Profilbild von Humpi

Humpi

Lesejury Profi
offline

Humpi ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Humpi über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.11.2025

Überzeugendes Finale

Magisterium - Das 5. Jahr
0

„Magisterium - Das 5. Jahr“ ist ein schöner Abschluss der gesamten Buchreihe. Nachdem das Ende des vierten Bands doch etwas plötzlich kam, wurde der finale Kampf hier das gesamte Buch über sehr angenehm ...

„Magisterium - Das 5. Jahr“ ist ein schöner Abschluss der gesamten Buchreihe. Nachdem das Ende des vierten Bands doch etwas plötzlich kam, wurde der finale Kampf hier das gesamte Buch über sehr angenehm aufgebaut. Call und seine Freunde müssen sich spannenden, magischen Herausforderungen stellen und dabei einmal mehr zeigen, wie viel man mit Freundschaft, Loyalität und Mut erreichen kann.

Ich habe mich sehr gefreut, dass dieser Band im Gegensatz zum Vorgänger wieder zu großen Teilen im Magisterium spielt. Ich mag die Atmosphäre der unterirdischen Zauberschule sehr und habe mich sehr über das Wiedersehen mit alten Freunden wie dem Waran „Warren“ gefreut. Die zwischenzeitlichen Ortswechsel machen das Buch dynamisch und sorgen für einen schönen Spannungsaufbau. Besonders gefallen hat mir außerdem die Weiterentwicklung der Figuren. Die Hauptcharaktere wirken reifer, reflektierter und stehen vor Entscheidungen, die ihre moralischen Überzeugungen auf die Probe stellen. Callum beschäftigt sich glücklicherweise nicht mehr so stark mit seiner „Kriegstreiberliste“, sondern kann sich immer besser mit seiner Identität arrangieren und versucht, das Beste daraus zu machen. Es war spannend, seinen Umgang mit Schuld, Erwartungen und der Frage nach Identität als Leserin zu verfolgen. Ich mochte außerdem, dass anhand des Protagonisten sehr schön deutlich wurde, dass nichts vorbestimmt ist, sondern man immer eine Wahl hat, sich zwischen Gut und Böse zu entscheiden. Der fünfte Band hält auch immer wieder inhaltliche Überraschungen bereit, die für spannende Wendungen sorgen und mich überzeugt haben.

Die Sprache der Autorinnen ist klar und verständlich und passt so wunderbar zur anvisierten jungen Zielgruppe. Auch das Cover ist sehr ansprechend gestaltet und würde mich in einer Buchhandlung auf das Buch aufmerksam machen. Neben dem schönen Cover und dem tollen Farbschnitt ist auch die Gestaltung der Innenseiten des Hardcover-Umschlags sehr gelungen!

Insgesamt konnte mich der fünfte Band sehr überzeugen! Das Finale wirkt weder erzwungen noch überhastet, sondern rundet die Reihe stimmig ab. Wer die vorherigen Bände mochte, wird auch diesen Abschluss gern lesen!

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Cover
  • Fantasie
Veröffentlicht am 09.11.2025

Band 4 - das moralische Labyrinth der Magie

Magisterium - Das 4. Jahr
1

Cal, Tamara und Jasper müssen in diesem Band außerhalb des Magisteriums zeigen, dass sie sich gemeinsam gegen das Böse stellen können. Das Buch beginnt im Gefängnis und setzt nicht unmittelbar nach der ...

Cal, Tamara und Jasper müssen in diesem Band außerhalb des Magisteriums zeigen, dass sie sich gemeinsam gegen das Böse stellen können. Das Buch beginnt im Gefängnis und setzt nicht unmittelbar nach der Handlung des dritten Bands ein. Den Zeitsprung habe ich als angenehm und sinnvoll empfunden.

Das gesamte Geschehen in Band 4 ist recht düster, aber auch mitreißend und von Beginn an spannend! Mir hat es gut gefallen, dass die Spannung nicht langsam aufgebaut wird, sondern direkt zu Beginn zahlreiche spannende Wendungen passieren. Schade fand ich dabei nur, dass wir uns in diesem Buch kein einziges Mal im Magisterium befinden. Bei den vorherigen Bänden mochte ich vor allem die Schilderungen des Lebens von Cal und seinen Freunden an diesem wohligen Ort der Zauberei. Das hat mir hier etwas gefehlt.

Besonders gut hat mir bei Band 4 hingegen gefallen, dass moralische Fragen stark in den Vordergrund gerückt wurden. So fragt sich Cal immer wieder, was nun gut oder böse ist und auch uns Leser:innen wird es so teilweise auch schwer gemacht, zwischen „dem Guten“ und „dem Bösen“ unterscheiden zu können. So wird deutlich, dass es eben auch Grautöne gibt und nicht alle Figuren immer nur böse oder gut sind. Durch diese im Fokus stehenden Fragen wurde auch die Entwicklung der einzelnen Charaktere sehr schön deutlich. Die inneren Konflikte der Figuren werden sprachlich ansprechend geschildert und haben mich auf jeden Fall begeistert. Schön ist aber auch, dass die Themen aus den vorherigen Bänden – allem voran Freundschaft und Vertrauen – hier aber ebenfalls nicht zu kurz kommen. Lediglich eine sich anbahnende Liebesgeschichte hat mich in diesem Band etwas genervt und ich hätte mir gewünscht, dass man diese einfach weggelassen hätte, da sie für mich keinerlei Mehrwert für die Handlung geboten hat.

Das Ende des vierten Bandes kam für dich dann etwas abrupt, war aber dennoch nachvollziehbar. Es bleiben etliche Fragen offen, sodass ich mich nun schon sehr auf Band 5 freue!

Insgesamt führt Band 4 die Geschichte rund um das Magisterium wunderbar fort. Ich möchte eine explizite Leseempfehlung aussprechen für alle, die magische Handlungen und Zauberschulen wie die bei „Harry Potter“ lieben. Auch wenn sich die „Magisterium“-Reihe eigentlich an Jüngere richtet, bin ich der Meinung, dass man die Bände auch noch gut als Erwachsene:r lesen kann!

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Cover
  • Fantasie
Veröffentlicht am 09.10.2025

Historischer Kinderkrimi

Greta Grimaldi und der Junge aus dem Schatten
0

Davide Morosinottos "Greta Grimaldi und der Junge aus dem Schatten" bietet eine tolle Mischung aus historischem Roman und Kriminalgeschichte. Da mich die Geschichte rund um Kaspar Hauser schon als Kind ...

Davide Morosinottos "Greta Grimaldi und der Junge aus dem Schatten" bietet eine tolle Mischung aus historischem Roman und Kriminalgeschichte. Da mich die Geschichte rund um Kaspar Hauser schon als Kind fasziniert hat, bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden.

Zunächst einmal hat das Buch ein wunderschönes Hardcover, das durch die dunklen sowie goldenen Akzente sofort ins Auge sticht. Das Buch fühlt sich wertig an und die Innengestaltung des Buchs (Stadtplan, Illustrationen) unterstreicht dies noch einmal.

Der Autor schafft es direkt zu Beginn wunderbar, das Nürnberg von 1829 vor meinem Auge zum Leben zu erwecken. Ich konnte mir das Stadtbild und die Stimmung zur damaligen Zeit sehr gut vorstellen. Außerdem mochte ich, dass das Setting sehr düster und daher passend zur Geschichte rund um Kaspar Hauser ist.

Der Spannungsbogen beim Lesen war für mich angenehm: Es gibt immer wieder Andeutungen und Hinweise, die einen als Leserin auf verschiedene Fährten locken. So war das Buch bis zum Ende hin spannend und man fiebert mit. Der Schreibstil liest sich flüssig und angenehm.

Die Protagonistin Greta ermittelt selbstbewusst auf eigene Faust und wirkt dabei sehr sympathisch und klug. Wenn man Romane für Erwachsene gewohnt ist, fehlt es einem in Kinder- und Jugendbüchern häufig an Tiefe bei den Charakteren. Das habe ich bei diesem Buch auch so empfunden, für junge Leser
innen ab 12 Jahren finde ich es aber vollkommen angemessen. Insbesondere Kaspar Hauser bleibt bis zum Ende eine diffuse Figur - das hat der Autor vermutlich aber bewusst so konzipiert.
Die Komplexität der Handlung ist stimmig für das Alter und wird vor allen denjenigen viel Freude bereiten, die Rätsel bzw. Geheimnisse und eine düstere Atmosphäre mögen. Eine klare Leseempfehlung für dieses Alter, aber auch für Erwachsene, die sich für die Geschichte rund um Kaspar Hauser interessieren!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.09.2025

Frauen zwischen persönlichen Wünschen und gesellschaftlichen Erwartungen

Hello Baby
0

Sechs südkoreanische Frauen und ein Wunsch: Mutter werden. In einem Gruppenchat tauschen sie sich über ihren bislang unerfüllten Kinderwunsch und die Behandlung in einer Fruchtbarkeitsklinik in der Stadt ...

Sechs südkoreanische Frauen und ein Wunsch: Mutter werden. In einem Gruppenchat tauschen sie sich über ihren bislang unerfüllten Kinderwunsch und die Behandlung in einer Fruchtbarkeitsklinik in der Stadt Seoul aus. Dabei erfährt man viel über die verschiedenen Frauen, was den Leser*innen auch einen Einblick in die südkoreanische Gesellschaft gibt.

Ich fand es erschütternd, was die Frauen auf ihrer „Kinderwunschreise“ so alles erleben müssen. Ich habe schon bei Frauen aus meinem Freundeskreis mitbekommen, dass eine Kinderwunschbehandlung körperlich und psychisch hart ist, aber die Einblicke aus dem Roman haben mir noch einmal deutlich vor Augen geführt, wie hart dieser Weg tatsächlich ist. Die Autorin macht im Nachwort deutlich, dass sie persönliche Erfahrungen in diesem Bereich machen musste, weshalb ich die Schilderungen im Roman als sehr realistisch einschätze. Abgesehen von den Einblicken in die Kinderwunschbehandlung haben mich vor allem die Schilderungen der gesellschaftlichen Umstände sehr fasziniert. In Südkorea scheint das Paradoxon zu existieren, dass insbesondere die älteren Generationen die Frauen unter Druck setzen, doch bitte möglichst schnell Nachwuchs zur Welt zu bringen, während die Wirtschaft hofft, dass Frauen auf dem Arbeitsmarkt verfügbar bleiben und nicht durch Schwangerschaft und Eltern-Dasein ausfallen. Die Autorin Kim Eui-kyung verwebt diesen Widerspruch wunderbar in ihrem Roman und macht deutlich, was diese nicht miteinander vereinbaren Ansprüche auf emotionaler Ebene mit ihren Romanfiguren macht.

Auch wenn der Erzählsstil recht nüchtern ist, werden die Emotionen sehr gut deutlich und man fühlt sich schnell in die verschiedenen Frauen hinein. Ich mochte die abwechselnden Erzählperspektiven sehr gern und habe mich durch diesen Roman insgesamt sehr gut unterhalten, aber auch informiert gefühlt. In der Zukunft werde ich definitiv anders auf IVF blicken.

Für alle, die gesellschaftskritische Romane mögen und Interesse am Thema haben, kann ich diesen Roman nur wärmstens empfehlen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.09.2025

Politisch, klug, begeisternd

Das Geschenk
0

Deutschland verbietet die Einfuhr von Jagdtrophäen, der Präsident von Botswana schickt daraufhin 20 000 Elefanten als „Geschenk“ nach Berlin, was Politik, Gesellschaft und Machtstrukturen in einer satirischen ...

Deutschland verbietet die Einfuhr von Jagdtrophäen, der Präsident von Botswana schickt daraufhin 20 000 Elefanten als „Geschenk“ nach Berlin, was Politik, Gesellschaft und Machtstrukturen in einer satirischen Krisensituation gnadenlos auf die Probe stellt.

Nachdem mich Schoeters’ Roman „Trophäe“ sehr begeistert hat, konnte ich es kaum abwarten, „Das Geschenk“ endlich in den Händen zu halten und zu lesen.
Das Szenario ist natürlich reichlich absurd, aber doch auch genial. Gaea Schoeters schafft es auf kluge Art und Weise, diese absurde Situation mit den großen Fragen unserer Politik zu verknüpfen. Besonders begeistert hat mich, wie die Autorin gesellschaftliche Debatten, politische Strategien und mediale Mechanismen in einem kurzweiligen Roman unterbringt. Sie zeigt dabei einen humorvollen, aber in der Konsequenz doch auch ernsten Umgang mit aktuellen Machtverhältnissen und der Frage, wie Politik, die häufig von kurzsichtigen Interessen der verschiedenen Akteure geleitet wird, mit den großen Fragen unserer Zeit umgeht. Die Sprache ist dabei sehr pointiert und unaufgeregt.

Ich habe diesen Roman sehr gern gelesen und kann ihn uneingeschränkt empfehlen. Abgesehen von politischen und medialen Machtverhältnissen habe ich auch noch eine ganze Menge Neues über Elefanten gelernt. Diese meisterhafte Satire regt definitiv zum Nachdenken an, unterhält einen als Leser*in aber auch gut.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere