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Veröffentlicht am 01.05.2026

Seniorenheim mit Ermittlungsauftrag

Betreutes Morden
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In Sheldon Oaks möchte Carol, einstige Serienmörderin, ihren Ruhestand eigentlich in aller Ruhe verbringen. Der Einzug ins Seniorenheim soll für sie ein Neuanfang sein – diskret, geordnet, möglichst unauffällig. ...

In Sheldon Oaks möchte Carol, einstige Serienmörderin, ihren Ruhestand eigentlich in aller Ruhe verbringen. Der Einzug ins Seniorenheim soll für sie ein Neuanfang sein – diskret, geordnet, möglichst unauffällig. Doch diese Hoffnung zerschlägt sich rasch: Kaum hat sie sich eingerichtet, wird vor ihrem Balkon ein Mensch getötet. Obwohl sie nachweislich nichts damit zu tun hat, fällt der Verdacht reflexartig wieder auf sie. Ihr Ruf holt sie ein – hartnäckiger, als ihr lieb ist.

Carol bleibt jedoch nicht allein mit der Situation. Um sie herum formiert sich ein höchst ungewöhnliches Ermittlerquartett: eine resolute Ex-Innenministerin, ein ehemaliger Kriminalkommissar, der den Polizeialltag auch im Ruhestand nicht ganz hinter sich lassen kann, und eine Pathologin, die mehr Erfahrung mit Toten mitbringt, als jedem in ihrer Nähe lieb sein dürfte. Gemeinsam nehmen sie die Ermittlungen auf – nicht aus Abenteuerlust, sondern weil im Seniorenheim kaum jemand bereit ist, die Sache ernsthaft zu verfolgen.

Der Roman überzeugt durch die präzise Kombination aus feinem Humor, spannungsreicher Erzählweise und einer klar gezeichneten Figurenkonstellation. Die Geschichte nutzt den Schauplatz Altersheim nicht als Karikatur, sondern als Bühne für scharfe Beobachtungen, kluge Dialoge und ein Ermittlerteam, das sich zwar ungewöhnlich gibt, aber erstaunlich effizient agiert. Carol selbst bleibt dabei die zentrale Figur: selbstironisch, kontrolliert, und immer darauf bedacht, endlich nicht mehr als permanente Verdächtige zu gelten.

Wer Krimis sucht, die sich durch Charakterstärke, subtile Pointen und eine unverbrauchte Ausgangslage auszeichnen, findet in Sheldon Oaks eine erfrischend moderne Variante des Seniorenkrimis – charmant, präzise erzählt und überraschend lebendig.

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Veröffentlicht am 30.04.2026

Solider Portugal-Krimi mit starker Atmosphäre

Die Tote von Nazaré
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Maren Berger, die sich nach einem traumatischen Einsatz eigentlich erholen möchte, gerät unerwartet in einen neuen Fall. Ihr Fund einer Leiche am Praia do Norte, die später nicht mehr auffindbar ist, bildet ...

Maren Berger, die sich nach einem traumatischen Einsatz eigentlich erholen möchte, gerät unerwartet in einen neuen Fall. Ihr Fund einer Leiche am Praia do Norte, die später nicht mehr auffindbar ist, bildet den Ausgangspunkt für eine kontinuierlich ansteigende Spannungskurve.

Das Zusammenspiel zwischen Maren und Inspetor João Ferreira wirkt stimmig und entwickelt sich im Laufe der Ermittlungen nachvollziehbar. Beide ergänzen sich gut und bilden ein Duo, das Potenzial für weitere Geschichten mitbringt.

Die Figuren, allen voran Maren und Ferreira – sind klar gezeichnet, und ihr Zusammenspiel wirkt glaubwürdig. Die Themen Trauma und Neuanfang werden zurückhaltend, aber präsent eingebunden.

Insgesamt ist es ein gut produziertes Hörbuch mit stimmigem Setting, einem klassischen Krimiplot und solider Spannung, das vor allem Fans von Portugal-Krimis ansprechen dürfte.

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Veröffentlicht am 25.04.2026

Eine leise, tief bewegende Familiengeschichte (als Hörbuch)

Niemands Töchter
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Niemands Töchter ist eine leise, aber tief bewegende Geschichte über zwei Frauen, deren Leben auf den ersten Blick nichts miteinander verbindet – und die doch durch unsichtbare Fäden familiärer Wunden ...

Niemands Töchter ist eine leise, aber tief bewegende Geschichte über zwei Frauen, deren Leben auf den ersten Blick nichts miteinander verbindet – und die doch durch unsichtbare Fäden familiärer Wunden zusammengeschweisst sind. Alma wächst in den Achtzigerjahren in der Eifel auf, klug und wach, aber umgeben von einem Schweigen, das schwerer wiegt als jede Wahrheit. Dass sie „Niemands Tochter“ ist, spürt sie lange bevor sie versteht, warum ihr Zuhause sich so fremd anfühlt.

Parallel begegnet man Isabell, die 2019 in Berlin lebt und die Abwesenheit ihrer Mutter wie einen Schatten durch ihr Leben trägt. Diese Leerstelle formt ihr Denken, ihre Beziehungen und die Art, wie sie versucht, selbst Familie zu sein. Als sich die Wege der beiden Frauen auf unerwartete Weise kreuzen, entsteht eine stille, kraftvolle Dynamik: Zwischen alten Polaroids, verdrängten Erinnerungen und zerbrochenen Träumen beginnt sich eine Wahrheit abzuzeichnen, die beide gleichermassen herausfordert wie befreit.
Judith Hoersch gelingt ein eindringliches Debüt, das Themen wie Identität, Herkunft und die Weitergabe familiärer Verletzungen mit grosser Empathie behandelt. Ihr Erzählstil ist poetisch, klar und nah an den Figuren, sodass man Almas und Isabells Innenwelt unmittelbar spürt. Besonders berührend ist, wie behutsam sie zeigt, dass Schweigen über Generationen hinweg wirkt – und wie heilsam es sein kann, wenn man endlich beginnt, die eigene Geschichte auszusprechen.

Niemands Töchter ist ein Hörbuch, das nachhallt: eine Erzählung über das, was wir verlieren, das, was bleibt, und die Kraft, sich trotz aller Brüche auf die Suche nach dem eigenen Glück zu machen. Ein stilles, starkes Werk voller Tiefe und Menschlichkeit.

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Veröffentlicht am 19.04.2026

Empflenswert für Kunst- und Fantasie-Liebhaber

Zwei in einem Bild
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Ein aussergewöhnlicher, poetisch erzählter Roman, der mit einer fantasievollen Grundidee fesselt: Jean ist in einem Gemälde von Henri Matisse gefangen, bis Claire ihm den Zugang zu einer ganz neuen Realität ...

Ein aussergewöhnlicher, poetisch erzählter Roman, der mit einer fantasievollen Grundidee fesselt: Jean ist in einem Gemälde von Henri Matisse gefangen, bis Claire ihm den Zugang zu einer ganz neuen Realität eröffnet.

Die Handlung wirkt wie ein Traum, der sich durch ein lebendig gewordenes Museum entfaltet. Im Mittelpunkt stehen Farben, Bewegung und Emotionen, die eine eindrucksvolle, fast schwebende Atmosphäre schaffen. Beim Lesen entsteht das Gefühl, selbst durch die Kunstwerke zu wandern und Teil dieser surrealen Welt zu werden.

Die Beziehung zwischen Jean und Claire bleibt bewusst zurückhaltend und symbolisch. Sie wirkt eher wie ein poetisches Sinnbild als eine tief psychologisch ausgearbeitete Liebesgeschichte. Leserinnen und Leser, die eine komplexe Handlung oder starke Charakterentwicklung erwarten, könnten sich hier mehr Tiefe wünschen.

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Veröffentlicht am 19.04.2026

Solider Krimi mit interessanter Grundidee

Wellengrab (Ein Fabian-Risk-Krimi 7)
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Der Kriminalroman rund um Fabian Risk beginnt mit einer spannenden Ausgangssituation: Ein grossflächiger Blackout legt Teile von Schweden lahm und sorgt für eine unheimliche Atmosphäre. Besonders der Einstieg ...

Der Kriminalroman rund um Fabian Risk beginnt mit einer spannenden Ausgangssituation: Ein grossflächiger Blackout legt Teile von Schweden lahm und sorgt für eine unheimliche Atmosphäre. Besonders der Einstieg auf dem Segelboot und die ersten Ereignisse danach sind gelungen und ziehen schnell in die Geschichte hinein.

Im weiteren Verlauf entwickelt sich die Handlung rund um mehrere Fälle, die zunächst wenig miteinander zu tun haben. Die Ermittlungen in Helsingborg sind nachvollziehbar, wirken stellenweise aber etwas komplex, da viele Handlungsstränge parallel verlaufen. Das kann zeitweise verwirrend sein, sorgt aber auch für zusätzliche Spannung.
Das Verschwinden des Mädchens bringt eine persönliche Komponente in die Geschichte, die dem Ganzen mehr Tiefe verleiht. Gleichzeitig hätte man sich an einigen Stellen eine etwas straffere Erzählweise gewünscht, da sich die Handlung zwischendurch etwas zieht.

Insgesamt ein gut konstruierter Krimi von Stefan Ahnhem, der mit einer interessanten Idee und solider Spannung überzeugt, auch wenn er nicht durchgehend fesselt. Empfehlenswert für Fans nordischer Kriminalromane.

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