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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.08.2018

Achtung: Es könnte eine schlaflose Nacht werden!

That Night - Schuldig für immer
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Toni hat 16 Jahre - fast die Hälfte ihres Lebens - im Gefängnis verbracht, verurteilt für den Mord an ihrer Schwester, den sie nicht begangen hat. Nun ist sie mit Mitte dreißig wieder auf freiem Fuß und ...

Toni hat 16 Jahre - fast die Hälfte ihres Lebens - im Gefängnis verbracht, verurteilt für den Mord an ihrer Schwester, den sie nicht begangen hat. Nun ist sie mit Mitte dreißig wieder auf freiem Fuß und will ihre Unschuld beweisen, indem sie den wahren Schuldigen findet. Doch das Unterfangen erweist sich als äußerst schwierig und sogar lebensgefährlich...

Es war mein erstes Buch von Chevy Stevens und es hat mich sehr positiv überrascht. Ich war von den ersten Seiten an richtig gefesselt und drin in der Geschichte, die von der Autorin superspannend erzählt wird. Durch die Rückblenden wird Schritt für Schritt immer mehr enthüllt, bis wir zusammen mit der Protagonistin der Rätsellösung immer näher kommen und das Ganze in einem recht überraschenden Finale gipfelt.

Neben der interessanten, temporeichen und gut erzählten Story weist der Roman als weiteren Pluspunkt lebendige, vielschichtige Charaktere auf, in die man sich durchaus hineinversetzen kann, allen voran die Hauptperson Toni, mit der man fühlt, leidet und hofft.

Erwähnenswert finde ich auch das Aufgreifen von einem wichtigen Problem und zwar meine ich die Resozialisierung. Es wird einem vor Augen geführt, wie schwierig es ist, sich nach mehereren Jahren im Gefängnis wieder in der Gesellschaft zurechtzufinden, ihre Akzeptanz zu gewinnen und den Stempel eines Schuldigen loszuwerden.

Alles in allem ein packender Psychothriller, den ich allen Liebhabern dieses Genres mit gutem Gewissen empfehlen kann!

Veröffentlicht am 21.08.2018

Spannend, gelungener Auftakt einer neuen Reihe

Schlüssel 17
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Durch die Ermittlung im Fall eines grausamen Mordes an einer Pfarrerin wird Tom Babylon mit dem größten Alptraum seiner Jugend konfrontiert: Die im Kuppel des Berliner Domes aufgehängte Leiche trägt um ...

Durch die Ermittlung im Fall eines grausamen Mordes an einer Pfarrerin wird Tom Babylon mit dem größten Alptraum seiner Jugend konfrontiert: Die im Kuppel des Berliner Domes aufgehängte Leiche trägt um den Hals einen Schlüssel mit der Nummer 17. Einen solchen Schlüssel hatte bei sich ein unbekannter Toter, den Tom und seine Freunde vor 19 Jahren beim verbotenen Spielen in einem Kanal entdeckt hatten. Zum selben Zeitpunkt verschwand spurlos Toms kleine Schwester Viola, die er seitdem verzweifelt sucht. Zusammen mit seiner Kollegin Sita Johanns setzt Babylon alles daran, den verworrenen Fall zu lösen, mit der Hoffnung, dadurch auch seine Schwester zu finden. Er stößt dabei auf menschliche Abgründe und begibt sich selbst in tödliche Gefahr...

Das Cover war es, was mich auf das Buch neugierig machte. Ich erwartete eine fesselnde, durchaus auch etwas gruselige Geschichte und wurde nicht enttäuscht. Dem Autor gelingt es gut, bereits zu Anfang eine düstere, mit Spannung geladene Atmosphäre zu erzeugen. Die Spannung steigt kontinuierlich und gipfelt schließlich in einem klassischen Showdown.
Da ich Bücher wie dieses sehr gerne lese, konnte ich es nur schwer aus der Hand legen. Es hat mich gut unterhalten und ich bin gespannt auf die weiteren Fälle für Tom Babylon, zumal ich ihn als Charakter glaubwürdig und interessant fand.

Fazit: Eine klare Empfehlung für alle Thriller-Fans!

Veröffentlicht am 21.08.2018

Nette Urlaubslektüre

Inselleuchten
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Jule scheint vom Pech verfolgt zu sein. Sie hat gerade ihren Job verloren und mit den Männern klappt es auch nicht. Kurzentschlossen packt sie ihre gesamte Habe mitsamt einer riesigen Dogge ins Auto, verlässt ...

Jule scheint vom Pech verfolgt zu sein. Sie hat gerade ihren Job verloren und mit den Männern klappt es auch nicht. Kurzentschlossen packt sie ihre gesamte Habe mitsamt einer riesigen Dogge ins Auto, verlässt München und sucht ein Refugium auf Rügen, wo ihre Schwester bereits die Liebe und ein Domizil gefunden hat. Der spontane Besuch bleibt nicht ohne Folgen. Jule mischt mit ihrer chaotischen Art das beschauliche Leben auf der Insel ordentlich auf, sorgt für Turbulenzen und den einen oder anderen Eklat. Das Schicksal meint es aber gut mit ihr: Es gibt ihn doch, den Mr. Right, sogar ganz in Jules Nähe und eine neue berufliche Herausforderung auch noch dazu. Ganz zu schweigen von der traumhaften Kulisse!

Alles in allem ein netter, unterhaltsamer Roman, mit viel Humor, einer ordentlichen Prise Romantik und einer liebenswürdigen Heldin. Die Lektüre macht Lust auf Urlaub, Sonne und Meer. Und auf einen spontanen Besuch der Insel Rügen natürlich!

Veröffentlicht am 21.08.2018

ein wichtiges Stück deutscher Zeitgeschichte, fesselnd und bewegend erzählt

Trümmerkind
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Wir schreiben da Jahr 1947. Wie viele deutsche Städte liegt auch Hamburg in Schutt und Asche. Die Einwohner leiden unter Kälte und Hunger. Auf der Suche nach Gegenständen, die er auf dem Schwarzmarkt tauschen ...

Wir schreiben da Jahr 1947. Wie viele deutsche Städte liegt auch Hamburg in Schutt und Asche. Die Einwohner leiden unter Kälte und Hunger. Auf der Suche nach Gegenständen, die er auf dem Schwarzmarkt tauschen kann, findet der 14-jährige Hanno Dietz in den Ruinen die erfrorene Leiche einer fremden Frau. In der Nähe der Toten steht ein kleiner Junge. Hannos Schwester Wiebke besteht darauf, ihn mitzunehmen. Der Kleine wird von Agnes Dietz, der Mutter der beiden, liebevoll aufgenommen und großgezogen. Es vergehen viele Jahre bis er durch Zufall – oder doch eher eine Schicksalsfügung?- seine eigene Identität zu klären vermag. Parallel kommt ein erschütterndes Verbrechen ans Licht, das damals, 1947, in Hamburg begangen wurde...

Was für ein Buch! Es ist mein erster Roman von Mechtild Borrmann und ich muss gestehen, dass er mich ziemlich umgehauen hat. In schlichter Sprache und doch mit unglaublicher Intensität schildert die Autorin die harte Wirklichkeit der Nachkriegsjahre und vor diesem Hintergrund eine bewegende Familiengeschichte, die mir als Leserin so richtig unter die Haut ging. Sie erschafft lebendige Charaktere, die einen nicht kalt lassen. Manche muss man einfach verachten , andere, wie Agnes Dietz oder Clara, bewundert man und schließt sie so richtig ins Herz. Man fühlt und leidet mit ihnen und man möchte fast weinen angesichts der menschlichen Grausamkeit und Ungerechtigkeit, die ihnen begegnen.

Sehr gelungen finde ich die Konstruktion des Romans: Durch den Einsatz von mehreren Handlungssträngen und verschiedenen Zeitebenen wird die Vergangenheit Stück für Stück aufgerollt und die Spannung nach und nach erhöht, bis sich alle Puzzleteile der Geschichte zusammenfügen.

Fazit: Ein toll geschriebenes, spannendes und berührendes Buch und ein wichtiges Stück deutscher Geschichte obendrauf – kann ich nur empfehlen!

Veröffentlicht am 20.08.2018

Big brother im Paradies

Isola
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12 Jugendliche fliegen von Deutschland nach Brasilien, um dort auf einer abgeschiedenen Insel an einem Experiment des preisgekrönten Filmemachers Quint Tempelhoff teilzunehmen. Tag und Nacht sollen 6 ...

12 Jugendliche fliegen von Deutschland nach Brasilien, um dort auf einer abgeschiedenen Insel an einem Experiment des preisgekrönten Filmemachers Quint Tempelhoff teilzunehmen. Tag und Nacht sollen 6 Jungen und 6 Mädchen mithilfe der fast überall unsichtbar angebrachten Kameras durch den Regisseur und seinen Assistenten von einer Nachbarinsel aus beobachtet und gefilmt werden. Doch das, was wie ein cooles Abenteuer anfing, entwickelt sich nach und zu einem Alptraum: Die Jugendliche finden die Einleitung zu einem bizarren Krimi-Spiel, das ihnen nicht geheuer ist. Sie sind jedoch gezwungen mitzumachen, sonst müssen sie die paradiesische Insel auf eigene Kosten verlassen. Das Spiel beginnt und es ist alles andere als unterhaltsam....

Isabel Abedi, die ich bis dato nur als Autorin von Kinderbüchern kannte, ist mit „Isola“ ein spannender Jugendroman gelungen, der durchaus auch mach Erwachsenen schnell in seinen Bann zieht. Indem sie der magischen Schönheit des Handlungsortes, die sie in eindrucksvoller, fast poetisch anmutender Sprache zu schildern vermag, eine Atmosphäre der drohender Gefahr entgegengesetzt, schafft Abedi es, eine beklemmende Stimmung zu erzeugen. Die Phantasie des Lesers wird angeregt, man versucht hinter die Geheimnisse der Protagonisten zu kommen und beobachtet gespannt und voller banger Vorahnung wie sich die Dinge zuspitzen.

Fazit: Ein lesenswertes Buch für Jugendliche und Erwachsene, die stimmungsvolle Thriller mit viel Gefühl (eine Liebesgeschichte findet man nämlich auch darin!) bevorzugen und nicht auf Gewaltszenen und Blutvergießen aus sind.

Erwähnenswert finde ich noch das wunderschöne Cover, das meines Erachtens perfekt zu der Geschichte passt und die poetisch-düstere Stimmung gleich zu Anfang wunderbar transportiert.