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Venice

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.08.2023

Glasaale

Die Spur der Aale
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Frankfurt im Hochsommer. Die Staatsanwältin Greta Vogelsang hat Bereitschaftsdienst und wird zum Main gerufen wo eine Leiche rausgefischt wurde. Schnell wird klar, es handelt sich um den Zollfander Lars ...

Frankfurt im Hochsommer. Die Staatsanwältin Greta Vogelsang hat Bereitschaftsdienst und wird zum Main gerufen wo eine Leiche rausgefischt wurde. Schnell wird klar, es handelt sich um den Zollfander Lars Mathissen. Dieser war bekannt als schwieriger Kollege, Einzelgänger und nicht bereit sich an die Reihenfolge für Verdachtsmeldungen zu halten.

Tatsächlich hat Greta Vogelsang in letzter Zeit wieder Mails von ihm erhalten die sie nicht so ernst genommen hat. Die eher halbherzigen Ermittlungen der Polizei verlaufen bald im Sande, der Tot wird als bedauerlicher Unfall eingestuft und der Fall abgelegt. Doch Greta hat ein merkwürdiges Gefühl und bleibt gegen den Willen der eigenen Kollegen am Ball.

Als noch eine 2 Leiche gefunden wird, gerät Greta Vogelsang selbst in die Schusslinie. Erst jetzt wird klar, an welcher Geschichte der Zollfahnder dran war.

Das Buch ist in 3 Handlungsstränge eingeteilt die anfangs eher verwirren da ein Zusammenhang nicht gleich zu erkennen ist. Unklar bleibt die Geschichte von Greta Vogelsang deren Mutter an Demenz erkrankt ist und die Greta öfters unterwegs einfangen muss sowie das Trauma dass sie erlitten hat.

Das Setting in Frankfurt hat mir gefallen da ich hier lebe und die Örtlichkeiten kenne. Der Schreibstil mit schlichten Sätzen und den kurzen Kapiteln führt gut in die Geschichte ein. Durch etliche Nebenkriegsschauplätzen hat die Geschichte jedoch etwas an Spannung verloren.

Das Cover mit den alten Kränen und einem Teil der Skyline in grün gehalten wirkt schlicht und doch recht auffällig.

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Veröffentlicht am 06.08.2023

Ruhiger Roman

So weit der Fluss uns trägt
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Schon früh verliert Victoria Nash ihre Mutter, ihre Tante und den geliebten Cousin bei einem Unfall. Ganz selbstverständlich geht der Vater, Obstbauer seit Generationen, und der durch den Krieg versehrte ...

Schon früh verliert Victoria Nash ihre Mutter, ihre Tante und den geliebten Cousin bei einem Unfall. Ganz selbstverständlich geht der Vater, Obstbauer seit Generationen, und der durch den Krieg versehrte Onkel, davon aus, dass Victoria die Rolle der Mutter übernimmt. So kocht sie täglich für Vater und Onkel und oft genug für die Erntehelfer, pflückt dann noch Pfirsische und hilft an dem Verkaufsstand.

Bis zu einem kurzen Augenblick wo ein Fremder Junge die Straße entlangläuft und nach der Schlafstelle fragt. Dieser geht ihr nicht mehr aus dem Sinn vor allem als sie erfährt, dass der indigene Jungen überall nur Ablehnung erfährt. Als sie am Ende der heimlichen Liebesbeziehung schwanger wird, verläßt sie den Hof des Vaters und bringt in einer Berghütte ihr Kind zur Welt.

Der ganze Roman spielt im Mittleren Westen der USA zwsichen 1940 und 1970, eingebettet am Verlauf des Gunnison Rivers. Als später die Heimat von Victoria einem Stausee zum Opfer fallen soll, ist sie die erste die das Grundstück an den Staat verkauft was ihr ebenfalls eine starke Ablehnung der Dorfbevölkerung einbringt.

Der Schreibstil ist ruhig, und sehr lebendig. Die beschriebene Naturgewalt wie in Der Gesang der Flusskrebse habe ich vergeblich gesucht, dennoch hat mir das Buch sehr gut gefallen.

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Veröffentlicht am 01.08.2023

Zur Schule mit Oma Bergmann

Nicht, dass noch einer sitzenbleibt! (Die Online-Omi 19)
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Als die Tochter ihres Neffen, Lisbeth, eingeschult wurde, wird Renate Bergmann mit den Misständen an den Schulen konfrontiert. Kurzerhand heuert sie als Aushilfslehrerin in der Grundschule an. Schließlich ...

Als die Tochter ihres Neffen, Lisbeth, eingeschult wurde, wird Renate Bergmann mit den Misständen an den Schulen konfrontiert. Kurzerhand heuert sie als Aushilfslehrerin in der Grundschule an. Schließlich ist sie schon mit 60 in Rente gegangen während man heute bis 67 arbeiten muss.

Außerdem sind die Grundlagen ja noch immer unverändert, so kompliziert kann das also mit den Kindern von heute nicht werden. Dabei wundert sie sich über die Probleme von heute, mit ausgefallenen Stunden wegen Lehrermangel durch Burn-out, überforderten Eltern die den Kindern zu Hause noch nicht einmal das wesentlichste beibringen.

Wie gewohnt ist es ein heiteres Buch mit lustigen Begebenheiten aber auch mit ernsten Hintergrund. Der Schreibstil gewohnt, frei nach Schnauze, in der Oma Bergmann eigenen Rechtschreibung.

Ich freue mich auf weitere Bücher aus dieser Reihe.

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Veröffentlicht am 30.07.2023

Eifelleben

Perlenbach
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1865 in der Eifel. Der junge Jacob Becker darf das erste mal mit seinem Vater, einem Textilfabrikanten von Montjoie nach Wollseifen fahren um dort Wolle zu kaufen. Er trifft dort auf den gleichaltrigen ...

1865 in der Eifel. Der junge Jacob Becker darf das erste mal mit seinem Vater, einem Textilfabrikanten von Montjoie nach Wollseifen fahren um dort Wolle zu kaufen. Er trifft dort auf den gleichaltrigen Wilhelm der ihn herumführt.

Im Winter holt Becker Wilhelm nach Montjoie als Gesellschaft für seinen kränklichen Sohn. Für den Bauernjungen eine große Sache. Gemeinsam mit Jacob und Arzttöchtern wird er von einem Privatlehrer unterrichtet. Die Kinder freunden sich an und schwören ewige Freundschaft.

Später erhält Wilhelm die Gelegenheit in der Textilfabrik eine Lehre zu machen während Jacob auf das Leben als Erbe der Textilfabrik vorbereitet wird. Luise, die Tochter des Arztes hat sich schon früh in den Kopf gesetzt Ärztin zu werden doch Ende des 19 Jahrhunderts für Frauen ein Unding.

In diesem Buch begleiten wir 3 Kinder auf dem Weg zum Erwachsenwerden die als Sinnbild für für die unterschiedlichen Lebensläufe in dieser Zeit stehen. Nachdem Wilhelm im Streit seine Zukunft verspielt und aus der Fabrik fliegt, muss er sich wieder als Bauer versuchen und findet darin am Ende sein Glück mit einer fleißigen Frau. Jacob, ein kränkliches Kind fühlt ist homosexuell orientiert. Im ausgehenden 19 Jahrhundert verboten und mit Gefängnisstrafe belegt. Er hat so gar keine Lust auf das Leben als Fabrikbesitzer. Luise, ein burchikoses Mädchen der es gegen alle Widrigkeiten gelingt in der Schweiz Studium und Ausbildung als Arzt zu abolvieren.

In ruhigen Sätzen schildert Anna-Maria Caspari das schwere Leben der Bewohner der Eifel. Auch ohne Vorkenntnisse des ersten Teils läßt sich dieser Roman wunderbar lesen und ich freue mich jetzt darauf den zeitlich anschließenden Teil, Ginsterhöhe, zu lesen.
Das Cover, mit 3 spielenden Kindern sowie einer historischen Dorfansicht ist passend.

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Veröffentlicht am 20.07.2023

Nur ein kurzer Moment

Wo du mich findest
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Nur einen kurzen Moment der Unachtsamkeit, ein Mann stolpert über die Hundeleine von Sophies Hund und Sophie verschüttet ihren gerade gekauften Kaffee auf das Hemd des Mannes. Monate später, zurück in ...

Nur einen kurzen Moment der Unachtsamkeit, ein Mann stolpert über die Hundeleine von Sophies Hund und Sophie verschüttet ihren gerade gekauften Kaffee auf das Hemd des Mannes. Monate später, zurück in Hamburg schleicht sich der Fremde in Sophies Träume. In ihrer Ehe kriselt es schon während sie in den Träumen mit dem fremden Mann versinkt.

Als sie es nicht mehr aushält bucht sie kurzentschlossen ein Ferienhaus auf Rügen und begibt sich auf die Suche nach dem Unbekannten. Und tatsächlich findet sie ihn und freundet sich mit ihm an. Doch wird die Bekanntschaft in der Realität so intensiv wie in ihren Träumen?

Da sie unabhängig ist und es ihr so gut in dem Ferienhaus auf Rügen und der netten Vermieterin gefällt, mietet sie sich für die nächsten Monate dort ein. Ihrem Beruf als Übersetzerin französischer Klassiker kann sie auch dort nachgehen und sie trifft sich weiterhin mit Anton der flüchtigen Bekanntschaft. Am Ende greift sie selbst zu Stift und Papier und beginnt ein Buch zu schreiben. 'Dieses Buch ist für dich'

Der Schreibstil dieses schmalen Buches ist sehr poetisch, literarisch und wirkt seltsam distanziert und ich konnte keine Verbindung zu Sophie aufbauen. Für zwischen durch ein gutes Buch. Das Cover ist sehr zurückgenommen, eine Frau auf dem Rücken liegend im Wasser, passend zum Inhalt des Buches wo Sophie auf Rügen mit der Vermieterin jeden Morgen im Meer schwimmen geht.

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