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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.10.2024

Fantasy mit Substanz

A Study in Drowning (A Study in Drowning, Band 1)
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Im Buch geht es um Effy. Sie studiert als einzige Frau des Instituts Architektur, was aber nicht ihr Wunsch war. Es ist ihr als Frau jedoch untersagt, Literatur zu studieren, was Effy hart trifft, da sie ...

Im Buch geht es um Effy. Sie studiert als einzige Frau des Instituts Architektur, was aber nicht ihr Wunsch war. Es ist ihr als Frau jedoch untersagt, Literatur zu studieren, was Effy hart trifft, da sie gerne ebenso schreiben würde, wie ihr liebster Autor Emrys Myrrdin. Als es eine Ausschreibung gibt, das Haus des berühmten Dichters zu renovieren, ergreift Effy ihre Chance und wird tatsächlich auserwählt. Am Haus im abgelegensten Winkel des Landes muss Effy feststellen, dass sie nicht nur ein marodes Haus und ein Literaturstudent aus einem mit ihnen verfeindeten Land erwartet, sondern auch erschreckende Visionen des Elfenkönigs. Und schon bald fällt es Effy immer schwerer, zwischen Wirklichkeit und Traum zu unterscheiden.



Das Buch hat eine ausgezeichnete Stimmung. Es ist düster, mysteriös, stürmisch und die desorientierende Situation Effys kann man auch ganz herrlich nachvollziehen, weil man sich selbst ganz haltlos fühlt.
Ich mochte den Weltenbau des Buches gerne und hatte das Gefühl, mich sehr gut auf das Land und seine Begebenheiten einlassen zu können. Die verschiedene Mythologie um die große Flut, verschiedenste Wesen und Dichter, die Träumer sind und dem Land mit ihrer Magie helfen sollen, hat mir sehr, sehr gut gefallen. Auch die politischen Zusammenhänge zwischen der Flut und Kolonialismus wurden gut nebenher rübergebracht auf eine Art und Weise, die mir gefallen hat. Die daraus einhergehenden ökonomischen Unterschiede wurden auf sehr natürliche Weise mit in die Geschichte eingebunden, was sich gehaltvoll angefühlt hat.
Im Buch geht es um die widrigen Gegebenheiten, mit denen sich hauptsächlich Frauen in dieser Welt auseinandersetzen müssen. Dabei liegt ein großer Fokus darauf, wie sie sich gegen diese durchsetzen. Ich fand, dass sich das Buch in diesem Punkt überaus befreiend angefühlt hat.
Was ich persönlich auch hervorheben möchte, ist, dass der Love Interest ein reflektierter Mann ist, der meiner Meinung nach zum feministischen Fokus passt, da er kommunikativ und sensibel ist.

Das Buch hat eine gute Basis bezüglich des Weltenbaues und einen klaren feministischen Fokus. Mir hat die Stimmung und Mythologie des Buches sehr gefallen und ich kann ihm eine klare Empfehlung aussprechen.

Veröffentlicht am 03.10.2024

Ein Erlebnis

Moments in Nature
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Im Buch setzen sich die zwei AutorInnen Una López und Gamander López mit ihren Naturerfahrungen auseinander. Die beiden Geschwister sind bereits ihr ganzes Leben mit der Natur verbunden. Während Gamander ...

Im Buch setzen sich die zwei AutorInnen Una López und Gamander López mit ihren Naturerfahrungen auseinander. Die beiden Geschwister sind bereits ihr ganzes Leben mit der Natur verbunden. Während Gamander López faszinierende Naturfotografien für das Buch beisteuert, unterstützen beide Geschwister das Buch noch mit wundervollen Erlebnissen in der Natur ihrerseits.


Man merkt beim Lesen dieses Buches sehr genau, wie viel die Natur den beiden AutorInnen bedeutet. Wir erhalten wunderbare Einblicke in ihre persönlichen Erlebnisse mit dieser. Dabei sind die Anekdoten fast ebenso schön wie die wundervollen Bilder, wobei es natürlich etwas ganz besonderes ist, beides zusammen erleben zu können.
Die Bilder sind wunderschön und erhalten ganz oft Erklärungen. Dabei gibt Gamander López auch Tipps, wie man selbst besser die Natur beobachten und fotografieren kann. Dafür gibt es auch ganz konkrete Fotografietipps.
Das ganze Buch macht selbst Lust auf die Natur und sensibilisiert die lesende Person, sich ruhig zu verhalten und die Natur in vollen Zügen wahrzunehmen. Dabei finde ich besonders schön, dass es in dem Buch auch vor allem um in Deutschland heimische Arten geht. Weswegen Arten, die bei uns eigentlich eher “standard” sind, noch einmal ganz magisch und spannend dargestellt werden.

Ich finde das Buch sehr gelungen. Sowohl die herrlichen Bilder als auch die wunderschönen Anekdoten sind sehr erlebenswert.

Veröffentlicht am 20.09.2024

Alles etwas unklar

Immortal Longings
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Im Buch geht es um Calla Tuoleimi, die geächtete Prinzessin. Der Grund, warum sie geächtet wird, ist, weil sie ihre Eltern, das Königspaar von Er, ermordet hat. Da sie ihre Mission nicht vollenden konnte, ...

Im Buch geht es um Calla Tuoleimi, die geächtete Prinzessin. Der Grund, warum sie geächtet wird, ist, weil sie ihre Eltern, das Königspaar von Er, ermordet hat. Da sie ihre Mission nicht vollenden konnte, nimmt sie sich vor, bei den Spielen in San-Er teilzunehmen, um dem König von San entgegentreten zu können, um diesen auch noch umzubringen. Dafür muss sie aber die Spiele gewinnen und ihre Gegner loswerden. Das inkludiert auch Anton Makusa, der die Spiele für das Preisgeld gewinnen möchte, um seiner Kindheitsliebe zu helfen. In diesem schweren Kampf sind Verbündete wichtig, weswegen die beiden sich zusammentun und sich näherkommen. Am Ende jedoch kann es trotzdem nur einen Gewinner geben.

Das Buch hat mir nicht besonders gefallen. Die Story war insgesamt eher nichtssagend, auch wenn es ein paar Plottwists gab, die die Dynamik auf spannende Weise geändert haben. Es war anfangs alles sehr unklar und es wurde im Buch zum Teil auch nicht viel klarer. Das Reich und die Fähigkeiten des Springens wurden nicht besonders gut abgesteckt. Auch andere Plotpunkte, die neu aufgeworfen wurden, waren unklar und wurden dann nebenbei abgehandelt. Ich habe mich oft gefühlt, als hätte ich irgendwas verpasst.
Die Beziehung zwischen Calla und Anton mochte ich nicht. Sie ging mir nicht besonders nahe, weil sie sich einfach nicht emotional und natürlich entwickelt hat.
Calla selbst hat leider auch oft Entscheidungen getroffen, die ich super dumm fand.

Das Buch war nicht furchtbar, aber letztendlich fand ich die Story nichtssagend und mittelmäßig und würde es daher nicht empfehlen.

Veröffentlicht am 09.09.2024

Geschwisterbeziehungen

Blue Sisters
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Im Buch geht es um die Blue Sisters. Diese haben im letzten Jahr tragischerweise ihre vierte Schwester Nicky verloren. Seitdem fühlen sie sich seltsam asymmetrisch und jede von ihnen geht auf eine andere, ...

Im Buch geht es um die Blue Sisters. Diese haben im letzten Jahr tragischerweise ihre vierte Schwester Nicky verloren. Seitdem fühlen sie sich seltsam asymmetrisch und jede von ihnen geht auf eine andere, zumeist nicht produktive Art und Weise, mit dem Verlust um. Als ihre Mutter die Wohnung verkaufen möchte, in der Nicky zuletzt gewohnt hat, treffen sich alle drei Schwestern in New York wieder und müssen endlich wieder zusammen finden.

Ich hatte von Coco Mellors auch “Cleopatra und Frankenstein” gelesen, was mir damals gemischte Gefühle gegeben hatte, da es zum einen sehr gut geschrieben ist und mich zum anderen aber auch einfach nicht so besonders abholen konnte. Leider ging es mir mit “Blue Sisters” ähnlich, auch wenn es mir etwas besser gefallen hat.
Die Schwestern haben sehr einzigartige Stimmen und Charaktere. Sie haben alle unterschiedliche Wege, wie sie sich mit ihrer Trauer und ihren Problemen auseinandersetzen, was recht spannend ist. Manchmal hat es sich in meinen Augen jedoch etwas überzeichnet angefühlt. Die Frauen sind alle drei herausragend, aber in unterschiedliche Richtungen, was sich irgendwie unecht angefühlt hat.
Ihre Streitigkeiten waren etwas anstrengend, da sie irgendwie alle falsch lagen und sich sehr krasse Sachen an den Kopf geworfen haben. Wie sie sich wieder vertragen haben, war dafür aber schön zu sehen, wobei mir das Ende vom Buch schon fast zu Friede Freude Eierkuchen war.

Das Buch ist gut geschrieben, wen das Thema interessiert, dem kann ich das Buch auch empfehlen. Mir persönlich ging das Buch irgendwie nicht so nah, wie es sollte, weswegen ich in Zukunft auch eher die Finger von Coco Mellors Büchern lassen werde.

Veröffentlicht am 08.09.2024

Zauberhafte Neuinterpretation

WITCH - Das Herz der Freundschaft
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Als Will mit ihrer Mutter nach Heatherfield zieht, ist sie sich sicher, dass sie sowieso bald wieder umziehen. So wie sie es so oft tun. Doch dann wird Will mehr oder weniger freiwillig Teil des Fußballteams, ...

Als Will mit ihrer Mutter nach Heatherfield zieht, ist sie sich sicher, dass sie sowieso bald wieder umziehen. So wie sie es so oft tun. Doch dann wird Will mehr oder weniger freiwillig Teil des Fußballteams, wo sich scheinbar erste Freundschaften für sie anbahnen. Als in der Schule seltsame Dinge geschehen und Elyon, ein Mitglied des Fußballteams, sich immer und immer mysteriöser verhält, tun sich die Mädchen zusammen, um herauszufinden, was los ist. Dafür erhält Will das Herz von Kandrakar, welches ihr magische Kräfte verleiht, um die dunklen Mächte aufzuhalten, die Elyon beherrscht.

Schon die früheren Witch Comics hatten es mir sehr angetan und ich war Feuer und Flamme für sie. Sie haben auch noch immer einen großen Platz in meinem Herzen, weswegen ich sehr gespannt aber durchaus auch etwas skeptisch bei dieser Neuinterpretation war.
Der Zeichenstil auf dem Cover war im ersten Moment nicht besonders meins, aber ich muss sagen, dass die Zeichnungen innerhalb des Comics fantastisch sind. Sie sehen toll aus und sind dynamisch. Sie sind von Manga inspiriert, was bei diesem magischen Comic gut passt.
Eine Sache, die mir positiv aufgefallen ist, ist, dass die Charaktere in dieser Neuinterpretation im Gegensatz zum Original weniger gemein zueinander sind. Das ist eine der Sachen, die mich im Original gelegentlich gestört hat.
Wichtig zu erwähnen, finde ich, dass die Hintergrundgeschichten und Eigenschaften der Charaktere sehr anders sind im Vergleich zu den Originalcomics. Das Ausmaß dessen hat mich im ersten Moment irritiert, aber es ist nun einmal eine Neuinterpretation. Ich fand es schlussendlich sogar sehr spannend, welche neuen Blickwinkel in der Geschichte angenommen wurden.

Ich finde den Comic sehr empfehlenswert für jeden, der auf Magie steht und die Witch-Comics neu entdeckt. Leute, die Fans der alten Comics sind, müssen wissen, dass sie sich hier auf etwas ganz klar Neues einlassen und wissen, ob sie das möchten. Mir hat es auf jeden Fall gefallen und ich kann es empfehlen.