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Waschbaerin

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Veröffentlicht am 19.02.2018

Gestern und heute

Liv
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Das vorliegende Buch "Liv" von Kevin Kuhn wurde in 2 Erzählsträngen verfasst.

Das Leben von Franz spielt sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts ab, als er mit seiner Leica bewaffnet durch Berlin schwirrt ...

Das vorliegende Buch "Liv" von Kevin Kuhn wurde in 2 Erzählsträngen verfasst.

Das Leben von Franz spielt sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts ab, als er mit seiner Leica bewaffnet durch Berlin schwirrt und alles fotografiert, was sich nicht dagegen wehrt. Dabei wirkt Franz auf mich fahrig, ganz so, als habe er keinen blassen Schimmer wohin das Leben ihn führt. Die Zielgeber sind andere Menschen. Aber was will Franz? Was mir in diesen Teilen allerdings gut gefällt ist, dass der Autor den damaligen Zeitgeist dem Leser bildlich nahe bringt. Es ist, als wäre man selbst in diesen pulsierenden Jahren zwischen dem ersten und zweiten Weltkrieg zu Hause. An manchen Stellen war ich an das Musical und den Film "Cabaret" mit Liza Minelli in der Hauptrolle erinnert. Auch dort stand das pulsierende und grenzenlos erscheinende (Nacht)Leben in Berlin im Blickpunkt.

In der Neuzeit, dem 21. Jahrhundert steht Liv im Mittelpunkt dieses Romans. Eine Israelin, die durch Flucht ihrem Militärdienst in ihrer Heimat entgehen will. Moderne Medien machen es ihr möglich immer neue follower im Netz zu finden, die sie auf ihrer manchmal viel zu waghalsigen Reise begleiten. Es ist eine moderne Art unterwegs, dabei aber nie ganz abwesend zu sein. Liv lässt sich treiben, hat kein erkennbares, gestecktes Ziel das sie erreichen möchte. Es kommt wie es kommt, scheint ihr Motto zu sein. Und so reist sie durch die Welt und durch das Netz, immer ihre follower - darunter auch persönliche Freunde von früher - im Blick.

Ist Liv eine typische Vertreterin der neuen und jungen Generation? Hoffentlich nicht. Sie macht auf mich den Eindruck als wüsste sie lediglich, dass sie dem Militärdient in ihrem Heimatland Israel entgehen will - der Rest wird sich irgendwie finden. Sie befindet sich in Mexiko ohne genau zu wissen wo und wie das Leben dort funktioniert. Hat sich nicht einmal vorher Gedanken über die Gefahren gemacht, die außerhalb der geschützen Räume auf Reisende wie sie warten. Blauäugiger geht es nicht mehr. Auch als sie es endlich bis in die USA geschafft hat, scheint sie kein Gespür für Risiko entwickelt und nichts dazu gelernt zu haben, was Gefahren anbelangt. Ohne sich vorher über die genauen Örtlichkeiten zu informieren lässt sie sich auf einen Fußmarsch durch die Wüste ein. Da fragte ich mich wirklich, was geht in diesem wirren Gehirn vor sich? Legt es LIv vielleicht darauf an, bei einer ihrer Aktionen das Leben zu verlieren?

Ich muss gestehen, ich ging mit großen Erwartungen an diesen Roman heran. Die Beschreibung gefiel mir und ich erwartete etwas, das mich fesselt. Leider geschah das nur an ganz bestimmten Passagen. Viel zu oft verlor sich die Geschichte in banalen Beschreibungen, die mir zu langatmig waren. Auch bekam die Person "Liv" kein genaues Gesicht, egal wie viel ich von ihr las.

Vielleicht bin ich von der Möglichkeit, dank neuer und digitaler Medien immer präsent sein zu können nicht genügend begeistert, weshalb das Buch auf mich eher befremdlich wirkte. In einigen Wochen werde ich es erneut zur Hand nehmen und nochmals lesen. Vielleicht sehe ich dann eher den Sinn dieses Romans.

Auf der anderen Seite könnte ich mir vorstellen, dass die Zielgruppe des Autors ein eher junges Publikum ist, das sich von Livs Lebenseinstellung "durch Tag und Zeit treiben", eher ansprechen lassen wird. Allerdings denke ich, wird da Franz und sein Zeitgeist wiederum auf mäßige Gegenliebe stoßen.

Bei den Sternchen liege ich zwischen 3 und 4. Leider gibt es 3,5 nichtl

Veröffentlicht am 22.12.2017

Eine einladung, einen Moment innezuhalten

Stille Nacht, heilige Nacht
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Als ich dieses dünne Büchlein, "Stille Nacht, heilige Nacht" von Klaus Sauerbeck erstmals in Händen hielt, sprang sofort der Funke über. Es war Liebe auf den ersten Blick zu einem Buch. Das soll es ja ...

Als ich dieses dünne Büchlein, "Stille Nacht, heilige Nacht" von Klaus Sauerbeck erstmals in Händen hielt, sprang sofort der Funke über. Es war Liebe auf den ersten Blick zu einem Buch. Das soll es ja geben.

Der Einband, aus dunkelblauem Stoff mit silbernen Sternen fühlt sich wunderbar samtig an. Anfangs habe ich täglich mehrmals liebevoll mit der Hand darüber gestrichen. So wie man etwas anfasst, was einem wertvoll ist.

Der Inhalt beschreibt die Entstehung eines der bekanntesten Weihnachtslieder, das auf der ganzen Welt gesungen wird: "Stille Nacht, heilige Nacht". Entstanden in einer Zeit, als die Menschen meist arm und gottesfürchtig waren und Weihnachten noch nicht zu einem Geschenkemarathon verkommen war. All das spiegelt dieses wunderschöne Weihnachtslied mit dem Text von Franz Gruber wider. Es geht um das Kind in der Krippe. Ich glaube, es gibt kaum jemanden, der sich dem Zauber dieses Liedes entziehen kann. Franz Gruber und Kaplan Joseph Mohr haben der Nachwelt etwas Wunderschönes hinterlassen.

Dem Autor Klaus Sauerbeck gelang es, die überlieferte Geschichte der Entstehung dieses Liedes, gepaart mit etwas Phantasie, zu einem Buch der besonderen Art umzusetzen. Den Menschen den eigentlichen Sinn von diesem Fest "Weihnachten" vor Augen zu führen. Es ist mehr als gut essen, trinken und Geschenke auspacken.

Dies ist kein Buch, das man liest und anschließend irgendwo in einem Regal einstauben lässt. Dafür ist die Ausarbeitung, das Cover, der Druck zu schön. Ich bin mir sicher, dass ich dieses Buch noch sehr oft in die Hände nehmen, lesen und anschließend einen Moment innehalten werde. Und das nicht nur zu Weihnachten.