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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.06.2025

Gut zum Lesen trainieren

Frag Ferdinand: Natur und Tiere
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"Frag Ferdinand" ist ein lustiges Kindercomicbuch mit Sachwissen über die Natur. 

Das Format ist für junge Leser gut geeignet. Die bunten Bilder und große Schrift machen das Buch besonders einladend. ...

"Frag Ferdinand" ist ein lustiges Kindercomicbuch mit Sachwissen über die Natur. 

Das Format ist für junge Leser gut geeignet. Die bunten Bilder und große Schrift machen das Buch besonders einladend. Mein Sohn liebt Comics und hat gleich angefangen zu lesen. 

Die Themen sind vielfältig. Jede "Geschichte" nimmt nur eine Doppelseite und wird schnell gelesen. Der Schreibstil ist humorvoll, und auch für Erwachsene gibt es viel zum Schmunzeln. 

Ich finde die Umsetzung aber verbesserungswürdig, insbesondere weil ein junges Publikum gezielt wird. 

Den Ferdinand kannten wir bisher nicht und wir wissen also nicht, aus welchem Kontext die Comics kommen. Einige Elemente wirken aber altmodisch und beinahe unangebracht. Den Chef, der Ferdinand immer wieder anschreit, finde ich sehr unangenehm. Auch die Behauptung, dass für Cowboys "Viehdiebe und Ureinwohner waren nur zwei der zahllosen täglichen Gefahren" ist historisch fragwürdig. 

Aber Hauptsache ist: Das Kind hat das Buch gelesen und genossen.

Veröffentlicht am 04.06.2025

Liebevolle Freundschaftsgeschichte

Toni Tintenklecks auf mäusischer Mission
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Toni Tintenklecks" ist eine liebevolle Freundschaftsgeschichte. Die drei Hauptfiguren sind Toni, eine kleine Maus, die lesen kann, Lotte die Motte und Matti der Marder. Sie leben bei Herrn Pantoffel, einem ...

Toni Tintenklecks" ist eine liebevolle Freundschaftsgeschichte. Die drei Hauptfiguren sind Toni, eine kleine Maus, die lesen kann, Lotte die Motte und Matti der Marder. Sie leben bei Herrn Pantoffel, einem alten Mann, der gerne Kreuzworträtsel löst und noch sehr altmodisch lebt (er nutzt zum Beispiel noch aktiv eine Schreibmaschine). Doch eines Tages bekommt Herr Pantoffel einen Brief von seiner Tochter, der ihn einlädt, bei ihr einzuziehen. Das wäre für die drei Tierfreunde katastrophal und sie begehen sich auf ein Abenteuer, um den Antwortbrief zurückzuholen. 

Die Handlung ist kinderfreundlich. Die Freunde begegnen einigen Tieren, die ihnen bei der Suche weiterhelfen. Mir hat die Rattenbande besonders gut gefallen. Sie wirkten furchterregend, waren aber ganz harmlos und sehr hilfreich.

Der Schreibstil ist witzig und die Beschreibungen sehr lustig, doch für jüngere Leser ist die Sprache etwas anspruchsvoll. Meinem Kind haben aber die witzigen Wörter wie "igelrund", "flohfroh" und "käsig zufrieden" gut gefallen. Ich musste ihm aber erklären, was ein Drahtesel ist. Es war auch enttäuscht, das es kein Bild gab, dass den "Fernseher so dick wie ein Ofen" zeigte.

Veröffentlicht am 29.05.2025

Interessanter Inhalt, Bilder eher langweilig

Das Parlament der Natur
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"Das Parlament der Natur" ist ein hochaktuelles Buch, auch wenn es scheint, als würde die öffentliche Debatte um Umweltschutz und Klimawandel an Aufmerksamkeit verlieren. Das Buch bringt die Dringlichkeit ...

"Das Parlament der Natur" ist ein hochaktuelles Buch, auch wenn es scheint, als würde die öffentliche Debatte um Umweltschutz und Klimawandel an Aufmerksamkeit verlieren. Das Buch bringt die Dringlichkeit des Themas wieder ins Bewusstsein und präsentiert nichts weniger als eine Vision zur Rettung der Welt.

Ich finde den Interview-Stil besonders gelungen. Durch das Gespräch mit Boris Herrmann werden die Leser direkt in den Gedankenaustausch mitgenommen. Dieser Stil schafft Nähe zu den Autoren und ihrer Sichtweise, sodass man die Welt durch ihre Augen sieht. Es entsteht das Gefühl, die beschriebenen Veränderungen selbst miterlebt zu haben.

Wo ich aber ein bisschen enttäuscht war, sind bei dem Bildern. Die Fotos finde ich wenig illustrativ und nicht besonders inspirierend. Das Museum hat eine so tolle Sammlung, die leider im Buch nicht widergespiegelt wird.

Veröffentlicht am 12.05.2025

Kinderbuch mit Herz und Verstand  absolute Empfehlung!

Schisser und ich 1: Schisser und ich
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Bei einem Titel wie diesem kommt man kaum daran vorbei: "Schisser und ich" sticht sofort ins Auge. Zunächst habe ich die Stirn gerunzelt, bis es festgelegt wurde, dass „Schisser“ tatsächlich der Name von ...

Bei einem Titel wie diesem kommt man kaum daran vorbei: "Schisser und ich" sticht sofort ins Auge. Zunächst habe ich die Stirn gerunzelt, bis es festgelegt wurde, dass „Schisser“ tatsächlich der Name von Jakobs Kuscheltier ist. Und genau dieser ungewöhnliche Name passt wunderbar zum Ton und Thema des Buches: humorvoll, ehrlich und ein bisschen schräg.

Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Schon nach wenigen Seiten wird klar, dass Jakob mit Angstzuständen zu kämpfen hat. Der Autor schafft es, diesen Zustand so zu schildern, dass man sich sofort in Jakob hineinversetzen kann. Dabei wird sein Alltag lebendig und authentisch beschrieben: seine Ängste, seine Gedanken, seine Reaktionen. Auch wenn diese manchmal übertrieben erscheinen, wirken sie nie unglaubwürdig.

Besonders beeindruckt hat mich der Schreibstil: Er ist gleichzeitig witzig und einfühlsam. Mit feinem Gespür wird gezeigt, wie es sich anfühlt, mit Ängsten zu leben, und das ganz ohne Mitleid oder Drama. 

Das Hörbuch ist hervorragend umgesetzt. Die Stimme passt perfekt zu Jakob. Ich hatte beim Hören wirklich das Gefühl, dass Jakob seine Geschichte selbst erzählte.

Veröffentlicht am 26.04.2025

Großartiges Worldbuilding

Die Skaland-Saga, Band 1 - A Fate Inked in Blood
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Die Geschichte handelt von einer jungen Frau, die innerhalb eines Tages einen attraktiven Mann kennenlernt, von ihrem Ehemann verraten wird, ihn tötet und daraufhin gezwungen ist, einen anderen Mann zu ...

Die Geschichte handelt von einer jungen Frau, die innerhalb eines Tages einen attraktiven Mann kennenlernt, von ihrem Ehemann verraten wird, ihn tötet und daraufhin gezwungen ist, einen anderen Mann zu heiraten. Schauplatz der Handlung ist Skaland, eine Welt, in der Überfälle zum Alltag gehören und die Kinder der Götter unter den Menschen leben und übernatürliche Kräfte besitzen.

Das Worldbuilding ist großartig gelungen. Es ist faszinierend herauszufinden, welche besonderen Fähigkeiten die einzelnen Götterkinder haben. Auch wenn die Handlung auf den ersten Blick nicht besonders komplex wirkt, entwickelt sie sich schnell zu einem dichten Geflecht aus Geheimnissen, Intrigen und Verrat.

Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen, die Handlung bleibt durchweg spannend.

Besonders gelungen ist die Darstellung von Freyas inneren Zweifeln. Sie weiß nicht, wem sie vertrauen kann und welche Absichten die Menschen um sie herum wirklich verfolgen. Jede Entscheidung wird von ihr infrage gestellt, weil sie verzweifelt versucht, ihr eigenes Schicksal zu kontrollieren... ein Schicksal, das längst vorherbestimmt zu sein scheint.

Es gibt einige vorhersehbare Wendungen, aber ein großer Twist am Ende hat mich tatsächlich überrascht.

Freya hat Schwierigkeiten, mit all den Lügen umzugehen, die ihr erzählt wurden. Allerdings hadere ich ein wenig mit der Idee, dass man grundsätzlich ein Anrecht auf die Wahrheiten anderer Menschen hat.

Das Buch ist der erste Teil einer Dilogie, und die Geschichte ist am Ende noch nicht abgeschlossen. Es gibt einen kleinen Cliffhanger, aber die Erzählung wird dennoch zufriedenstellend genug abgerundet, sodass man nicht das Gefühl hat, einfach in der Luft hängen gelassen zu werden.

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