Profilbild von bookilicious_de

bookilicious_de

Lesejury Profi
offline

bookilicious_de ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit bookilicious_de über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.10.2024

Ein wunderschöner Roman über den Umgang mit Trauer und Liebe

Ich warte auf dich, Haru
0

„Aber wenn man etwas nicht probiert, kann man es nie erreichen.“


Wie geht ihr mit Trauer um?

Der Hauptprotagonist Eric Ly jedenfalls, zieht sich nach dem Tod seines besten Freundes Daniel in seine eigene ...

„Aber wenn man etwas nicht probiert, kann man es nie erreichen.“


Wie geht ihr mit Trauer um?

Der Hauptprotagonist Eric Ly jedenfalls, zieht sich nach dem Tod seines besten Freundes Daniel in seine eigene Traumwelt zurück. Er hat sich nicht um seine College Bewerbungen gekümmert und lebt in der Vergangenheit.
Bis plötzlich Haru in sein Leben tritt, ein Junge, den er letzten Sommer kurzzeitig in Japan kennenlernen durfte, aber die Chance verpasst hat, diesen näher kennenzulernen oder Kontaktdaten mit ihm auszutauschen.
Haru und er verbringen immer mehr Zeit miteinander, doch nur Eric kann ihn eigentlich sehen.

Dieser Roman hat mich emotional mitgerissen. Ich habe mit Eric gelitten, getrauert und konnte die Einsamkeit regelrecht spüren, mit der dieser sich konfrontiert sah.
Die Story wird dabei aus Sicht des Hauptprotagonisten Eric Ly erzählt. Dabei wird in Form von Rückblicken die Geschichte von Daniel und Eric erzählt und wie unglücklich Eric in seinen besten Freund verliebt war.
Recht schnell erfährt der Leser dann auch, wie dieser in Japan Haru kennenlernte und wie die beiden leider nicht mehr dazu gekommen sind ihre Kontaktdaten auszutauschen.

Dustin Thao schafft es sehr gut die traurige und einsame Grundstimmung des Protagonisten zu transportieren. Dabei findet auch sehr viel in Erics Kopf statt und zwischendurch muss man immer wieder darauf achten, was jetzt eigentlich Traum bzw. Vorstellung ist und welche Gegebenheiten eigentlich wirklich der Realität entsprechen.
Eric muss im Plot nicht nur lernen, mit seiner Trauer umzugehen, sondern gleichzeitig auch wieder einen Weg zurück ins Leben finden. Und dabei trifft er Entscheidungen, die nicht immer direkt zu seinem besten sind.
Ab und an hätte ich ihn gern mal geschüttelt und gefragt, was er sich eigentlich dabei denkt
Doch man spürt auch die Entwicklung, die der Protagonist im Laufe des Buches erfährt und das hat mir persönlich sehr gut gefallen.
Hinzu kommt dann noch ein Ende, mit dem ich so gar nicht gerechnet hatte und dass mich etwas sprachlos zurückgelassen hat.

Ich kann daher das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen, auch wenn mich beim Lesen doch des Öfteren die Schwermut erfasst hat
Ich vergebe 4 Filmkameras

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.09.2024

Ein Slow-Crime, der mich leider nicht so überzeugen konnte

Dunkeldorf
0

„Niemand träumt, was ihn nichts angeht.“

Mögt ihr Krimis, die eher einen langsamen Spannungsbogen haben?

Ich gehöre eher zur anderen Sorte und mag die schnelleren Krimis und Thriller.
Deshalb hatte ...

„Niemand träumt, was ihn nichts angeht.“

Mögt ihr Krimis, die eher einen langsamen Spannungsbogen haben?

Ich gehöre eher zur anderen Sorte und mag die schnelleren Krimis und Thriller.
Deshalb hatte ich auch mit „Dunkeldorf“ so meine Schwierigkeiten.
Aber fangen wir mal von vorne an.

Im Krimi von Liliane Skalecki begleiten wir Niklas Westphal, der zur Beerdigung seiner Mutter in sein Heimatdorf zurückkehrt.
Dort angekommen plagen ihn seltsame Träume, die mit einer Erinnerung aus seiner Kindheit zusammenhängen.
Er beginnt also mit seiner früheren Schulfreundin Tessa eigenhändig Ermittlungen anzustellen im Dorf.

Erzählt wird der Plot dabei aus Sicht des Protagonisten Niklas und zwischendurch folgen Auszüge aus diversen Romanen einer Autorin namens Julia von Mondragon.
Diese Auszüge passen mal mehr und mal weniger zum Plot und erscheinen zunächst völlig zusammenhanglos zur Geschichte.
Und eigentlich mag ich ja Stories, die in einem schrulligen oder skurrilen Dorf spielen.
Doch die Autorin hat es mit „Dunkeldorf“ leider nicht geschafft mich in die richtige Stimmung zu versetzen.
Das Dorf wird dabei sehr ausführlich beschrieben und auch die vielen Eigenarten der Einwohner.
Dies sorgt jedoch leider auch immer wieder für Spannungsabbrüche beim Lesen, anstatt diese aufzubauen.
Wenn sich dann gerade mal etwas Spannung aufgetan hatte, so wurde diese durch die langatmige Erzählweise leider sofort wieder rausgenommen.
Auch mit dem Schreibstil von Liliane Skalecki bin ich nicht wirklich warm geworden, was alles in allem dann zu der nicht ganz so guten Bewertung bei mir geführt hat.

Wenn ihr aber auf schrullige Dorfbewohner und slow Crime steht, könnte das Buch genau das richtige für euch sein.
Ich kann leider nur 2 Kleider für diesen Krimi vergeben

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.09.2024

Ein spannender Reihenauftakt mit einer tollen Ermittlerin

Die Sehenden und die Toten
0

„Dem Wort Mord fehlt die Würde (…) Es ist ein würdeloses Konzept. Es reduziert sowohl den Täter als auch das Opfer auf etwas, das ihnen nicht gerecht wird.“

Mögt ihr regionale Krimis?

Der Beginn der ...

„Dem Wort Mord fehlt die Würde (…) Es ist ein würdeloses Konzept. Es reduziert sowohl den Täter als auch das Opfer auf etwas, das ihnen nicht gerecht wird.“

Mögt ihr regionale Krimis?

Der Beginn der neuen Krimi Reihe von Sia Piontek spielt im Wendland und hat mich definitiv nicht enttäuscht.

Wir begleiten die ehemalige Mordermittlerin Carla Seidel, die sich ins beschauliche Wendland hat versetzen lassen, um mit ihrer Tochter Lana einen Neuanfang zu wagen.
Doch dann wird der 18-jährige Justus tot aufgefunden und seine Augen wurden auf grausame Art durch Spiegelscherben ersetzt.
Carla muss erneut ermitteln und merkt dabei, dass die Vergangenheit einen immer wieder einholen kann.

Der Krimi wird dabei zu einem Großteil aus Sicht der Ermittlerin Carla geschrieben. Bei einigen Passagen dürfen wir aber auch ihre Tochter Lana begleiten, die bei den Ermittlungen verbotenerweise etwas unterstützt.
Die Autorin hat es geschafft mich recht schnell in das Setting hineinzuversetzen.
Dabei hat nicht nur der gute Schreibstil geholfen, der sich einfach flüssig lesen lässt, sondern auch die Charaktere. Jede Person hatte ihre Eigenarten und ihren Background. Und ohne, dass es zuviel geworden wäre, wurden diese im Plot angedeutet.

Der Spannungsbogen baute sich hier zunächst langsam auf und war besonders gezeichnet durch die Grausamkeit des Mords an Justus.
Mit der Zeit nahm dieser jedoch an Fahrt auf, so dass man nicht mehr das Gefühl hatte einen beschaulichen Regionalkrimi zu lesen.
Und tatsächlich hatte ich erst zum Ende hin eine ungefähre Ahnung, wer hinter all dem stecken könnte
Das hat mir persönlich am besten gefallen!

Ich vergebe daher volle 5 Fahrräder für diesen tollen Reihenauftakt und bin gespannt auf die weiteren Teile.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.09.2024

Ein spannender Psychothriller

Stalker – Er will dein Leben.
0

„Ich bin du! Ebenso sehr oder ebenso wenig wie du bin ich derjenige, der du vorgibst zu sein“

Habt ihr schauspielerisches Talent?

Eric, der Hauptprotagonist in dem neusten Buch von Arno Strobel, hat ...

„Ich bin du! Ebenso sehr oder ebenso wenig wie du bin ich derjenige, der du vorgibst zu sein“

Habt ihr schauspielerisches Talent?

Eric, der Hauptprotagonist in dem neusten Buch von Arno Strobel, hat zumindest welches. Er arbeitet an einem Theater in München und durfte erst vor kurzem in einem neuen Tatort mitspielen.
Seine Frau Paula dagegen versucht ihn immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen und die Situation realistisch zu betrachten. Was wiederum Eric so gar nicht gefällt.
Doch mit dem steigendem Ruhm beginnen sich auch die negativen Kommentare auf den sozialen Medien zu mehren und einer seiner Fans scheint die Grenzen zu überschreiten. Zuerst nur online, dann aber auch im echten Leben, bis Eric sein komplettes Leben hinterfragen muss.

Arno Strobel hat es geschafft mich von der ersten Seite an zu fesseln.
Mit seinem unverkennbaren Schreibstil, der auch perfekt zum Protagonisten Eric passt, konnte ich vollständig im Setting eintauchen.
Dabei ist Eric nicht unbedingt ein sympathischer Protagonist. Ganz im Gegenteil. Oftmals kam er arrogant rüber und konnte die Kritikpunkte an seiner Person scheinbar nie verstehen.
Die Probleme mit seiner Ehefrau wurden ebenfalls gut dargestellt und das Verhalten der beiden zueinander wirkte auf mich sehr authentisch.
Begann das Buch zunächst etwas langsam mit dem Spannungsaufbau, nahm dieser dann doch ziemlich schnell an Fahrt auf und die Ereignisse haben sich überschlagen.
Dabei war für mich jedoch die ein oder andere Erklärung etwas stark überzeichnet und irgendwie nur schwer vorstellbar. Da ist aber vielleicht auch die Kreativität etwas mit dem Autor durchgegangen

Der Plottwist am Ende war für mich zwar irgendwie erfreulich und passte gut in die Story, kam für mich aber auch nicht ganz überraschend daher.
Deshalb vergebe ich am Ende gute 4,5 Theatermasken für diesen unterhaltsamen und kurzweiligen Thriller.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.08.2024

Ein absoluter Wohlfühlroman mit einer besonderen Protagonistin

Liebe M. Du bringst mein Herz zum Überlaufen
0

„Aufgeben darf man erst, wenn alle Spuren im Sande verlaufen sind.“

Habt ihr schon einmal einen Liebesbrief erhalten?

Unsere Protagonistin Matilda jedenfalls hat ziemlich viele Briefe täglich auf dem ...

„Aufgeben darf man erst, wenn alle Spuren im Sande verlaufen sind.“

Habt ihr schon einmal einen Liebesbrief erhalten?

Unsere Protagonistin Matilda jedenfalls hat ziemlich viele Briefe täglich auf dem Schreibtisch, denn sie arbeitet auf dem Amt für nicht zustellbare Post.
Bis ihr eines Tages ein Liebesbrief in die Finger fällt, der sie so sehr berührt, dass sie beschließt ihn zuzustellen, egal wie schwierig es auch erscheinen mag.
Dabei stößt sie nicht nur auf eine schmerzliche Liebesgeschichte, sondern sie beginnt auch sich selbst wieder anderen gegenüber zu öffnen und so ihr Leben zu verändern.

Die Geschichte wird dabei aus Sicht von Matilda erzählt, die ihren Job im Amt für nicht zustellbare Post sehr gern hat und gleichzeitig auch sehr ernst nimmt. Für sie gibt es quasi nur die Arbeit und selbst am Wochenende freut sie sich wieder auf Montags.
Matilda ist keine gewöhnliche Person. Sie lebt sehr zurückgezogen, hat der Liebe abgeschworen bzw. für sich beschlossen, dass diese nichts für sie ist und hat auch sonst kaum Aktivitäten nach Feierabend oder Freunde, mit denen sie etwas unternimmt.
Sie verkriecht sich lieber in gute Bücher oder schaut alte Film Klassiker.
Mit einem schönen Schreibstil beschreibt die Autorin die doch recht eigenwillige Protagonistin, die viel zu alt und zu ernst für ihr Alter wirkt.
Im Laufe der Story erfahren wir aber auch den Hintergrund für Matildas Verhalten. Die Angst, erneut enttäuscht oder verletzt zu werden, wird sehr deutlich.

Sehr schön wird auch der allmähliche Wandel aufgezeigt, wie sich Matilda langsam für andere Menschen öffnet und diese auch wieder in ihr Leben lässt.
Ihr älterer Nachbar Knut ist dabei nicht ganz so unschuldig, auch wenn er eher zufällig in ihr Leben gestolpert ist.

Da ich nicht allzu viel über die Story verraten möchte, kann ich euch diesen gefühlvollen und absoluten Wohlfühlroman einfach nur ans Herz legen.
Mich hat nicht nur der Liebesbrief, sondern auch die Protagonistin sehr berührt und die Geschichte wirkt sehr lange nach
Ich vergebe daher volle 5 Liebesbriefe für diesen gelungenen Roman und es wird sicher nicht das letzte Buch von Heike Abidi gewesen sein, dass ich gelesen habe!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere