Seniorenheim mit Ermittlungsauftrag
Betreutes MordenIn Sheldon Oaks möchte Carol, einstige Serienmörderin, ihren Ruhestand eigentlich in aller Ruhe verbringen. Der Einzug ins Seniorenheim soll für sie ein Neuanfang sein – diskret, geordnet, möglichst unauffällig. ...
In Sheldon Oaks möchte Carol, einstige Serienmörderin, ihren Ruhestand eigentlich in aller Ruhe verbringen. Der Einzug ins Seniorenheim soll für sie ein Neuanfang sein – diskret, geordnet, möglichst unauffällig. Doch diese Hoffnung zerschlägt sich rasch: Kaum hat sie sich eingerichtet, wird vor ihrem Balkon ein Mensch getötet. Obwohl sie nachweislich nichts damit zu tun hat, fällt der Verdacht reflexartig wieder auf sie. Ihr Ruf holt sie ein – hartnäckiger, als ihr lieb ist.
Carol bleibt jedoch nicht allein mit der Situation. Um sie herum formiert sich ein höchst ungewöhnliches Ermittlerquartett: eine resolute Ex-Innenministerin, ein ehemaliger Kriminalkommissar, der den Polizeialltag auch im Ruhestand nicht ganz hinter sich lassen kann, und eine Pathologin, die mehr Erfahrung mit Toten mitbringt, als jedem in ihrer Nähe lieb sein dürfte. Gemeinsam nehmen sie die Ermittlungen auf – nicht aus Abenteuerlust, sondern weil im Seniorenheim kaum jemand bereit ist, die Sache ernsthaft zu verfolgen.
Der Roman überzeugt durch die präzise Kombination aus feinem Humor, spannungsreicher Erzählweise und einer klar gezeichneten Figurenkonstellation. Die Geschichte nutzt den Schauplatz Altersheim nicht als Karikatur, sondern als Bühne für scharfe Beobachtungen, kluge Dialoge und ein Ermittlerteam, das sich zwar ungewöhnlich gibt, aber erstaunlich effizient agiert. Carol selbst bleibt dabei die zentrale Figur: selbstironisch, kontrolliert, und immer darauf bedacht, endlich nicht mehr als permanente Verdächtige zu gelten.
Wer Krimis sucht, die sich durch Charakterstärke, subtile Pointen und eine unverbrauchte Ausgangslage auszeichnen, findet in Sheldon Oaks eine erfrischend moderne Variante des Seniorenkrimis – charmant, präzise erzählt und überraschend lebendig.