Und wenn ich mich WIRKLICH selbst liebe
Und wenn ich mich selbst liebeTeresa arbeitet Tag für Tag an der Supermarktkasse, freundlich, mechanisch – und tief in sich unzufrieden. Bücher sind ihr Rückzugsort, der einzige Raum, in dem sie sich spürt. Doch ihr Leben außerhalb ...
Teresa arbeitet Tag für Tag an der Supermarktkasse, freundlich, mechanisch – und tief in sich unzufrieden. Bücher sind ihr Rückzugsort, der einzige Raum, in dem sie sich spürt. Doch ihr Leben außerhalb dieser Seiten ist eng: eine Beziehung, die ihr wenig Raum lässt, eigene Träume, die kaum Klang in ihrem Alltag haben, und Grenzen, die sie selbst längst unscharf gemacht hat.
Andrea Wilk schildert das in „Und wenn ich mich selbst liebe“ mit berührender Klarheit: Die Figuren wirken authentisch, ihre Gedanken und Ängste spürbar. Gerade Teresas Entwicklung – vom leisen Schweigen in sich selbst hin zu den ersten mutigen Impulsen – ist liebevoll gestaltet. Der Plot vermeidet große dramatische Wendungen zugunsten kleiner, subtiler Einsichten: ein Gespräch, ein Blick, ein Zweifel – und langsam wächst das Bewusstsein, dass wahre Liebe nicht primär von außen kommt, sondern im Inneren gewagt werden will.
Stilistisch überzeugt das Buch durch klare Sprache, die dennoch Raum lässt für Emotion, für Geständnisse des Herzens. Manche Passagen wirken allerdings etwas direkt in ihrer Botschaft – wer subtilere Andeutungen bevorzugt, könnte hier kritisieren, dass die Lyrik gelegentlich der Moral weicht. Aber das mindert den Wert nicht: Gerade wer nach Orientierung sucht, wird die Offenheit Wilks schätzen.
Das aufwendig gestaltete Taschenbuch mit limitiertem Farbschnitt verleiht dem Werk einen schönen Rahmen – eine Hülle, die dem Inhalt gerecht wird.