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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.05.2024

etwas flach

Der Vertraute
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Der Anfang hat mich total gecatched, ich bin gut in die Geschichte reingekommen. Ich mochte auch, wie die Spanischen Begriffe eingeworfen, aber großenteils erklärt werden, sodass man sie auch gut verstehen ...

Der Anfang hat mich total gecatched, ich bin gut in die Geschichte reingekommen. Ich mochte auch, wie die Spanischen Begriffe eingeworfen, aber großenteils erklärt werden, sodass man sie auch gut verstehen kann, wenn man keinen Deut spanisch versteht.

Die Protagonistin war etwas Flach, dafür der Vertraute umso interessanter. Was ist er? Woher kommt er? Was kann er noch?

So ab der Hälfte des Buches hat es sich leider nur noch gezogen. Die Charaktere blieben flach, wir erfahren etwas über den Vertrauten, viele Infos bleiben jedoch aus. Die Charaktere dürfen ihre eigenen kleinen Storys fortsetzen und auch da erfahren wir, wie es weiter geht und was die Zukunft bringt. Die Beziehung unter den Charakteren ist jedoch genau so Flach und der Funke springt - zumindest bei mir - nicht über.

Das Ende hat mir wieder gefallen - dem Zeitalter und dem Vibe des Buchs entsprechend bin ich zufrieden. Ich mochte, dass die Autorin den Mumm hatte, ein anderes Ende zu schreiben, als wir im Moment bei vielen Büchern entdecken können.

Wenn man eine durchdachte Story mit Charakterentwicklung und Intrige möchte, ist man hier falsch. Wenn man die Inquisition und ihre Machenschaften mag und Dramatik liebt, könnte dieses Buch jedoch goldwert sein.

Ich wurde unterhalten, bin hintenraus jedoch etwas enttäuscht.

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Veröffentlicht am 06.05.2024

Liebe aus der realen Welt

Funny Story
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Ich habe schon die meisten übersetzten Emily Henry Romane gelesen und dieser reiht sich wunderbar in die anderen ein.

Die Charaktere sind greifbar und total "aus dem Leben genommen", sodass man viel besser ...

Ich habe schon die meisten übersetzten Emily Henry Romane gelesen und dieser reiht sich wunderbar in die anderen ein.

Die Charaktere sind greifbar und total "aus dem Leben genommen", sodass man viel besser mit ihnen fühlen und sich identifizieren kann, als mit den großartigen, perfekten Protagonisten (-Männern vor allem) in den gängigen Romance-Büchern. Das ist in meinen Augen der Größte Vorteil und auch das stärkste Argument für Emily Henry.

Jeder Gedanke und jede Handlung in diesem Buch ist nachvollziehbar. Manchmal war sie hier oder da etwas nervig, jedoch wette ich, dass viele von uns genau so reagiert oder gehandelt hätten.

Der männliche Protagonist hat starke Golden Retriever-Vibes und ist wirklich Zucker - er bemüht sich trotz seines Päckchens wirklich um die Freunde und das Wohlergehen unserer weiblichen Protagonistin.

In diesem Buch geht es um viel mehr als "nur" die Liebe finden und eine Beziehung führen. Gleichzeitig finden sich auch tiefe Freundschaften und ich glaube, dass wir da auch fast alle Probleme mit haben, vor allem im Verlauf des älter werdens oder nach einer Trennung, wie hier beides der Fall ist.

Den einzigen Kritikpunkt, den ich habe, ist, dass die Story in den Anfängen etwas langsam war, das wird jedoch sobald die beiden mehr miteinander zu tun haben, schnell ausgeglichen.

Das Ende hat mir auch sehr gefallen - die Liebe und die "neue" tolle Person sind nicht immer die Lösung. Die Lösung ist eigenwillig und die "neue" Liebe nur die Kirsche. Hat mir sehr gefallen!

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Veröffentlicht am 28.03.2024

noch etwas besser als gameshow!

Honesty. Was die Wahrheit verbirgt
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wir sehen hier viele Parallelen zur vorhergegangenen Dilogie, welche jedoch verständlich sind, wenn man bedenkt, dass die Autorin eigentlich erst Honesty geschrieben und daraus dann GameShow entwickelt ...

wir sehen hier viele Parallelen zur vorhergegangenen Dilogie, welche jedoch verständlich sind, wenn man bedenkt, dass die Autorin eigentlich erst Honesty geschrieben und daraus dann GameShow entwickelt hat.
Trotz eins Ersten Teils werden wir nicht mit Worldbuilding vollgeklatscht sondern entdecken mit der Protagonistin die Welt. Mir gefällt die utopische (dystopische? ;)) Darstellung von Veritas und den Gesellschaftsprinzipien. Krankheiten werden früh entdeckt und behandelt, das System ist gut ausgereift. Nach und nach finden sich Brüche und Gegenstimmen, um hier nicht zu viel vorweg zu nehmen.
Was ich als sehr positiv wahrgenommen habe ist die geschlechtsneutrale Sprache. Es wird von Teilnehmenden und Behandelnden Gesprochen, Camps werden nach Geschlechtsidentität sortiert und Aromantische Menschen müssen nicht am Dating-Programm teilnehmen. Die Autorin hat hier wirklich alles bedacht und geht mit so einer selbstverständlichkeit durch diese Themen. In diesen Formulierungen habe ich mich sehr wohl gefühlt - es gibt ein schönes Gefühl, dass zumindest in dieser Zukunft solche Dinge keine Dikussion mehr wert sind und sogar allgemein gebräuchlich geworden sind.
Ich hätte mir gewünscht, dass das Buch 100-200 Seiten länger gewesen wäre. Ich persönlich mag dicke Bücher, vielleicht kommt daher der Wunsch, aber das Ende war dann doch schon etwas knackig. Nicht im Sinne von "abgehackt" oder "plötzlich" - die Entwicklung geht gradeaus zu. Trotzdem hatte ich das Gefühl, das Buch hätte grade erst angefangen, weshalb ich etwas verwirrt war, als ich die letzte Seite umblätterte.
Insgesamt bin ich jedoch sehr zufrieden und total gespannt auf die Folgebände. Meine einige Sorge ist, dass es GameShow auch in anderen Punkten weiterhin zu sehr ähneln wird, aber das finden wir hoffentlich bald heraus.

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Veröffentlicht am 20.03.2024

Schöpfungsgeschiche aus weiblicher Sicht

Mein Name ist Lilith
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Das Konzept des Buchs hat mir total gefallen: Wir haben ein Retelling der Schöpfungsgeschichte als feministischer Sicht von Lilith, der eigentlichen ersten Frau. Ich lese sehr gerne Retellings und sage ...

Das Konzept des Buchs hat mir total gefallen: Wir haben ein Retelling der Schöpfungsgeschichte als feministischer Sicht von Lilith, der eigentlichen ersten Frau. Ich lese sehr gerne Retellings und sage nie "Nein" zu feministischen Gedanken in Geschlechter-ungleichgewichtigen Problematiken. So weit, so gut.
Die ersten 40-50% sind wirklich gut. Wir folgen ein bisschen dem Aufbau der Bibel und gehen mit Lilith durch die Zeit. Die vielen Anlehnungen, Zitate und dann die eher lockere und ehrliche Art von Lilith haben mir sehr gefallen.
Danach wurde die Geschichte leider echt langsam. Mir ist das bei Circe (Madeline Miller) schonmal passiert, dass die Geschichte viel versprach und dann unglaublich Langweilig wurde. Ganz so schlimm wie dort ist es bei "Mein Name ist Lilith" nicht, aber durch so manche Seiten musste ich mich quälen.
Die weibliche Note der ganzen Geschichte ist jedoch wirklich gut. Wie der Feminismus und die Gleichheit erklärt wird - bzw. eher, wie es dazu kommen konnte, dass dies nicht der Fall ist, hat mir sehr gefallen. Es wird nichts an den Haaren herbei gezogen oder überspitzt dargestellt.
Insgesamt kann ich dem Buch leider nicht mehr als 2,5-3 Sterne geben. Ich habe vielleicht für die Art von Erzählung zu viel erwartet. Für Menschen, die Circe toll fanden, also Erzählungen ohne wirklichen Spannungsbogen dafür mit umso mehr Tagebuch-vibe, nicht so ganz Bibel-treu sind und sich mehr Gleichheit und Kraft für das weibliche Geschlecht wünschen, ist dieses Buch jedoch großartig.

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Veröffentlicht am 22.11.2023

Spannend, realitätsnah und super gut recherchiert!

Der Wald
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Das Buch fängt direkt spannend an und zieht die Lesenden in eine sich schnell aufbauende Story. Das eigentliche Problem und der Plot wird zügig, aber umfassend erklärt und dann geht's auch schon los. ...


Das Buch fängt direkt spannend an und zieht die Lesenden in eine sich schnell aufbauende Story. Das eigentliche Problem und der Plot wird zügig, aber umfassend erklärt und dann geht's auch schon los.
Ich persönlich mag wechselnde POVs sehr gerne. Hier macht es in Hinblick auf die Hintergrundstory und die verschiedenen Informationen, die nach und nach aufgedeckt werden, viel aus. Nur durch die Rückblenden von anderen Akteuren erfahren wir wichtige Happen. Damit wissen wir teilweise kurzzeitig mehr als der Protagonist - was ein großartiges Lesegefühl ist, wenn man innerlich das Buch anschreit.
Ein, zwei Entscheidungen des Protagonisten haben mir nicht gefallen. Diese zu nennen, wären aber enorme Spoiler für das Buch, darum belasse ich es dabei. Sie haben mich nicht so sehr gestört, dass die Story dadurch keinen Sinn mehr ergeben hat.
Normalerweise kann ich ganz gut Buchenden vorraussagen, aber in diesem Falle wäre ich nicht auf die Auflösung gekommen. Obwohl sie, im Nachhinein betrachtet, wirklich naheliegend ist. Auch einer der Twists zum Ende hin hat mir nicht gefallen, aber diese Autorenentscheidung ist für den Inhalt wirklich gering gewichtet.
Die Recherchearbeit in diesem Buch ist großartig. Sei es in Bezug auf Botanik, auf KI oder die vielen Historischen Aspekte: Viele der Dinge waren mir nur vage oder kaum bekannt.
In der Mitte verliert das zuerst zügige Tempo etwas an Geschwindigkeit, jedoch werden die ganzen Recherchearbeiten der Protas dann wieder so spannend, dass man will, dass sich dieses Bild endlich zusammen setzt und deshalb schnell weiterliest.

In meinen Augen ist dieser Thriller eine klare Empfehlung für Menschen, die gerne gut durchdachte Thriller mit einer gewissen gesellschaftlichen Verankerung und Tiefe lesen.
Für Personen, die schonungslose, platte Thriller mögen, ist dies hier nichts.

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