegung in die Ermittlungen. Die Frage ist nur, ist Balthasar das nächste Opfer oder der Täter?

Meine Meinung:

Ich kenne schon einige Bücher von Bettina Bálaka und bin nach wie vor von ihrem Schreibstil beeindruckt. In geschliffenen Sätzen und wohlgesetzten Worten schildert sie die Nachkriegszeit in Wien. Es gelingt der Autorin, die Sprachlosigkeit zwischen dem Ehepaar Beck sehr gut einzufangen. Die kleine Tochter, die den fremden Mann argwöhnisch betrachtet und nun in der Abstellkammer schlafen muss, weil der für sie Unbekannte an der Seite der Mutter im Ehebett liegt. Beck vermutet, dass ihm seine Frau nicht immer treu geblieben ist, aber sie hat sich hartnäckig geweigert, ihn für tot erklären zu lassen, um eine neue Beziehung eingehen zu können. Er selbst hat ja auch in Sibirien ein neues, kurzes Familienglück gefunden.

Dieser historische Krimi ist nicht nur fesselnd, sondern besticht auch die penible Recherche. Er ist auch ein Kaleidoskop der Zeitgeschichte. Wir Leser erfahren, dass das Ehepaar Beck vor dem Großen Krieg ein gut bürgerliches Leben in einem Haus mit Personal geführt hat. Nun ist alles anders, man muss sich einschränken.
Sehr gut ist auch der latent vorhandene Antisemitismus, der aufgrund verschiedenster Gerüchte um jüdische Kriegsgewinnler, wieder aufkommt, dargestellt.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem historischen Krimi, der auch ein Psychogramm einer Zeit ist, 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 03.09.2023

Für mich wenig Neues

Kognitive Kriegsführung
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Verlagstext:

"Die Kognitive Kriegsführung könnte das fehlende Element sein, das den Übergang vom militärischen Sieg auf dem Schlachtfeld zum dauerhaften politischen Erfolg ermöglicht."
Seit dem Jahr 2020 ...

Verlagstext:

"Die Kognitive Kriegsführung könnte das fehlende Element sein, das den Übergang vom militärischen Sieg auf dem Schlachtfeld zum dauerhaften politischen Erfolg ermöglicht."
Seit dem Jahr 2020 treibt die NATO eine neue Form der psychologischen Kriegsführung voran: die sogenannte "Kognitive Kriegsführung" ("Cognitive Warfare"), die als die "fortschrittlichste Form der Manipulation" bezeichnet wird. Diese nimmt die Psyche jedes Menschen direkt ins Visier, mit einem ganz bestimmten Ziel: unseren Verstand wie einen Computer zu "hacken".

Jonas Tögel, seines Zeichens Propagandaforscher erläutert in diesem, im Westend-Verlag erschienen Buch die Weiterentwicklung der Propaganda. Haben Propagandisten von Napoleon bis Putin bislang die Medien in ihrem Sinne manipuliert, so scheint die NATO einen Schritt weiter zu gehen und mit den sogenannten „Soft-Power-Techniken“ direkt in die Gedankenwelt der Menschen eingreifen zu wollen.

Nachdem der Terminus „psychologische Kriegsführung“ seit einiger Zeit verpönt ist, hat man nun einen neuen Begriff für Altbewährtes erfunden: „Kognitive Kriegsführung“.

In acht Kapiteln erklärt Jonas Tögel wie diese Methoden funktionieren und wie wir uns dagegen wehren können:

Die Chronologie der Kognitiven Kriegsführung
Die Kognitive Kriegsführung als Kriegspropaganda
Die Kognitive Kriegsführung als digitale Manipulation
Die Kognitive Kriegsführung als kulturelle Manipulation
Die Kognitive Kriegsführung als Zukunftstechnologie
Zusammenfassung der Kognitiven Kriegsführung
Die Aktualität der Kognitiven Kriegsführung und mögliche Auswege
Die Manipulationswaffen der Kognitiven Kriegsführung erkennen, verstehen und neutralisieren: eine Übersicht

Meine Meinung:

Der Westend-Verlag ist bekannt dafür, dass er der westlichen Politik kritisch gegenübersteht. Grundsätzlich ist das ein Zeichen von Demokratie und Meinungsfreiheit. Manchmal schießt der eine oder andere Autor über das Ziel hinaus, und der Inhalt einiger Bücher neigen in eine bestimmte Richtung. Das kann bei diesem Buch auch so interpretiert werden, denn die „kognitive Kriegsführung“ wird schon sehr deutlich als Instrument der NATO gesehen.

Kaum ein Wort über russische Hacker, die versuchen westeuropäische Computersysteme mit Bots lahmzulegen oder falsche Nachrichten lancieren sowie den Angriffskrieg auf die Ukraine der russischen Bevölkerung als „Spezialoperation“ servieren und dabei das Wort „Krieg“ unter Strafe stellen.

Im Prinzip habe ich wenig Neues erfahren, da ich mich schon seit Jahren mit dem Phänomen der Propaganda beschäftige. Das Grundprinzip ist immer gleich: „WIR sind die Guten und die anderen nicht“.

„Kognitive Kriegsführung ist die bewusste Beeinflussung von Wahrnehmung, Emotionen, Denken und Verhalten von Menschen oder die Verhinderung dieser Beeinflussung mit dem Ziel eine Kriegspartei in Bezug auf die Kriegsführung zu schwächen oder zu stärken.“

Diese Definition aus der Psychologie lässt sich auf alle Bereiche des Lebens umlegen, nicht nur auf die Kriegsführung. Man denke nur an den Hype um die Gesundheit schädigende Lebensmittel wie Eier, Salz oder Zucker oder was auch immer den diversen Konzernen gerade einfällt, zu verdammen und andere (also ihre) Produkte hochzustilisieren.

Um den Manipulationen widerstehen zu können, braucht es das Wissen darüber. Wobei egal ist, ob die Manipulationen von der NATO oder von jemandem anders kommen. Leider ist die Unwissenheit und die Ignoranz der Bevölkerung, dass sie diesen Manipulationen ausgesetzt ist, flächendeckend weit verbreitet. Solange hier nicht Aufklärung betrieben wird, wird sich wenig ändern. Und es ist dabei völlig egal ob einer behauptet, die „Ukraine ist schon immer russisches Staatsgebiet“ oder ein anderer „Make America Great Again“.

In wenigen Sätzen (S. 155 bzw. 157) deutet Jonas Tögel die Möglichkeit an, dass kognitive Kriegsführung nicht nur die neueste Waffengattung der NATO alleine ist.

Fazit:

Diesem Buch über Propaganda, Manipulation der Massen und ihre Auswirkungen gebe ich 3 Sterne.