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Laurin_tanzt

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.02.2026

Fantasy-Abenteuerroman mit wichtigen Botschaften

Storm Singer. Die schwebende Stadt
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Gestaltung:
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Das Cover sieht sehr wild und abenteuerlich aus und passt gut zu einer Fantasy-Geschichte. Die Kontraste zwischen dem dunklen und dem vom Feuer hell erleuchteten Himmel machen ...

Gestaltung:
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Das Cover sieht sehr wild und abenteuerlich aus und passt gut zu einer Fantasy-Geschichte. Die Kontraste zwischen dem dunklen und dem vom Feuer hell erleuchteten Himmel machen definitiv neugierig auf die Handlung. Schade nur, dass im Innenteil weder Illustrationen noch Ornamente zu Beginn der Kapitel oder gar eine Karte zu finden ist. So etwas hätte ich für ein Buch aus diesem Genre für Kinder der empfohlenen Altersgruppe erwartet.

Inhalt:
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Nargis hat eine besondere Gabe: sie ist eine Geistersängerin und kann damit Elemente durch ihren Gesang kontrollieren. Auch ihre Eltern hatten diese Gabe, aber sie auf unbekannte Weise ums Leben gekommen, als Nargis noch klein war. Sie ist bei ihrem Großvater aufgewachsen, der ebenfalls Geistersänger ist.
Sie leben in einer Welt, in der es keinen Regen mehr gibt, die meisten Menschen sind arm. Die Wasserressourcen sind knapp und werden von wenigen reichen und einflussreichen Menschen verwaltet. Die sogenannten "Erdgebundenen" werden von Garudas regiert: Sie sind Mischwesen aus Vögeln und Menschen und leben in einer schwebenden Stadt, die von einer unbekannten Macht am Fliegen gehalten wird. Eines Tages findet Nargis den Sohn des Herrschers, den Adler-Garuda Mistral schwer verletzt.
Er konnte entkommen, während seine Eltern entführt und gefangen gehalten werden, weil jemand anderer die Macht übernehmen möchte. Widerwillig hilft Nargis zusammen mit ihrem Freund Arjuna Mistral, um dessen Eltern zu befreien. Dabei muss sie nicht nur aus ihrer persönlichen Komfortzone heraustreten, sondern wächst auch über sich selbst hinaus und lernt, was Mut, Vertrauen und Freundschaft bedeuten können.

Mein Eindruck:
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"Ich weiß nicht, wie ich zur Geistersängerin geworden bin. Woran ich mich noch erinnere, ist, dass Dad mir beigebracht hat, alles um mich herum nicht nur mit den Augen, sondern mit dem Herzen und mit der Seele zu betrachten. Die Umwelt nicht nur mit den fünf gewöhnlichen Sinnen wahrzunehmen, sondern meinen Geist zu öffnen und so mehr über die Welt zu erfahren, in der wir leben. Während also die meisten Leute bloß flackernde Flammen sahen, sah ich tanzende Feuergeister. Ihre Finger verwoben sich zu züngelnden Buchstaben, bildeten Wörter – vor allem Schimpfwörter –, wo andere nur bedeutungslose Schemen auszumachen vermochten." (S. 84f)

Ich muss gestehen, dass mich das Cover zunächst gar nicht angesprochen hat und auch aus dem Zielgruppenalter von 10 Jahren bin ich längst hinaus. Dennoch hat mich die Handlung neugierig gemacht und der Autor hat es tatsächlich direkt von Beginn an geschafft, mich mitzunehmen und zu fesseln.
Das Setting ist in Indien angelegt, wobei geschickt real existierende Orte mit Fantasieelementen vermischt werden. Wie Herr Chadda im Nachwort schreibt, sind viele indische Sagen und Legenden eingeflossen. Da mir diese jedoch nicht bekannt waren, konnte ich mich erst mal ganz unvoreingenommen in die Welt stürzen und habe nach dem Beenden der Lektüre einige spannende Elemente recherchiert, wie z. B. die Garudas, die mir zuvor kein Begriff waren.
Die Geschichte ist spannend und flüssig erzählt. Ich mochte vor allem Nargis sarkastischen Humor und Arjunas stets gut gelaunten Charakter. Aber auch Mistral gefiel mir, vor allem weil er im Laufe der Handlung eine positive Entwicklung durchläuft.
Im Kern gibt es zudem einige Botschaften, die diese Erzählung vermitteln will: In Nargis findet der Leser eine inklusive Heldin, die durch einen Unfall als Kleinkind hinkt und sich nur mit Hilfe einer Krücke fortbewegen kann. Die Welt ist von Dürre gezeichnet und könnte eine Anspielung auf den Klimawandel sein. Am Ende zählt Vertrauen, Freundschaft und der Zusammenhalt auch über verschiedene Bevölkerungsgruppen hinweg.
Mir hat das Buch als Auftakt einer neuen Reihe sehr gut gefallen, ich halte die Altersgruppe jedoch für zu niedrig gewählt. Es kommen einige Szenen vor, die für solche Kinder zu grausam sein dürften. Ich hätte dieses Buch eher ab 14 Jahren empfohlen. Für meine Tochter (12 Jahre) wäre es definitiv noch nichts gewesen.
Ich freue mich auf jeden Fall auf die Fortsetzung!

Fazit:
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Spannendes Fantasyabenteuer basierend auf indischen Sagen und Legenden mit wichtigen Botschaften. Eher für ältere Zielgruppe als angegeben.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.01.2026

Gruselreihe mit Humor in neuem Look

Gespensterjäger auf eisiger Spur (Band 1) - Mit 8 neu illustrierten Farbseiten
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Gestaltung:
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Die neu aufgelegte Reihe von Cornelia Funke erscheint als Hardcover mit Schwarz-Weiß-Illustrationen, nur am Ende sind als Sonderdruck 8 bunt illustrierte Farbseiten eingefügt. ...

Gestaltung:
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Die neu aufgelegte Reihe von Cornelia Funke erscheint als Hardcover mit Schwarz-Weiß-Illustrationen, nur am Ende sind als Sonderdruck 8 bunt illustrierte Farbseiten eingefügt.
Ich habe mir als Vergleich die ältere Ausgabe ausgeliehen und muss sagen, das ursprüngliche Layout gefiel mir besser. Die Zeichnungen waren ALLE in bunt und etwas humorvoller und weniger gruselig. Die neuen Bilder sind okay, erinnerten mich aber teilweise an die alte Ghostbuster-Zeichentrickserie und sind etwas gruseliger gestaltet. Aber das ist eben Geschmackssache. Für mich bietet die Neuauflage keinen wirklichen Mehrwert.

Inhalt:
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Tom ist etwas unbeholfen, hat seine "Stolper-Stoß-nichts-klappt-Tage" und wird von seiner größeren Schwester daher oft "Tompatsch" genannt. Außerdem hat er Angst im Dunkeln, vor allem im Keller! Als seine Mutter ihn dorthin schickt, um etwas zu holen, begegnet ihm auf einmal ein Gespenst!
Doch niemand glaubt ihm außer seiner Oma und die kennt auch schon jemand, der ihm helfen kann: Ihre Freundin und Gespensterjägerin Hedwig Kümmelsaft! Beim Versuch, den unliebsamen Kellerbewohner zu vertreiben, stellt sich jedoch heraus, dass er selbst vertrieben wurde und sie ein noch viel größeres Gespenst besiegen müssen, bevor wieder Friede in Toms Keller einziehen kann.

Mein Eindruck:
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Ich kannte die Autorin bisher nur von der Tintenwelt-Reihe. "Die Gespensterjäger"-Reihe ist für Kinder ab 8 Jahren konzipiert. Sie eignet sich aufgrund der Länge der Sätze und Kapitel sowie durch die Begleitung mit Illustrationen auch gut für diese Zielgruppe.
Tom ist sehr sympathisch und bietet durch seine Missgeschicke und mit seiner Angst vor der Dunkelheit jede Menge Identifikationsmöglichkeiten für die junge Leserschaft. Die Geschichte ist stellenweise schon recht gruselig, doch bevor es zu schlimm wird, fällt ein witziger Satz oder es passiert etwas Lustiges. Durch diese Mischung aus Grusel und Humor wird die Erzählung spannend, aber driftet nie in eine schlechte Stimmung ab. Hier hat Frau Funke das perfekte Maß gefunden.
Am Ende zählt natürlich auch, dass Tom seine Ängste überwindet und die nervige Schwester auch einen kleinen Denkzettel verpasst bekommt. Das Buch ist ein großer (Vor-)Lesespaß für Kinder, aber auch für Erwachsene, der am Schluss durch das "Verzeichnis der Gespensterjäger-Abkürzungen" perfekt abgerundet wird. Ich bin auf die weiteren drei Bände gespannt!

Fazit:
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Gelungener Auftakt einer Gruselreihe für Kinder ab 8 Jahren mit Humor, deren neue Illustrationen für mich jedoch keinen Mehrwert bieten.

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.01.2026

Tango, Schuhe und Papageientaucher

Mr. Saitos reisendes Kino
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Gestaltung:
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Bereits am Titelbild erkennt man, dass der Roman nicht eindeutig eingeordnet werden kann: Auf der einen Seite sieht es romantisch und sehnsuchtsvoll aus mit dem Leuchtturm im ...

Gestaltung:
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Bereits am Titelbild erkennt man, dass der Roman nicht eindeutig eingeordnet werden kann: Auf der einen Seite sieht es romantisch und sehnsuchtsvoll aus mit dem Leuchtturm im rosaroten Sonnenuntergang, auf der anderen Seite ist es auch etwas lustig-verrückt und fantasiereich, wenn man den Papageientaucher mit der Filmrolle im Schnabel sieht. Definitiv macht dieses Cover neugierig. Mit dem Schutzumschlag ist das Hardcover sehr hochwertig gestaltet, wobei ein Lesebändchen das positive Gesamtbild abgerundet hätte.

Inhalt:
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Buenos Aires 1910: Fabiola kommt als Säugling in ein Kloster, nachdem ihre Mutter bei der Geburt verstorben ist und ihr Vater sich mit der Verantwortung für ein Neugeborenes überfordert fühlt. Sie ist wunderschön und entwickelt ein Faible fürs Tango-Tanzen und für Schuhe. Mit 17 Jahren wird sie auf der Tanzfläche geschwängert und so kommt ihre Tochter Carmelita auf die Welt. "Lita", wie sie von allen genannt wird, sehnt sich nach einer fürsorglichen Mutter. Doch das kann Fabiola ihr nicht bieten, denn sie ist freiheitsliebend und chaotisch und zieht die Männer an wie Motten das Licht. Diese Eigenschaften führen dazu, dass Lita mit ihrer Mutter Buenos Aires verlassen muss und schließlich auf einer Insel zwischen Nova Scotia und Neufundland namens "Upper Puffin Island" (Puffin= Papageientaucher) stranden. Hier findet Lita in der gehörlosen Oona eine gleichaltrige Freundin, wird erwachsen und erfährt die erste Liebe. Und sie begegnet Mr. Saito und seinem Wanderkino, wodurch ihr Leben in neuen, ungeahnten Bahnen verläuft.

Mein Eindruck:
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"Fabiola zog ihre Himbeerschuhe aus und stellte sie behutsam beiseite. Dann flogen ihre Strümpfe ab, und wir legten uns unter den höchsten Himmel der Welt und ließen die Sonne auf unseren nackten Beinen spielen. Meine Mutter zündete sich eine Zigarette an, als wir dem neuen Rauschen der Wellen lauschten. Sechs mittlere und dann die siebte Welle mit ihrem gewaltigen Tosen. Immer sieben, wie im Märchen. Währenddessen summte sie Valencia, Valencia ... Es wird schon alles gut gehen." (S. 83f.)

Entlang der genannten sieben Wellen ist auch der Roman eingeteilt, wobei die ersten fünf nach Zeitabschnitten unterteilt sind, angefangen von 1910 bis hin zum Jahre 1949. Die letzten "Wellen" beschäftigen sich dagegen mit Carmelitas Gegenwart bzw. ihrem weiteren Lebensverlauf.
Die Geschichte ist aus Litas Sicht geschrieben und ihre kindliche, aber auch poetische Sicht auf die Welt verleiht der Erzählung ihren besonderen Charme. Der erste Satz "Ich wurde 1927 auf einer Tanzfläche in Buenos Aires gezeugt ..." weckt bereits die Neugier und besonders das Tänzerische von Fabiola wird Litas Kindheit einen besonderen Stempel aufdrücken. Ich mochte Lita sehr, manchmal hat mich ihre scharfe Beobachtungsgabe gepaart mit einer naiven Ausdrucksweise schmunzeln lassen. Einige ihrer Bilder fand ich jedoch auch sehr treffend formuliert, wie z. B. das der Schnittmenge:

"Zwei Kreise waren da eingezeichnet, die sich großflächig überlappten. Was ist die gemeinsame Schnittmenge?
Ich war zwar nicht in der Lage, den Prozentsatz auszurechnen, freute mich aber so sehr über die gemeinsame Schnittmenge, dass ich gar nicht genug davon bekommen konnte. Je größer das Stück war, das die beiden Kreise miteinander teilten, desto schöner fühlte es sich an.
Leider wusste ich auch, dass das bei Weitem nicht auf alle Menschen zutraf. Bei vielen Menschen glich das Bedürfnis nach Gemeinsamkeit nur einer dünnen Mondsichel. An der Stelle kommen Menschen wie ich ins Spiel. Wir dürsten nach einer gemeinsamen Schnittmenge, die weit über das zulässige Maß hinausgeht. Mierda! Am Ende wird es fast unmöglich, die Kreise voneinander zu trennen, wenn die eigene Mutter ohne Vorwarnung verschwindet, der eigene Vater auf Weltreise geht und die einzige Freundin stundenlang auf dem Schoß ihrer Mutter sitzen darf und außerdem einen Familienstammbaum mit den wildesten Ästen hat. Da fühlt man sich schnell in den eigenen geschlossenen Kreislauf verbannt.
[...] Wir Menschen können einen kurzen Moment die Kreise anderer besuchen, aber niemals dort einziehen. Alle hatten ihre eigene Insel, um die sie sich kümmern mussten. Es war fast nicht auszuhalten." (S. 143f)

Ich finde es schwer, dieses Buch in Worte zu fassen. Auf der einen Seite gibt es besonders auf den ersten zweihundert Seiten viele Längen. Die Landschaften werden beschrieben, Litas Gedankengänge, der Alltag der Menschen auf Upper Puffin Island usw. Und es passiert anfangs wenig. Erst viel später als erwartet, trifft Mr. Saito auf der Insel ein und verändert mit seinen Besuchen Litas Welt und auch das ihrer Freundin Oona. Bis dahin habe ich sehr lange gebraucht und wollte das Buch schon fast abbrechen. Zum Glück habe ich es nicht getan, denn danach hatte mich die Handlung gefangen und besonders die letzten Wellen vergingen dann wie im Flug. Ich habe mit Lita gefreut, geweint und gehofft. Auch die Ausmaße des Zweiten Weltkriegs werden spürbar und das harte Leben der Fischer. Dennoch durchzieht immer ein Faden von Hoffnung und Humor das Erzählte, sodass es nie länger zu traurig wird.

Es klingt immer wieder durch, wie sehr Lita gerne eine "normale" Mutter und auch einen Vater hätte. Um eine Form von Normalität zu wahren, hat sie ein Sammelalbum angelegt mit Fotos ihrer Mutter und von Männern, die sie sich als Vater vorstellen könnte. Bei Problemen wendet sie sich zeitweise an ihren imaginären Freund "Ei", was beim Lesen etwas skurril anmutet.
Spannend fand ich die Darstellungen der neu aufkommenden Technik: Da ist zum einen Mr. Saitos Wanderkino, d. h. die ersten Stummfilmdarbietungen, die zu den Leuten getragen werden und später vom Tonfilm abgelöst werden. Und da ist der Tierarzt, der der Allgemeinmediziner im Ort ist und Dinge wie ein künstliches Trommelfell aus Schweinsblasen oder ein Gestell zur besseren Fortbewegung erfindet. Und noch viele Dinge mehr. Es passiert einerseits so viel und man wird als Leser Teil von vielen spannenden und skurrilen Gedanken von Lita, aber auf der anderen Seite hat man manchmal auch das Gefühl, dass es zu viel ist und besonders am Anfang sich vieles in die Länge zieht.

Dennoch war es eine besondere Art von Leseerfahrung, die ich letztendlich sehr genossen habe und ich habe mir auch einige schöne Zitate notiert. Nachdem die letzten Wellen doch schnell dahinglitten, gebe ich dem Roman 3.5 Punkte, die ich auf 4 aufrunde.

Fazit:
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Anfangs mit Längen, dann aber eine warmherzige und mitreißende Handlung mit allen Emotionen ("Wellen") des Lebens und wundervollem Ende!

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Veröffentlicht am 17.01.2026

Tierschutz mit Herz und Verstand

Streuner - von der Straße direkt ins Herz
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Gestaltung:
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Das Titelbild fällt sofort ins Auge und berührt das Herz! Die drei ehemaligen "Streuner" schauen einen an und mit der umarmenden Geste wird sofort das Mitgefühl und die ...

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Das Titelbild fällt sofort ins Auge und berührt das Herz! Die drei ehemaligen "Streuner" schauen einen an und mit der umarmenden Geste wird sofort das Mitgefühl und die Neugier geweckt. In den Klappen des Taschenbuches am Anfang und Ende sind Fotos der Autorin mit ihren Hunden abgebildet. Der Inhalt ist übersichtlich gestaltet und gut strukturiert. So weiß man gleich, was einen erwartet.

Inhalt:
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Die Autorin und ihr Mann Rafael engagieren sich schon länger im Tierschutz. Besonders setzen sie sich für herrenlose Hunde aus Portugal ein, da sie beide seit ihrer Kindheit eine enge Verbindung zu diesem Land und dem dortigen Tierleid haben.
In diesem Buch berichten sie von dem Moment, als der erste Hund Bruno von ihnen aufgenommen wurde, von vielen anderen Hunden, die sie selbst oder als Pflegestelle aufgenommen haben, erzählen von dem besonderen Projekt "Teresas Pfötchenfarm", mit dem sie eng zusammenarbeiten und was es bedeutet, seriösen Tierschutz zu betreiben.

Mein Eindruck:
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"Verpinscht bedeutet für uns: offen sein. Für schwierige Wege, für zweite Chancen, für Hunde, die nicht auf Hochglanz poliert sind. Für all die, die auf den ersten Blick zu viel sind und auf den zweiten alles." (S. 191)

Bisher kannte ich weder die Autorin noch ihren Instagram-Account „verpinscht“. Mit Tierschutz und vor allem mit dem Thema Hundeadoption musste ich mich in letzter Zeit zwangsläufig häufiger beschäftigen, da mein Nachwuchs sich intensiv mit entsprechenden Dokumentationen und Informationsmaterialien auseinandersetzt. Daher wollte ich mir selbst einen Eindruck verschaffen, wobei mich vor allem der Aspekt der Pflegestelle interessierte. Mir hat die Mischung aus persönlichen Erfahrungen und sachlicher Informationsvermittlung sehr gut gefallen. Frau Magalhaes beschreibt offen und ehrlich sowohl die positiven als auch die negativen Seiten in ihrem persönlichen Leben und im Bereich der Hunderettungen allgemein.

"Tierschutz ist keine Einheitsaufgabe, es ist ein Mosaik aus vielen verschiedenen Rollen, in denen jeder etwas beitragen kann. Jeder Beitrag, egal wie er ausfällt, hilft dabei, das Leben der Tiere zu verbessern. Auch wenn manche Aufgaben emotional herausfordernd sind, erinnere dich daran, dass du mit deiner Hilfe den Kreislauf des Leidens durchbrichst und Hoffnung schenkst. Letztlich ist Tierschutz das, was du daraus machst. Es geht nicht darum, in Konkurrenz zu anderen zu treten, sondern gemeinsam eine Welt zu schaffen, in der jedes Tier die Chance auf ein artgerechtes und glückliches Leben hat. Jeder Beitrag - ob sichtbar oder still im Hintergrund - ist ein Puzzleteil auf dem Weg dorthin. Und genau darum geht es: nicht um Perfektion oder Titel, sondern um Haltung." (S. 101)

Es wird erklärt, wie man einen seriösen Tierschutzverein erkennt, auf welche Weise man sich selbst für den Tierschutz engagieren kann und welche Voraussetzungen man als Pflegestelle mitbringen sollte. Dann werden die ersten Phasen der Aufnahme eines Hundes beschrieben und Hinweise gegeben, worauf man dabei achten sollte.
Am Ende des Buches folgt eine Danksagung an ihren Mann sowie ein umfangreicher Anhang mit Checklisten und hilfreichen Adressen, der das Buch für mich rund gemacht hat.

"Tierschutz ist nicht romantisch. Er ist nicht perfekt. Und manchmal bedeutet er, schwierige Entscheidungen zu treffen, um überhaupt eine Chance zu schaffen. [....]
Und genau deshalb mache ich weiter."(S. 151)

Vor allem schätzte ich die ehrliche Art der Autorin. Sie sagt klar und deutlich, dass man sich auch im Kleinen engagieren kann, dass Tierschutz kein Wettbewerb ist und welche Chancen, aber auch Risiken in der Tiervermittlung über Social Media liegen. Des Weiteren schildert sie ihre eigenen Gefühle, die von Glück, aber auch zeitweise von Überforderung geprägt sind. Das alles macht mir Mut, das Thema anzugehen und besser auszuloten, wo meine eigenen Grenzen sind und zu entscheiden, ob wir tatsächlich einen Hund aufnehmen.
Vielen Dank Frau Magalhaes für dieses Buch, ich werde Ihre Arbeit weiter auf Instagram verfolgen!

Fazit:
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Informativ, offen, ehrlich und mit Gefühl: Ein sehr hilfreiches Buch zum Thema Tierschutz und Hundeadoption!

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Veröffentlicht am 31.12.2025

Was geschah mit Cassandras Mutter?

Cassandra Morgan, Band 1 - Der goldene Schlüssel
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Das Hardcoverbuch ist ein echtes Schmuckstück im Regal, dem nur noch ein Lesebändchen fehlt. Das Titelbild ist in leuchtenden Farben gestaltet und wird durch einen passenden ...

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Das Hardcoverbuch ist ein echtes Schmuckstück im Regal, dem nur noch ein Lesebändchen fehlt. Das Titelbild ist in leuchtenden Farben gestaltet und wird durch einen passenden Farbschnitt ergänzt. Zu Beginn jedes Kapitels erscheint stets dasselbe magische Wesen, wobei unklar bleibt, um welches es sich genau handelt. Alle Seiten sind mit dekorativen Schmuckornamenten umrahmt. Im Vergleich zum englischen Original wirkt die deutsche Ausgabe äußerlich deutlich ansprechender, allerdings vermisse ich die Vielfalt der schwarz-weißen Bilder im Inneren. Es wäre schön gewesen, wenn auch andere Wesen dargestellt worden wären. Dafür sind die Illustrationen im deutschen Buch liebevoller und weicher als im Original. Außerdem habe ich eine Karte von Cassies Umgebung vermisst. Insgesamt ist das Buch optisch dennoch einfach wunderschön!

Inhalt:
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Die zwölfjährige Cassandra "Cassie" Morgan lebt seit sieben Jahren in einem Londoner Internat, in dem die Kinder streng behandelt werden, sie keine Freunde hat und keinen Kontakt mehr zu ihrer Familie. Ihre Mutter Rose verschwand vor ihrem Internatseintritt und hinterließ ihr als Andenken einen goldenen Schlüssel.
Als Cassie von der Internatsleiterin erfährt, dass Rose für tot erklärt wurde, will sie dies nicht glauben. Daher beschließt sie, auszubrechen und sich selbst auf die Suche nach ihr zu machen. In London wird sie dann auf einmal von seltsamen Wesen gejagt und von einem sprechenden Kater namens Montague gerettet. Dieser bringt sie zu ihrer Tante Miranda und erfährt, dass sie aus einer Hexenfamilie stammt, die die reale Welt von den bösen Kreaturen im Land Faerie (Märchenland) beschützt.
In ihrer Hexenausbildung lernt Cassandra Magie kennen, findet neue Freunde und gerät auf der Suche nach ihrer Mutter in große Gefahr.

Mein Eindruck:
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Gleich vorweg: Mir hat das Buch von der ersten bis zur letzten Seite gut gefallen! Man steigt direkt in die Geschichte ein, lernt Cassie kennen und mögen. Ich bewunderte ihren Mut, aus dem Internat auszubrechen, sowie ihre positive Einstellung, in anderen das Gute sehen zu wollen. Das führt leider aber auch oft dazu, dass sie sich unnötig in Gefahr begibt, und ihre Naivität hat mich an manchen Stellen genervt. Bis zum Ende habe ich diesbezüglich wenig Lerneffekt bemerken können. Dennoch macht genau diese Gutgläubigkeit sie aber auch sehr sympathisch. Das hilft ihr u. a. dabei, schnell neue Freunde zu finden. Außerdem ist sie klug und kreativ, vor allem bei der Lösungsfindung in schwierigen Situationen, und sie hat einen unbezwingbaren Optimismus, lässt sich nie unterkriegen, sondern macht einfach weiter.
Die magische Welt rund um den Hag, den Cassies Tante Miranda beschützt, ist sehr gut beschrieben. Sie weist zwar einige Ähnlichkeiten mit anderen Fantasybüchern auf, aber die Mischung ist hier zwischen altbekannten und neuen Elementen gelungen, wie ich finde.
Neben der spannenden Suche nach dem Verbleib der Mutter erfährt man einiges zum Thema Hexenausbildung, wobei der Humor nicht zu kurz kommt. Vor allem Montagues trockene Kommentare haben mich immer wieder schmunzeln lassen.
Was ich mir noch gewünscht hätte: Ein Glossar aller magischen Wesen und der genannten Heilkräuter zum Nachschlagen. Vieles davon wird im Buch oft nur schnell eingeführt oder kurz beschrieben und dann als bekannt vorausgesetzt. Besonders bei den magischen Wesen wäre eine kleine Abbildung auch sehr schön gewesen.
Insgesamt war das Buch aber so fesselnd, dass ich es kaum aus der Hand legen konnte und traurig war, als ich beim Ende angekommen war. Dieses war ein guter Abschluss für den ersten Band einer Reihe, dennoch sind noch einige Rätsel zu lösen. Da im Original insgesamt 5 Bände existieren, ist dieses Leseabenteuer noch lange nicht abgeschlossen. Ich freue mich schon auf Band 2, der im Frühjahr übersetzt erscheinen wird!

Fazit:
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Fesselndes Hexenabenteuer mit Humor, einem traumhaften Layout und einem tollen Setting: gerne mehr davon!

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