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Venice

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.09.2024

Familiengeschichte auf zwei Kontinenten

Und dahinter das Meer
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Um die 11-jährige Beatrix vor den Schrecken des 2. Weltkrieges in London zu schützen, beschließen die Eltern sie in die USA zu schicken wo sie in der Nähe von Boston bei einer liebevollen Familie aufgenommen ...

Um die 11-jährige Beatrix vor den Schrecken des 2. Weltkrieges in London zu schützen, beschließen die Eltern sie in die USA zu schicken wo sie in der Nähe von Boston bei einer liebevollen Familie aufgenommen wird. Nancy Gregory wünschte sich nach 2 Jungen schon immer ein Mädchen und ist bemüht ihr alles recht zu machen. Auch die beiden Jungen freuen sich auf Gesellschaft und nehmen sie gerne auf. Die Sommer verbringen sie auf einer Insel in Maine wo die Familie ein Ferienhaus besitzt.
Nach dem Krieg kehrt Beatritx wieder nach London zurück. Der Vater ist zwischenzeitlich gestorben und zu ihrer Mutter die inzwischen ein 2. Mal geheiratet hat, findet sie lange keinen guten Draht mehr.

In ruhigen Worten wird die Geschichte erzählt. Jedes Kapitel schildert die Sicht eines der Protagonisten. Lediglich die Benutzung von kursiver Schrift als wörtliche Rede irritiert etwas und läßt das Geschehen eher als Beschreibung anstelle von lebendigem Dialog wirken. Im 2. Teil wird teilweise wörtliche Rede benutzt und macht das Kapitel dadurch viel lebendiger. Allerdings verliert sich das Buch ab dem 2. Teil sehr in kleinteilige Schilderungen des Alltags. Im 3. Teil wird es fast hektisch mit vielen Personen und Geschehnissen.

Ich habe sehr lange für dieses Buch gebraucht weil es mich trotz des interessanten Themas nicht so richtig fesseln konnte.

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Veröffentlicht am 02.09.2024

Berührend

Der Bademeister ohne Himmel
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Linda, 15, würde am liebsten vor ein Auto laufen. Davon wird sie nur von 2 Menschen abgehalten. Ihr einziger Freund Kevin und Hubert, 86, an Demenz erkrankt. Um die polnische Pflegekraft zu entlasten, ...

Linda, 15, würde am liebsten vor ein Auto laufen. Davon wird sie nur von 2 Menschen abgehalten. Ihr einziger Freund Kevin und Hubert, 86, an Demenz erkrankt. Um die polnische Pflegekraft zu entlasten, kümmert sich Linda dreimal die Woche die Nachmittage mit dem Bademeister im Ruhestand. Intuitiv findet sie den richtigen Umgang mit dem Rentner der ansonsten Karotten toasten würde und auf seine vor 7 Jahren verstorbene Ehefrau warten würde.
Kevin ist hochintelligent und hadert mit der Welt am Abgrund und Hubert zieht sich immer mehr zurück. Ein Schicksalsschlag ändert dann alles.

Eine rührende Erzählung ums Erwachsenwerden und Vergessen. Gerade der spielerische, kreative Umgang von Linda mit Hubert nimmt viel Raum ein. Manche Episoden sind fast witzig, andere ernst. Der Schreibstil in Ich-Form aus der Sicht von Linda läßt einem das Buch schnell und einfach lesen. Kurze Kapitel, einfache Worte lassen einem durch das Buch fliegen. Ein Happy-End gibt es nicht, aber auch dieser Teil wird einfühlsam erzählt.

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Veröffentlicht am 02.09.2024

Die letzte analoge Kindheit

Geile Zeit
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In persönlichen Rückblicken erzählt Niclas Seydack, geboren 1990, von der letzten analogen Kindheit in einem beschaulichen Dorf an der Ostsee, wo man noch spontan bei den Freunden klingeln konnte und immer ...

In persönlichen Rückblicken erzählt Niclas Seydack, geboren 1990, von der letzten analogen Kindheit in einem beschaulichen Dorf an der Ostsee, wo man noch spontan bei den Freunden klingeln konnte und immer jemand Zeit hatte. Vom gemeinsamen Fernseheabenden mit der Familie und Nutella Brot. Die heile Welt zerbricht mit 9/11, Schweigeminuten in der Schule die einem so unendlich lange vorkam. Kurz darauf gesellen sich Aufklärung von der Polizei über potentielle Amokläufer an der Schule dazu. Die Bedrohungen nehmen zu, von rechts, von links oder es weht ein Virus aus China die Welt komplett durcheinander. Statt nach Zivildienst und Studium, irgendwas mit Medien, also den ersten Job mit Freunden und Party zu feiern sitzen wir alle alleine im Homeoffice, die Kollegen auf kleine Bildschirmkacheln geschrumpft. Alles andere als eine geile Zeit war das.

Was anfangs noch eher in Romanform gefasste Erinnerungen daherkam, dreht sich am Ende ein ums andere Mal um die schwierige persönliche und allgemeine Lage. Der Schreibstil ist einfach, teilweise vulgär und einige Male stark übertrieben. Dennoch eine durchaus ehrliche und ungeschminkte Biographie einer Generation.

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Veröffentlicht am 02.09.2024

Außergewöhnlich

Darwyne
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Im Dschungel Französisch-Guayanas lebt der körperlich beeinträchtigte Junge Darwyne mit seiner Mutter und wechselnden Liebhabern. Darwyne liebt seine Mutter über alles, diese betrachtet ihn allerdings ...

Im Dschungel Französisch-Guayanas lebt der körperlich beeinträchtigte Junge Darwyne mit seiner Mutter und wechselnden Liebhabern. Darwyne liebt seine Mutter über alles, diese betrachtet ihn allerdings als Missgeburt und nennt ihn Opossum. Durch eine anonyme Meldung bei der Kinderschutzbehörde wird die Sozialarbeiterin Mathurine auf die Familie aufmerksam. Sie bemerkt, dass der Junge ein außergewöhnliches Talent hat und sich trotz seiner Beeinträchtigung im Dschungel mühelos bewegt und dort ein geheimes Versteck hat.

Der Schreibstil ist außergewöhnlich, eher von oben betrachtet statt eines lebendigen Dialoges. Selbst wenn die Spannung eher subtil ist und nichts besonderes passiert wird man dennoch angezogen und will wissen wie es weitergeht. Das Buch hat zwar einige Längen und Wiederholungen wie die Verbissenheit der Sozialarbeiterin Mathurine in diesem Fall aber man kommt trotzdem schnell durch. Als Thriller würde ich das Buch nicht bezeichnen eher als subtilen Horror Roman.

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Veröffentlicht am 14.08.2024

Friesisch Herb

Leichenstarr an der Bar
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Gesine Felber, Brauerin aus Sünnum führt einen kleinen Dorfladen und die einzige Kneipe in dem Ort wo sie ihr selbstgebrautes Tüdelbräu einschenkt. Eines Tages kommt der bekannte Umweltaktivist Enno Prester ...

Gesine Felber, Brauerin aus Sünnum führt einen kleinen Dorfladen und die einzige Kneipe in dem Ort wo sie ihr selbstgebrautes Tüdelbräu einschenkt. Eines Tages kommt der bekannte Umweltaktivist Enno Prester in die Kneipe und stirbt mitten in der Kneipe in ihren Armen. Seine letzten Worte: Schimmelreiter, klaut. Was steckt dahinter?

Die Firma Friesenklima will eine klimaneutrale Feriensiedlung aufbauen, das es sich dabei nur um Abzocke handelt ahnen die Bewohner nicht die der charismatischen Mareke mit dem Versprechen einer großen Rendite ihr Erspartes anvertrauen. Als Gesine erfährt, dass Enno kurz vorher über die Friesenklima recherchiert hat, ist ihre Neugier geweckt und sie begibt sich auf gefährliche Mission.

Für mich war es das erste Buch dieser Reihe, man kann die Bücher jedoch auch ohne Vorkenntnisse der anderen Bände gut lesen. Einen echten Krimi braucht man hier nicht zu erwarten. Wiebke Felber, die Tochter von Gesine kann über die Ermittlungen der Mutter nur den Kopf schütteln. Der Schreibstil ist locker und leicht, eine gute Lektüre für einen Urlaub in Ostfriesland. Die Personen sind teilweise übertrieben beschrieben aber allesamt sehr sympatisch.

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