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asc259

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.05.2026

Einfach grandios erzählt

Mr. Saitos reisendes Kino
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Von der ersten Seite an hat mich das Buch in seinen Bann gezogen, mit seinen Wortschöpfungen und Satzkonstruktionen. In einem Augenblick schmunzelt man, im anderen laufen die Tränen der Rührung.
Ihre ersten ...

Von der ersten Seite an hat mich das Buch in seinen Bann gezogen, mit seinen Wortschöpfungen und Satzkonstruktionen. In einem Augenblick schmunzelt man, im anderen laufen die Tränen der Rührung.
Ihre ersten Lebensjahre verbringt Carmelita in einem Kloster in Buenos Aires mit ihrer Mutter Fabiola, die einst als Findelkind vor dessen Tor in einem Schuhkarton abgelegt wurde. Politische Umstände zwingen Mutter und Kind als blinde Passagiere auf einem Frachter das Land zu verlassen und sie gelangen auf eine kanadische Insel im Nordatlantik. Die achtjährige Lita fühlt sich sofort zu Hause und sie zwingt ihre rastlose Mutter mit einer Reihe eigebildeter Krankheiten hier sesshaft zu werden. Wir lernen Oona McGregor kennen, eine Freundin fürs Leben und die Menschen aus ihrem Umfeld mit seinen Schrullen und imperfekten Äußerlichkeiten.
Und dann kommt Mr. Saito, der japanische Besitzer eines Wanderkinos, der die Freundinnen in seine Welt einführt.
Als Leser taucht man ein in das Leben dieser Insel in den Dreißigern und Vierzigern des letzten Jahrhunderts, lernt ihre Widrigkeiten und Schönheit kennen. Carmelitas wächst auf im Kreise dieser Menschen und inmitten dieser Natur, man erlebt die erste Liebe und den Kummer, der daraus folgt. Sie perfektioniert sich in dem, was ihr Mr. Saito beibrachte. Nach dessen Tod bereisen die Freundinnen seine Route, Inseln im Norden Kanadas. Es ist auch ein Stück Geschichte, was hier erzählt wird.

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Veröffentlicht am 11.05.2026

Mal was anderes

Die Straße
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Wir werden für ein Jahr in die Heidestraße versetzt mit seinen Häusern und Menschen. In Splittern werden Dialoge wiedergegeben, Monologe, behördliche Anordnungen, Schichtpläne im Pflegeheim. Auch wenn ...

Wir werden für ein Jahr in die Heidestraße versetzt mit seinen Häusern und Menschen. In Splittern werden Dialoge wiedergegeben, Monologe, behördliche Anordnungen, Schichtpläne im Pflegeheim. Auch wenn es anfangs recht abgehackt wirkt, findet man schnell die Zusammenhänge. Wer hat das gesagt, was geht hier vor usw.? Ein paar Wenige werden namentlich benannt, deren Gedankengänge und was andere über sie reden. Die fehlende durchgehende Handlung habe ich nicht vermisst. Es geht in erster Linie um die Menschen ohne irgendeine Wertung.
Seethaler gibt uns manchmal recht kurze, manchmal auch etwas längere Fragmente vor und der Leser wird angeregt sich seine Gedanken zu machen, sich selbst die Handlung zusammenzustückeln. Eine interessante Art zu schreiben, mich hat das so beeindruckt, dass ich die fünf Sterne mehr als gerechtfertigt finde.

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Veröffentlicht am 03.04.2026

Realität und Mythos im Zusammenspiel

Moorgold - Ein Erzgebirgskrimi
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Ein Kriminalfall eingebettet in die Sagenwelt des Erzgebirges.
Eine junge Kriminalkommissarin ermittelt im Mordfall eines tschechischen Puppenspielers. Fast zeitgleich wurde auf böhmischer Seite das Skelett ...

Ein Kriminalfall eingebettet in die Sagenwelt des Erzgebirges.
Eine junge Kriminalkommissarin ermittelt im Mordfall eines tschechischen Puppenspielers. Fast zeitgleich wurde auf böhmischer Seite das Skelett eines Mannes gefunden, der dreißig Jahren zuvor spurlos verschwunden ist. Viele Orte aus dem Roman kenne ich und habe meinen eigenen Bezug dazu. Das entschuldigt dann auch ein bisschen die Entfernungen zwischen Prag, Chemnitz und Leipzig, die so mal eben fix abgefahren wurden.
Wir erfahren in diesem Roman so Einiges über Legenden und Mythen des oberen Erzgebirges. An dem Ort, an dem das Skelett gefunden wurde, spielen sich derart mystische Dinge ab, die unsere Kommissarin doch recht verwirren.
Alles hängt irgendwie zusammen. Als nach dem Krieg die Deutschen aus diesem Gebiet vertrieben wurden, haben viele ihre Wertgegenstände in den Wäldern versteckt in der Hoffnung, diese bald abholen zu können, wenn sich die Lage entspannt hätte, wozu es bekanntlich niemals gekommen ist. Fünfzig Jahre später hat es dann Schatzsucher auf den Plan gerufen. Das war der Ursprung des Falles mit dem Skelett. Doch was hat das mit dem Mord an dem Puppenspieler zu tun?
Für mich wirkt dieser Krimi nicht so ganz überzeugend. Erst am Ende baute sich dann eine gewisse Spannung auf, wie sie sich für guten einen Krimi gehört. Die Einbeziehung der Figuren aus der Sagenwelt in die Handlung wirkten dann tatsächlich real.

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Veröffentlicht am 15.03.2026

Trauma der Vertreibung

Elbland
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Was macht es mit einem siebenjährigen Kind, das von heute auf morgen auf brutalste Art und Weise aus seinem wohlbehüteten Zuhause vertrieben wird? Wie wirkt sich das auf die nachfolgende Generation aus?
Nina ...

Was macht es mit einem siebenjährigen Kind, das von heute auf morgen auf brutalste Art und Weise aus seinem wohlbehüteten Zuhause vertrieben wird? Wie wirkt sich das auf die nachfolgende Generation aus?
Nina kannte ihre Mutter ein Leben lang depressiv, die immer wieder zur Kur fahren musste. Nina war es leid, die pflichtbewusste Tochter zu sein. Doch als die Mutter starb, war es auch keine Erleichterung für Nina. Beim Ausräumen der Wohnung stieß sie auf ein Rechenbuch mit einem Foto und einer Postkarte. Nina wollte ihrer inneren Unruhe auf den Grund gehen und sie reiste in den Heimatort ihrer Mutter. Diese hatte nie darüber gesprochen, was damals vor sich gegangen ist.
Das Buch hat mich tief berührt. Am Ende fand sich eine Erklärung, Verständnis für die Mutter die ihre Erlebnisse mit ins Grab genommen hat, für ihr Handeln, die Bevorzugung der jüngeren Schwester, die ständigen Albträume.
Mit dem, was Nina dort im Riesengebirge herausfindet, wird es ihr gelingen, auch ihr eigenes Leben und ihr Verhältnis zur Schwester zu ordnen.

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Veröffentlicht am 07.03.2026

Lesenswert

Die Bücherfrauen von Listland. Der Duft des Strandhafers
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Der Roman ist eine Hommage an die Nordfriesischen Inseln mit ihrer einzigartige wilden Schönheit und seiner Tierwelt. Darin angesiedelt hat die Autorin die Menschen. Es geht um die beiden Schwestern Fenja ...

Der Roman ist eine Hommage an die Nordfriesischen Inseln mit ihrer einzigartige wilden Schönheit und seiner Tierwelt. Darin angesiedelt hat die Autorin die Menschen. Es geht um die beiden Schwestern Fenja und Martje.
Vor Jahren verschwand Martje, die ältere der beiden Schwestern, während eines Unwetters. Heute ist Fenja fünfundachtzig Jahre alt und eine angesehene Kinderbuchautorin. In ihren Büchern hat sie die Geschichten, die ihr einst ihre Großmutter erzählte, niedergeschrieben. Außerdem leitet sie die Bücherfrauen und engagiert sich für neue Autoren. Über eine Stiftung bekommt eine bzw. einer von ihnen ein Stipendium mit der Aufgabe ein angefangenes Manuskript eines einstigen Bürgers von Sylt aus dem Jahr 1938 als Roman zu Ende zu schreiben.
Anna ist ihre Biografin. Sie recherchiert in diesem Zuge zum Verbleib von Martje.
Parallel dazu wird Martjes Werdegang ab 1958, dem Jahr, in dem sie verschwand, erzählt. Immer wieder gibt es ein paar Ungereimtheiten, die am Ende aber doch ihren logischen Schuss finden. Es ist spannend, die Handlung zieht den Leser durch und ist niemals langweilig.

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