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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.03.2026

Bildgewaltig und faszinierend

Spiegelland
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Rebekka Franks neuestes Werk ‚Spiegelland‘ wird in drei Handlungssträngen erzählt, einen historischen, einen um 1999 und einen aktuellen. Alle drei sind eigenständig und doch eng miteinander verwoben. ...

Rebekka Franks neuestes Werk ‚Spiegelland‘ wird in drei Handlungssträngen erzählt, einen historischen, einen um 1999 und einen aktuellen. Alle drei sind eigenständig und doch eng miteinander verwoben. Teilweise werden sogar explizite Vorgänge aufgegriffen und im daran anschließenden Strang eingebunden, wie z.B. ein Klopfen an der Tür, dass in der einen beginnt und in einer anderen Zeit und Situation endet. Aber auch Vorkommnisse von größerer Bedeutung, die ich aber hier der Spoilergefahr wegen, nicht nennen möchte, finden sich in verschiedenen Zeiten wider. Alle drei Handlungen aber eint vor allem ein allgegenwärtiges Oberthema, dass die Stimmung natürlich auch beeinflusst. Trotzdem ist das Buch auch dank der Landschaftsform und den gut dargestellten Frauenfiguren zugleich sehr vereinnahmend, warmherzig und einzigartig.
Cato und Alettas Leben haben mich beide sehr fasziniert, wobei sich besonders Alettas Anteil am Buch als äußerst spannend erwies. Catos Rolle war dagegen eher zentraler Natur. Mit ihr verbinden sich Gegenwart und Vergangenheit. Doch auch sie hat eine schwere Zeit durchlebt und kann daher auch aus erster Hand berichten.
Ich fand das Buch enorm interessant. Ich las es ohne genaue Vorstellung über dessen Inhalt und war daher von der Thematik sowohl überrascht als auch begeistert. Schnell merkte man aber auch, wie durchdacht und raffiniert diese Handlung aufgebaut ist und wie es geschickt mit den Gefühlen und Gedanken des Lesers spielt. Aber obwohl rasch klar wird, um welches zentrale Thema sich das Ganze dreht, ist man trotzdem in einem fort am Spekulieren, wie alles miteinander zusammenhängen könnte. So etwas liebe ich. Es macht die Handlung sehr greifbar, man ist mittendrin und erlebt mit, lernt aber auch aus den Geschichten der Protagonisten, die eine leider noch immer existierende und aktuelle Problematik verdeutlichen.

Spiegelland fand ich richtig lesenswert. Ich konnte das Buch kaum beiseitelegen und fand es sehr bereichernd. Lest es!

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Ein Herz für Igel

Willkommen im Zoo - Ein neues Zuhause für Ignaz Pfefferminz Igel
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Ignatz ist ein höflicher und freundlicher Igel, den ich zuvor noch nicht kannte und in den ich mich jetzt Hals über Kopf verliebt habe. Also, dieser kleine, süße Kerl kommt jetzt in den Zoo und dann passiert ...

Ignatz ist ein höflicher und freundlicher Igel, den ich zuvor noch nicht kannte und in den ich mich jetzt Hals über Kopf verliebt habe. Also, dieser kleine, süße Kerl kommt jetzt in den Zoo und dann passiert gleich etwas, das er überhaupt nicht wollte und nur seiner Igelgestalt und sein Unwissen über diese bunten Dinger geschuldet war. Und dann war er deshalb auch noch gleich als ‚Feind‘ gebrannt. Ich hatte so Mitleid! Aber während er sich vor dem Zoodirektor versteckt, hilft er ganz selbstverständlich den Tiere. Und das fast schon beiläufig. Dabei vollbringt er Großes! Einem Tier hilft er Freunde zu finden, einem anderen seinen Traum zu erfüllen und wieder einem anderen dazu, dass wieder Besucher an seinem Gehege erscheinen. Es ist so herzerwärmend schön, aber auch bunt und fröhlich. Und ich bin froh, dass dieser Igel es letztendlich schafft auch vom Direktor angenommen zu werden. Ich mochte die Geschichte sehr und habe sie sehr gerne vorgelesen. Die bunten Bilder im Buch sind richtig schön. Aber mein Herz gehört der wunderbaren Geschichte. Und dem Igel. Ich muss unbedingt schauen, ob es von ihm noch mehr Bücher gibt.

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Das Haus im Wald

Eventyr-Saga 1: Tochter des Nebelwalds
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‚Tochter des Nebelwalds‘ spielt in einer nicht näher benannten, vergangen Zeit, besitzt deutlich märchenhafte Züge und eine interessante Magie.
Avas Familie lebt in Armut, die Mutter ist bereits vor langer ...

‚Tochter des Nebelwalds‘ spielt in einer nicht näher benannten, vergangen Zeit, besitzt deutlich märchenhafte Züge und eine interessante Magie.
Avas Familie lebt in Armut, die Mutter ist bereits vor langer Zeit gestorben, doch nun sind die Zeiten schlecht und Geld nicht vorhanden. Lange werden sie von dem, was die Natur ihnen bietet, nicht mehr leben können. Und heimlich zimmert der Vater bereits Särge. Die Geschichte beginnt also schon mit einem recht düsteren Szenario, dass die Lebensumstände der Familie sehr deutlich macht. Doch bald schon erahnt man auch die Parallelen zu Hänsel und Gretel. Um die Kinder nicht verhungern sehen zu müssen, begleitet der Vater die Kinder unter einem Vorwand in den Wald um sie dort zurückzulassen. Und tatsächlich stoßen auch hier die beiden Mädchen schon bald auf ein abgelegenes Haus im Wald. Nebula und ihre Kinder wirkten auf mich mystisch, wie eine zeitlose Insel im Wald. Ihr fehlt das Augenlicht und doch scheint sie alles zu sehen und auch die Kinder umgibt ein Geheimnis.
Das Buch hat mich sogleich fasziniert. Die Atmosphäre ist unheimlich toll und die sprach bildlich und greifbar. Nur vollzieht die Geschichte auch ein paar wenige Handlungen, die ich als reale Person wahrscheinlich anders gehandhabt hätte. Trotzdem fügen auch diese sich gut ins Geschehen ein und sind eben Teil dieser Märchenwelt und für die Handlung einfach so notwendig.
Das Buch schließt spannend ab und es ist bereits absehbar, dass Avas Abenteuer noch größere Formen annehmen wird. Daher bin ich schon sehr gespannt, wie diese Serie fortgeführt wird. Die Stadt und der Zustand des Landes hält bestimmt noch einige Überraschungen parat.

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Veröffentlicht am 23.02.2026

Ran an die Stifte!

Der Comic-Club
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Ein paar junge Menschen mit ganz unterschiedlichen Talenten und Ideen gründen in ihrer Schule einen Comic Club und erfahren, angeleitet von der Bibliothekarin, alles was man über Comics wissen muss. Sie ...

Ein paar junge Menschen mit ganz unterschiedlichen Talenten und Ideen gründen in ihrer Schule einen Comic Club und erfahren, angeleitet von der Bibliothekarin, alles was man über Comics wissen muss. Sie lesen und diskutieren über Comics, aber vor allem beginnen sie selbst kurze Bildergeschichten zu erfinden und zu zeichnen. Die Ideen und Erklärungen sind so gut, dass man beim Lesen selbst gern mit zeichnen würde.
Im Buch geht es um Aufbau und die Einteilung einer Seite, wie Körpersprache und Mimik Emotionen vermitteln und dass es eigentlich kein Richtig und kein Falsch gibt, dass man auch kein spezielles Talent braucht und man einfach mal ausprobieren sollte. Besser wird man allein durch Übung.
Aber nicht alle sind mit dem Tun der Kinder einverstanden. Manche Erwachsenen unterstützen sie, doch ein Vater hat auch Vorurteile. Die soziale Bedeutung spielt hier also auch eine Rolle.
Die Kinder des Clubs schaffen es dann aber wirklich kleine Minicomics herzustellen, sie zu verkaufen und erste Fans zu gewinnen. Und ich wünsche mir, dass dieser Trend in diesem Buch auch in die realen Schulen schwappt und Kindern zu einem neuen, coolen Hobby verhilft.
Hinten im Buch sind sogar mögliche Berufe aufgeführt und ein Glossar erklärt Fachbegriffe, wie Crawlines, Splashpagages und Rinnsteine.

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Veröffentlicht am 23.02.2026

Nur eine Sichtweise

Starfish
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Ich weiß nicht was ich von dieser Geschichte, die ich mir als Hörbuch angehört habe, wirklich halten soll. Natürlich ist ganz klar welcher Intention dieser Jugendroman folgt. Und natürlich sind Empowerment ...

Ich weiß nicht was ich von dieser Geschichte, die ich mir als Hörbuch angehört habe, wirklich halten soll. Natürlich ist ganz klar welcher Intention dieser Jugendroman folgt. Und natürlich sind Empowerment und bodypositivity äußerst wichtig. Ist das Gewicht aber so hoch, dass sogar eine Operation im Raum steht, dann sollten auch gesundheitliche Aspekte zur Sprache kommen. Und das tut es eben nicht! Die Geschichte an sich ist ja auch ganz schön, aber auch irgendwie eindimensional. Und die Moral dabei so präsent, dass es etwas abschreckend auf Kinder wirken kann. Ich weiß auch nicht an welche Zielgruppe sie sich richtet. Betroffene werden vermutlich selbst genug mit ihren Problemen zu kämpfen haben um sich auch noch anderer Leute Leben anzuhören, Mobber werden eh nicht zum Buch greifen und Kinder mit neutraler Einstellung werden wohl auch eher andere Themen bevorzugen. Tja, dann bleiben nur noch Erwachsene, für die ist die Geschichte aber fast etwas zu einfach. Ich fand es auch komisch, wie kindlich Ellie in einem Moment wirkt und sich dann wieder Gedanken macht und redet als wäre sie deutlich älter. Das wirkt nicht authentisch. Trotzdem muss ich der Geschichte zu Gute halten, dass sie emphatisch erzählt wird. Ob das allein schon ausreicht um Kinder zu erreichen, daran zweifele ich.

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