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Veröffentlicht am 22.02.2025

Ein atmosphärischer Thriller

Nachtflut
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„Segeln ohne Wind war wie Champagner ohne Prickeln […]“


Habt ihr schon einmal eine Sturmflut mit erlebt?

Elisa, die Protagonistin dieses Thrillers jedenfalls, wohnt quasi direkt hinter dem Deich an ...

„Segeln ohne Wind war wie Champagner ohne Prickeln […]“


Habt ihr schon einmal eine Sturmflut mit erlebt?

Elisa, die Protagonistin dieses Thrillers jedenfalls, wohnt quasi direkt hinter dem Deich an der Ostsee. Eigentlich hätte sie schon längst evakuiert werden sollen, doch sie selbst wartet bis zur letzten Sekunde.
Als dann keine Flucht mehr möglich ist, trifft sie überraschend ihre Nachbarn Vera und Joachim noch an, die eigentlich schon am Vortag fort sein wollten.
Doch die beiden scheinen was zu verbergen.
Als dann noch in der nahe gelegenen JVA Insassen ausbrechen und Elisa fürchten muss, dass einer von ihnen direkt auf dem Weg zu ihr ist, überschlagen sich die Ereignisse in dem sonst so idyllischen Örtchen.

Der Thriller beginnt mit einem kurzen Prolog und dann wird man auch direkt in die Story katapultiert.
Sehr atmosphärisch beschreibt die Autorin die Ereignisse, so dass ich selbst das Gefühl hatte in einem Haus direkt hinter dem Deich zu sitzen
Durch die sich ankündigende Naturkatastrophe herrscht dauerhaft eine gewisse Grundspannung, welche sich dann natürlich noch gut steigert im Laufe des Plots.
Abwechselnd begleiten wir dabei die unterschiedlichen Protagonisten Elisa, ihren Ex-Mann Max, das Ehepärchen Vera und Joachim sowie den geflohenen Häftling Paul.
Durch die unterschiedlichen Sichtweisen entsteht ein sehr kurzweiliges Leseerlebnis und die Spannung wird auch hierdurch recht hoch gehalten.
Ab und an erhält der Leser noch Rückblicke in eine Art Tagebuch, in der unter anderem von Elisas verstorbener Schwester Lizzy die Rede ist.

Der Plot hat mir an sich sehr gut gefallen und auch der flüssige Schreibstil machen es leicht das Buch fast in einem Rutsch durchzulesen bzw. durchlesen zu wollen, weil man natürlich wissen will, wie es weitergeht.
Leider war einer der Plottwists für mich stark vorhersehbar, was aber der Spannung dennoch keinen Abbruch getan hat.
Elisa ging mir zwischenzeitig mal etwas auf die Nerven mit ihrer Art.
Das sind aber dann auch schon alle Kritikpunkte, die ich vorweisen kann.

Alles in allem kann ich daher immer noch sehr gute 4,5 Wellen für diesen spannenden Thriller vergeben.

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Veröffentlicht am 18.02.2025

Ein unterhaltsamer Roman über das Älter werden mit einem spannenden Anteil

Die Besucherin
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„Alt werden ist nichts für Feiglinge.“

Wart ihr schon einmal in einem Seniorenheim?

Linda Davidson, die Protagonistin dieses Romans, muss nun zumindest häufiger in die Seniorenresidenz Legacy Place, ...

„Alt werden ist nichts für Feiglinge.“

Wart ihr schon einmal in einem Seniorenheim?

Linda Davidson, die Protagonistin dieses Romans, muss nun zumindest häufiger in die Seniorenresidenz Legacy Place, weil dort ihre beste Freundin Carol untergebracht wurde, seitdem diese an Demenz leidet.
Dort lernt Linda die betagte und verrückt scheinende Bewohnerin Jenny Cooper kennen, die ihr ein Geheimnis anvertraut- sie bringt Menschen um.
Und so verrückt wie Jenny Cooper auch erscheinen mag, so fasziniert ist Linda gleichzeitig auch von ihr und neugierig, ob es sich hierbei wirklich um die Wahrheit handeln könnte.
Hinzu kommt die Sorge um die Bewohner der Seniorenresidenz und ihre Freundin Carol, sollten sich die Spinnereien der scheinbar Verrückten doch als wahr herausstellen.

Ich möchte gleich vorweg sagen, dass es sich bei diesem Buch nicht um einen typischen Thriller handelt, für die Joy Fielding sonst bekannt ist.
Dabei ist der Roman durchaus als spannend und unterhaltsam zu bezeichnen, allerdings auf eine ganz andere Art und Weise.
Denn die Protagonistin ist bereits 75 Jahre und verwitwet und hat demnach einen anderen Blick auf die Geschehnisse und das Leben um sie rum, als man es sonst gewöhnt ist.
Der Leser erhält Einblicke in den Alltag und auch die Probleme, die das Altwerden so mit sich bringen.
Der Ehemann, der bereits vor zwei Jahren verstarb, die Einsamkeit, die mit dem Älterwerden auch kommen kann, weil Freunde im Laufe der Zeit weggebrochen sind oder erkranken. Und natürlich auch den Blick, den die Gesellschaft auf jemanden in diesem Alter hat.
Gerade diese leichte Gesellschaftskritik, die mit der Story einherging hat mir sehr gut gefallen.
Hinzu kommt, dass die Protagonistin Linda ein durchaus sympathischer Charakter ist, der mit beiden Beinen im Leben steht und vielleicht das ein oder andere Mal die Contenance verliert, wenn ihre Smartwatch ihr wieder mal befiehlt, was sie zu tun hat

Ich liebe den Schreibstil der Autorin, da dieser einfach zum Verweilen im Buch einlädt und selbst die viele wörtliche Rede in dem Roman erträglich gestaltet hat!
Hinzu kommen kurze Kapitel, die mir persönlich sowieso am liebsten sind!
Spannend ist der Plot dennoch, auch wenn es kein klassischer Krimi oder Thriller ist. Denn man stellt sich schon die ganze Zeit die Frage, ob Jenny Cooper nun die Wahrheit erzählt oder nicht.
Eine Auflösung gibt es erst am Ende Hier möchte ich jedoch auch nicht Zuviel verraten.

Das Ende war tatsächlich etwas vorhersehbar, hat aber für mich dennoch gut zur gesamten Story gepasst.
Daher vergebe ich für diesen unterhaltsamen Nicht- Thriller dennoch 4 Pillen.

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Veröffentlicht am 12.02.2025

Ein Buch, dass mich leider nicht überzeugen konnte

Ghost Mountain
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„Mit jedem Tag seines Lebens häufte er mehr Vergangenheit an.“


Kennt ihr bereits den vorherigen Roman des Autors?

Mir hat jedenfalls der erste Roman „Leonard und Paul“ sehr gefallen, weshalb ich auch ...

„Mit jedem Tag seines Lebens häufte er mehr Vergangenheit an.“


Kennt ihr bereits den vorherigen Roman des Autors?

Mir hat jedenfalls der erste Roman „Leonard und Paul“ sehr gefallen, weshalb ich auch das zweite Buch des irischen Schriftstellers unbedingt lesen wollte.

Stellt euch vor in eurer Gemeinde taucht urplötzlich ein Berg auf. Von einem Moment auf dem anderen.
Und natürlich verändert so ein Berg nicht nur die Landschaft, sondern bringt auch einige Fragen und Unruhen mit sich.
So geschehen in der kleinen Gemeinde dieses Buches.
Der Autor versucht dabei anhand von scheinbar gewöhnlichen Charakteren nicht nur das Auftauchen des Berges zu erklären, sondern auch die Tiefen und Abgründe der Menschen.

In drei Abschnitten begleiten wir verschiedene Protagonisten über die Jahre hinweg.
Zum Einen wären da Ruth & Oscho, ein verheiratetes Paar, dass scheinbar nicht mehr so glücklich ist, wie es scheint. Der Stadtbekannte Säufer, der wirklich erst im Laufe des Plots einen Namen erhält, eine Frau, die den Tod ihres Hundes betrauert und ein Landeskartenbeamter.
Im Laufe der Story kommen noch einige andere Personen hinzu.
Aber eines kann ich versprechen, niemand wirkt wirklich sympathisch!
Oscho, der über sich selbst von einem Rattenhirn spricht, dass ihn innerlich aufzufressen droht, der stadtbekannte Säufer, der alle möglichen Fenster mit Ziegelsteinen einwirft, Ruth, die sich ihrem Mann irgendwie überlegen fühlt.
Und hier habe ich wirklich nur einige Beispiele genannt.
Wirklich keinen der Protagonisten konnte ich irgendwie etwas positives abgewinnen, alle haben problembehaftet gewirkt.
Und jetzt könnte man ja sagen, dass ist halt genau das, was unsere Gesellschaft widerspiegelt.
Denn wenn das der Sinn des Buches war, dann hat der Autor diesen auch gut getroffen und dargestellt.
Leider war es nun wirklich nicht das, was ich erwartet habe.

Während der erste Roman von Rónán Hession für mich noch einen Wohlfühlcharakter mit liebenswerten Protagonisten hatte, hatte ich hier beim Lesen ein permanentes Unwohlsein.
Da konnte leider auch nicht der gewohnt schöne Schreibstil Abhilfe schaffen.

Alles in allem kann ich das Buch leider nicht weiterempfehlen.
Ich vergebe daher nur einen Berg für diesen zeitgenössischen Roman.

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Veröffentlicht am 10.02.2025

Eine gute Fortsetzung aber mit kleineren Schwächen

Windstärke 17
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„Als ich das Rauschen höre, kann ich endlich durchatmen.“


Ida jedenfalls war zuvor noch nie auf Rügen.
Und das Ziel erscheint ihr besser als Hamburg, wo ihre Schwester Tilda auf sie wartet und Ida aktuell ...

„Als ich das Rauschen höre, kann ich endlich durchatmen.“


Ida jedenfalls war zuvor noch nie auf Rügen.
Und das Ziel erscheint ihr besser als Hamburg, wo ihre Schwester Tilda auf sie wartet und Ida aktuell noch nicht weiß, wie sie mit der ganzen Situation umgehen soll.
Den Tod ihrer Mutter, die Kündigung der Wohnung und dieser große Wutklumpen in ihrem Bauch.
Daher beschließt Ida kurzerhand nach Rügen zu „flüchten“.
Dort trifft sie auf Knut und dessen Frau Marianne, die die beiden aufnehmen.

Und so beginnt das zweite Buch von Caroline Wahl, dass quasi eine Fortsetzung von „22 Bahnen“ darstellt.
Es sind einige Jahre in der Fröhlichstraße vergangen und Ida ist ebenfalls erwachsen geworden.
Die Mutter ist gerade verstorben und Ida schwankt zwischen Trauer, Wut und auch Schuldgefühlen, ob sie den Tod hätte verhindern können, wenn sie nur mehr da gewesen wäre.

Wie auch im ersten Buch erwartet den Leser ein toller Erzählstil, der ziemlich einprägsam war.
Die Sprecherin Maximiliane Häcke hat die Stimmung von Ida gut rüberbringen können, so dass sich der emotionale Zwiespalt sehr gut nachempfinden ließ.

Auch das Setting auf Rügen hat mir sehr gefallen und vor allem die anderen Charaktere wie Knut und Marianne.
Wobei ich mich schon frage, wie realistisch es ist, dass man einfach so eine junge Frau bei sich zuhause aufnimmt
Bei Ida als Protagonistin war ich immer etwas in einem Zwiespalt. Klar, ich konnte die Emotionen alle sehr gut nachvollziehen. Doch wirkte sie für mich wenig sozial angepasst, ganz im Gegenteil zu ihrer Schwester Tilda.
Das hat es manches Mal schwer gemacht für mich, Sympathien für diesen Charakter zu entwickeln. Dann wiederum gab es Szenen, die mir einfach so gefallen haben und wo Ida wieder Sympathiepunkte sammeln konnte.

Alles in allem hat mir „Windstärke 17“ dennoch sehr gut gefallen, wenn auch nicht ganz so gut, wie das erste Buch von Caroline Wahl.
Ich bin jetzt schon gespannt auf die nächsten Bücher und werde diese definitiv auch lesen oder hören.
Von mir gibt es auf jeden Fall eine klare Weiterempfehlung und 4 Windböen für diesen Roman.

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Veröffentlicht am 10.02.2025

Ein spannender Thriller mit einem guten Twist

Wenn sie wüsste
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„Es gab diese Filme über unheimliche Kinder, die in Maisfeldern wohnen, Gedanken lesen können, den Teufel anbeten, usw. Dieses Mädchen würde mit Leichtigkeit eine Rolle darin bekommen. Sie müsste nicht ...

„Es gab diese Filme über unheimliche Kinder, die in Maisfeldern wohnen, Gedanken lesen können, den Teufel anbeten, usw. Dieses Mädchen würde mit Leichtigkeit eine Rolle darin bekommen. Sie müsste nicht mal dafür vorsprechen.“

Millie, eine der Hauptprotagonistinnen in diesem Buch, sucht dringend einen Job und hat ein Bewerbungsgespräch als Hausmädchen bei einer gut situierten Familie.
Die Familie bestehend aus der Ehefrau Nina, ihrem Ehemann Andrew und der Tochter Cecelia wohnen in Long Island und Millie scheint zunächst den Jackpot mit dem Job gezogen zu haben. Denn für sie ist es tatsächlich ein Neuanfang, weil scheinbar niemand ihre Vergangenheit kennt.
Doch schon kurz darauf macht Nina ihr das Leben zu Hölle und es scheint, als hätte diese zwei Gesichter.
Doch das ist noch längst nicht alles…

Der Thriller beginnt mit einem kurzen Einstieg in der Gegenwart. Wir begleiten einen unbekannten Protagonisten im besagten Haus der Familie Winchester und dem Fund einer Leiche. Die Polizei ist quasi gerade vor Ort.
Und dann beginnt die Story 3 Monate zuvor aus Sicht der Protagonistin Millie. Erzählt wird hierbei aus der Ich- Perspektive in einem flotten Schreibstil.
Millie, die eine unschöne Vergangenheit aufweist und dringend auf einen Job angewiesen ist, war mir direkt sympathisch. Ich mochte diese leicht sarkastische Art, mit der sie begonnen hat die Story aus ihrer Sicht zu erzählen

Die Autorin hat insgesamt einen schönen Schreibstil, der sich gut lesen lässt. Durch kurze Kapitel und die Erzählung, zunächst aus Millies Perspektive, baut sich ein schöner Spannungsbogen auf, der auch eine gute Zeit sehr hoch gehalten wird.
Lange Zeit wusste ich auch wirklich nicht, was mit dieser Familie nicht stimmt und konnte die Verwirrung des Hausmädchens gut nachvollziehen.
Irgendwann hatte ich dann jedoch so eine Vorahnung, die sich mit dem Twist dann auch bestätigte.
Dennoch war die Spannung für mich weiterhin hoch.
Das Ende war dann für mich tatsächlich nochmal ein Highlight. Wobei ich sagen muss, dass das natürlich auch Geschmackssache ist

Mich hat das Buch auf jeden Fall sehr gut unterhalten und es war direkt zum Start im Jahr 2025 bereits ein Highlight im Bereich Thriller.
Daher vergebe ich 5 Eimer für diesen gelungenen Thriller

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