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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.01.2025

Spannend, witzig und informativ: von solchen Frauenbiografien will ich mehr!

Marie ist mein Name
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Im Roman geht es um Marie de France, die erste erste namentlich bekannte französische Autorin, die ihre Texte in Französisch (= Volkssprache) statt Latein (= Gelehrten-/Klerikersprache) schrieb. Sie lebte ...

Im Roman geht es um Marie de France, die erste erste namentlich bekannte französische Autorin, die ihre Texte in Französisch (= Volkssprache) statt Latein (= Gelehrten-/Klerikersprache) schrieb. Sie lebte im 12. Jahrhundert, und die Romanautorin, die Mediävistin Birgit Constant, hat Marie die berühmte Aliénor d’Aquitaine zur Seite gestellt.

Mit lebendiger Sprache führt Constant ihr Lesepublikum in eine hervorragend recherchierte mittelalterliche Welt.

Zahlreichen Hindernissen zum Trotz verfasst Marie ihre Texte, unter anderem ihre Versnovellen (hier gibt es Kostproben in Anglonormannisch), und erringt in einer männerbestimmten Domäne Erfolg. Übrigens kritisiert nicht nur die Roman-Marie, sondern auch ihr historisches Vorbild die Frauenfeindlichkeit der damaligen Zeit der Minnesänger.

Ich habe von Anfang bis Ende mit Marie mitgefiebert und habe mich gefreut, dass sie aus eigener Kraft – und nicht durch die Hilfe eines männlichen Buddys – ihren Weg gegangen ist.

Den Roman empfehle ich allen Mittelalter-Fans, Sprachbegeisterten und an berühmten historischen Frauen Interessierten.

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Veröffentlicht am 22.10.2023

Gutes Thema aber blasse Hauptfigur in etwas lahmer Story

Männer töten
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Die Handlung ist schnell erzählt; Vorsicht, Spoiler! Protagonistin Anna Maria ist von Berlin in ein Dorf gezogen, in dem Frauen die Männer töten, die sie verletzt haben oder von denen sie sich bedroht ...

Die Handlung ist schnell erzählt; Vorsicht, Spoiler! Protagonistin Anna Maria ist von Berlin in ein Dorf gezogen, in dem Frauen die Männer töten, die sie verletzt haben oder von denen sie sich bedroht fühlen. Auch Anna Maria wird zur Mörderin.

Der Roman thematisiert Gewalt von Männern gegen Frauen. Physische, sexuelle und psychologische Gewalt, geschildert aus dem Blickwinkel der Protagonistin.

Den Schreibstil empfinde ich als holperig. Eigentümliche Formulierungen treten auf, sie könnten Ausdruck von Anna Marias Gedanken sein, aber die Figur bleibt mir fremd. Ich sehe nur, was sie tut, aber nicht, was sie fühlt oder denkt. Leider kann ich deswegen die Handlung nicht nachvollziehen. Die Frauen begehen die Morde und erzählen davon, als hätten sie falsch geparkt. Ich hätte mir mehr Emotionen gewünscht, oder das Gegenteil, emotionale Kälte. Aber dem Roman fehlt einfach die psychologische Ebene, so habe ich es jedenfalls empfunden. Lange dachte ich, dass alles nur ein Traum von Anna Maria sei.

Da der Scoop – die Frauen bringen ihre Peiniger um – schon ziemlich zu Beginn des Romans erzählt wird, habe ich eine Steigerung erwartet. Doch diese bleibt aus. Weitere Morde werden begangen, aber durch die distanzierte Erzählweise berühren sie mich nicht.

Positiv an dem Roman ist das Thema Gewalt gegen Frauen. Auch das Gendern hat mir gut gefallen.

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Veröffentlicht am 22.10.2023

Vielversprechender Auftakt für eine Romanreihe um eine keltische Bardin

Die Zeit des Aufbruchs
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Der Kurzroman erzählt die Geschichte der jungen Bardin Arduinna, die durch ein fluchähnliches Gebot höchstens einen halben Monat an einem Ort bleiben darf. Sie liebt einen Mann, der mit einer anderen Frau ...

Der Kurzroman erzählt die Geschichte der jungen Bardin Arduinna, die durch ein fluchähnliches Gebot höchstens einen halben Monat an einem Ort bleiben darf. Sie liebt einen Mann, der mit einer anderen Frau zwangsverheiratet wurde und den sie wiedersehen möchte. Doch dieses Treffen, ich ahne es, liegt noch in ferner Zukunft.
Der Roman ist bildreich und emotional geschrieben. Er führt mich in eine keltische, also eisenzeitliche Welt, die ich wie in einem Film erleben kann. Die Stimme der Protagonistin Arduinna ist nah, jugendlich und geprägt von der vorgeschichtlichen Welt. Mit Gefühl und Optimismus, auch mit einem gewissen Witz nimmt sie ihr Schicksal in die Hand. „Die Zeit des Aufbruchs“ ist die Vorgeschichte zu der Romanreihe Die Wortflechterin. Ich bin gespannt, wie es mit Arduinna weitergeht.

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Veröffentlicht am 31.07.2023

Lockerer Schreibstil, autobiografisch wirkende Handlung

Anti
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Der Schreibstil ist schön flüssig und perspektivisch, ich bin in das Ruhrpott-Setting mit antiautoritärem Kinderladen und Hippy-Eltern schnell eingetaucht. Da in der Beschreibung des Romans steht, dass ...

Der Schreibstil ist schön flüssig und perspektivisch, ich bin in das Ruhrpott-Setting mit antiautoritärem Kinderladen und Hippy-Eltern schnell eingetaucht. Da in der Beschreibung des Romans steht, dass die Geschichte keine Autobiografie ist, habe ich erwartet, dass eine typische Romanhandlung folgt, dies war aber nicht der Fall. In dem Buch habe ich den roten Faden, die eigentliche Geschichte, vermisst. Zwar konnte ich die Protagonistin, das Mädchen Maja, ein paar Jahre ihres Lebens begleiten, aber die Ereignisse reihten sich so aneinander wie im wahren Leben. Nach der Beschreibung hatte ich eine "klassische" Geschichte im Sinn einer Heldenreise erwartet. Für ein Lesepublikum, das sich für antiautoritäre Erziehung im Deutschland der siebziger Jahre interessiert, ist Anti eine schöne Lektüre.

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Veröffentlicht am 21.07.2023

Eine großartige Hilfe für alle, die ihre Texte als Buch veröffentlichen möchten

Einfach ein Buch veröffentlichen
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Eigentlich ist der Ratgeber von Birgit Constant für den Einstieg in die Schriftstellerei gedacht. Allerdings habe ich schon mehrere Bücher herausgebracht und doch noch ordentlich was dazu gelernt. Das ...

Eigentlich ist der Ratgeber von Birgit Constant für den Einstieg in die Schriftstellerei gedacht. Allerdings habe ich schon mehrere Bücher herausgebracht und doch noch ordentlich was dazu gelernt. Das Buch ist reich an Listen, Weblinks und Tipps, sodass ich mich zu dem Thema "Buch veröffentlichen" noch einmal auf den neuesten Stand bringen konnte. Constant vergleicht die Optionen beim Veröffentlichen und beim Marketing und geht jeweils gründlich auf die jeweiligen Vor- und Nachteile ein. Zusätzlich gibt es Aufgaben und Listen zum Abhaken, das sind sehr wertvolle Arbeitshilfen. Der Schreibstil ist klar und informativ, aber dabei so locker, dass ich das Buch runtergelesen habe wie Unterhaltungsliteratur. Naja, nicht ganz, ich habe mir auch etliche Notizen gemacht, die nun an meinem Pinbrett über dem Schreibtisch hängen.
Übrigens kann man sich auf Constants Webseite https://www.fuerautoren.de/ in den Newsletter eintragen, was ich selbst natürlich gleich erledigt habe.

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