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Venice

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.09.2024

Die letzte analoge Kindheit

Geile Zeit
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In persönlichen Rückblicken erzählt Niclas Seydack, geboren 1990, von der letzten analogen Kindheit in einem beschaulichen Dorf an der Ostsee, wo man noch spontan bei den Freunden klingeln konnte und immer ...

In persönlichen Rückblicken erzählt Niclas Seydack, geboren 1990, von der letzten analogen Kindheit in einem beschaulichen Dorf an der Ostsee, wo man noch spontan bei den Freunden klingeln konnte und immer jemand Zeit hatte. Vom gemeinsamen Fernseheabenden mit der Familie und Nutella Brot. Die heile Welt zerbricht mit 9/11, Schweigeminuten in der Schule die einem so unendlich lange vorkam. Kurz darauf gesellen sich Aufklärung von der Polizei über potentielle Amokläufer an der Schule dazu. Die Bedrohungen nehmen zu, von rechts, von links oder es weht ein Virus aus China die Welt komplett durcheinander. Statt nach Zivildienst und Studium, irgendwas mit Medien, also den ersten Job mit Freunden und Party zu feiern sitzen wir alle alleine im Homeoffice, die Kollegen auf kleine Bildschirmkacheln geschrumpft. Alles andere als eine geile Zeit war das.

Was anfangs noch eher in Romanform gefasste Erinnerungen daherkam, dreht sich am Ende ein ums andere Mal um die schwierige persönliche und allgemeine Lage. Der Schreibstil ist einfach, teilweise vulgär und einige Male stark übertrieben. Dennoch eine durchaus ehrliche und ungeschminkte Biographie einer Generation.

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Veröffentlicht am 02.09.2024

Außergewöhnlich

Darwyne
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Im Dschungel Französisch-Guayanas lebt der körperlich beeinträchtigte Junge Darwyne mit seiner Mutter und wechselnden Liebhabern. Darwyne liebt seine Mutter über alles, diese betrachtet ihn allerdings ...

Im Dschungel Französisch-Guayanas lebt der körperlich beeinträchtigte Junge Darwyne mit seiner Mutter und wechselnden Liebhabern. Darwyne liebt seine Mutter über alles, diese betrachtet ihn allerdings als Missgeburt und nennt ihn Opossum. Durch eine anonyme Meldung bei der Kinderschutzbehörde wird die Sozialarbeiterin Mathurine auf die Familie aufmerksam. Sie bemerkt, dass der Junge ein außergewöhnliches Talent hat und sich trotz seiner Beeinträchtigung im Dschungel mühelos bewegt und dort ein geheimes Versteck hat.

Der Schreibstil ist außergewöhnlich, eher von oben betrachtet statt eines lebendigen Dialoges. Selbst wenn die Spannung eher subtil ist und nichts besonderes passiert wird man dennoch angezogen und will wissen wie es weitergeht. Das Buch hat zwar einige Längen und Wiederholungen wie die Verbissenheit der Sozialarbeiterin Mathurine in diesem Fall aber man kommt trotzdem schnell durch. Als Thriller würde ich das Buch nicht bezeichnen eher als subtilen Horror Roman.

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Veröffentlicht am 14.08.2024

Friesisch Herb

Leichenstarr an der Bar
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Gesine Felber, Brauerin aus Sünnum führt einen kleinen Dorfladen und die einzige Kneipe in dem Ort wo sie ihr selbstgebrautes Tüdelbräu einschenkt. Eines Tages kommt der bekannte Umweltaktivist Enno Prester ...

Gesine Felber, Brauerin aus Sünnum führt einen kleinen Dorfladen und die einzige Kneipe in dem Ort wo sie ihr selbstgebrautes Tüdelbräu einschenkt. Eines Tages kommt der bekannte Umweltaktivist Enno Prester in die Kneipe und stirbt mitten in der Kneipe in ihren Armen. Seine letzten Worte: Schimmelreiter, klaut. Was steckt dahinter?

Die Firma Friesenklima will eine klimaneutrale Feriensiedlung aufbauen, das es sich dabei nur um Abzocke handelt ahnen die Bewohner nicht die der charismatischen Mareke mit dem Versprechen einer großen Rendite ihr Erspartes anvertrauen. Als Gesine erfährt, dass Enno kurz vorher über die Friesenklima recherchiert hat, ist ihre Neugier geweckt und sie begibt sich auf gefährliche Mission.

Für mich war es das erste Buch dieser Reihe, man kann die Bücher jedoch auch ohne Vorkenntnisse der anderen Bände gut lesen. Einen echten Krimi braucht man hier nicht zu erwarten. Wiebke Felber, die Tochter von Gesine kann über die Ermittlungen der Mutter nur den Kopf schütteln. Der Schreibstil ist locker und leicht, eine gute Lektüre für einen Urlaub in Ostfriesland. Die Personen sind teilweise übertrieben beschrieben aber allesamt sehr sympatisch.

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Veröffentlicht am 14.08.2024

Tote Kaninchen

Finster
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Katzenbrunn 1986, ein 13-jähriger Junge verschwindet spurlos von einem Jahrmarkt und das ist nicht das erste Mal. Das ruft den ehemaligen Kriminalkommissar Hans J. Stahl auf den Plan dem das rätselhafte ...

Katzenbrunn 1986, ein 13-jähriger Junge verschwindet spurlos von einem Jahrmarkt und das ist nicht das erste Mal. Das ruft den ehemaligen Kriminalkommissar Hans J. Stahl auf den Plan dem das rätselhafte Verschwinden der Jugendlichen keine Ruhe läßt und mietet sich in einem Gasthaus ein. Immer wieder stößt er bei seinen Rundgängen über ein halb verfallenes Haus und die gegenüber gelegene psychiatrische Klinik. Dann verschwindet wieder ein Junge, ausgerechnet der Sohn des Klinikleiters. Die diensthabenden Kollegen sind nicht gerade begeistert von Stahls Alleingängen aber die Zeit läuft ihnen davon den Jungen zu finden.

Das Buch, eingeteilt in kurzen Kapiteln aus Sicht der beteiligten Personen zieht einem unwillkürlich in seinen Bann. Am Ende werden alle Fäden verknüpft und es kommt zu einem hochdramatischen Ende. Der Spannungsbogen ist recht hoch und der Schreibstil ist lebendig, die Personen werden gut und sympatisch dargestellt.

Dennoch hat mich das Buch teilweise verwirrt was der Spannung aber nicht geschadet. Dies war mein erstes Buch von Ivar Leon Menger aber vermutlich nicht das letzte.

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Veröffentlicht am 14.08.2024

Gelungene historische Fantasy

Der Vertraute
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Dies ist mein erstes Buch von Leigh Bardugo und normalerweise ist Fantasy nicht mein bevorzugtes Genre. Doch hier hat mich schon der Klappentext neugierig gemacht. Spanien im goldenen Zeitalter, die Inquisition, ...

Dies ist mein erstes Buch von Leigh Bardugo und normalerweise ist Fantasy nicht mein bevorzugtes Genre. Doch hier hat mich schon der Klappentext neugierig gemacht. Spanien im goldenen Zeitalter, die Inquisition, das interessiert mich und hat mich nicht enttäuscht.

Das jüdisch-stämmige Dienstmädchen Luzia erleichtert sich die schwere Arbeit mit kleineren Sprüchen die sie von ihrem Vater gelernt hat bis sie dabei von ihrer Dienstherrin ertappt wird. Die Familie des niederen Adels erhofft sich durch Luzias 'Milagritos' im gesellschaftlichen Ansehen präsenter zu werden. Und so gerät sie in den Blickpunkt des in Ungnade gefallenen Sekretär des Königs der nichts unversucht lässt um wieder in die Gunst des Königshauses zu kommen.
Gemeinsam mit ihrer Tante sowie ihrem Gönner und dessen Vertrautem nimmt sie an einem Wettbewerb teil.

Der Schreibstil ist packend, geschickt wird Fantasy mit historischen Gegebenheiten kombiniert und man fiebert mit Luzia und den anderen Teilnehmern. Das Ende ist vielleicht ein wenig überfrachtet, das Buch hat mir dennoch gut gefallen. Das Cover ist sehr schön, mit dem schwarzen Buchschnitt wirkt es sehr geheimnisvoll.

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