Profilbild von Waptschie

Waptschie

Lesejury Profi
offline

Waptschie ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Waptschie über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.07.2025

Ein Buch von... oder über... Bianca Jankovska?

Potenziell furchtbare Tage
0

Der Schreibstil der Autorin - Bianca Jankovska - gefällt mir wirklich gut. Es fühlt sich so persönlich und nah an, so leicht und ungezwungen. Es wirkt viel mehr wie eine Erzählung, ein Gespräch unter Freunden ...

Der Schreibstil der Autorin - Bianca Jankovska - gefällt mir wirklich gut. Es fühlt sich so persönlich und nah an, so leicht und ungezwungen. Es wirkt viel mehr wie eine Erzählung, ein Gespräch unter Freunden am Lagerfeuer über alte Geschichten.

Das Buch ist in Kapitel eingeteilt, die sich mit verschiedenen Emotionen beschäftigen: Scham, Schuld, Wut, Schmerz und Hoffnung. Die Aufteilung in Gefühl fand ich anfangs sehr ungewohnt, aber erfrischend anders. Als sich allerdings herausstellte, dass die Kapitel unzusammenhängende Abschnitte - oder Essays - enthielten, die zudem nicht immer zwingend zur Emotion passten, hätte ich mir dann doch eine andere Einteilung gewünscht. Durch die gewählte Strukturierung fehlte mir oft die Motivation weiterzulesen (es fehlte die Spannung und ein Ziel auf das das Buch hinarbeitet) und ein inhaltlicher Schwerpunkt war nicht erkennbar.

Laut dem Titel soll sich das Buch mit Anti-Work, Menstrual Health und dem guten Leben beschäftigen. Stattdessen geht es vorrangig darum, dass die Autorin in diesem Buch ihre persönlichen Erfahrungen und Erlebnisse verarbeitet und ein paar Fakten und Buzzwords einstreut, damit aus ihrem Tagebuch ein Buch wird, welches sie veröffentlichen kann. Klingt etwas hart - das ist zumindest mein persönlicher Eindruck. Das mag auch daran liegen, dass es keinem roten Faden gibt, den man als Leser*in folgen kann, dass Fakten, Meinungen und persönliche Anekdoten kaum ausbalanciert oder verbunden wurden und, dass die Reflektion oder distanzierte Betrachtung an sehr vielen Stellen fehlt.

Es gibt immer wieder einzelne Abschnitte, die mir sehr gut gefallen. Denn die Autorin schafft es, zahlreiche wichtige und spannende Themen anzusprechen, die bei mir auf Resonanz stoßen. Sie hat es immer mal wieder geschafft, neue Perspektiven aufzuzeigen. Betrachte ich jedoch das gesamte Buch - so überwiegt bei mir persönlich die Kritik. Insbesondere die Kapitel- und Abschnitteinteilung führt zu einer eindimensionalen Sichtweise auf unterschiedlichste Themen, obwohl diese sehr viel reflektierter (und mit verschiedenen Emotionen) betrachtet werden sollten.

Veröffentlicht am 14.07.2025

Ein Thriller über Jugendliche und für Jugendliche (oder Personen, die Thriller mit Spannung aber eben nicht zu viel Spannung lieben)

Disappeared
0

"Disappeared" von Kathy Tailor hat mich tatsächlich überrascht. Die Inhaltsangabe und auch die erste Hälfte hat mich nicht so richtig überzeugt: Die Inhaltsangabe hat mir schon viel zu viel verraten (dafür ...

"Disappeared" von Kathy Tailor hat mich tatsächlich überrascht. Die Inhaltsangabe und auch die erste Hälfte hat mich nicht so richtig überzeugt: Die Inhaltsangabe hat mir schon viel zu viel verraten (dafür ist das Buch einfach nicht lang genug) und die Tiefe der Charaktere und der Handlungen hat mir gefehlt, zudem plätscherte die Handlung nur so vor sich hin. Die zweite Hälfte habe ich jedoch verschlungen - es gab Wendungen und Überraschungen und der Handlungsverlauf war nicht sonderlich vorhersehbar, was mir wirklich sehr gut gefallen hat. Zwar fehlte es mir weiterhin an Tiefe der Charaktere, aber das wurde gelungen mit der Handlung überdeckt.

Mir hat der Wechsel der Erzähl-Perspektive (zwischen der Ich-Perspektive und einer Perspektive, die Freya begleitet) gefallen, dieser hat für Tiefe und Spannung gesorgt. Allerdings war es dadurch schwer die Nebenfiguren zu greifen.

Insgesamt habe ich das Buch mit einem guten Gefühl beendet und kann es auf jeden Fall für eine schnelle Lektüre zwischendurch für Jugendliche und Personen, die gerne spannende Thriller lesen, aber eigentlich eher wenig Spannung bevorzugen, empfehlen.

Veröffentlicht am 14.07.2025

Gutes Setting mit Potential, aber Charaktere ohne Tiefe

Kingmakers – Jahr 1
0

Das Setting gefällt mir sehr gut und es hat durchaus Potential: Die Handlung spielt in Kingmakers, einer Universität auf einer einsamen Insel für zukünftige Mafia-Bosse und -Mitarbeiter. Die Studierenden ...

Das Setting gefällt mir sehr gut und es hat durchaus Potential: Die Handlung spielt in Kingmakers, einer Universität auf einer einsamen Insel für zukünftige Mafia-Bosse und -Mitarbeiter. Die Studierenden lernen Foltertechniken, Kampfkünste und allerlei hilfreiche Skills. Der Höhepunkt in diesem akademischen Jahr ist neben dem Staunen und Einfinden in diese neue Welt, ein großes Turnier, in denen alle Jahrgänge gegeneinander antreten.


Erzählt wird die Geschichte aus drei verschiedenen Perspektiven: Dean, Anna und Leo. Das erhöht die Spannung und ermöglicht uns Einblicke in die Gedankenwelt von allen dreien. Sehr gut finde ich, dass manchmal die gleichen Szenen aus unterschiedliche Perspektive erneut erzählt werden und wir so neue Einblicke gewinnen. Bemängeln muss ich leider, dass - obwohl diese Erzählperspektive sehr gut geeignet ist um über die eigenen Gedanken zu berichten - wir es stattdessen häufig mit Vermutungen über andere Personen zu tun haben.


Dean und Leo sind quasi Erzfeinde dritten Grades (Deans Großvater wurde von Leos Großvater umgebracht). Anna und Leo sind Cousins, allerdings nicht blutsverwandt, als beste Freunde aufgewachsen, aber vielleicht reicht ihnen das nicht mehr. Als Dean aber plötzlich auch Interesse an Anna zeigt, ist das Chaos vorprogrammiert.


Das Setting an sich hat mir gut gefallen und der Handlungsstrang um das Turnier war wirklich spannend. Allerdings haben mich die Charaktere und das ganze Beziehungsdynamik zwischen Anna, Leo und Dean so gar nicht abgeholt. Die Protagonistinnen sollen mindestens 18 Jahre alt sein und auf die Universität gehen, sie sind angehende Mafia-Bosse und man sollte davon ausgehen, dass sie recht reif sind. Allerdings haben sie sich eher wie 15-jährige verhalten, meist kindisch und unreif und es hat mir überall an Tiefe gefehlt. Dadurch war ihr Verhalten nicht wirklich authentisch. Zudem haben sie nicht immer charaktertreu gehandelt. Zum Beispiel wird Anna in einigen Szenen als eine Person dargestellt, die ihre Meinung klar äußert und für sich einsteht, in der nächsten Szene lässt sie aber etwas (wie ich finde sehr schreckliches) über sich ergehen ohne überhaupt die leiseste Gegenwehr zu zeigen. Auch als wir kurz danach in ihre Perspektive wechseln, gibt es keinerlei Gedanken darüber - es wirkt sehr unreflektiert.


Es gibt zudem auch einige spicy Szenen - leider bin ich kein großer Fan von der Wortwahl und der dortigen Handlung. Zudem fehlt der Spannungsaufbau an diesen Stellen. Es wird eine Mentalität à la "wenn ich sie entjungfere, besitze ich sie" und "es ist nur guter Se
, wenn er groß und sie eng ist" vermittelt... Es wirkt plump, oberflächlich und nicht zeitgemäß.


Insgesamt bin ich leider eher enttäuscht, die Spannung und das Setting mit Potential konnte meine Kritiken nicht überdecken, daher gibt es nur eine eingeschränkte Empfehlung.

Veröffentlicht am 14.07.2025

Witzig, Spicy und Authentisch

A Not So Meet Cute
0

Wenn ich ehrlich bin, haben mich das Cover und der Klappentext anfangs nur mittelmäßig überzeugt, der tatsächliche Inhalt und der Schreibstil haben mich jedoch sofort abgeholt und überzeugt. Die Handlung ...

Wenn ich ehrlich bin, haben mich das Cover und der Klappentext anfangs nur mittelmäßig überzeugt, der tatsächliche Inhalt und der Schreibstil haben mich jedoch sofort abgeholt und überzeugt. Die Handlung dreht sich um Hux und Lottie - zwei Personen die fast unterschiedlicher nicht sein könnten. Mal erleben wir die Geschehnisse aus Lotties Perspektive und mal aus der von Hux. Um einen wichtigen Deal abzuschließen braucht Hux eine Verlobte und trifft dabei auf Lottie, die ebenfalls einen Fake-Partner sucht - was für ein Zufall!

Das Buch liest sich schnell und gut einfach so hintereinander weg, es ist spannend und ich wollte es am liebsten nicht aus der Hand legen. Die beiden Charaktere sind sehr authentisch und gut beschrieben, ich konnte sie mir sehr gut vorstellen. Zumal reden sie offen und ehrlich miteinander. Es gibt immer mal wieder lustige und ironische Situationen zum Schmunzeln und Lachen. Hinzu kommen noch ein paar authentische spicy Szenen - und fertig ist die perfekte Lektüre.

Sehr gut gefällt mir auch, dass beide Charaktere sich sehr gut mit ihren Geschwistern verstehen und sich mit ihnen austauschen, sodass wir sie in ihrer natürlichen Umgebung erleben und ihre Sicht auf die Dinge erfahren können.

Das Buch hat mich wirklich positiv überrascht und mir sehr gut gefallen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.07.2025

Es geht um so viel mehr als um ein Pferdegemälde

Das Gemälde
0

Wenn ich meinen Freunden erzählen würde, dass ich ein 550 Seiten-Buch über ein Pferdegemälde gelesen habe, würden sie mich vermutlich sehr verwirrt anschauen. Wenn ich Ihnen jedoch mit Begeisterung davon ...

Wenn ich meinen Freunden erzählen würde, dass ich ein 550 Seiten-Buch über ein Pferdegemälde gelesen habe, würden sie mich vermutlich sehr verwirrt anschauen. Wenn ich Ihnen jedoch mit Begeisterung davon berichten würde, dass es sich um einen Roman über den Rennpferdsport und das Leben von BIPoC-Personen im 19., 20. und 21. Jahrhundert handelt, der auf wahren Begebenheiten beruht, dann würde das ganze bestimmt anders aussehen.



Ich wusste anfangs selber noch nicht so richtig, worauf ich mich eingelassen habe, aber der Schreibstil hat mir sofort gefallen und die Themen waren echt interessant! Ich habe ansonsten eigentlich kein Interesse an Pferden, doch die Darstellung der Pferde in diesem Buch hat mir sehr gefallen und gute Einblicke geliefert. Dass sich das Leben von BIPoC-Personen und ihre Herausforderungen als Thema durch das Buch zieht, wurde mir erst recht spät so richtig bewusst - aber auch diesen Themenstrang fand ich sehr interessant und erschreckend augenöffnend.



Erzählt wurde die Geschichte in drei verschiedenen Zeitsträngen, die sich am Ende zu einer Gesamtgeschichte zusammengefügt haben. Der Schreibstil und die Erzählweise wurde entsprechend angepasst, was mir sehr gut gefallen hat. Bei drei verschiedenen Erzählsträngen, die in der jeweiligen Zeit verschiedene Personen verfolgen, hat es eine ganze Weile gedauert, bis ich mit allen so richtig warm geworden bin. Anfangs ist es mir recht schwer gefallen in die Geschehnisse im 19. Jahrhundert einzutauchen, im 21. Jahrhundert dagegen, war ich sofort dabei und wollte am liebsten direkt dort weiterlesen.



Es ist auf jeden Fall ein etwas anderes Buch, was ich jedoch sehr empfehlen kann!