Cover-Bild Elbland
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23,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Ullstein Buchverlage
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 368
  • Ersterscheinung: 12.03.2026
  • ISBN: 9783550204463
Claudia Rikl

Elbland

Roman | »Claudia Rikl schreibt mit großer Empathie und Leidenschaft über die Lebenslügen einer leidgeprüften Generation und das erdrückende Erbe des Ungesagten.« Kristina Hauff

Über die verlorene Heimat am Ufer der Elbe

Als ihre Mutter Irma stirbt, verliert Nina den Boden unter den Füßen. Nach Jahren des Ausharrens an der Seite dieser gebrochenen Frau ist sie plötzlich frei und fühlt sich verlorener denn je. Um wieder festen Grund zu finden, reist sie ins tschechische Riesengebirge, wo die Familie ihren letzten gemeinsamen Urlaub verbracht hat. Nina will ergründen, was die Familie damals auseinandertrieb – und was das Land für sie bereithält, das ihre Mutter einst Heimat nannte: Böhmen.

So tiefsinnig wie schwebend schön ergründet Claudia Rikl, was beim Verlassen der Heimat zurückbleibt und was uns das Bleiben kostet.

»Claudia Rikl schreibt mit großer Empathie und Leidenschaft über die Lebenslügen einer leidgeprüften Generation und das erdrückende Erbe des Ungesagten.« Kristina Hauff

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.04.2026

Familienverstrickungen und vererbte Schuld

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Als Ninas Mutter plötzlich stirbt, bricht dadurch nicht die Familie auseinander. Nein, denn das ist sie schon vor vielen Jahren und über einen ein Leben lang reichenden Zeitraum hinweg. Zerbrochen und ...

Als Ninas Mutter plötzlich stirbt, bricht dadurch nicht die Familie auseinander. Nein, denn das ist sie schon vor vielen Jahren und über einen ein Leben lang reichenden Zeitraum hinweg. Zerbrochen und auseinandergefallen in lauter Einzelteile: Nina als einzige noch verhaftet bei der Mutter, der Vater längst mit neuer Familie, die Lieblingstochter und jüngere Schwester Katja meilenweit entfernt – vor allem gefühlsmäßig. Und obwohl Nina erwachsen ist, hat sie nie den Grund dafür verstanden. Eine Reise in die verlorene Heimat ihrer Mutter soll Licht ins Dunkel verborgener Konflikte bringen.

Der Roman beginnt am Wendepunkt von Mutter Irmas Tod und Beerdigung und mit einer Nina, die in Verbitterung festgefahren ist. Nach und nach breiten sich vor uns beim Lesen die Spannungen zwischen den Beteiligten aus. Denn Nina hat nicht nur ein belastetes Verhältnis zu Vater und Schwester, auch die Beziehung zu ihrem Partner ist äußerst fragil. Schmerzhaft ist es beim Lesen, wie Nina als Charakter leidet, aneckt und immer wieder an Grenzen stößt, deren Regeln sie nicht versteht. Beinahe krampfig klammert sich Nina an ihrer gebrochenen Mutter fest, so dass der Vater schließlich fordert: „Lass sie gehen, Nina. Lass Mutti los, es wird Zeit.“ Doch auf das Loslassen folgt Leere.

Die Reise in die böhmische Heimat ihrer Mutter bringt noch mehr Schmerz, aber auch Erkenntnisse. Die Vergangenheit von Mutter Irma ist äußerst einfühlsam erzählt und reißt am Ende nicht nur an Ninas Herz, sondern auch an meinem.

Die wahre Stärke des Romans liegt für mich persönlich jedoch gar nicht im historisch absolut beklemmenden Kontext, sondern es ist die Filetierung der zwischenmenschlichen Beziehungen, das Offenlegen dieses zerbrechlichen Geflechts und der darunter liegenden Gefühle, das Thema weitergegebener Schuldgefühle, die noch die nächste Generation vergiften, die mich beim Lesen gepackt und zum Nachdenken angeregt haben.

Ein Buch, das noch nachhallt, wenn man die Buchdeckel schließt.

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Veröffentlicht am 19.04.2026

Suche nach Identität

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"Elbland" von Claudia Rikl erzählt eine ruhige, aber eindringliche Geschichte über Herkunft, Familie und Identität.

Als Ninas Mutter Irma stirbt, bricht eine Welt für sie zusammen und sie beginnt, sich ...

"Elbland" von Claudia Rikl erzählt eine ruhige, aber eindringliche Geschichte über Herkunft, Familie und Identität.

Als Ninas Mutter Irma stirbt, bricht eine Welt für sie zusammen und sie beginnt, sich viele Fragen zu stellen. Lange Zeit hat sie ihr ganzes Leben nach den Bedürfnissen ihrer Mutter ausgerichtet und als diese plötzlich nicht mehr ihr Leben bestimmen, muss Nina ihren eigenen Weg finden. Das tut sie u.a., indem sie in das tschechische Riesengebirge reist, aus dem ihre Mutter einst als Kind vertrieben worden ist. Nina erhofft sich dadurch Antworten auf ihre Fragen dazu, warum ihre Mutter so war wie sie war.

Zu Beginn fiel es mir aufgrund der verschiedenen Zeitebenen nicht leicht, in die Handlung hineinzufinden. Doch nach und nach hat mich die Geschichte dann immer mehr in ihren Bann gezogen. Die Autorin erzählt unaufgeregt, aber dennoch auch mit einer gewissen Dramatik. Besonders beeindruckt haben mich die Figuren. Sie sind keine glatt gezeichneten Charaktere, sondern haben Ecken und Kanten, wirken dadurch authentisch und greifbar. Im Zentrum steht dabei immer wieder die Beziehung der beiden Schwestern Nina und Katja, die vielschichtig und glaubwürdig dargestellt wird. Wiederholt habe ich mich gefragt, ob ich Ninas Wut auf ihre Schwester und ihren Vater nachvollziehen kann oder ob ich durchaus auch die Entscheidungen der anderen Familienmitglieder nachvollziehen kann.

Besonders spannend fand ich die Nachforschungen, die Nina im Heimatland ihrer Mutter anstellt. Nach und nach setzt sich ein Puzzle zusammen, was einen Zusammenhänge verstehen lässt. Der Autorin gelingt es wunderbar, Ninas Suche nach Identität und der damit verbundenen Herkunft der Familie zu schildern. Es wird deutlich, was es mit den nachfolgenden Generationen macht, wenn die eigene Familiengeschichte verschwiegen wird. Der Umgang der Mutter mit ihrer Vergangenheit scheint die gesamte Familie sehr geprägt zu haben, weshalb man als Leser*in sehr neugierig ist, was ihr widerfahren ist.

Auch sprachlich überzeugt das Buch: Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Stattdessen schafft er Raum für leise Zwischentöne, die lange nachwirken.

„Elbland“ ist ein stiller, nachdenklicher Roman, der eine zentrale Frage aufwirft: Weiß man eigentlich wirklich, woher man kommt? Und wie sehr prägt uns das, was wir über unsere Herkunft wissen – oder eben nicht wissen?

Da wir im Sommer nach Tschechien und in die Slowakei reisen, hat mich dieses Buch besonders interessiert. Ich lese vor Urlauben sehr gern Romane, die ganz oder zumindest teilweise in unseren Reiseländern handeln, da man so vorab schon einige wertvolle Eindrücke und oft spannende Einblicke in die Geschichte des Landes erhält. Das Lesen dieses Romans hat sich definitiv gelohnt!

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Veröffentlicht am 10.04.2026

Heimatlos

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„Elbland“ von der Autorin Claudia Rikl hat mich sehr berührt. Ein Buch, was ich regelrecht verschlungen habe.

Irma wird als siebenjähriges Kind aus ihrem Umfeld gerissen. Zu groß das Trauma und sie kommt ...

„Elbland“ von der Autorin Claudia Rikl hat mich sehr berührt. Ein Buch, was ich regelrecht verschlungen habe.

Irma wird als siebenjähriges Kind aus ihrem Umfeld gerissen. Zu groß das Trauma und sie kommt nie wirklich dazu das Erlebte zu verarbeiten. Ihr Leben voller Leid.
Nina ist ein pflichtbewusstes Kind und immer für ihre Mutter da.
Ihre Mutter kennt sich nur als depressiv und leidend, die ständig auf Kur war. Als ihre Mutter verstirbt, ist es für Nina nicht leicht. Sie verliert regelrecht den Boden unter den Füßen. Sie fühlt sich verloren. Beim Ausräumen der Wohnung findet Nina Zeugnisse aus der Vergangenheit der Mutter. Um zu verstehen und zu sich selbst zu finden, begibt sie sich auf die Reise ins Riesengebirge. Dort versucht sie zu ergründen, wer ihre Mutter wirklich was und was ihr widerfahren ist.
Der Roman spielt in verschiedenen Zeitebenen. Wir erfahren über die Flucht der Mutter in der Nazi-Zeit und über das Leben einer Sudentendeutschen in der ehemaligen DDR.
Der Schreibstil gefällt mir sehr gut, fließend und einfühlsam. Ein wundervolles Buch, das auch Zeitzeugnis ist und zum Nachdenken anregt.

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Veröffentlicht am 04.04.2026

eine berührende Geschichte

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"Elbland " von Claudia Rikl ist für mich eines der wenigen Highlights im noch neuen Lesejahr 2026. Ich kenne schon ihr Buch " Wellenkinder" was mir damals auch sehr gut gefallen hat und was sie unter dem ...

"Elbland " von Claudia Rikl ist für mich eines der wenigen Highlights im noch neuen Lesejahr 2026. Ich kenne schon ihr Buch " Wellenkinder" was mir damals auch sehr gut gefallen hat und was sie unter dem Namen Liv Marie, Bahrow geschrieben. Welches ihr wahrer Name ist und welcher Pseudonym, wiß ich leider nicht.

In "Elbland erzählt Claudia Rikl eine Familiengeschichte, angelehnt an das Schicksal ihrer Großmutter, die sicherlich kein Einzelfall ist. Traumatische Erlebnisse, die nie aufgearbeitet wurden und somit an weitere Generationen weitergegeben wurden.

Wir lernen Nina kennen, die ihre schwer depressive Mutter bis zu ihrem Tod gepflegt hat. Ihre Schwester hat das Elternhaus schon früh verlassen und auch ihr Vater ging und gründete eine neue Familie. Alles schmerzhafte Erlebnisse für Nina. Sie erinnert sich, dass dieser Bruch mit einem Urlaub im Jahhr 1987 zusammenhing, dem Urlaub nachdem ihre Familie zerbrach.

Sie will unbedingt herausfinden , was geschah und begibt sich auf Spurensuche im Heimatland ihrer Mutter.

Auf drei Zeitebenen 1945/1987 und in der Gegenwart ist diese Geschichte geschrieben, die Stück dür Stück aufklärt, was geschehen ist und warum diese Familie zerbrach.

Mit vielen interessanten Informationen aus der Vergangenheit und in einem sehr emphatischen Erzählstil, erlebt der Leser das Schicksal einer Familie, die sicherlich kein Einzelfall ist. Menschen, die für ihr Leben gezeichnet sind und ihre Erlebnisse nie verwinden können und in nachfolgende Generationen weitergeben.

Eine dicke Leseempfehlung

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Traurige Familiengeschichte

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Als Ninas Mutter stirbt, geht für sie eine Welt unter. Obwohl sich die beiden gefühlt nicht allzu nahe standen, trifft der Verlust Nina schwer. Sie kam sich oft als das ungeliebte Kind vor, der ...

Als Ninas Mutter stirbt, geht für sie eine Welt unter. Obwohl sich die beiden gefühlt nicht allzu nahe standen, trifft der Verlust Nina schwer. Sie kam sich oft als das ungeliebte Kind vor, der Lückenbüßer. Spontan reist Nina nach Tschechien, um die Geschichte ihrer Mutter zu hören.

Ich bin absolut beeindruckt von diesem tollen, historischen Roman. Er ist spannend, er ist informativ und nimmt mich mit, in mir eine der grausamsten Zeiten der Geschichte. So viele Menschen haben alles verloren, ihre Heimat, ihr Leben ihre Familie, wegen ein paar machthungrigen Männern. Es ist so grausam, dass die Gesinning erst einzelner so weitreichende Konsequenzen für so viele Menschen hatte und zeigt uns mal wieder auf, dass wir Menschen mit einander sprechen sollten und uns nicht gegenseitig bekriegen.

Ein interessanter und wichtiger Roman über das Schicksal der Sudetendeutschen.

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