Einfach grandios erzählt
Mr. Saitos reisendes KinoVon der ersten Seite an hat mich das Buch in seinen Bann gezogen, mit seinen Wortschöpfungen und Satzkonstruktionen. In einem Augenblick schmunzelt man, im anderen laufen die Tränen der Rührung.
Ihre ersten ...
Von der ersten Seite an hat mich das Buch in seinen Bann gezogen, mit seinen Wortschöpfungen und Satzkonstruktionen. In einem Augenblick schmunzelt man, im anderen laufen die Tränen der Rührung.
Ihre ersten Lebensjahre verbringt Carmelita in einem Kloster in Buenos Aires mit ihrer Mutter Fabiola, die einst als Findelkind vor dessen Tor in einem Schuhkarton abgelegt wurde. Politische Umstände zwingen Mutter und Kind als blinde Passagiere auf einem Frachter das Land zu verlassen und sie gelangen auf eine kanadische Insel im Nordatlantik. Die achtjährige Lita fühlt sich sofort zu Hause und sie zwingt ihre rastlose Mutter mit einer Reihe eigebildeter Krankheiten hier sesshaft zu werden. Wir lernen Oona McGregor kennen, eine Freundin fürs Leben und die Menschen aus ihrem Umfeld mit seinen Schrullen und imperfekten Äußerlichkeiten.
Und dann kommt Mr. Saito, der japanische Besitzer eines Wanderkinos, der die Freundinnen in seine Welt einführt.
Als Leser taucht man ein in das Leben dieser Insel in den Dreißigern und Vierzigern des letzten Jahrhunderts, lernt ihre Widrigkeiten und Schönheit kennen. Carmelitas wächst auf im Kreise dieser Menschen und inmitten dieser Natur, man erlebt die erste Liebe und den Kummer, der daraus folgt. Sie perfektioniert sich in dem, was ihr Mr. Saito beibrachte. Nach dessen Tod bereisen die Freundinnen seine Route, Inseln im Norden Kanadas. Es ist auch ein Stück Geschichte, was hier erzählt wird.