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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.03.2017

Der Auftakt einer wunderbaren Krimiserie

Tod am Deich. Ostfrieslandkrimi
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Tammo Anders, Kriminalkommissar in Greetsiel, ist schon ganz gespannt auf die neue Kollegin. Bei seiner morgendlichen Radtour mit Buddy dem Hund stürzt er... und landet hinter dem Deich auf einer Leiche. ...

Tammo Anders, Kriminalkommissar in Greetsiel, ist schon ganz gespannt auf die neue Kollegin. Bei seiner morgendlichen Radtour mit Buddy dem Hund stürzt er... und landet hinter dem Deich auf einer Leiche. So lernt er Fenna Stern, die neue Kollegin, noch schneller kennen als geahnt, als diese gleich am Fundort auftaucht. Beide ermitteln gemeinsam in diesem Todesfall. Greetsiel ist offensichtlich nicht so groß, hier kennt jeder Jeden. So ist die Identität des Toten schnell klar. Es handelt sich um Folkert Petersen, einem der größten und angesehensten Teehändler Ostfrieslands. Wer hatte einen Grund Petersen umzubringen? Könnte es Enno Duwe sein, der gerade wieder nach über zwanzig Jahren Abwesenheit, wieder in Ostfriesland aufgetaucht ist? Es gab damals die Vermutung, dass er gemeinsam mit der Tochter von Petersen verschwunden ist. Oder gibt es doch Streitigkeiten innerhalb der Familie?

Für die Bewohner von Greetsiel ist schnell klar, das war Enno. Er war schon immer ein Störenfried und alle waren froh, als er verschwunden war. Es kann doch kein Zufall sein, dass er ausgerechnet jetzt wieder zurück gekommen ist. Auch Tammo hat Schwierigkeiten seine Objektivität zu bewahren, denn auch er hatte früher mächtige Schwierigkeiten mit Enno. Geradezu ausgleichend agiert Fenna, sie ist die Besonnene mit genügend Einfühlungsvermögen. Gemeinsam schaffen sie es die Puzzlestückchen so nach und nach zusammenzusetzen und den wahren Tätern auf die Spur zu kommen und die Hintergründe zu ermitteln. Die beiden unterschiedlichen Charaktere des Ermittlerteams agieren prächtig miteinander und machen das Lesen spannend und unterhaltsam.

Dieser spritzige, wirklich unterhaltsame Krimi überrascht mit Wendungen, die nie vorauszusehen waren. Die Charakterisierung der Dorfbewohner, die Familienbeziehungen, die stetig wachsende Zahl der Verdächtigungen - in diesem Buch passiert viel und es ist niemals langweilig. Im Gegenteil, Ulrike Busch ist es auch in diesem Buch wieder gelungen, dass der Leser von der ersten Seite an gefesselt ist und das Buch kaum aus der Hand legen mag.

Ich kann diesen Krimi uneingeschränkt empfehlen und vergebe fünf Lesesterne.

Veröffentlicht am 19.03.2017

Spannend und unglaublich, wie sich alles entwickelt hat!

Kaltes Verlangen
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Kim Kestrel ist anders als andere junge Frauen in ihrem Alter. Mit ihrem sehr guten Abitur hätte sie alles studieren können. Sie hat auch verschiedene Vorlesungen besucht. Letztendlich hat sie sich jedoch ...

Kim Kestrel ist anders als andere junge Frauen in ihrem Alter. Mit ihrem sehr guten Abitur hätte sie alles studieren können. Sie hat auch verschiedene Vorlesungen besucht. Letztendlich hat sie sich jedoch dafür entschieden ihre Freiheit zu genießen und ihrer eigentlichen Berufung nachzugehen. Sie ist Stalkerin. Menschen, die sie als interessant empfindet, bei denen sie das Gefühl hat, da ist noch viel mehr, diese beobachtet sie. Als Anna ihr über den Weg läuft, ist ihre Neugier sofort geweckt. Auch der Geruch von Anna zieht sie derart an, so dass sie ab sofort Anna folgt. Dabei lernt sie auch Max, den Freund von Anna kennen. Anna ist interessant, aber Max ist der Mann, in den sie sich verlieben könnte.
Das ist nur die Ausgangssituation, was sich daraus entwickelte, lies mich am Ende atemlos dasitzen. Natalie Tielcke hat hier einen Psychothriller geschaffen, bei denen niemand ahnen kann, worauf das Ganze letztlich hinausläuft. Sie hat mich mit ihrem Buch gleichzeitig schockiert und begeistert. Mit psychologischer Raffinesse steigert sie die Spannung von Kapitel zu Kapitel. Der Fortschritt der Handlung wird immer wieder von Tagebucheintragungen unterbrochen. Schon beim Lesen dieser Eintragungen wird klar, da steckt noch viel mehr dahinter. Was es dann ist, kann man erst am Ende ahnen, macht die Story aber dadurch noch schlüssiger.
Von mir gibt es begeisterte fünf Lesesterne und eine Leseempfehlung an alle.

Veröffentlicht am 19.03.2017

Auf der Suche nach Verständnis

Sturmherz
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Als Alexa Petri den Anruf bekommt, dass ihre Mutter Cornelia einen Schlaganfall erlitten hat, ist sie erst einmal erschüttert und hilflos. Sie hatte schon lange wenig bis gar keinen Kontakt mehr zu ihrer ...

Als Alexa Petri den Anruf bekommt, dass ihre Mutter Cornelia einen Schlaganfall erlitten hat, ist sie erst einmal erschüttert und hilflos. Sie hatte schon lange wenig bis gar keinen Kontakt mehr zu ihrer Mutter, da das Verhältnis schon seit ihrer frühesten Jugend von seiten der Mutter zu ihr stark unterkühlt war. Warum ihre Mutter sich so abweisend ihr gegenüber verhalten hat, konnte sich Alexa nie erklären. Auf der Suche nach Antworten lernt sie durch Zufall Richard Henderson, einen bekannten Autor aus den USA kennen. Er erzählt ihr schließlich seine Geschichte über die große Liebe zu Cornelia und was 1962 bei der Sturmflut in Hamburg passiert ist.

Diese Liebesgeschichte aus einer lange vergangenen Zeit hat mich sehr berührt. Hier geht es um eine Liebe, die durch Naturgewalt und besondere Umstände im Grunde zerstört wurde. Es geht auch um die Liebe von Alexa zu ihrer Mutter und ob beide noch eine Chance auf eine Normalisierung des Verhältnisses haben. Sehr anschaulich erfährt der Leser die Geschehnisse von damals bei der Flut aus der Sicht von Richard und ebenso dann auch die Geschehnisse, so wie sie damals aus der Sicht von Cornelia abgelaufen sind. Durch die verschiedenen Sichten auf die Geschehnisse von damals ist Alexa in der Lage sich in die Situation ihrer Mutter zu versetzen und kann Verständnis für ihr Verhalten entwickeln. Nicht verstehen kann sie und sicher auch der Leser die Hartherzigkeit der Mutter, als diese sich nach ihrem Wiederauftauchen so komplett von ihrer Tochter abwendet.

Auch dieses Wiederannähern zwischen Mutter und Tochter wird sehr anschaulich dargestellt. Mir hat gerade Alexa in dieser schwierigen Situation manchmal schon sehr leid getan. Ich kann mir gut vorstellen, dass sie in den verschiedenen Situationen durchaus überfordert war. Letztlich ist es auch ein Buch über Mütter und Töchter und deren mitunter schwieriges Verhältnis zueinander.

Ich fand dieses Buch spannend, vor allem die Situation über die Sturmflut in Hamburg damals. Davon hatte ich zwar einmal gehört, aber so richtig wusste ich nichts davon. Gekonnt hat Corina Bomann dieses geschichtliche Ereignis in einen Roman verpackt. Die Autorin verwendet eine ausgezeichnete Sprache und schreibt in einem flüssigen Stil, mit gutem Tempo. Da ich als Leser auch wissen wollte, was sich genau damals zugetragen hatte, konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Erschüttert war ich vom Ende, damit hätte ich nicht gerechnet.

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und verdiente vier Lesesterne.

Veröffentlicht am 27.02.2017

Unglaublich spannend

Das Buch der Spiegel
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Die Geschichte erscheint einem als Leser unglaublich. Dem Literaturagenten Peter Katz wird von einem relativ unbekanntem Schriftsteller; Richard Flynn; der Beginn eines Manuskripts zugesendet. Schon das ...

Die Geschichte erscheint einem als Leser unglaublich. Dem Literaturagenten Peter Katz wird von einem relativ unbekanntem Schriftsteller; Richard Flynn; der Beginn eines Manuskripts zugesendet. Schon das Anschreiben des Autors weckt das Interesse des Agenten. Er beginnt gemeinsam mit dem Leser das Manuskript zu lesen. Alles dreht sich um den ungeklärten Mordfall an dem Psychologieprofessor Joseph Wieder. Der Autor - Richard Flynn - weiß jetzt, was damals geschah. Mittendrin im Geschehen endet das Manuskript.

Was ist geschehen, wie geht es weiter?

Nicht nur ich, auch der Agent will wissen, wie es weitergeht. Seine Kontaktversuche mit dem Autor verlaufen jedoch ins Leere. Dieser, schwer erkrankt, stirbt und der Rest des Manuskripts ist nicht auffindbar. Jetzt nimmt die Geschichte eine unerwartete Wendung. Katz beauftragt den Journalisten John Keller mit weiteren Ermittlungen auf der Suche nach dem Manuskript und stellt die Fortsetzung des Romans in Aussicht. Letztendlich folgt noch ein weiterer Abschnitt mit dem ehemaligen Polizisten Roy Freeman, der als ermittelnder Beamter damals auch in den Fall involviert war.

Diese Art der Erzählung macht die Story undurchsichtig aber umso interessanter. Denn je mehr wir in den einzelnen Teilen vom damaligen Geschehen erfahren, umso merkwürdiger wird das Ganze. Jeder der Beteiligten erzählt über seine Ermittlungen mit zum Teil völlig veränderten Fakten. Interessant ist in dem Zusammenhang auch, dass der ermordete Psychologe sich u.a. genau mit diesem Thema im Geschehen beschäftigt. Es geht um Erinnerungen und Wahrnehmungen der Menschen, die sich bei jedem durch eigene Erfahrungen, Erzählungen und Einflüsse anders darstellen. Im Laufe der Story erfahren wir so die verschiedenen Wahrheiten der alten Geschichte und sind versucht uns ein eigenes Bild über die damaligen Ereignisse und das Geschehen zu machen. Man kommt sich wie in einem großen Puzzle vor, wo am Anfang nicht ein Teil zum anderen passt. Nicht zuletzt bleibt die Spannung bis zum Schluss bestehen in der Hoffnung, dass dieser dreißig Jahre alter Mordfall doch noch aufgeklärt werden kann.

Die Art, wie dieses Buch geschrieben ist, gefällt mir sehr gut. Aus drei verschiedenen Perspektiven und mit verschiedenen Wahrnehmungen und Empfindungen konnten wir einen Blick auf das damalige Geschehen werfen und selbst während des Lesens darüber nachdenken, was wirklich passiert ist.

Ich fand dieses Buch wirklich beeindruckend und kann es uneingeschränkt empfehlen. Von mir gibt es verdiente fünf Lesesterne.

Veröffentlicht am 26.02.2017

Die Wahrheit hinter dem perfekten Leben

Perfect Girl - Nur du kennst die Wahrheit
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Das neue Leben von Zoe Maisey kann jetzt nur noch perfekt werden. Über den verhängnisvollen, tragischen und schlimmen Fehler aus ihrem alten Leben, bei dem durch ihr Verschulden drei Mitschüler tödlich ...

Das neue Leben von Zoe Maisey kann jetzt nur noch perfekt werden. Über den verhängnisvollen, tragischen und schlimmen Fehler aus ihrem alten Leben, bei dem durch ihr Verschulden drei Mitschüler tödlich verunglückten, spricht niemand mehr. Aber es soll ja auch niemand etwas wissen, das ist ja der Sinn des neuen Lebens. So beginnt der Start ins neue Leben mit einem Klavierkonzert von Zoe und Lucas, ihrem Stiefbruder. Und doch wird dieser perfekte Start extrem gestört, als ein Mann auftaucht und Zoe des Mordes bezichtigt und beschimpft. Doch Maria, Zoe's Mutter, versucht die Situation zu retten und fährt mit Zoe nach Haus.

Am nächsten Morgen ist Maria tot.

In kurzen, sehr angenehm zu lesenden Kapiteln erfahren wir von den Protagonisten was sich vor, bei, als auch vor dem Konzert zugetragen hat. Und nicht nur das. In kurzen Rückblenden werden uns auch die Ereignisse erzählt, die sich beim Unfall von Zoe zugetragen haben und was danach geschehen ist. In einem gekonnten Wechsel der Perspektiven lässt die Autorin alle Beteiligten zu Wort kommen und lässt uns als Leser hinter die Kulissen des vermeintlich perfekten Lebens schauen. So wird einem schnell klar, dass vieles nur Fassade ist. Über die wirklich wichtigen Dinge wird nicht gesprochen, im Gegenteil vieles wird verheimlicht und vertuscht, damit dem perfekten Bild der perfekten Familie entsprochen wird.

Die Auflösung des ganzen Dramas ist dann wiederum sehr überraschend und völlig unvorhersehbar.
Ich fand dieses Buch auf eine sehr angenehme Art spannend und fesselnd. Auch die Rückblenden waren gut erzählt und haben gut zum Fortgang der Geschichte beigetragen.

Von mir gibt es für dieses Buch verdiente fünf Lesesterne.