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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.10.2024

Weniger wäre mehr

In Zeiten des Todes
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,,In Zeiten des Todes“ spielt Anfang der Neunziger in Bozen. An einem Winterabend wird die Leiche einer jungen Prostituierten gefunden. Während die meisten seiner Kollegen nicht ermitteln wollen, da es ...


,,In Zeiten des Todes“ spielt Anfang der Neunziger in Bozen. An einem Winterabend wird die Leiche einer jungen Prostituierten gefunden. Während die meisten seiner Kollegen nicht ermitteln wollen, da es sich ja ,,nur“ um eine Prostituierte handele, will der junge Commissario Luther Krupp den Fall nicht zu den Akten legen. Da er noch nicht lange im Dienst ist, ist er noch engagiert und gesetzestreu. Unterstützung erhält er von der unerschrockene Streifenpolizistin Arianna Lici und einem jungen Reporter der Stadtzeitung. Und bald wird klar, dass es eine ganze Reihe ungeklärter Mordfälle in der Region gibt. Als eine zweite junge Frau getötet wird, ahnen sie, dass sie einem grausamem Serienmörder auf der Spur sind.
Luca d’Andrea macht es dem Leser nicht leicht. Zahlreiche Charaktere, teils noch mit zusätzlichen Spitznamen, verschiedene Perspektiven über 700 Seiten verlangen schon einiges an Willen und Konzentration. So manche Nebenhandlung hätte etwas gestrafft und gekürzt werden können. Dennoch wird die Spannung durch einige überraschende Wendungen auch immer wieder angefacht. Allerdings wäre meiner Meinung nach weniger in diesem Fall mehr gewesen.

Veröffentlicht am 30.10.2024

Wenig überzeugend

Kein Land in Sicht
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Eine Frau erwacht auf einem Kreuzfahrtschiff auf hoher See. Sie weiß weder ihren Namen, noch warum sie sich auf dem Schiff befindet. Allerdings weiß sie, dass sie Angst vor dem Meer hat. Und dass sie ...



Eine Frau erwacht auf einem Kreuzfahrtschiff auf hoher See. Sie weiß weder ihren Namen, noch warum sie sich auf dem Schiff befindet. Allerdings weiß sie, dass sie Angst vor dem Meer hat. Und dass sie irgendeinen Auftrag hat. Nach und nach findet sie heraus, dass sie eigentlich Sarah Peters heißt, Kriminalkommissarin ist und undercover auf das Kreuzfahrtschiff eingeschleust wurde. Sie ist Kinderhandel und illegalem Organhandel auf der Spur. Doch wem auf dem Schiff kann sie trauen?
Die Idee des Schauplatzes – ein Schiff auf hoher See – ist interessant. Allerdings wird sie nur mäßig interessant umgesetzt. Die Handlung zieht sich eher zäh dahin, immer mal wieder blitzen Erinnerungen bei Sarah Paters auf. Doch Spannung kommt nicht so richtig auf, da die Figuren recht oberflächlich wirken und ihr Verhalten nicht überzeugend dargestellt wird. Mich konnte ,,Kein Land in Sicht“ leider nur wenig unterhalten.

Veröffentlicht am 28.10.2024

Klufti geht in die Politik

Lückenbüßer (Kluftinger-Krimis 13)
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Eine Anti-Terror-Übung, bei der Kluftinger als Interims-Polizeipräsident die Leitung innehat, geht völlig schief. Nicht nur, dass alles ziemlich chaotisch abläuft und jeder Kollege offenbar macht, was ...



Eine Anti-Terror-Übung, bei der Kluftinger als Interims-Polizeipräsident die Leitung innehat, geht völlig schief. Nicht nur, dass alles ziemlich chaotisch abläuft und jeder Kollege offenbar macht, was er will, kommt auch noch ein Polizist ums Leben. Nach näherer Recherche stellt sich heraus, dass der Kollege keinem Unfall zum Opfer fiel. Zudem trieb sich dieser im Dunstkreis rechter Gesinnungsgruppen herum. Doch nicht nur hier muss Kluftinger sich mit Politik herumschlagen. Auch er selbst entdeckt plötzlich seinen politischen Ehrgeiz. Eigentlich sollte er sich nur als Listenfüller für den Gemeinderat aufstellen lassen. Doch als er erfährt, dass ausgerechnet Dr. Langhammer auch für den Gemeinderat kandidiert, ist Kluftingers Konkurrenzdenken erwacht. Dabei greift er zu allen möglichen und unmöglichen Mitteln, um besser als sein ,,Erzfeind“ abzuschneiden. Dass ihm immer mal wieder die politische Richtung etwas abhandenkommt und er zurückrudern muss, macht’s umso unterhaltsamer.
Kluftinger in Bestform!

Veröffentlicht am 08.09.2024

Der schrullige Konsul in Mosambik

Der Tote im Pool
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Der französische Konsul Aurel Timescu wurde nach Maputo, Mosambik versetzt. Doch wie immer ist er von den Tätigkeiten in der Botschaft schnell gelangweilt.
Als ein äußerst unbeliebter Hotelbesitzer tot ...


Der französische Konsul Aurel Timescu wurde nach Maputo, Mosambik versetzt. Doch wie immer ist er von den Tätigkeiten in der Botschaft schnell gelangweilt.
Als ein äußerst unbeliebter Hotelbesitzer tot in seinem Pool aufgefunden wird, wird sofort die Exfrau des Toten verhaftet. Doch Aurel ist überzeugt von ihrer Unschuld und stellt seine eigenen Ermittlungen auf seine ganz eigene Art und Weise an, natürlich immer mit der Unterstützung seines geliebten Weißweins. Bald schon stößt Timescu auf illegale Machenschaften von Bauunternehmern und Wilderern auf der Jagd nach Elfenbein.
Die Serie lebt von der Figur des schrulligen Konsuls, den der Leser bei seinen komplizierten Gedankengängen und unkonventionellen Ermittlungen begleiten darf. Wer außergewöhnliche Schauplätze und schräge Figuren mag, wird hier bestens unterhalten.

Veröffentlicht am 04.09.2024

Nachdenklich stimmender Krimi

Den Tod belauscht man nicht
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Im Sommer 1983 wird die ehemalige Polizistin Ingrid Wolt aus der Haft entlassen. Jahrelang wurde sie von ihrem Lebenspartner misshandelt. Als sie ihn zusammen mit ihrer kleinen Tochter verlassen wollte, ...


Im Sommer 1983 wird die ehemalige Polizistin Ingrid Wolt aus der Haft entlassen. Jahrelang wurde sie von ihrem Lebenspartner misshandelt. Als sie ihn zusammen mit ihrer kleinen Tochter verlassen wollte, konnte sie sich nur mit Schüssen gegen ihren gewalttätigen Partner wehren. Die Notwehr glaubte ihr aber niemand, da sie die Misshandlungen immer geheim gehalten und gut verborgen hatte. Nun, nach der abgesessenen Haft, versucht Ingrid Wolt fern der schwedischen Hauptstadt und fern ihres ehemaligen Lebenspartners, wieder in ein normales Leben zu finden. Außerdem möchte sie wieder ihre Tochter, die inzwischen bei Pflegeeltern lebt, zurückgewinnen. Um sich eine Existenzgrundlage zu schaffen und um sich sinnvoll zu beschäftigen, setzt sie auf ihre Stärken als Ermittlerin und macht sich in der Kleinstadt Våmhus als Privatdetektivin selbständig.
Hier íst vor einem Jahr ein Junge verschwunden, doch die Mutter des Jungen kann sich nicht mit den Ergebnissen der lokalen Polizei abfinden. Diese geht davon aus, dass der Junge ertrunken sei. Ingrid wird von der Mutter des verschwundenen Jungen als Privatermittlerin engagiert, was so einigen im Dorf überhaupt nicht gefällt.
Ein unaufgeregter, eher stiller und nachdenklich stimmender, dennoch sehr spannender Krimi mit überzeugenden Charakteren und Tiefgang.