Cover-Bild Das Geschenk
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16,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Zsolnay, Paul
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 22.07.2025
  • ISBN: 9783552076068
Gaea Schoeters

Das Geschenk

Roman
Lisa Mensing (Übersetzer)

Nach »Trophäe« der neue Roman von Gaea Schoeters – über die unausweichlichen globalen Fragen aus europäischer Perspektive

Elefanten mitten in der Großstadt, und es werden immer mehr. Was geht hier vor? Rasch muss der Bundeskanzler erkennen, dass die Tiere nicht aus dem Zoo entkommen, sondern ein Geschenk des Präsidenten von Botswana sind. 20 000 Elefanten hat er nach Deutschland geschickt, nachdem die deutsche Regierung ein Einfuhrverbot von Jagdtrophäen beschlossen und damit den armen Regionen Botswanas die Lebensgrundlage entzogen hat. »Ihr Europäer wollt uns vorschreiben, wie wir zu leben haben. Vielleicht solltet ihr es einmal selbst versuchen …«
Gaea Schoeters nähert sich nach ihrem Sensationserfolg »Trophäe« den existenziellen Themen des globalen Zusammenlebens aus einer anderen Richtung – und mit blitzgescheitem Humor. Ein neues Lese- und Nachdenkvergnügen!

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Veröffentlicht am 22.10.2025

Elefanten statt Flüchtlinge

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Kurzmeinung:
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Das Titelbild mit dem Elefanten, der offenbar mitten auf einer Straße in der Stadt steht, weckt aufgrund seiner Absurdität gleich die Neugier auf den Inhalt. Mir gefiel ...

Kurzmeinung:
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Das Titelbild mit dem Elefanten, der offenbar mitten auf einer Straße in der Stadt steht, weckt aufgrund seiner Absurdität gleich die Neugier auf den Inhalt. Mir gefiel es sehr gut, es passt einfach!

"An der Tür zum Pressesaal hält Berg ihn auf. »Wie sieht unsere Strategie aus?«
»Wahrnehmungsveränderung. Die Elefanten müssen so schnell wie möglich zu unsere nationalen Maskottchen werden. Kein Problem, sondern ein Gewinn. Ein touristischer Trumpf. Einzigartig in Europa.«
»Wie willst du das den Wählern verkaufen?«
Fröhlich klopft Winkler Berg auf die Schulter. »Ich gar nicht. Du. Du wirst das machen.«
Berg blickt kurz zum Pressesaal.»Und was erzählst du ihnen jetzt?«
Winkler sieht ihn voller Vertrauen an. »Deutschland ist ein starkes Land. Es braucht mehr als zwanzigtausend Elefanten, um uns ins Wanken zu bringen. Wir haben schon so viel überwunden, dass wir auch das hier hinbekommen. Wir schaffen das.«" (S. 39)

Nachdem der Präsident Botswanas aufgrund eines neuen Elfenbeingesetzes an Deutschland über Nacht sein Geschenk in Form von zwanzigtausend Elefanten heimlich ins Land geschleust hat, ist auf den Straßen Berlin das Chaos ausgebrochen. Erschwert wird die Situation dadurch, dass sie nicht eingesperrt werden dürfen, da sie sich dann verdoppeln.

Die Situation an sich ist sehr absurd und dennoch ähneln die Aktionen und Mauscheleien der Politiker in der Handlung sehr stark der aktuellen Politik vor allem der im Bezug auf Flüchtlinge und Migranten. Es ist klar und deutlich, dass die Autorin hier satirische Kritik übt und viele Anspielungen auf die "Wir schaffen das"-Mentalität von Merkel macht, aber generell werden die Machenschaften und Intrigen von AfD, Merz und Co. hier aufgegriffen und anhand der "Elefantenpolitik" (es wird sogar eine Elefantenministerin benannt), extrem auf die Spitze getrieben. Auch die Auflösung am Ende hat mich überzeugt.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, ich musste sehr oft schmunzeln, aber manchmal blieb einem auch das Lachen im Halse stecken, da hinter alldem oft eine traurige Wahrheit steckt. Ich kenne noch kein anderes Buch der Autorin, aber werde sie und ihre Werke auf jeden Fall im Auge behalten.

Fazit:
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Gute Satire auf die aktuelle und vergangene Politik, die mithilfe von Elefanten statt Flüchtlingen gekonnt auf die Spitze getrieben wird.

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Veröffentlicht am 19.10.2025

Treffende Satire, unterhaltsam erzählt

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Der botswanische Präsident schenkt Deutschland 20.000 Elefanten, die plötzlich in Berlin auftauchen, seine Replik auf das gerade beschlossene Elfenbeingesetz. Der Bundeskanzler muss sich zudem verpflichten, ...

Der botswanische Präsident schenkt Deutschland 20.000 Elefanten, die plötzlich in Berlin auftauchen, seine Replik auf das gerade beschlossene Elfenbeingesetz. Der Bundeskanzler muss sich zudem verpflichten, dass die Elefanten sich frei bewegen können und ausreichend Platz bekommen.

Das ist tatsächlich eine spannende Prämisse, die die Autorin auf interessante Weise ausbaut. Mir hat gut gefallen, wie versucht wird, die Elefanten zu integrieren, was auch gar nicht so schlecht funktioniert hätte, wäre da nicht auch immer die politische Abwägung.

Man kann sehr gut erkennen, dass die Geschichte in einem aktuellen Setting spielt, natürlich werden Namen verändert, aber es gibt so manche Anspielung, und auch aktuelle Probleme werden angesprochen, wie zum Beispiel der immer mehr ausartende Populismus und die Klimakrise. Der Roman ist voller Seitenhiebe auf die aktuelle Politik

Sehr gelungen ist auch die satirische Überzeichnung. Schon am Anfang, als der botswanische Präsident auf die Frage, wie er es geschafft habe, so viele Elefanten unentdeckt nach Deutschland zu bringen, mit „Magic“ antwortet, ist klar, dass man nicht alles allzu ernst nehmen darf. Es wird aber auch schnell klar, dass man manches auf jeden Fall ernst nehmen sollte, denn die aktuelle Politik wird zwar satirisch gespiegelt, aber dennoch gespiegelt.

Dazu ist der kurze Roman mit weniger als 150 Seiten, trotz des eigentlich eher ernsten Themas, sehr unterhaltsam geschrieben, schon der Start in den Roman ist sehr bildhaft und mitreißend. Und ich bin sehr neugierig geworden auf das vorherige Werk der Autorin.

Treffende Satire, unterhaltsam zu lesen, ich empfehle, den Roman unbedingt zu lesen.

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Veröffentlicht am 16.10.2025

Ein nicht gewolltes Geschenk

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Es gibt Geschenke, die man eigentlich nicht will. Auch die Regierung der Bundesrepublik wird mit einem nicht gewollten Geschenk beglückt. Der Präsident von Botswana hat 20.000 Elefanten nach Deutschland ...

Es gibt Geschenke, die man eigentlich nicht will. Auch die Regierung der Bundesrepublik wird mit einem nicht gewollten Geschenk beglückt. Der Präsident von Botswana hat 20.000 Elefanten nach Deutschland geschickt, weil die deutsche Regierung ein Einfuhrverbot von Jagdtrophäen beschlossen hat. Botswana ist auf diesen Handel, der von anderen Ländern verurteilt wird, aber wirtschaftlich angewiesen.
Dieser Roman, der nur 144 Seiten umfasst, basiert auf einem realen Angebot von Mokgweetsi Masisi, weil von der deutschen Umweltministerin der Umgang mit den Elefanten und Jagdtrophäen kritisiert wurde. Es ist natürlich aus der Sicht europäischer Länder leicht, die zu kritisieren, die arm sind und ihre Lebensgrundlage verteidigen.
Diese Geschichte ist ein satirischer Blick auf das Politgeschehen und die herablassende Sicht derer, denen es wirtschaftlich gut geht und die herablassend auf andere schauen.
Das Geschenk aus Botswana ist nun mitten in der Hauptstadt angekommen und verursacht ein Chaos, da die Tiere nicht erlegt oder weggesperrt werden dürfen. Der Bundeskanzler ist gezwungen, mit diesem Geschenk und den damit verbundenen Problemen zurecht zu kommen, denn er kann den Schenker natürlich nicht brüskieren. Außerdem geht es um seine eigene Position und so holt er sich Rat bei seiner Vorgängerin. Er schafft einen neuen Posten, doch die eigens ernannte Elefantenministerin Hartmann dringt mit ihren konstruktiven Vorschlägen nicht durch, muss aber die Verantwortung tragen. Das Problem lässt sich nicht so leicht lösen, da es auch im großen Zusammenhang betrachtet werden muss, jede Entscheidung hat Folgen. Das nutzen die Rechtspopulistischen erfolgreich um Stimmung zu machen, obwohl sie auch keine Lösung haben. All das ist ein gefundenes Fressen für die Medien.
Natürlich sind die Figuren stereotyp dargestellt, damit die Satire auch deutlich wird.
Während es anfangs noch recht vergnüglich für den Leser ist, wird es zum Ende hin recht deprimierend. Es wird ein bedrückendes Bild der Politik gezeichnet, das ein wenig wie ein Abbild der Politik im wahren Leben wirkt. Statt nachhaltig und zukunftsorientiert zu planen und Politik zu machen, hat man oft nur die eigene Karriere im Blick und den nächsten Wahltermin. Verantwortung wird delegiert, damit man später seine Hände in Unschuld waschen kann.
Eine humorvolle, bitterböse Politik-Satire, die unterhält, aber auch nachdenklich stimmt.

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Veröffentlicht am 22.09.2025

Politisch, klug, begeisternd

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Deutschland verbietet die Einfuhr von Jagdtrophäen, der Präsident von Botswana schickt daraufhin 20 000 Elefanten als „Geschenk“ nach Berlin, was Politik, Gesellschaft und Machtstrukturen in einer satirischen ...

Deutschland verbietet die Einfuhr von Jagdtrophäen, der Präsident von Botswana schickt daraufhin 20 000 Elefanten als „Geschenk“ nach Berlin, was Politik, Gesellschaft und Machtstrukturen in einer satirischen Krisensituation gnadenlos auf die Probe stellt.

Nachdem mich Schoeters’ Roman „Trophäe“ sehr begeistert hat, konnte ich es kaum abwarten, „Das Geschenk“ endlich in den Händen zu halten und zu lesen.
Das Szenario ist natürlich reichlich absurd, aber doch auch genial. Gaea Schoeters schafft es auf kluge Art und Weise, diese absurde Situation mit den großen Fragen unserer Politik zu verknüpfen. Besonders begeistert hat mich, wie die Autorin gesellschaftliche Debatten, politische Strategien und mediale Mechanismen in einem kurzweiligen Roman unterbringt. Sie zeigt dabei einen humorvollen, aber in der Konsequenz doch auch ernsten Umgang mit aktuellen Machtverhältnissen und der Frage, wie Politik, die häufig von kurzsichtigen Interessen der verschiedenen Akteure geleitet wird, mit den großen Fragen unserer Zeit umgeht. Die Sprache ist dabei sehr pointiert und unaufgeregt.

Ich habe diesen Roman sehr gern gelesen und kann ihn uneingeschränkt empfehlen. Abgesehen von politischen und medialen Machtverhältnissen habe ich auch noch eine ganze Menge Neues über Elefanten gelernt. Diese meisterhafte Satire regt definitiv zum Nachdenken an, unterhält einen als Leser*in aber auch gut.

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Veröffentlicht am 08.09.2025

Politsatire um tierische Willkommenskultur

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Von Gaea Schoeters Roman "Die Trophäe" war ich sprachlich und inhaltlich begeistert - die Spannung auf ihren neuen Roman "Das Geschenk" war also groß. Vergleichen lassen sich beide Bücher nicht, Schoeters ...

Von Gaea Schoeters Roman "Die Trophäe" war ich sprachlich und inhaltlich begeistert - die Spannung auf ihren neuen Roman "Das Geschenk" war also groß. Vergleichen lassen sich beide Bücher nicht, Schoeters hat sowohl einen anderen Stil als auch ein anderes Thema gewählt (auch wenn es in gewisser Weise durchaus um Afrika geht). Aber auch diesmal wieder großes Lesevergnügen, diesmal mit einer etwas heitereren und zugleich bissigen Note und scharfsinnigem Blick der flämischen Autorin auf den (Berliner) Politikbetrieb.

Vermutlich war es eine kleine Zeitungsnotiz, die Schoeters zu ihrem neuen Roman inspirierte, als nämlich der Präsident Botswanas nach deutscher Kritik am geplanten Abschuss tausender Elefanten damit drohte, einfach die Elefanten stattdessen ins ach so besorgte Deutschland zu schicken. Genau dies geschieht in "Das Geschenk" - plötzlich baden Elefanten in der Spree, grasen im Berliner Tiergarten und wandern über Autobahnen.

Bundeskanzler Hans Christian Winkler, der gerade erst ein Elfenbeingesetz verabschiedet hatte, ist nicht amused über die 20.000 Dickhäuter. Ein rechtspopulistischer Politiker, der ohnehin schon immer gegen Migration gewettert hat, wittert Morgenluft für einen politischen Umschwung, der ihn an die Macht bringen soll. Winkler verbreitet "Wir schaffen das!"-Optimismus und beruft als Plan B eine kompetente, aber bisher immer wieder gegen die Männerbünde der Partei gescheitete Politikerin zur Elefantenministerin - wenn etwas schief geht, hat sie die Verantwortung zu übernehmen, während selbstverständlich er die Lorbeeren für eine gelungene Integration der tierischen Einwanderer einzuheimsen gedenkt. Deutschland, ein Elefantenmärchen?

Naturschutz, Willkommenskultur, politische und mediale Aufgeregtheiten und Intrigen - Schoeters holt in ihrer Politsatire zum großen Wurf aus. Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich, habe ich beim Lesen gedacht. Denn der Umgang mit anderen Krisen lässt vieles von dem, was in "Das Geschenk" geschieht, irgendwie vertraut wirken. Schoeters hat ein Buch geschaffen, dass selten ist: Es vereint Unterhaltung mit viel Stoff zum Nachdenken. Großartig.

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