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Veröffentlicht am 18.02.2023

Spannender Thriller mit verspieltem Potenzial

Der Riss
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"Man stelle sich ein Land vor, so groß wie Australien und Europa zusammen. Sonniger als Kalifornien und kälter als das Gefrierfach eines Kühlschranks. Trockener als Arabien und höher als die Schweiz. Leerer ...

"Man stelle sich ein Land vor, so groß wie Australien und Europa zusammen. Sonniger als Kalifornien und kälter als das Gefrierfach eines Kühlschranks. Trockener als Arabien und höher als die Schweiz. Leerer als die Sahara. Es gibt nur einen Ort auf der Welt, auf den diese Beschreibung zutrifft: die Antarktis - dieser fremde, aber wunderschöne Kontinent im untersten Teil der Erde."
J. M. Dukert



Zum Inhalt

Im Westen der Antarktis wurde ein großes Vulkanfeld entdeckt, dessen Aktivität das Weltklima gefährden könnte. Als der Geologe, der die Vulkane erforschen sollte, zusammen mit einem Biologen auf dem Weg dorthin spurlos verschwindet, wird die Vulkanologin Antonia Rauwolf mit dem Forschungsauftrag betraut. Doch sie ist nicht nur Wissenschaftlerin. Sie ist auch die Schwester des verschollenen Biologen und sicher, dass ihr Bruder noch am Leben sein könnte. Auf der Suche nach ihm stößt sie auf dessen brisanten Forschungsergebnisse, entdeckt gefährliches illegales Vorgehen und begibt sich in Lebensgefahr.



Meine Eindrücke:

Thilo Winter hat seinen Thriller um Antonia und Emilio Rauwolf um historische Ereignisse der Antarktis herum konstruiert. So existiert beispielsweise das noch zu erforschende Vulkanfeld mit 91 Vulkanen im Westen der Antarktis tatsächlich. In seinem Nachwort, geht der Autor noch einmal detailliert auf die realen Begebenheiten ein, die seiner Fiktion zugrunde liegen. Ein Nachwort, dass das Buch für mich noch einmal aufgewertet hat.

Die herausragende Rolle, die die Antarktis für das Weltklima spielt und die Folgen, die ein vernachlässigender Schutz ebenjener hätte, werden jedoch auch im Roman selbst gut verdeutlicht. Kritisch wird auf den wachsenden Tourismus in der Region Bezug genommen. Eindrucksvoll werden die Weite, Kälte und die natürlichen Eigenschaften der Antarktis geschildert und ein Einblick in das Leben und Arbeiten auf der deutschen Forschungsstation Neumayer III gegeben.

Letzterer spielt im ersten Drittel des Buches noch eine größere Rolle, muss dann jedoch Actionszenen im ewigen Eis weichen. Der wissenschaftliche Aspekt rückte mir persönlich leider zu sehr in den Hintergrund.
Die Spannung ist konstant hoch und fesselte mich über weite Strecken so sehr, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Die Geschichte war interessant, es waren von Beginn an geschickt einige Fragen offengelassen, deren Beantwortung ich entgegenfieberte. Allerdings verfiel mir die Handlung in eine Hektik, eine Aneinanderreihung von zunehmend unrealistischen Actionszenen, gepaart mit gezwungen erscheinenden Metaphern, die letztendlich dazu führten, dass der Autor mich ein wenig verlor.
Besonders die biologischen Aspekte erschienen mir nicht realistisch genug ausgearbeitet, was ich, als Biologin, sehr Schade fand.

Der Preis für die actionreiche Handlung waren die Charaktere und deren Beziehung untereinander, welche in diesem Werk in meinen Augen zu kurz kamen. Die Charaktere wirkten wenig authentisch, zwischenmenschliche Beziehungen eher oberflächlich und unecht. Ein- bis zweihundert Seiten mehr, hätten diesem Aspekt mehr Tiefe verliehen und sicherlich gleichzeitig die temporeiche Handlung etwas entschleunigt.




Mein Fazit:

Ein Thriller der sein sehr großes Potenzial inklusive seiner wissenschaftlichen Tiefe leider im Handlungsverlauf verspielt hat.
Nichtsdestotrotz war er sehr spannend und hat mir die schützenswerte Antarktis und die Geheimnisse, die sie bergen könnte, eindrucksvoll nähergebracht.

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Veröffentlicht am 15.01.2023

Am Ende sind wir doch alle nur gewöhnliche Menschen

Das glückliche Geheimnis
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Meine Eindrücke:

Arno Geiger schreibt, in jedem von jemand anderem persönlich Geschriebenen entdeckt man etwas von sich selbst.
Dem kann ich nach der Lektüre seiner Autobiografie „Ein glückliches Geheimnis“ ...

Meine Eindrücke:

Arno Geiger schreibt, in jedem von jemand anderem persönlich Geschriebenen entdeckt man etwas von sich selbst.
Dem kann ich nach der Lektüre seiner Autobiografie „Ein glückliches Geheimnis“ zustimmen. An manchen Stellen kam es mir so vor, als erzähle er auch ein klein wenig von mir.

Er erzählt von seinem Leben, seiner Familie, seinem bereits frühen Ziel Schriftsteller zu werden, seinen Beziehungen und Affären, seinen Zweifeln, Ängsten und Hoffnungen, Gesundheit und Krankheit, von Erfolg und Misserfolg – und natürlich von seinem glücklichen Geheimnis. Seinem Doppelleben. Der Quelle seiner Inspiration oder vielmehr: der Quelle eines vielschichtigen und ausgeprägten Eindrucks des gewöhnlichen Menschen, die er als Schriftsteller genutzt hat. Ein Geheimnis, das ihm Halt geboten hat und – zumindest in dieser Autobiografie - wie ein roter Faden durch sein Leben geführt hat.
Spannend finde ich auch, dass sein Geheimnis in Deutschland aufgrund der technischen Begebenheiten so gar nicht möglich gewesen wäre

Dafür, dass ich bisher kein Buch von Arno Geiger gelesen habe, fand ich es sehr interessant ihn kennenzulernen. Ich war beeindruckt von seiner Wortgewandtheit (der initiale Anreiz für mich, das Buch zu lesen) und Ausdrucksform, obwohl mich letztere doch stellenweise manchen Satz mehrmals lesen lies. Positiv fand ich seine offene Selbstreflexion und auch Selbstkritik, teils humorvoll, teils philosophisch.

Es ist für mich kein „Buch für zwischendurch“, das sich leicht nebenbei liest, denn es erfordert Konzentration, obwohl es in einem angenehmen Stil erzählt ist. Es ist aber schon ein Buch das man wieder aufnimmt, wenn man es mal beiseitegelegt hatte, denke ich.

Einzig die Passagen, in denen er von seinen Affären oder holprigen Beziehungen erzählt, fand ich etwas müßig. Das mag auch daran liegen, dass wir wohl eine etwas verschiedene Definition von Treue haben. Trotz der „nur“ 237 Seiten habe ich recht lange gebraucht, um es zu Ende zu lesen. Ob das nur an meiner eingeschränkt zur Verfügung stehenden Zeit gelegen hat, kann ich nicht genau sagen.


Mein Fazit:

Viele Stellen haben mich zum Nachdenken angeregt, einige zum Schmunzeln gebracht. Insgesamt habe ich die Geschichten aus seinem Leben gern gelesen und bin auch neugierig geworden auf seine Romane.
Eine Autobiografie, die selbst- und auch gesellschaftskritisch ist. Und sich durchaus auch lohnt, wenn man die Romane von Arno Geiger nicht kennt.

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Veröffentlicht am 05.12.2022

Er schafft es immer wieder!

Blutmond (Ein Harry-Hole-Krimi 13)
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Lange haben wir auf eine Fortsetzung der Reihe um Harry Hole gewartet, nun ist sie nach drei Jahren endlich da!
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Zum Inhalt:
Nach der Ermordung seiner Frau versucht Harry Hole seine Gefühle und Erinnerungen ...

Lange haben wir auf eine Fortsetzung der Reihe um Harry Hole gewartet, nun ist sie nach drei Jahren endlich da!
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Zum Inhalt:
Nach der Ermordung seiner Frau versucht Harry Hole seine Gefühle und Erinnerungen auf der anderen Seite des Ozeans im Alkohol zu ertränken bis nichts mehr da ist: kein Geld und kein Grund weiterzuleben. Doch als eine pensionierte Filmdiva seine Hilfe braucht, wird seine Berufsehre geweckt – und er begibt sich in tödliche Gefahr. Als ein mordverdächtiger Immobilienmogul aus Oslo ihn zur Ermittlung des tatsächlichen Täters angeheuern will, wittert er eine Lösung des Problems. Doch es bleiben ihm nur 10 Tage um den mutmaßlichen Serienmörder zu fassen.
Werden ihn dabei die Dämonen der Vergangenheit einholen?

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Meine Eindrücke:

Blutmond ist der nunmehr dreizehnte Band von Jo Nesbøs Krimireihe um den alkoholabhängigen aber brillanten Osloer Kommissar Harry Hole.

Als Fan der Reihe und Jo Nesbø als Autor, habe ich entsprechend hohe Erwartungen, die erfüllt werden wollen.
Und das ist ihm tatsächlich auch diesmal wieder gelungen! Schon nach den ersten Seiten habe ich mich gefühlt, als wäre ich nach einer langen Reise endlich wieder nach Hause zurückgekehrt.

Doch was ist es, das mich so empfinden lässt?

Jo Nesbø schafft es immer wieder, mich mit seinem fesselnden, harten und eingängigen Schreibstil so direkt, unglaublich überzeugend und leicht in die Köpfe verschiedenster Charaktere schlüpfen zu lassen, dass ich alles um mich herum vergesse.

Er schafft es immer wieder, dass ich vor lauter Spannung nicht aufhören kann weiterzulesen. Dieses Mal lastet durch ein Ultimatum von Beginn an ein immenser zeitlicher Druck auf Harry. Er agiert in anderer Rolle, muss improvisieren und kämpft gleichzeitig gegen seinen stetigen inneren Dämon: das Verlangen nach Alkohol. Alles steht auf Messers Schneide. Und Harry nicht nur am Rand der Verzweiflung – ein Gefühl, das ich in diesem Ausmaß noch nicht bei ihm erlebt habe.

Er schafft es immer wieder, meine Spekulationen gezielt in eine bestimmte Richtung zu lenken und diese letztendlich vollkommen zu egalisieren und mich zu überraschen. Vor allem bezüglich der Identität des Täters.

Er schafft es immer wieder, eine Geschichte zu konstruieren, die nie geradeaus, sondern immer auf gewundenen und verzweigten Pfaden zum Ziel führt, sodass ich mir nie sicher sein kann, was als nächstes passiert. Allerdings hatte ich bei
Blutmond_ zwischenzeitlich das Gefühl, dass mir bei der Entlarvung des Täters ein Twist zu viel war…

Er schafft es immer wieder, mich mit den mir mittlerweile so vertrauten Charakteren, schmunzeln zu lassen. Nicht zuletzt Dank Øystein, Harrys Freund aus Kindertagen, und Ståle Aune, Harrys Psychologen und Freund.
Überhaupt ist es Jo Nesbø in dieser Reihe gelungen, ebenso realistische wie vielseitige und sympathische Charaktere zu erschaffen, dass sie mir sehr ans Herz gewachsen sind.

Kurzum: Er schafft es immer wieder mich zu begeistern



Mein Fazit:

Eine Fortsetzung, die der Reihe würdig ist:
Spannend wie immer. Dramatisch wie immer. Überraschend wie immer. Genial wie immer!
Und mit einem Ende, das nach MEHR schreit

Meine klare Empfehlung für alle Krimi-Freunde!

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Veröffentlicht am 21.11.2022

Die wahre und spannende Geschichte einer mutigen Frau

Agent Sonja
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Diese Vereinigung einer spannenden und wahren Geschichte eines interessanten Charakters aus einer Zeit, die die Welt geprägt hat, mit den historischen Fakten und einer Erzählweise, die ein Sachbuch vielmehr ...

Diese Vereinigung einer spannenden und wahren Geschichte eines interessanten Charakters aus einer Zeit, die die Welt geprägt hat, mit den historischen Fakten und einer Erzählweise, die ein Sachbuch vielmehr zu einem spannenden Roman werden lässt, sucht vermutlich ihresgleichen.
Für mich ist sie ein sehr empfehlenswertes Juwel unter den Sachbüchern.
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Zum Inhalt:

Ursula führt zwei Leben. Ein öffentliches Leben als dreifache Mutter, die als Hausfrau die Kinder in die Schule schickt und mit dem Rad hinaus aufs Land radelt. Und ein geheimes, bei dem sie nachts chiffrierte Nachrichten nach Moskau funkt und sich unauffällig mit Kollegen trifft, um die brisantesten Informationen der Kriegszeit weiterzugeben: den amerikanisch-britischen Bauplan der ersten Atombombe.
Es ist die wahre Geschichte einer deutschen, kommunistischen Jüdin, die sich zu einer der wichtigsten Spione der Sowjetunion entwickelt und die in China, Polen, der Schweiz und Großbritannien aktiv war – immer im Fokus der feindlichen Geheimdienste.
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Meine Eindrücke:

Es ist das erste Buch, das ich von dem Autor, Historiker und The Times Kolumnist Ben Macintyre, gelesen habe; sicherlich aber nicht das letzte.
Sein Schreibstil fesselt von Beginn an und lässt außergewöhnlich gut Zitate von Ursula Kuczynski in einen erzählerischen Rahmen einfließen. Dabei nutzt er die Perspektive des allwissenden Erzählers schamlos aus, um mit dosierten Vorwegnahmen der Zukunft für Cliff Hanger am Kapitelende zu sorgen. Unnötig zu erwähnen, dass ich ihnen mehr als einmal erlegen war
Ihm gelingt dabei in meinen Augen eine perfekte Balance zwischen Erzählung und historischen Fakten.
Auch musste ich mehrfach schmunzeln: durch die Prise Sarkasmus mit der die Geschichte erzählt wird sowie über die Anekdoten des Agentendaseins.

Bereits in der Schule hatte ich ein kleines Faible für die deutsche Geschichte. Daher traf dieses Buch bei mir genau den richtigen Nerv. Ich bin fasziniert von dem Spionageausmaß, das im zweiten Weltkrieg und Kalten Krieg geherrscht haben muss und muss mich unweigerlich fragen, ob es heute noch genauso ist? Falls ja, so hoffe ich doch, dass der Bundesnachrichtendienst mit seinen internationalen Kollegen mithalten kann…

Ich habe Ursula Kuczynski, alias Agent Sonja, als eine unglaublich mutige Frau kennengelernt, die mit aller Entschlossenheit und ihrem ganzen Herzen gegen den Faschismus kämpfte und so mit voller Überzeugung den Kommunismus unterstützte. Bewundert habe ich, dass sie bereits als junge Frau genau wusste, was sie wollte und nichts scheute, um ihre Ziele zu verwirklichen.
Als Mutter eines zehn Monate alten Sohnes kann ich sehr gut nachvollziehen, wie sehr sie ihre Kinder vergötterte, sich aber manchmal auch Pause vom Muttersein wünschte – viele andere Mütter werden uns da zustimmen Und doch hat sie ihre Arbeit nie über ihre Familie gestellt, denn sie war fest davon überzeugt, dass sie beides haben konnte.

Schade für die Frauen zur damaligen Zeit, jedoch zum Glück für Ursula, wurde sie vom männlichen Geschlecht stark unterschätzt. Ihr Beispiel zeigt, zu was Frauen fähig sein können


Mein Fazit:

Dieses Buch war genau das, was ich mir erhofft hatte:
Die außergewöhnlich spannend erzählte Lebensgeschichte einer starken Frau, die allen Schwierigkeiten und Gefahren zum Trotz ihren Weg gegangen ist.

Ich empfehle es sehr gerne jedem weiter, der Interesse an einer wahren Agentengeschichte hat und dabei nicht auf die Spannung eines Romans verzichten mag. Lasst euch nicht von dem Sachbuch-Genre abschrecken, zu dem dieses Buch gehört

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Veröffentlicht am 16.11.2022

Das Beste kommt zum Schluss

Das verbotene Kapitel
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…das ist die treffendste Zusammenfassung, die ich nach der Lektüre dieses finalen Romans der Reihe um die unsichtbare Bibliothek für mich geben kann.

Wie viele Serien schaffen es nicht, mit dem Finale ...

…das ist die treffendste Zusammenfassung, die ich nach der Lektüre dieses finalen Romans der Reihe um die unsichtbare Bibliothek für mich geben kann.

Wie viele Serien schaffen es nicht, mit dem Finale einen grandiosen Abschluss zu finden?
Doch Genevieve Cogman gelingt es mit einer gefühlten Leichtigkeit, gewohnter Spannung und Action sowie einer guten Portion Humor, lose Fäden aus den Vorgängerbänden zu einem wunderbaren großen Ganzen zusammen zu spinnen und mich als Leserin überaus glücklich zurückzulassen – mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

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Zum Inhalt:

Nachdem Irene Winters, Spionin und Diplomatin der unsichtbaren Bibliothek, schockierendes über ihre Vergangenheit herausgefunden hat, macht sie sich auf die Suche nach der vollständigen Wahrheit. Dabei stößt sie nicht nur auf lang gehütete Geheimnisse über ihr eigenes Leben, sondern auch die Bibliothek selbst. Gleichzeitig beginnen Welten zu verschwinden. Einmal mehr begibt sich Irene in tödliche Gefahr – wird es ihr auch dieses Mal gelingen sie zu überwinden und das zu retten an das sie glaubt?
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Meine Eindrücke:

Das verbotene Kapitel ist Genevieve Cogmans achter und vorerst letzter Band der Reihe um die unsichtbare Bibliothek, deren Ziel es ist, als interdimensionale Institution die Stabilität der Parallelwelten sicherzustellen, indem sie die Gegenstände sammelt, die uns Lesern am wichtigsten sind: Bücher.
Vorerst, da die Autorin einräumt noch weitere Ideen zu Irenes Universum zu haben, die sie vielleicht irgendwann zu Papier bringen wird – wir dürfen also hoffen

Dass Bücher im Mittelpunkt der Handlung stehen, hat mich von Anfang an fasziniert und mich ursprünglich dazu animiert, die Reihe zu lesen. Eine Entscheidung, die ich bis heute nicht bereut habe!

Über acht Bände hinweg durften wir erleben wie Irene Winters von einer Junior-Bibliothekarin, die als Spionin und Diebin wichtige Bücher sammelt, zu einer erfahrenen Bibliothekarin heranreift, die sich als Diplomatin gekonnt zwischen den Machtstrukturen der Drachen, den stolzen Geschöpfen der Ordnung, und Elfen, den manipulativen Geschöpfen des Chaos, bewegt und durch ihren Scharfsinn und Einfallsreichtum in schwierigen Situationen glänzt. Unzählige actionreiche Abenteuer, die stets mit Witz gepaart und mit anspruchsvollen Dialogen zum Mitdenken ausgestattet sind, sorgten für eine kurzweilige Lektüre, die immer reich an Spannung war.

Einzelne Bände der Reihe erschienen mir stellenweise etwas langatmig und zäh. Das war jedoch bei diesem Band absolut nicht der Fall: Von Beginn an ist die Spannung hoch und wird stetig hochgehalten. Fortwährend werden neue Informationshäppchen verteilt, die ich gierig aufgesogen habe und aus denen ich, ebenso wie Irene, versucht habe ein Gesamtbild zusammen zu setzen. Gleichzeitig ist eine unglaubliche Dramatik spürbar, mit einem steten Wissen, dass viel auf dem Spiel steht, wenn nicht sogar alles.

Dieser Abschlussroman ist für mich so stark, weil Genevieve Cogman sehr gekonnt und wohlüberlegt bereits in den ersten Bänden Hinweise versteckt hat, die sie nun wieder aufgreift, darüber hinaus geschickt falsche Fährten legt und für überraschende Wendungen sorgt und über alledem eine wunderbare Balance gefunden hat zwischen alten Fakten und neuen Erkenntnissen, zwischen Action und Recherche, zwischen bekanntem Terrain und übernatürlichem Neuland.
Eingefasst in ihren fesselnden Schreibstil, der durch Irenes Gedanken so wunderbar sympathisch und unterhaltsam wird, ergab sich so für mich ein Leseerlebnis, das ich nicht missen möchte!

Ein weiterer Aspekt, der so hervorragend in diese Welten passt und der so glaubwürdig in die Erzählung mit einfließt, ist Irenes Faible für Sprache, Worte, Grammatik und Bücher, der immer wieder eingestreut wird und die gesamte Geschichte sehr schön abrundet. Man fühlt definitiv ihre Liebe zu den Büchern und sich so gleichzeitig direkt mit ihr verbunden


Mein Fazit:

Ich bin sehr froh, damals in meiner Buchhandlung auf diese Fantasy-Reihe gestoßen zu sein. Sie hat mir unglaublich viel Freude bereitet!

Denjenigen, die neugierig auf die Welt der Irene Winters geworden sind, empfehle ich mit dem ersten Teil der Reihe, Die unsichtbare Bibliothek, zu starten. Für ein Maximum an Lesespaß
Denjenigen, die die Reihe bereits kennen empfehle ich genügend Essen und Trinken bereitzustellen- für den Fall, dass ihr nicht aufhören könnt/wollt und wünsche euch viel Spaß!
Und denjenigen, die normalerweise keine Fantasy-Romane lesen, empfehle ich trotzdem mal in diese Reihe hineinzuschnuppern – es könnte sich lohnen

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