Profilbild von anja301178

anja301178

Lesejury Star
offline

anja301178 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit anja301178 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.03.2025

Tolles Buch

So heilt dein inneres Kind
0

„Narben auf dem Körper zeigen, wir haben gelebt. Narben auf dem Herzen sagen, wir haben geliebt.“

Hast du schon mal über dein inneres Kind nachgedacht oder überhaupt davon gehört? Durch Erlebnisse in ...

„Narben auf dem Körper zeigen, wir haben gelebt. Narben auf dem Herzen sagen, wir haben geliebt.“

Hast du schon mal über dein inneres Kind nachgedacht oder überhaupt davon gehört? Durch Erlebnisse in der Kindheit nehmen wir oft unbewusst Verhaltensweisen an, die im Erwachsenenalter nicht mehr förderlich sind. An entstandene Verletzungen können wir heute noch leiden, und in ähnlichen Situationen werden wir getriggert und reagieren vielleicht wie das Kind damals.

In diesem Buch wird erklärt, wie wir uns mit unserem inneren Kind verbinden und heilen können. Es wird eine zauberhafte Geschichte um Ranja, Mira und Tim erzählt. Alle drei haben verletzte innere Kinder und begeben sich auf die Reise zu ihm. Dazu gibt es interessante Reflektionsfragen und Anleitungen für Übungen.
Ich habe dann doch einige Tage mit diesem Buch verbracht. Zum einen sind die Illustrationen so wunderschön, dass ich sie mir alle auch in Ruhe anschauen wollte. Noch dazu ist es natürlich ein intensives Thema. Da muss man sich auch die Zeit nehmen, um zu verarbeiten und verstehen was man da gelesen hat. Ich habe mich auch sehr genau mit den Reflektionsfragen auseinandergesetzt und brauchte dann eine Weile, um in meinem Kopf alles zu ordnen. Auch ich hab mich also auf die Suche nach meinem inneren Kind gemacht und bei mir hat dieses Buch sehr viel ausgelöst. Hab ein paar gut verdrängte Kindheitserinnerungen hervorgeholt und auch die Abschnitte mit den vererbten Traumatas arbeiten noch in mir nach. Das waren für mich ein paar schmerzhafte, manchmal auch heilende, auf jeden Fall sehr emotionale Tage. Ich werde mich auf jeden Fall weiter mit diesem Thema beschäftigen, um noch mehr „Schattenpflanzen“ zu bekämpfen und mich besser zu verstehen.
Ein ganz wunderbares Buch, mit wunderschönen Illustrationen. Für alle Leser, die sich auch mit dem Thema beschäftigen wollen, ein absolutes MUSS.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.03.2025

Schmerzhaft schön

Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken
0

„Der Mensch, bei dem ich mich am allersichersten auf der Welt gefühlt habe, ist zu dem Menschen geworden, den ich am meisten fürchte.“

„Sich an Kleinigkeiten erfreuen zu können wie ein Kind, wenn es das ...

„Der Mensch, bei dem ich mich am allersichersten auf der Welt gefühlt habe, ist zu dem Menschen geworden, den ich am meisten fürchte.“

„Sich an Kleinigkeiten erfreuen zu können wie ein Kind, wenn es das erste Mal auf einem blinkenden Jahrmarkt steht, ist ein Geschenk. Trauern, ohne zu wissen, worum, ist eine Bürde.“

Die Protagonistin resümiert ihr Leben, blickt zurück auf ihre Zeiten in großen, kalten Häusern, Jugendhilfeeinrichtungen. Ihre Mutter, war mal warm aber hat irgendwann zu gemacht. Jahrelang hat ihre Mutter funktioniert, dann ist die Wärme erstarrt, weil keiner ihre Hilferufe hörte oder hören wollte. Elisa lebt auf der Straße, in besetzten Häusern, versifften Wohnungen, macht Bekanntschaften mit Männern, die es nicht immer gut mit ihr meinen. Und sie ist immer auf der Suche nach der Liebe, die ihr keiner mehr geben konnte.

Ein schrecklich schöner Roman, der mich zutiefst berührt hat. Elisa fühlt zu viel, ist dramatisch aber eigentlich will sie nur eins, geliebt werden. Die Angst ist ihr ständiger Begleiter, die Angst vorm verlassen werden, die kennt sie schon. Früh musste sie sich zwischen den Eltern entscheiden., dufte zu einem Elternteil keinen Kontakt mehr haben. Philosophisch, poetisch und zart machen wir eine Reise in ihre Vergangenheit zwischen Poesie und „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“. Elisa probiert alle Drogen aus, die sie bekommen kann und findet manchmal nur noch Halt und Trost in Büchern. Sie trauert um verlorene Lieben und Freundschaften und schafft es dabei immer wieder aufzustehen. Mich hat das Buch zu Tränen gerührt. Viele Zitate sind einfach nur schrecklich-traurig-schön. Eine Liebeserklärung an die Dichterin Mascha Kaleko und eine Ode ans Leben, mit all der Liebe und all dem Schmerz.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.03.2025

Kammerspiel

Wild wuchern
0

„Ich war dort, wo man mich hingepflanzt hat, wie ein Ziergewächs in einem Topf. Jetzt bin ich hier und wuchere.“

„Was mich der Geschichtsunterricht in der Oberstufe also gelehrt hat, ist, dass man immer ...

„Ich war dort, wo man mich hingepflanzt hat, wie ein Ziergewächs in einem Topf. Jetzt bin ich hier und wuchere.“

„Was mich der Geschichtsunterricht in der Oberstufe also gelehrt hat, ist, dass man immer noch kann, wenn man glaubt, dass man nicht mehr kann. Solange man nicht umgefallen ist, geht es.“

Marie ist auf der Flucht, sie rennt panisch einen Berg hinauf und hat Angst. Ihr Ziel ist ihre Cousine Johanna. Sie lebt seit Jahren in einer abgelegenen Hütte auf dem Berg, ein perfekter Ort um sich zu verstecken. Besonders gut hat Marie Johanna aber noch nie verstanden, sie ist ganz anders. Johanna liebt Tiere mehr als Menschen und redet nicht viel.

Der Roman kommt daher wie ein Kammerspiel, mit einer ordentlichen Wucht, hart, schonungslos und manchmal wieder ganz zart. Marie reflektiert ihr Leben. Zum Großvater hatte sie kein gutes Verhältnis aber sonst mochten sie alle, sie war die Goldmarie. Sie ist schön, klug und erfolgreich. Ganz anders war es bei Johanna, sie war eher still und zurückhaltend, galt als nicht besonders schlau. Nun treffen die beiden unterschiedlichen Frauen wieder aufeinander und Marie sucht nach Antworten. Das Annähern ist nicht leicht, sie umkreisen sich, finden schwer zueinander. Nach und nach erfahren wir warum Marie geflüchtet ist und wie die beiden Frauen aufgewachsen sind. Es geht um Kindheitstraumata, ob die augenscheinliche „Normalität“ wirklich immer so richtig ist und auch um das harte, entbehrliche Leben auf der Alm. Dazu kommt österreichischer Dialekt , wunderbar bildliche Naturbeschreibungen und die manchmal fast raue Sprache. Ein grandioser Roman, den man gar nicht mehr weglegen möchte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.03.2025

Spannend

Nest
0

Ciara lebt mit ihrem Ehemann und ihren zwei kleinen Mädchen zusammen. Nach außen hin ist alles perfekt aber hinter verschlossenen Türen sieht es anders aus. Ihr Ehemann kontrolliert sie, isoliert sie von ...

Ciara lebt mit ihrem Ehemann und ihren zwei kleinen Mädchen zusammen. Nach außen hin ist alles perfekt aber hinter verschlossenen Türen sieht es anders aus. Ihr Ehemann kontrolliert sie, isoliert sie von ihrer Familie. Ciara ist ihm und seinen Launen ausgeliefert. Ein kurzer Augenblick voller Mut und Ciara nimmt ihre Kinder, packt ein paar Sachen zusammen und fährt einfach los. Sie weiß nicht wo sie schlafen soll, hat kaum Geld und Angst vor den Konsequenzen ihres Ehemanns. Der erste Schritt ist geschafft aber wie kann sie das durchhalten?

Spannend und emotional begleiten wir Ciara auf ihrer Reise wieder zu sich zu finden. Sie hat kein Geld, kein Dach über dem Kopf aber sie hat Willenskraft und Stärke. Manchmal verzweifelt sie fast an den Steinen, die ihr überall in den Weg gelegt werden, manchmal wird ihre Gutmütigkeit ausgenutzt. Doch sie kämpft weiter. Eindrucksvoll ist ihre Angst beim Leser immer spürbar. Die Macht des verlassenen Mannes, seine Manipulationen sind einfach nur schrecklich. Auch das Gefühl, dass ihr niemand glaubt, weil es sich „nur“ um psychischen Missbrauch handelt, ist sehr eindringlich beschrieben. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es ist sehr spannend und emotional geschrieben. Für alle Leser, die Geschichten über starke Frauen mögen, sehr empfehlenswert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.03.2025

Wunderbar

Das Leben fing im Sommer an
0

„Ich wusste, dass da sehr viel Liebe drinsteckte, und zu viel Liebe gibts es nicht, hatte mein Opa mir kurz vor seinem Tod gesagt. Ich war damals vier gewesen, aber dieser Satz hatte sich wie meine schönste ...

„Ich wusste, dass da sehr viel Liebe drinsteckte, und zu viel Liebe gibts es nicht, hatte mein Opa mir kurz vor seinem Tod gesagt. Ich war damals vier gewesen, aber dieser Satz hatte sich wie meine schönste Narbe in meine Gedanken eingeschrieben.“


Der Sommer 2006 wird für den 15jährigen Chris ein ganz besonderer Sommer. Er erlebt das erste Mal das Verliebtsein, Herzschmerz, einen wilden Roadtrip und viele Selbstzweifel, noch dazu die Fußball WM im eigenen Land.

Es gibt manchmal Tage im Leben, die einfach so besonders und aufregend sind und einen nachhaltig prägen. Tage voller Leichtigkeit, Gefühl und ganz vielen neuen Möglichkeiten. Genau darum geht es in diesem Roman. Chris ist ein klassischer Teenager, noch etwas naiv, voller Leichtigkeit aber auch voller Ängste und Sorgen. Er verliebt sich, weiß gar nicht wohin mit dem ganzen Glück. Dann folgt eine Nacht, die alles verändern wird. Chris leidet, begibt sich mit seinem Freund auf einen Roadtrip und sie erleben viele aufregende Momente.
Ich habe den Roman in einem Rutsch durchgelesen, hab gelacht, geweint und hab mitgelitten. So viel Herz in einem Buch, so viel Wärme, Liebe, Hoffnung. Ein Roman wie ein warmer Sommerregen, man fühlt sich wohl, entspannt sich, will nicht, dass es aufhört. Was soll ich sagen? Ich bin verliebt in dieses Buch. Ich möchte jetzt bitte sofort Sommer und wieder 15 sein. Ein wunderbares Lesevergnügen.

Ganz unbedingt lesen!!!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere