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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.02.2026

Schockierend aber auch unfassbar befreiend

Starfish
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Ellie engagiert sich für Hunde, ist eine Dichterin, geht jeden Tag schwimmen und kann ganz fantastisch mit ihrer besten Freundin Viv tanzen. Leider begeistert das ihre MitschülerInnen, ihre Mutter und ...

Ellie engagiert sich für Hunde, ist eine Dichterin, geht jeden Tag schwimmen und kann ganz fantastisch mit ihrer besten Freundin Viv tanzen. Leider begeistert das ihre MitschülerInnen, ihre Mutter und viele wildfremde Leute nicht. Ellie ist nämlich dick und aus irgendeinem Grund interessieren sich die Leute oft mehr dafür als für den Fakt, dass sie auf dem Weg ist, die beste Dichterin ihrer Generation zu sein.
Als ihre Familie Ellie zu einer Therapeutin schickt, denkt sie, dass ihre Mutter dahintersteckt, um sie zum Abnehmen zu bewegen. Doch langsam aber sicher kann sie sich ihrer Therapeutin öffnen und geht damit den ersten Schritt, sich gegen ihre Mobber zu wehren.

“Starfish” beschäftigt sich mit Fatshaming und dem daraus resultierenden Mobbing, dem Ellie aber auch viele Kinder und Erwachsene im echten Leben ausgesetzt sind. Auch wenn das Buch eine fiktive Geschichte ist, sind alle Gegebenheiten, denen Ellie ausgesetzt ist, leider realistisch.
Es ist schockierend zu sehen, wie andere Menschen mit Ellie umgehen, nur weil sie dick ist. Was wildfremde Menschen ihr ins Gesicht sagen und auch, wie sich ihre MitschülerInnen ihr gegenüber verhalten, ist grausam. Am furchtbarsten jedoch fand ich die Art und Weise, wie Ellies Mutter sich verhalten hat. Sie schreibt die schlimmen Dinge, die Ellie passieren, ihrem Gewicht zu und besteht ständig darauf, dass sie abnimmt. Dabei verbietet sie Ellie nicht nur normal zu essen, sondern geht auch so weit, dass sie ihre eigene Tochter einer OP zur Magenverkleinerung aussetzen will. Das Schockierende daran ist, dass diese Dinge auch im echten Leben geschehen.
Das Mobbing und Ellies Gefühle dazu sind unheimlich realistisch und haben öfter dafür gesorgt, dass ich Tränen in den Augen hatte. Mobbing ist besonders niederträchtig, weil die betroffene Person das zumeist internalisiert und die Schuld bei sich sucht.
Trotz all dieser erschreckenden Dinge ist das Buch letztendlich überaus hoffnungsvoll. Wir sehen, wie Ellie Therapieerfolge durchlebt und sich mit ihren eigenen Gefühlen und mit ihren Mobbern auseinandersetzt. Die Hauptcharakterin ist ein unfassbar wundervolles und starkes Mädchen und ich habe es genossen, sie auf diesem Weg begleiten zu dürfen.
Auch wenn das Buch teils bedrückend ist, gibt es viele hoffnungsfrohe und berührende Momente.

Ich kann dieses wundervolle Buch nur jedem ans Herz legen, der gemobbt wird oder wurde. Sei es nun Fatshaming oder etwas anderes, ich glaube, dass alle irgendwie von Ellies wunderbarem Mut profitieren können.

Veröffentlicht am 28.01.2026

True Crime im heimischen Garten

Mord im Nacktschnecken-Milieu
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Die Autorin beschreibt im Buch die kriminellen Machenschaften, die sich in ihrem Garten abspielen. Und bei kriminellen Machenschaften denken wir natürlich alle an vertrocknende Sukkulenten, absterbende ...

Die Autorin beschreibt im Buch die kriminellen Machenschaften, die sich in ihrem Garten abspielen. Und bei kriminellen Machenschaften denken wir natürlich alle an vertrocknende Sukkulenten, absterbende Lilien oder besetzte Insektenhotels. So oder so ähnlich sind die “Kriminalfälle”, welche die Autorin in ihrem Buch beschreibt. Es wird ein Tathergang beschrieben, einige Verdächtige hervorgehoben und die Tat zum Schluss aufgeklärt.

Ich lese sehr gerne Sachbücher und vor allem diejenigen unter ihnen mit einer speziellen Prämisse gefallen mir zumeist gut. Auch dieses Buch konnte mich mit seiner humorvollen Spezialisierung locken. Tatsächlich war es faszinierend, wie die Aufmachung der Fälle dafür gesorgt hatte, dass vollkommen banale Gegebenheiten aus dem Garten hochspannend aufgezogen wurden.
Die Fakten im Buch waren sehr interessant und ich habe gerne mitgerätselt, welcher Kriminelle denn nun dahinter steckt. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass es manchmal viel zu offensichtlich war, wer für die Tat verantwortlich war. Mein Tipp dafür ist übrigens, sich die “Detaillierte Täterbeschreibung” erst durchzulesen, nachdem man sich die Verdächtigen angeschaut hat.
Die ironische und witzige Art, mit der das Buch geschrieben ist, sorgt dafür, dass es sich ganz herrlich weglesen lässt.

Dieses Buch schafft es, Alltagssituationen im Garten auf humorvolle Art zu kleinen True Crime Fällen zu stilisieren. Ich kann es auf jeden Fall empfehlen.

Veröffentlicht am 22.11.2025

Schwestern verbunden durch die Zeit

Unbeugsam wie die See
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Als Lucy beim Schlafwandeln einen jungen Mann attackiert, der ihr ein Unrecht angetan hat, beschließt sie, zu ihrer Schwester zu fliehen. Auch Jess ist früher geschlafwandelt und Lucy erhofft sich Rat ...

Als Lucy beim Schlafwandeln einen jungen Mann attackiert, der ihr ein Unrecht angetan hat, beschließt sie, zu ihrer Schwester zu fliehen. Auch Jess ist früher geschlafwandelt und Lucy erhofft sich Rat oder zumindest ein offenes Ohr. Als sie dort ankommt, ist ihre Schwester jedoch nicht aufzufinden und Lucy hat sehr lebendige Träume von zwei Schwestern, die aus Irland mit einem Sträflingsschiff nach Australien überführt wurden. Je mehr sich Lucy mit Jess’ Vergangenheit auseinandersetzt, umso klarer wird, dass sie die gleichen mysteriösen Träume haben.

Das Buch hat sehr viele verschiedene sexistische Probleme aufgegriffen. Es geht um Gewalt gegenüber Frauen, Machtungleichgewicht und patriarchale Strukturen. Vor allem den Aspekt mit den Sträflingsschiffen und wie dort und später auf dem australischen Festland mit ihnen umgegangen wird, war sehr erschreckend, aber auch interessant beschrieben.
Das Element der Meerjungfrauen fand ich eine gelungene Metapher, weil sie zeigt, wie Frauen ihre Macht wiedererlangen. Sie war zum Teil sehr befreiend zu lesen, vor allem nach den Dingen, die diesen Frauen angetan wurden.
Das persönliche Leben von Lucy und Jess war zwar nicht schlecht, aber der uninteressanteste Teil des Buches. Ich hätte mir noch mehr Fokus auf die Gegebenheiten bezüglich der Sträflingsschiffe gewünscht.

Ein interessantes Buch, das ich durchaus empfehlen kann.

Veröffentlicht am 13.11.2025

Schlecht geschrieben

Spookily Yours
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Als Willow eine schwarze Katze findet, denkt sie, dass sie endlich wieder ein Seelentier gefunden hat. Sie fühlt eine besondere Verbindung zu ihm. Doch als statt der Katze ein attraktiver Dämon vor ihr ...

Als Willow eine schwarze Katze findet, denkt sie, dass sie endlich wieder ein Seelentier gefunden hat. Sie fühlt eine besondere Verbindung zu ihm. Doch als statt der Katze ein attraktiver Dämon vor ihr steht, ist sie definitiv baff. Damion beschließt noch einen Monat bei ihr zu bleiben, doch bei heißer Schokolade und Kürbis schnitzen kommen die beiden sich immer näher.

Dieses Buch hat nicht so wirklich einen Plot, was grundsätzlich gar nicht so schlimm ist, weil ich einfach auf ein Buch mit einer schönen herbstlichen Stimmung gehofft hatte. Anfangs dachte ich, ich hätte das auch gefunden. Leider wird das Buch dann furchtbar.
Es ist wie eine Fanfiction geschrieben und das meine ich im schlechtesten Sinne. Es wird plötzlich super sexuell und sie haben ständig unpassenderweise Sex. Sie finden sich toll, reden aber gar nicht wirklich miteinander. Es gibt keinen richtigen Konflikt. Immer wenn etwas (scheinbar) Furchtbares passiert, klärt es sich innerhalb der nächsten Seiten. Wenn er ihr Vertrauen missbraucht, interessiert sie das gar nicht, sie kuschelt halt einfach trotzdem. Beide Hauptcharaktere sind eifersüchtig und seltsam drauf, aber bei Damion ist es schlimmer. Er ist einfach total eifersüchtig ohne Grund und super besitzergreifend.

Der einzige Grund, dass das Buch von mir überhaupt einen zweiten Stern bekommt, ist, dass mir der Anfang relativ gut gefallen hat. Ich kann es jedoch absolut nicht empfehlen.

Veröffentlicht am 12.11.2025

Leider mittelmäßig

House of Rayne
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Salems Leben verändert sich von einem Moment auf den anderen. Vor kurzem noch mit Hochzeitstermin und plötzlich alleine Single auf dem Weg zu einem Cottage auf einer kleinen wilden Insel. Da kommt ihr ...

Salems Leben verändert sich von einem Moment auf den anderen. Vor kurzem noch mit Hochzeitstermin und plötzlich alleine Single auf dem Weg zu einem Cottage auf einer kleinen wilden Insel. Da kommt ihr die wunderschöne fremde Frau in einer Bar nur recht. Blöderweise stellt Salem nach ihrem kleinen Techtelmechtel fest, dass Rayne die Inhaberin des Cottage ist, wo sie sich eingemietet hat. Und als wäre das noch nicht genug, scheint die Insel von religiösen Fanatikern besiedelt zu sein. Als dann die ersten Morde geschehen, möchte Salem eigentlich nur weg. Aber die Fähren fahren für den Rest des Jahres nicht mehr.

Das Set-Up für die Story hat mir gut gefallen. Eine isolierte Insel, die von einer furchtbaren Kreatur heimgesucht wird, auf der eine Kirche voller religiöser Fanatiker lebt. Der Teil hat auch Spaß gemacht. Der Horroraspekt des Buches war zwar nichts ausgesprochen einzigartiges, war aber gut und spannend gemacht.
Leider war der erotische Teil meiner Meinung nach sehr unpassend. Wir haben immer wieder den Wechsel zwischen einem Kapitel Sex und einem Kapitel Horror und es war so erwartbar, dass ich planen konnte, welche Kapitel ich auf dem Weg zur Arbeit lesen konnte und welche lieber nicht. Die beiden Hauptcharaktere haben immer wieder Sex, nachdem sie dem furchtbaren Monster des Buches begegnet sind oder Leichen gesehen haben oder ähnliches und es hat sich einfach unpassend angefühlt.
Was schade war, weil die Sexszenen eigentlich sehr respektvoll waren. Sie waren sehr kinky, aber nie in irgendeiner Art und Weise übergriffig.

Das Buch hatte gute Horror- und gute Sexszenen, hat sie dann aber so unfassbar schlecht miteinander verwoben, dass ich das Buch leider nur mittelmäßig fand.