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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.03.2018

Nicht jedermanns Sache, aber einen Versuch wert

Für immer ist die längste Zeit
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Für immer ist die längste Zeit ist ein Buch was den richtigen Leser sucht, weshalb es mir etwas schwer fällt darüber zu schreiben.
Je nachdem wer dieses Buch liest, reichen die Meinungen wahrscheinlich ...

Für immer ist die längste Zeit ist ein Buch was den richtigen Leser sucht, weshalb es mir etwas schwer fällt darüber zu schreiben.
Je nachdem wer dieses Buch liest, reichen die Meinungen wahrscheinlich von ganz nett bis hin zum neuen Lieblingsbuch.

Es ist eine Geschichte die viel erzählt über den Umgang mit Verlust, die verschiedenen Trauerphasen und allgemein dem zwischenmenschlichen Miteinander. Gespickt mit vielen Weisheiten und schönen Zitaten haben mich aber vor allem die Erkenntisse überzeugen können. Wenn ein Mensch nicht mehr unter uns weilt und man im Nachhinein feststellt, was man hätte anders machen sollen oder was man nie gesagt hat, aber hätte sagen wollen. Diese Erkenntnisse kamen wunderbar rüber durch die verschiedenen Perspektiven. Wechselnd beschreibt die Autorin die Geschichte aus der Sicht der Mutter, des Vaters und der Tochter. So bekommt man einen ganz direkten Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt der Protagonisten.

Dies macht das Buch aber auch zu einem Roman, in dem eigentlich nicht viel passiert auf gefühlt relativ vielen Seiten. Eben ein leises Buch, das zu weilen aber wirklich zäh war. Die Geschichte konnte mich nicht immer fesseln, was aber eben von meinen persönlichen Erfahrungen abhängt. Jemand der vielleicht selbst jemanden auf diese Art verloren hat, wird sich sicherlich toll reinfinden in diese Geschichte und sie vielleicht sogar als hilfreich empfinden, oder zumindest als tröstlich. Ähnliche Erfahrungen helfen vielleicht auch den Charakteren mehr abzugewinnen. Mutter und Vater mochte ich, die Tochter fand ich hingegen ganz furchtbar. Auch manchen Nebenfigur fand ich eher schwierig, andere dagegen gefielen mir gut.

Fazit:
Man sieht, das es ein Buch ist, das generell seine Qualitäten hat, wie beispielweise schöne Zitate, leisen Humor und manch schöne Figur. Trotzdem wird nicht jeder mit diesem Buch glücklich werden. Für mich ist es ganz nett gewesen, aber eben auch nicht mehr daher gibts 3 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 15.03.2018

Schöne Unterhaltung mit ungewöhnlichem Ende

Die Buchspringer
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In "Die Buchspringer" besitzen die Nachkommen zweier alter Familien, die Gabe wortwörtlich in Geschichten einzutauchen. Eine tolle Gabe, aber wie sich schnell herausstellt, auch eine große Bürde. Denn ...

In "Die Buchspringer" besitzen die Nachkommen zweier alter Familien, die Gabe wortwörtlich in Geschichten einzutauchen. Eine tolle Gabe, aber wie sich schnell herausstellt, auch eine große Bürde. Denn die Welt der Literatur ist in Aufruhr. Ein Dieb geht um, der nicht weniger stiehlt als die Essenz der Bücher.
Amy, eine junge Buchspringerin versucht mit Hilfe von literarischen Freunden den Raubzügen ein Ende zu machen, doch nachdem ein Toter entdeckt wird, scheint klar zu sein, das der Dieb zu allem bereit ist.

Meinung:
Mechthild Gläser gelingt mit diesem Buch eine wirklich schöne Lektüre. Nicht besonders anspruchsvoll, aber mit hohem Unterhaltungswert. Ihr für Jugendbücher typischer leichter und angenehm zu lesender Schreibstil unterstütz die Geschichte wunderbar.
Auch der Humor kommt nicht zu kurz, besonders beim jungen Werther, der auch ausserhalb seiner eigentlichen Rolle am liebsten leidet, was ihn unfreiwillig komisch macht.
Allgemein streift der Leser durch allerlei populäre Geschichten und sieht dabei gute alte Bekannte wieder. Die Bandbreite der Geschichten reicht dabei von Peter Pan bis Anna Karenina. Ein begeistertet Leser wird sicherlich alle Bücher wiedererkennen.
Auch wenn die Autorin bei den meisten Werken nur kurz verweilt, ist die Abwechselung doch schön. Generell lässt sich sagen, das besonders die Fantasie ein Pluspunkt des Buches ist. Egal ob in der realen Welt oder in der Welt der Bücher. Beide sind mit guten Ideen ausgestattet und bilden schöne Hintergründe für die Geschichte.

Weniger gut gefielmir ab und an die fehlende Tiefe. Hier hätte die Autorin gerne noch ausführlicher werden können. Speziell am Ende haben mir ein paar Dinge gefehlt. Trotzdem hat mich gerade das Ende auch positiv überrascht, da ich mit diesem eher ungewöhnlichen Ausgang nicht gerechnet hätte.

Fazit:
Schöne Unterhaltung, die etwas ausführlicher hätte sein können. Trotzdem gibt es für mich eine Leseempfehlung wenn man sich einfach mal angenehm unterhalten lassen mag.

Veröffentlicht am 14.03.2018

Nicht sein bestes Werk

Exkarnation
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Normalerweise bin ich Fan von Markus Heitz. Ich mag seine Bücher, seine düstere Art und finde ihn als Typ sympathisch. Dem entsprechend war ich neugierig auf das Buch, da der Klappentext vielversprechend ...

Normalerweise bin ich Fan von Markus Heitz. Ich mag seine Bücher, seine düstere Art und finde ihn als Typ sympathisch. Dem entsprechend war ich neugierig auf das Buch, da der Klappentext vielversprechend klang. Zum Teil ist es auch das Buch, aber leider verzettelt sich der Autor diesmal regelmäßig. Zu viele Charaktere mit eigenen Handlungssträngen, zu wenig Nähe zu den Figuren und zu viele Fantasythemen gemischt. Immer wieder wechselt man als Leser den Handlungsort und bekommt so häppchenweise die einzelnen Erzählstränge serviert. Dabei geht von der eigentlich guten Idee viel verloren. Mir fehlt durch die Kürze der einzelnen Passagen, der nötige Zugang um mich wirklich in die Situation zu versetzen. Auch mit sympathischen Figuren ist es nicht weit her. Einzig Claire gefällt mir wirklich gut.

Aber bevor ich nur schimpfe muss natürlich auch das Positive gesagt werden.

Der Schreibstil kann mich wie immer bei Markus überzeugen. Genauso die Idee die ich höchst spannend finde, schließlich fragt sich wohl fast jeder von uns, was mit der Seele nach dem Tod geschieht. Hier findet der Autor gute Lösungen, die mir nicht zu abgehoben sind. Ein weiterer großer Pluspunkt ist für mich die tolle Vertonung. Der Sprecher macht einen wirklich guten Job und schafft es gerade die harten Passagen wunderbar umzusetzen.

Fazit:
Hätte Markus ein bisschen weniger gemacht und es geschafft mich besser am Ball zu halten, hätte es wieder mehr Sterne gegeben. So werden es leider nur 3/5.

Veröffentlicht am 12.03.2018

Wieder Mal ein schöner Band mit einem Einblick in die Drachenwelt

Das dunkle Archiv
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Auch dieses Mal wird wieder Irenes komplettes Können gebraucht, als sie in eine verzwickte diplomatische Lage gerät.
Eine Drachenfrau möchte die Bibliothekarin damit beauftragen, ein Buch für sie zu finden, ...

Auch dieses Mal wird wieder Irenes komplettes Können gebraucht, als sie in eine verzwickte diplomatische Lage gerät.
Eine Drachenfrau möchte die Bibliothekarin damit beauftragen, ein Buch für sie zu finden, das sie benötigt, um einen hohen politischen Posten zu erringen. Doch Irene denkt gar nicht daran ihr zu helfen, muss sie doch wie auch der Rest der Bibliothek absolut neutral bleiben. Wie man es von ihr gewohnt ist, gerät sie trotz ihrer Absage aber wieder mitten rein ins Geschehen. Diesmal gehts ins New York der 20er Jahre und dort stellt sie schnell fest, das die Drachen nicht ihr einziges Problem sind.

Meinung:
In diesem Band beschäftigt sich die Autorin mal intensiver mit den Drachen, die bisher eher eine Nebenrolle inne hatten. Nachdem der Leser im letzten Band mehr über die Elfen erfahren konnte, ist dieser Teil quasi das Pendant auf Seiten der Drachen. Mich hat es sehr gefreut, das Cogman dieses Mal näher auf diese stolzen, aber auch gefährlichen Kreaturen eingeht. Die Infos, die man in diesem Buch erhält, helfen die Strukturen der Drachen und auch die Beziehung zwischen Kai und Irene besser zu verstehen. Diese ist natürlich auch hier wieder Thema, rätseln doch die Leser schon lange, wie es mit den Beiden weitergeht und ich kann sagen, man darf gespannt sein.

Abgesehen vom neuen Thema bewegt sich die Autorin in gewohnten Fahrwassern. Spannende Passagen wechseln sich mit politischeren ab und Gewalt ist genauso ein probates Mittel wie Diplomatie. Der Beginn und gerade das Ende haben mich sehr gut unterhalten. Der Mittelteil zog sich etwas in die Länge und hat hier und da Langeweile aufkommen lassen. Nachdem diese kurze Durststrecke aber überwunden war, hat mich das Finale versöhnt. Hier ist wie gewohnt richtig was los.

Eine Sache mag ich speziell zu diesem Band noch hinzufügen. Die Autorin hat dazugelernt und wiederholt nun weniger oft Dinge, die die Bibliothek und die Sprache betreffen. Das freut mich sehr, war es mir doch gerade beim vorherigen Band sehr negativ aufgefallen. Ich hoffe sie behält dies bei oder veringert es sogar noch. Stammleser wissen ja nun wirklich was gemeint ist und Neulinge sollten sowieso bei dieser Reihe bei Band 1 anfangen, um richtig folgen zu können.

Fazit:
Wieder mal ein unterhaltsamer Band der Reihe, mit interessanter Thematik, die mich überzeugen konnte.


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Veröffentlicht am 06.03.2018

Abwechslungsreich

Die Wildrose
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Die Wildrose ist eine bunte Mischung aus verschiedenen Genren, Schauplätzen und Charakteren. Der Leser bereist dabei bekannte Orte wie London oder Paris genauso wie exotische, beispielsweise Kenia, Damaskus ...

Die Wildrose ist eine bunte Mischung aus verschiedenen Genren, Schauplätzen und Charakteren. Der Leser bereist dabei bekannte Orte wie London oder Paris genauso wie exotische, beispielsweise Kenia, Damaskus oder den Südpol. Dabei findet man sich mal in einem Liebesroman, mal in einem Spionageabenteuer und mal in einem Abenteuerbericht wieder. Diese Vielfalt macht für mich den Hauptcharme des Buches aus. Sie sorgt für genügend Abwechselung auf den über 700 Seiten.

Neben der Vielfalt kommt auch die Spannung ausreichend zum Tragen. Die Kapitel sind knackig gehalten, der erste Weltkrieg bietet einen unvorhersehbaren Schauplatz und auch die Unterwelt ist immer wieder für eine Überraschung gut.
Lediglich die Liebesgeschichte überrascht nicht und gefällt mir auch nicht. Eine manische Liebe die alles um sie herum zerstört und für mich nichts mit echem Gefühl zu tun hat.

Allgemein sind die zwischenmenschlichen Beziehungen dieses Romans gewöhnungsbedürftig. Manche sind liebevoll und stark, andere verlogen, einsam oder eben besessen. Es ist von allem etwas dabei. Gleiches trifft auf die Charaktere zu. Man trifft alte Bekannte aus den Vorgängerbänden und lernt neue Personen kennen. Manche sind sympathisch und interessant, andere konnten mich nicht überzeugen. Was mir aber allgemein zusagte, war der hohe Anteil an starken Frauenrollen, was bei einer Geschichte, die um diese Zeit spielt nicht so häufig vorkommt. Politisch engagiert, beruflich erfolgreich oder auch abenteuerlich mutig bestreiten sie ihr Leben in schwierigen Zeiten. Allen voran gefallen mir Fiona und Katie. Willa dagegen bewundere ich zwar für ihren Mut, verurteile sie andererseits aber für ihre vielen Schwächen.

Fazit:
Eine wunderbar bunte Mischung, die sich als angenehmer Zeitvertreib entpuppt hat. Von mir gibts wenig Kritik und dem entsprechend eine Leseempfehlung.