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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.02.2018

Rasant und unglaublich spannend

Schlüssel 17
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Tom Babylon ist einer der ersten Kriminalkommissare, der zum Berliner Dom gerufen wird. An der Decke des Doms hängt eine grausam zugerichtete Tote. Für ihn wird dieser Fall insofern interessant, als dass ...

Tom Babylon ist einer der ersten Kriminalkommissare, der zum Berliner Dom gerufen wird. An der Decke des Doms hängt eine grausam zugerichtete Tote. Für ihn wird dieser Fall insofern interessant, als dass die Tote um den Hals einen Schlüssel zu hängen hat mit der Zahl 17. Mit diesem Schlüssel verbindet ihn ein persönliches Trauma. Seine Schwester Viola verschwand vor vielen Jahren als Kind mit diesem Schlüssel um den Hals. Hat der Tod der Dompfarrerin etwas mit dem Verschwinden von Viola zu tun? Gibt es in diesen Fällen einen Zusammenhang? Tom fühlt, er muss bei diesem Fall unbedingt mit ermitteln, auch wenn er persönlich involviert ist. Alle Versuche, ihn daran zu hindern und ihn vom Fall abzuziehen, scheitern. Um ihn dennoch unter Kontrolle zu haben, wird ihm die Psychologin Sita Johanns zur Seite gestellt. Beide, bei den anderen Ermittlern mehr oder weniger nur geduldet, bilden jetzt ein Team und müssen sich zusammenraufen. Das gemeinsame Ermitteln ist schwierig, keiner traut dem Anderen. Doch es geht rasant weiter, weitere Tote werden entdeckt.
In kurzen Rückblenden erfahren wir während des Lesens was sich damals 1998 im Jahre des Verschwindens von Viola zugetragen hat. Auch diese Geschichte ist unglaublich und ungelöst.

Rasant und vor allem unglaublich spannend erzählt Marc Raabe hier nicht nur die persönliche Geschichte von Tom, sondern auch von den Ermittlungen in den Mordfällen. Dabei legt er eine Spur nach der Anderen. Als Leser werde ich immer tiefer in das Geschehen gezogen. Mir fällt es schwer das Buch wegzulegen und eine Pause zu machen. Und obwohl durchgehend spannend, gelingt es ihm noch mehr Dramatik und Spannung aufzubauen. Atemlos sitze ich während des Lesens und denke, das gibt es doch gar nicht, das kann doch gar nicht sein.

Wie alles endet, was alles noch passiert - ihr müsst dieses Buch unbedingt lesen. Auf jeden Fall gibt es von mir eine Leseempfehlung und verdiente fünf Lesesterne. Und ich freue mich auf weitere Fälle mit Tom Babylon, denn da kommt bestimmt noch mehr. Ich bin auf jeden Fall schon jetzt sehr gespannt.

Veröffentlicht am 27.01.2018

Spannender Krimi mit überraschendem Ausgang

Das Lied der toten Mädchen (Jan-Römer-Krimi 3)
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Die Position von Jan und Mütze, beide Redakteure bei "Der Reporter" scheint sich massiv verbessert zu haben. Sie sind zuständig für ungeklärte Kriminalfälle. Beide waren schon mehrfach sehr erfolgreich ...

Die Position von Jan und Mütze, beide Redakteure bei "Der Reporter" scheint sich massiv verbessert zu haben. Sie sind zuständig für ungeklärte Kriminalfälle. Beide waren schon mehrfach sehr erfolgreich unterwegs und haben bereits einige Fälle Jahre später aufklären können.

Dieses Mal hat sich Stefanie Schneider, von allen nur Mütze genannt, einen Fall der ermordeten Sonja Risse gesucht. Diese wurde 1997 ermordet und der Mörder wurde niemals gefunden. Die Erfolgschancen sind aus ihrer beider Erfahrungen gar nicht so schlecht. Meistens reden die Betroffenen und andere aus dem Umfeld leichter mit der Presse, als mit der Polizei. So erfahren die beiden Reporter oft Nebensächlichkeiten, die im Zusammenhang mit anderen Ermittlungsergebnissen dann oftmals doch eine große Bedeutung haben.

Der Fall der Sonja Risse scheint einer dieser besonderen Fälle zu sein. Das 19jährige Mädchen wurde durch einen Stich ins Herz getötet. Es gab keinerlei Abwehrspuren und ihr damaliger Freund befand sich zum Todeszeit auf Mallorca. Der Fall ging vier Wochen durch die Presse, dann hatten die Gemüter sich beruhigt. Neue Spuren wurde nicht gefunden und so wanderte dieser Fall nach erfolglosen Ermittlungen auf den Stapel der unaufgeklärten Fälle.

Nachdem ich bereits die ersten beiden Bücher von Linus Geschke gelesen habe, interessierte es mich auf jeden Fall, wie es mit Jan und Mütze weitergeht. Haben sie eine Chance in diesem Fall neue Spuren zu finden? Gelingt es ihnen das Geheimnis um Sonja aufzudecken? Lest es selbst.

Wieder ist es Linus Geschke gelungen aus einem alten ungelösten Kriminalfall einen spannenden Krimi zu machen. Beide Journalisten, die es am Anfang ihrer Ermittlungen wirklich nicht leicht haben Spuren zu finden, gelingt es dann doch Hinweise auf mögliche Aktivitäten des Verfassungsschutzes im besagten Fall zu finden. Da die Handlungen des Verfassungsschutzes jedoch immer der strengsten Geheimhaltung unterliegen, stochern beide am Anfang ganz schön im Nebel. Und es kommt natürlich der diskrete Hinweis, sie möchten sich mit ihren Ermittlungen zurückhalten. Schon allein das macht das Buch lesenswert, denn beide denken überhaupt nicht daran. Mit viel Spürsinn und Recherche kommen sie der Lösung des Falles immer näher. Letztlich gelingt es dem Autor am Ende noch einmal zu überraschen, da ich mit diesem Ausgang überhaupt nicht gerechnet hätte.

Für diesen unterhaltsamen und spannenden Krimi gibt es von mir eine unbedingte Leseempfehlung und verdiente vier Lesesterne.

Veröffentlicht am 27.01.2018

Spannend aber mit leichten Schwächen

Die Eishexe
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Irgendwie hat man beim Lesen das Gefühl, das Böse ist nach Fjällbacka zurückgekommen. Marie Wall ist wieder da. Heute ist sie eine gefeierte Filmschauspielerin in Hollywood, die natürlich genauso behandelt ...

Irgendwie hat man beim Lesen das Gefühl, das Böse ist nach Fjällbacka zurückgekommen. Marie Wall ist wieder da. Heute ist sie eine gefeierte Filmschauspielerin in Hollywood, die natürlich genauso behandelt werden will. Und trotzdem ist da diese alte Geschichte von vor über zwanzig Jahren, als sie und Helen Persson gestanden hatten, die kleine Stella getötet zu haben. Auch als sie später dieses Geständnis widerrufen haben, konnte kein weiterer Verdächtiger bzw. Schuldiger gefunden werden.

Und dann ist erneut ein Kind -Linnea - verschwunden. Noch merkwürdiger ist, dass Linnea jetzt auf demselben Hof lebte, wie die kleine Stella damals. An der Suche Linnea beteiligen sich auch Flüchtlinge aus Syrien, die in einer Flüchtlingsunterkunft in der Nähe leben. Als sie dann das tote Kind entdecken, spalten sich die Meinungen in Fjällbacka. Viele geben den beiden Flüchtlingen die Schuld am Tod des Kindes, wie hätten sie es sonst finden können. Andere glauben nicht daran, denn das kleine Mädchen wurde an der gleichen Stelle gefunden, wie die kleine Stella damals. Haben die beiden Todesfälle etwas gemeinsam?
Erica Falk die Schriftstellerin, die sich in ihren Büchern mit ungeklärten Todesfällen beschäftigt, wollte sowieso über diesen alten Fall schreiben. Auf Grund ihrer Recherchen weiß sie besonders viel darüber. Ihr Mann Patrick hat zwar Urlaub, aber auch ihm lässt die verschwundene Linnea keine Ruhe. Auf der Suche nach einem Mordmotiv ermittelt er auch im alten Fall der verschwundenen Stella. Allen Beteiligten ist klar, diese beiden Fälle haben miteinander zu tun.

Dieses ist aus meiner Sicht das schwächste Buch von Camilla Läckberg. Die Handlung, die sich zwischen dem alten und neuen Mordfall bewegt, wird auch noch zusätzlich mit einer historischen Handlungskomponente aus dem 17. Jahrhundert bereichert. Hier erfahren wir aus dem Leben der Elin Jonsdotter, die eben auch damals in Fjällbacka lebte. Was dieser historische Handlungsstrang mit den beiden Mordfällen zu tun hat, offenbart sich erst ganz am Schluss, hätte aber auch weggelassen werden können. Dieses Springen zwischen den einzelnen Abschnitten erfordert viel Konzentration und Aufmerksamkeit damit man den Faden nicht verliert. Auch die Anzahl der handelnden Personen, die alle irgendwie mit diesem Fall zu tun haben, sprengt in diesem Buch den Rahmen. Man muss schon sehr genau lesen, damit man den Überblick behält.

Gefreut habe ich mich wiederum über die vielen alten Bekannten aus den vorangegangenen Büchern. Sie sind alle mit ihren kleinen Eigenheiten dabei. Allen voran der unfähige Polizeichef Mellberg, der an den entscheidenden Momenten vorprescht und sich bereits vorab gedanklich im Lob aller sonnt. Dass er damit in diesen Augenblicken nur Schaden anrichtet, wird nie von ihm bedacht. Aber auch er hat einige liebenswerte Momente, die einem beim Lesen dann doch wieder schmunzeln lassen.

Trotz allem liest sich dieses Buch ganz gut und Fans von Camilla Läckberg kann ich dieses auch empfehlen. Sie werden, so wie ich auch, über die Schwachstellen hinweg sehen. Von mir gibt es für dieses Buch vier Lesesterne.

Veröffentlicht am 27.01.2018

Spannend und auf jeden Fall zu empfehlen

Die Henry Frei-Thriller / Böses Kind
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Das Team um Kommissar Martin Frei hat in Berlin keinen leichten Job. Der Fall der ermordeten Frau scheint schnell gelöst. Anders dagegen der Fall der verschwundenen Jacqui. Sie ist schon zwei Tage nicht ...

Das Team um Kommissar Martin Frei hat in Berlin keinen leichten Job. Der Fall der ermordeten Frau scheint schnell gelöst. Anders dagegen der Fall der verschwundenen Jacqui. Sie ist schon zwei Tage nicht nach Hause gekommen. Suse, ihre alleinerziehende Mutter, ist mit ihren drei Kindern absolut überfordert und hat das Wegbleiben erst gar nicht bemerkt. Auch ihr Hund Tapsi ist verschwunden. Dann findet die Polizei einen gekreuzigten Hund und einen Tag später am selben Ort einen Toten. Und dann gibt es da noch den Fall der entführten jungen Frau, von der wir in einem weiteren Handlungsstrang lesen, aber nicht wissen, wer sie ist.
Wie das alles zusammenhängt, muss schon jeder selbst herausfinden.

Absolut spannend und eigentlich nie vorhersehbar erzählt Martin Krist hier seinen Krimi. Dabei ist er in seinen Handlungen nie vorhersehbar, das macht einem das Innehalten während des Lesens noch schwerer. Interessant und durchaus lesenswert fand ich auch die Darstellung der Ermittler, die allesamt ein Privatleben haben. Das macht sie umso menschlicher.

Überrascht war ich über den Ausgang. Damit hätte ich so nicht gerechnet und es lässt hoffen auf weitere Ermittlungen um Kommissar Heil und sein Team.

Von mir gibt es für diesen ausgesprochen spannenden Krimi verdiente fünf Lesesterne und eine Leseempfehlung an alle.

Veröffentlicht am 21.01.2018

Spannende Familiengeschichte um Hamburger Kaffeedynastie

Die Oleanderfrauen
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Als Johanna Martens das Haus nebst dem Dachboden ihrer Mutter ausräumt findet sie neben vielen alten wichtigen und unwichtigen Erinnerungsstücken einen alten Pappkoffer. Dieser Pappkoffer, den sie zuvor ...

Als Johanna Martens das Haus nebst dem Dachboden ihrer Mutter ausräumt findet sie neben vielen alten wichtigen und unwichtigen Erinnerungsstücken einen alten Pappkoffer. Dieser Pappkoffer, den sie zuvor niemals gesehen hatte, enthält alte Babykleidung, ein Medaillon an einer zerrissenen Kette und ein Tagebuch einer ihr unbekannten Frau namens Sophie. Johanna beginnt das Tagebuch zu lesen und versinkt in der Geschichte von Sophie, die in den 30er Jahren in Hamburg beginnt.

In einem weiteren Handlungsstrang erfahren wir von Jule Weisbach, die in Hamburg ein kleines, sehr besonderes Cafe "Strandperlchen" betreibt. Sie schenkt in ihrem kleinen Cafe nicht nur Kuchen, sondern auch besondere Kaffeesorten aus, die man so als Normalverbraucher gar nicht kennt.

Dass Johanna und Jule sich kennenlernen, ist eher einem Zufall geschuldet. Beide merken schnell, dass sie sich mögen und vor allem sich gegenseitig unterstützen können. Jule hat sich, um ihr Cafe unterhalten zu können, ein weiteres Standbein aufgebaut. Sie schreibt für andere Menschen deren Familiengeschichte auf. Johanna vertraut ihr die Tagebuchaufzeichnungen von Sophie an und beide begeben sich auf Spurensuche.

Bereits bei ihrem Buch "Die Holunderschwestern" überraschte mich Teresa Simon mit ihrer wundervollen Erzählweise. Obwohl das Buch sich fast abwechselnd über zwei Zeitepochen bewegt, verliert sie nie den Faden und schafft es dabei noch Spannung zu erzeugen. In dem historischen Abschnitt erfahren wir sehr viel über die Familie Terhoven, einer alteingessenen Kaffeedynastie aus Hamburg und deren Leben in den dreißiger Jahren. Sophie als Erzählende lässt uns hinter die Fassade blicken und teilt mit uns ihre Geheimnisse. Dabei offenbart sich während des Lesens die gesamte Dramatik der Geschehnisse in dieser Zeit und die Familientragödie auf die alles hinausläuft.

Doch was hat Johanna damit zu tun?

Schon während des Lesens kreisen die Gedanken und man fängt an eigene Vermutungen über die Ereignisse der damaligen Zeit anzustellen. Doch Teresa Simon lässt uns das eine oder andere Mal geschickt in die Irre laufen. Die ganz große Überraschung gelingt ihr dann am Schluss. Zum Ende ist man auf der einen Seite betroffen, ob der tragischen Ereignisse. Auf der anderen Seite war ich trotz alledem mit dem Ende zufrieden. Als Besonderheit hat die Autorin zum Schluss erneut Rezepte, dieses Mal rund um den Kaffee und die Kuchen, die es bei Jule im "Strandperlchen" gab, mit gegeben.

Mir hat dieses Buch in dem ich sehr viel, vor allem über die Geschichte Hamburgs und den Kaffee erfahren habe, wunderbar gefallen. Von mir gibt es einen ganz lieben Dank an Teresa Simon, dass ich dieses Buch im Rahmen einer Leserunde mit ihr lesen durfte, eine ausdrückliche Leseempfehlung an alle und verdiente fünf Lesesterne.