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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.03.2025

Eine Geschichte aus dem echten Leben: nahbar und unbequem ehrlich

No Hard Feelings
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"No Hard Feelings" von Genevieve Novak ist eine absolute Empfehlung! In dem Buch geht es um Penny, bei der schon eine Weile nicht alles so läuft, wie sie es sich vorstellt oder erträumt hat. Während ihre ...

"No Hard Feelings" von Genevieve Novak ist eine absolute Empfehlung! In dem Buch geht es um Penny, bei der schon eine Weile nicht alles so läuft, wie sie es sich vorstellt oder erträumt hat. Während ihre Freundinnen die Karriereleiter hinaufklettern oder in glücklichen Beziehungen sind, läuft es bei Penny etwas anders - das stört sie und füttert die Selbstzweifel. "No Hard Feelings" ist ein Buch über das Leben, das kein Blatt vor den Mund nimmt. Im Leben ist nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen. Und im Gegensatz zu vielen anderen Geschichten, zeigt dieses Buch genau das, die unbequeme aber notwendige Wahrheit. Dadurch wirken Penny und die Handlung nahbar und auf einem Level mit uns im echten Leben. Außerdem macht es einfach Spaß dieses Buch zu lesen und in die Gedanken von Penny einzutauchen. Der Schreibstil wirkt echt und leicht. Und es ist nicht zu übersehen, dass die Autorin ganz viel Persönlichkeit und Herzblut in dieses Buch gesteckt hat.

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Veröffentlicht am 02.03.2025

Zwischen Himmelsweihern und Justiz

Unter Grund
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"Unter Grund" von Annegret Liepold thematisiert ein hochaktuelles und wichtiges Thema und stellt eine etwas andere Perspektive dar. Wir begleiten Franka in der heutige Zeit aber auch und vor allem in ihrer ...

"Unter Grund" von Annegret Liepold thematisiert ein hochaktuelles und wichtiges Thema und stellt eine etwas andere Perspektive dar. Wir begleiten Franka in der heutige Zeit aber auch und vor allem in ihrer Jugend in den Nullerjahren auf dem Land, als sie immer tiefer in die rechte Szene einsteigt. Wir springen zwischen den verschiedenen Zeit hin und her und nach und nach fügt sich das gesamte Bild zusammen. Die Rückblicke wirken teilweise wie kleine Anekdoten, die uns ein Gesamtgefühl vermitteln sollen und Aufschluss über Frankas Beweggründe liefern. Das Buch ist recht kurz. An manchen Stellen hätte ich mir noch ein paar tiefergehende Informationen und Einblicke in die jeweiligen Gründe gewünscht. Ich hätte mir vor allem mehr Einblicke in Frankas Gedanken und Gefühle erhofft. Trotzdem ist alles wichtige gesagt und "Unter Grund" bietet einen spannenden Einblick und eine etwas andere, aber trotzdem kritische Perspektive auf die rechte Szene in den Nullerjahren und der Jugend auf dem Land.

Der Schreibstil kann fast schon poetisch bezeichnet werden, er gefällt mir gut und bildet einen spannenden Kontrast zum Thema des Buches. Auch wenn ich den Schreibstil sehr mag, hat er doch dazu geführt, dass ich das Buch recht stockend gelesen haben. Besonders hervorzuheben ist das Glossar am Ende des Buches, welches weiterführende Informationen zu den Themen liefert und die sachliche Seite darstellt. Ich hätte mir jedoch vorab einen kurzen Verweis darauf gewünscht.

Insgesamt handelt es sich um ein spannendes Buch mit einem hochaktuellen und wichtigen Thema, das ich sehr empfehlen kann. An manchen Stellen hätte ich mir noch tiefergehende Perspektiven gewünscht, daher gibt es von mir 4,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 18.02.2025

Eine kleine Zeitreise ins Jahr 2011

Klapper
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In diesem Buch geht es um Klapper und Bär, zwei Teenager im Jahr 2011. Es gibt keine große Handlung, vielmehr stehen die kleinen Momente im Vordergrund, der Vibe und all die Dinge, die diese Zeit ausgemacht ...

In diesem Buch geht es um Klapper und Bär, zwei Teenager im Jahr 2011. Es gibt keine große Handlung, vielmehr stehen die kleinen Momente im Vordergrund, der Vibe und all die Dinge, die diese Zeit ausgemacht haben. Denn dieses Buch schafft es hervorragend, Erinnerungen an damals aufzufrischen und den Leser oder die Leserin mit einem kleinen Schmunzeln auf den Lippen zurückzulassen. Ich bin ungefähr so alt wie die Protagonisten und habe ich mich sofort zurückversetzt gefühlt, dieses Buch fungiert wie eine Zeitkapsel.

Das Buch ist leicht und fließend geschrieben, die Kapitel sehr kurz, dadurch vergeht die Zeit wie im Flug. Trotzdem fehlte mir manchmal der Antrieb weiter zu lesen, da mehr der Vibe im Vordergrund steht und nicht die Handlung an sich. Auch wenn vieles nur oberflächlich angesprochen wurde, kann ich mir die Charaktere lebhaft vorstellen. Die Oberflächlichkeit führt jedoch dazu, dass es für mich zu viele offene Ende gibt und ich mir an einigen Stellen einfach noch mehr Input gewünscht hätte, das Buch fühlt sich für mich einfach nicht ganz rund und fertig an.

Trotz kleinerer Kritiken lohnt sich das Buch und stellt eine spannende kleine Zeitreise in eine halb vergessene Zeit dar.

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Veröffentlicht am 12.12.2024

Ein Abstecher in die Tiefsee mit zu vielen abschweifenden Anekdoten

Leuchten am Meeresgrund
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In diesem Buch geht es um die erste bemannte Tiefsee-Expedition - ein sehr spannendes Thema und ich habe wirklich viel darüber lernen können! Das hat das Buch wirklich hervorragend geschafft.

Das Buch ...

In diesem Buch geht es um die erste bemannte Tiefsee-Expedition - ein sehr spannendes Thema und ich habe wirklich viel darüber lernen können! Das hat das Buch wirklich hervorragend geschafft.

Das Buch ist im Stil eines Logbuches geschrieben, allerdings aus der dritten Person. Dadurch hat man als Leser*in das Gefühl mitten im Geschehen zu sein. Auch die vielen Bilder und Zeichnungen helfen dabei sehr, hier hätte ich mir allerdings eine gleichmäßigere Verteilung im Buch gewünscht.

Leider mangelt es dem Buch sehr an Struktur bzw. schafft es das Buch nicht sonderlich gut, die geplante Struktur zu vermitteln. Ich hab oft den Überblick verloren und wusste nicht, wo ich mich im Zeitgeschehen gerade befinde. Die vielen Anekdoten, die eigentlich gar nichts mit dem Thema der Tiefsee-Expedition zu tun hatten, waren dabei leider nicht sonderlich förderlich und ich hab mich immer wieder und eigentlich viel zu oft gefragt, ob das später noch einmal relevant wird - wurde es nicht. Außerdem wurden viele Themen einfach nur oberflächlich angeschnitten, statt die Chance zu nutzen und in die Tiefe zu tauchen.

Wer das Buch lesen möchte, weil er oder sie sich für Tiefsee-Expeditionen interessiert, kann das gerne machen und wird auch viel darüber erfahren und schöne Bilder sehen, sollte sich jedoch darüber im Klaren sein, dass sich nur etwa die Hälfte des Buches wirklich mit diesem Thema beschäftigt... Allen anderen, die sich für die damalige Zeit um etwa 1930 und die folgenden Jahre interessieren, nicht vor philosophisch angehauchten Texten im Tagebuchstil zurückschrecken oder die sich insbesondere für die an der Tiefsee-Expedition beteiligten Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen interessieren, denen kann ich das Buch herzlich empfehlen.

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Veröffentlicht am 20.11.2024

Ehrlich, authentisch und unbeschönigt: Fern Bradys Weg als Autistin

Strong Female Character
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Fern Brady verarbeitet in dem Buch "Strong Female Character" ihre eigene Geschichte als spätdiagnostizierte autistische Frau. Der Untertitel "Mein Leben zwischen Sexismus und Autismus" macht deutlich, ...

Fern Brady verarbeitet in dem Buch "Strong Female Character" ihre eigene Geschichte als spätdiagnostizierte autistische Frau. Der Untertitel "Mein Leben zwischen Sexismus und Autismus" macht deutlich, dass sie sich dabei insbesondere auf ihre Erlebnisse als Frau sowie als Autistin konzentriert.

Das Buch ist sehr ehrlich, direkt und authentisch geschrieben. Ich habe nach knapp 300 Seiten Anekdoten und Erlebnissen das Gefühl Fern Brady persönlich zu kennen. Mir gefällt besonders, dass sie nichts beschönigt, sondern auch die schrecklichen Ecken und Kanten offen und ehrlich kommuniziert, um zu zeigen, wie ihr Weg bis zur Diagnose und auch danach abgelaufen ist. Sie signalisiert dabei eindeutig, wann es sich um ihre individuellen Erlebnisse handelt und wann sie Fakten und allgemeingültigere Aussagen anbietet. In den Fußnoten bietet sie zudem immer mal wieder weiterführende Informationen an, damit man sich als Leser*in noch intensiver mit dem Thema auseinander setzen kann. Im Fokus steht jedoch auf jeden Fall ihre persönliche Erzählung.

Ich habe das Buch an einem Wochenende verschlungen, es liest sich sehr flüssig, mal mit mit einem Schmunzeln auf dem Lippen, mal mit Bauchschmerzen. Ich weiß schon jetzt, dass ich es ein zweites Mal lesen werde, um mir Notizen zu machen.

Das Buch ist auf jeden Fall eine große Empfehlung für Leute, die sich für Autismus, insbesondere spätdiagnostiziertem Autismus bei Frauen interessieren und einen Einblick in eine individuelle Geschichte erlangen möchten. Personen, die sich zuvor kaum mit Autismus auseinandergesetzt haben, sollten sich jedoch vorher fachlich etwas einzulesen - das Buch liefert kein Grundlagen-Wissen über Autismus, aber das ist auch einfach nicht seine Aufgabe. Stattdessen möchte Fern Brady in diesem Buch ihre individuelle Geschichte als spät diagnostizierte Autistin und als Frau erzählen - und das gelingt ihr wunderbar.

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