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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.07.2025

Gutes Setting mit Potential, aber Charaktere ohne Tiefe

Kingmakers – Jahr 1
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Das Setting gefällt mir sehr gut und es hat durchaus Potential: Die Handlung spielt in Kingmakers, einer Universität auf einer einsamen Insel für zukünftige Mafia-Bosse und -Mitarbeiter. Die Studierenden ...

Das Setting gefällt mir sehr gut und es hat durchaus Potential: Die Handlung spielt in Kingmakers, einer Universität auf einer einsamen Insel für zukünftige Mafia-Bosse und -Mitarbeiter. Die Studierenden lernen Foltertechniken, Kampfkünste und allerlei hilfreiche Skills. Der Höhepunkt in diesem akademischen Jahr ist neben dem Staunen und Einfinden in diese neue Welt, ein großes Turnier, in denen alle Jahrgänge gegeneinander antreten.


Erzählt wird die Geschichte aus drei verschiedenen Perspektiven: Dean, Anna und Leo. Das erhöht die Spannung und ermöglicht uns Einblicke in die Gedankenwelt von allen dreien. Sehr gut finde ich, dass manchmal die gleichen Szenen aus unterschiedliche Perspektive erneut erzählt werden und wir so neue Einblicke gewinnen. Bemängeln muss ich leider, dass - obwohl diese Erzählperspektive sehr gut geeignet ist um über die eigenen Gedanken zu berichten - wir es stattdessen häufig mit Vermutungen über andere Personen zu tun haben.


Dean und Leo sind quasi Erzfeinde dritten Grades (Deans Großvater wurde von Leos Großvater umgebracht). Anna und Leo sind Cousins, allerdings nicht blutsverwandt, als beste Freunde aufgewachsen, aber vielleicht reicht ihnen das nicht mehr. Als Dean aber plötzlich auch Interesse an Anna zeigt, ist das Chaos vorprogrammiert.


Das Setting an sich hat mir gut gefallen und der Handlungsstrang um das Turnier war wirklich spannend. Allerdings haben mich die Charaktere und das ganze Beziehungsdynamik zwischen Anna, Leo und Dean so gar nicht abgeholt. Die Protagonistinnen sollen mindestens 18 Jahre alt sein und auf die Universität gehen, sie sind angehende Mafia-Bosse und man sollte davon ausgehen, dass sie recht reif sind. Allerdings haben sie sich eher wie 15-jährige verhalten, meist kindisch und unreif und es hat mir überall an Tiefe gefehlt. Dadurch war ihr Verhalten nicht wirklich authentisch. Zudem haben sie nicht immer charaktertreu gehandelt. Zum Beispiel wird Anna in einigen Szenen als eine Person dargestellt, die ihre Meinung klar äußert und für sich einsteht, in der nächsten Szene lässt sie aber etwas (wie ich finde sehr schreckliches) über sich ergehen ohne überhaupt die leiseste Gegenwehr zu zeigen. Auch als wir kurz danach in ihre Perspektive wechseln, gibt es keinerlei Gedanken darüber - es wirkt sehr unreflektiert.


Es gibt zudem auch einige spicy Szenen - leider bin ich kein großer Fan von der Wortwahl und der dortigen Handlung. Zudem fehlt der Spannungsaufbau an diesen Stellen. Es wird eine Mentalität à la "wenn ich sie entjungfere, besitze ich sie" und "es ist nur guter Se
, wenn er groß und sie eng ist" vermittelt... Es wirkt plump, oberflächlich und nicht zeitgemäß.


Insgesamt bin ich leider eher enttäuscht, die Spannung und das Setting mit Potential konnte meine Kritiken nicht überdecken, daher gibt es nur eine eingeschränkte Empfehlung.

Veröffentlicht am 14.07.2025

Witzig, Spicy und Authentisch

A Not So Meet Cute
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Wenn ich ehrlich bin, haben mich das Cover und der Klappentext anfangs nur mittelmäßig überzeugt, der tatsächliche Inhalt und der Schreibstil haben mich jedoch sofort abgeholt und überzeugt. Die Handlung ...

Wenn ich ehrlich bin, haben mich das Cover und der Klappentext anfangs nur mittelmäßig überzeugt, der tatsächliche Inhalt und der Schreibstil haben mich jedoch sofort abgeholt und überzeugt. Die Handlung dreht sich um Hux und Lottie - zwei Personen die fast unterschiedlicher nicht sein könnten. Mal erleben wir die Geschehnisse aus Lotties Perspektive und mal aus der von Hux. Um einen wichtigen Deal abzuschließen braucht Hux eine Verlobte und trifft dabei auf Lottie, die ebenfalls einen Fake-Partner sucht - was für ein Zufall!

Das Buch liest sich schnell und gut einfach so hintereinander weg, es ist spannend und ich wollte es am liebsten nicht aus der Hand legen. Die beiden Charaktere sind sehr authentisch und gut beschrieben, ich konnte sie mir sehr gut vorstellen. Zumal reden sie offen und ehrlich miteinander. Es gibt immer mal wieder lustige und ironische Situationen zum Schmunzeln und Lachen. Hinzu kommen noch ein paar authentische spicy Szenen - und fertig ist die perfekte Lektüre.

Sehr gut gefällt mir auch, dass beide Charaktere sich sehr gut mit ihren Geschwistern verstehen und sich mit ihnen austauschen, sodass wir sie in ihrer natürlichen Umgebung erleben und ihre Sicht auf die Dinge erfahren können.

Das Buch hat mich wirklich positiv überrascht und mir sehr gut gefallen.

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.07.2025

Es geht um so viel mehr als um ein Pferdegemälde

Das Gemälde
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Wenn ich meinen Freunden erzählen würde, dass ich ein 550 Seiten-Buch über ein Pferdegemälde gelesen habe, würden sie mich vermutlich sehr verwirrt anschauen. Wenn ich Ihnen jedoch mit Begeisterung davon ...

Wenn ich meinen Freunden erzählen würde, dass ich ein 550 Seiten-Buch über ein Pferdegemälde gelesen habe, würden sie mich vermutlich sehr verwirrt anschauen. Wenn ich Ihnen jedoch mit Begeisterung davon berichten würde, dass es sich um einen Roman über den Rennpferdsport und das Leben von BIPoC-Personen im 19., 20. und 21. Jahrhundert handelt, der auf wahren Begebenheiten beruht, dann würde das ganze bestimmt anders aussehen.



Ich wusste anfangs selber noch nicht so richtig, worauf ich mich eingelassen habe, aber der Schreibstil hat mir sofort gefallen und die Themen waren echt interessant! Ich habe ansonsten eigentlich kein Interesse an Pferden, doch die Darstellung der Pferde in diesem Buch hat mir sehr gefallen und gute Einblicke geliefert. Dass sich das Leben von BIPoC-Personen und ihre Herausforderungen als Thema durch das Buch zieht, wurde mir erst recht spät so richtig bewusst - aber auch diesen Themenstrang fand ich sehr interessant und erschreckend augenöffnend.



Erzählt wurde die Geschichte in drei verschiedenen Zeitsträngen, die sich am Ende zu einer Gesamtgeschichte zusammengefügt haben. Der Schreibstil und die Erzählweise wurde entsprechend angepasst, was mir sehr gut gefallen hat. Bei drei verschiedenen Erzählsträngen, die in der jeweiligen Zeit verschiedene Personen verfolgen, hat es eine ganze Weile gedauert, bis ich mit allen so richtig warm geworden bin. Anfangs ist es mir recht schwer gefallen in die Geschehnisse im 19. Jahrhundert einzutauchen, im 21. Jahrhundert dagegen, war ich sofort dabei und wollte am liebsten direkt dort weiterlesen.



Es ist auf jeden Fall ein etwas anderes Buch, was ich jedoch sehr empfehlen kann!

Veröffentlicht am 14.07.2025

Poetischer Schreibstil und nicht nachvollziehbare Charakterentwicklungen

Das Wohlbefinden
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Es geht in diesem Roman um drei Frauen, die verschiedener nicht sein könnten: Johanna Schellmann ist Anfang des 20sten-Jahrhunderts Schriftstellerin und lernt das Medium Anna in den Beelitzer Heilstätten ...

Es geht in diesem Roman um drei Frauen, die verschiedener nicht sein könnten: Johanna Schellmann ist Anfang des 20sten-Jahrhunderts Schriftstellerin und lernt das Medium Anna in den Beelitzer Heilstätten kennen. Ihre Urenkelin Vanessa lebt in Corona-Zeiten in Berlin und hat mit scheinbar ganz anderes Sorgen zu kämpfen.

So interessant die unterschiedlichen Charaktere auf den ersten Blick doch scheinen, so fehlt es ihnen beim zweiten Blick an Tiefe und es fällt den Leser*innen schwer, die Personen und deren Entwicklungen zu greifen und nachzuvollziehen. Das Buch ist recht kurz für die Geschichte, die aus so vielen Perspektiven und zu so vielen Zeiten erzählt werden will - daher bleibt im Laufe der Geschichte so einiges liegen und es bleiben viele Fragen offen, denn es fehlt oft an Tiefe. Meine Sympathie für die verschiedenen Charaktere schwangt sehr stark im Laufe der Erzählung, dies kann sehr gut daran liegen, dass aufgrund der langen Geschichte und der kurzen Zeit, nicht immer alle Entwicklungen nachvollziehbar sind und daher manchmal das Verhalten inkonsequent wirkt.

Ein sehr präsentes Thema ist der Okkultismus, der meiner Meinung nach nicht von allen Seiten und somit scheinbar unkritisch betrachtet wird. Das mag daran liegen, dass einige der Personen dieses Thema ebenfalls recht unkritisch betrachten und es dazu passt, doch hätte ich mir noch eine Einordnung oder stärkere Argumente von Gegenseite gewünscht.

Der Schreibstil gefällt mir allerdings sehr gut, er ist sehr flüssig und fast schon poetisch. Die Beschreibungen von den Beelitzer Heilstätten sind ebenfalls sehr gut gelungen und ich konnte mir die Heilstätten damals sowie heute sehr gut vorstellen - sowohl den Ort als auch die dort vorherrschende Einstellung zum Wohlbefinden. Ich war fast schon traurig, dass nur so ein kleiner Teil der Handlung in Beelitz spielte.

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Veröffentlicht am 14.07.2025

Sport, Spannung und Spice

Rough Like Rayne - Kentucky Love
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Die Geschichte von Jax und Renée hat mir sehr gut gefallen. Es handelt sich um eine wunderbare spicy Romance gepaart mit Autorennsport. Ich habe mich zuvor nicht sonderlich mit Autos oder Autorennen auseinander ...

Die Geschichte von Jax und Renée hat mir sehr gut gefallen. Es handelt sich um eine wunderbare spicy Romance gepaart mit Autorennsport. Ich habe mich zuvor nicht sonderlich mit Autos oder Autorennen auseinander gesetzt und habe den kleinen Einblick in diese andere Welt sehr genossen.

Die Handlung wird abwechselt aus der Perspektive von Jax und aus der von Renée erzählt. Dadurch bekommen wir Einblicke in die Gedanken und Beweggründe von beiden Personen. Die Charaktere sind tiefgründig und sehr gut beschrieben, sodass ich mir die beiden lebhaft vorstellen konnte und fast schon traurig bin, dass wir ab nun getrennte Wege gehen müssen.

Die Handlung ist nicht vorhersehbar, es gibt ein paar Plot Twist, die immer mal für gesunde Spannung sorgen. Auch die ein oder andere spicy Szene darf natürlich nicht fehlen. Diese wurden sehr natürlich und voller Leidenschaft und Verlangen beschrieben.

Das Buch ist der dritte und letzte Teil der Kentucky Love-Reihe, aber kann auch sehr gut außerhalb der Reihe gelesen werden. Ich kannte die beiden anderen Teile, die sich mit jeweils einem anderen Paar aus der gleichen Kleinstadt beschäftigen, auch nicht. Allerdings habe ich jetzt große Lust, auch die anderen beiden Teile zu lesen, denn der Schreibstil und wie die Autorin spicy Liebesgeschichten mit tiefgründigen und wichtigen Themen verbindet, hat mir wirklich sehr gut gefallen. Von daher gibt es eine große Empfehlung an alle.