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Veröffentlicht am 04.02.2021

Die Kinder- und Jugendjahre des großartigen Erzählers

Wie alles kam
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Wer kennt ihn nicht, den frechen Sams mit den lustigen Punkten im Gesicht, der das eintönige Leben vom Herrn Taschenbier von einem Tag auf den anderen bunter und spannender macht? Oder die nervige Frau ...

Wer kennt ihn nicht, den frechen Sams mit den lustigen Punkten im Gesicht, der das eintönige Leben vom Herrn Taschenbier von einem Tag auf den anderen bunter und spannender macht? Oder die nervige Frau Rotkohl, die seinen Mieter einfach nicht in Ruhe lassen kann und sich in alles einmischen muss? Das sind nur einige der unvergesslichen Gestalten, die den Schriftsteller Paul Maar zu einem der beliebtesten deutschen Kinder- und Jugendbuchautoren machten. Ganze Generationen sind mit seinen Büchern groß geworden und seine Werke wurden vielfach ausgezeichnet. Doch wer ist der Mann hinter diesen wunderbar klugen und humorvollen Geschichten? Einen Einblick in das Leben von Paul Maar gewährt uns dieses Buch.

Es ist eine Autobiographie, in der der Schriftsteller vor allem von seinen jungen Jahren erzählt. Er erinnert sich an dramatische Ereignisse, wie etwa an den Krieg und die Angst während der Bombenangriffe, erwähnt den frühen Tod seiner Mutter und seine Trauer nach dem Tod der geliebten Oma. Wir lesen aber auch von Abenteuern, die er als kleiner Junge erlebte, von seiner Schulzeit, von Freundschaften, Umzügen und der ersten Liebe. Der Leser erfährt ebenfalls, wie die Anfänge der schriftstellerischen Karriere von Paul Maar waren und dass er beinahe einen ganz anderen beruflichen Weg eingeschlagen hätte. All das erzählt der Autor in einer ruhigen, angenehmen Art, die mir persönlich sehr gut gefällt. Ich genoss die zahlreichen Anekdoten und musste oft schmunzeln. Manche Passagen wiederum gingen mir unter die Haut. Es sind die Textstellen, in denen Paul Maar von sehr privaten und schmerzhaften Erlebnissen spricht und dem Leser seine Verletzlichkeit offenbart. Er thematisiert den langjährigen Konflikt mit dem Vater, der Verlust eines sehr engen Freundes und die Demenzerkrankung seiner geliebten Frau. Diese Schilderungen sind sehr intensiv und berührend. Es ist beeindruckend, dass sich Paul Maar trotz dieser Schicksalsschläge eine Zuversicht und Heiterkeit bewahrt hat, die für seine Werke so typisch ist.

Fazit: Interessant und bewegend, toll erzählt, für Fans von Paul Maar eine wunderbare Lektüre, die ich wärmstens empfehlen kann.

Veröffentlicht am 29.01.2021

Faszination Reisen

VOM GLÜCK ZU REISEN
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Warum reisen wir und welche Kriterien entscheiden über die Wahl unserer Reiseziele? Wie definiert man den Wert einer Reise? Macht es Sinn, eine Bucket List zu führen? Reisen lieber allein oder in Gesellschaft? ...

Warum reisen wir und welche Kriterien entscheiden über die Wahl unserer Reiseziele? Wie definiert man den Wert einer Reise? Macht es Sinn, eine Bucket List zu führen? Reisen lieber allein oder in Gesellschaft? Wie wirken sich die Social Media auf unser Reiseverhalten aus? Ist Fliegen in Zeiten des Klimawandels noch moralisch vertretbar oder sollten wir lieber darauf verzichten? Mit diesen und vielen anderen spannenden Fragen beschäftigt sich der Journalist und Autor Philipp Lage in seinem Buch. Es ist kein Reiseführer oder Ratgeber im klassischen Sinne. Laage, der selbst viel und oft unterwegs ist und für den die Erkundung der Welt Teil des Berufs geworden ist, beleuchtet aus unterschiedlichen Winkeln verschiedene Aspekte des Reisens. Dabei schöpft er aus seinen zahlreichen Erfahrungen und ergänzt sie mit allerlei wissenschaftlichen Exkursen. Die letzteren sind ohne Zweifel wichtig, aber mir persönlich etwas zu viele. Auf einige davon hätte ich gerne verzichtet zugunsten ein paar weiteren Reise-Anekdoten. Das Ergebnis ist trotzdem eine interessante und aus meiner Sicht äußerst anregende Lektüre. Mich hat sie dazu gebracht, mein Verhältnis zu Reisen zu hinterfragen. Es sind mir auch einige Dinge klar geworden, denen ich früher keine größere Bedeutung beigemessen habe. Manche Sätze fand ich besonders inspirierend und auch spannend, wie etwa „Welche Orte wecken wirklich meine Neugier? […] Was würde ich auf Reisen tun, wenn ich keine Fotos davon machen könnte?“ (S. 93). Ich wette, so manche von uns würden sich die eine oder andere Sehenswürdigkeit im Urlaub sparen, wenn man sich nicht mit ihr ablichten und hinterher auf Instagram präsentieren könnte...

Das Buch von Phlipp Laage hat in mir Lust auf neue Abenteuer geweckt und mich daran erinnert, worauf es beim Reisen wirklich ankommt. Seiner Meinung nach sind es vor allem Mut, Neugier, Anstrengung und Offenheit. Die Bereitschaft, sich „auf das Unbekannte einzulassen und das Beste daraus zu machen“. Dem kann ich mich nur anschließen. Also: Auf in die Welt!

Fazit: Ein tolles Buch für Menschen, die Reisen und Abenteuer lieben und die es nicht abschreckt, sich darüber ein paar Gedanken zu machen. Es lohnt sich!








Veröffentlicht am 28.01.2021

Ein Kurztrip nach Paris wird zum Alptraum. Dritter Fall für Peter Hogart

Die Knochennadel
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Der Wiener Privatdetektiv Peter Hogart fliegt mit seiner Freundin, der Kunsthistorikerin Elisabeth, nach Paris. Elisabeth leitet in der dortigen Opera Garnier eine Auktion, bei der die kostbare mittelalterliche ...

Der Wiener Privatdetektiv Peter Hogart fliegt mit seiner Freundin, der Kunsthistorikerin Elisabeth, nach Paris. Elisabeth leitet in der dortigen Opera Garnier eine Auktion, bei der die kostbare mittelalterliche Knochennadel versteigert wird. Im Anschluss möchte das Paar einen kleinen Urlaub in der Stadt der Liebe machen. Daraus wird aber nichts, denn nach der Auktion ist Elisabeth wie vom Erdboden verschwunden und mit ihr auch das wertvolle Artefakt. Hat sie es gestohlen? Daran kann Hogart nicht wirklich glauben. Bald darauf kommt es zu brutalen Überfällen auf mehrere Kunstsammler. Auch Hogart selbst wird angegriffen und muss nicht nur um Elisabeths, sondern auch um sein eigenes Leben bangen. Wer steckt hinter der teuflischen Intrige? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt und Hogarts detektivistisches Gespür ist gefragt mehr denn je...

Ich bin ein bekennender Fan von Andreas Gruber und mag besonders gerne seine Peter Hogart-Reihe. So habe ich mich logischerweise sehr auf diese Fortsetzung gefreut. Der Anfang war vielversprechend. Doch leider hat mich die erste Hälfte des Romans etwas enttäuscht. Der Plot wirkt etwas zu konstruiert und es werden immer wieder ähnliche Handlungssequenzen wiederholt. Auch Hogarts Verhalten kam mir seltsam unglaubwürdig vor. Ich muss gestehen, meine Leselust hielt sich in Grenzen. Ich las trotzdem weiter und siehe da, die Story wurde immer spannender und dann war natürlich keine Rede mehr vom Aufhören. Ich fieberte mit und genoss die rasante Jagd auf die geheimnisvollen und grausamen Mörder, die schließlich in einem furiosen Finale gipfelte. Die zweite Hälfte des Buches ist eine Wucht und ich würde allen, denen es nach den ersten 100 Seiten ähnlich ging wie mir, raten: Wartet ab, es lohnt sich

Unbedingt erwähnen möchte ich noch die tolle graphische Gestaltung des Buches. Das düster und geheimnisvoll wirkende Cover passt perfekt zum Thema und macht neugierig auf den Inhalt.

Mein Fazit: Nicht ganz so gut wie die ersten beiden Hogart-Romane, trotzdem bietet „Die Knochennadel“ eine spannende Unterhaltung. Für Fans von Andreas Gruber ein Muss!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.01.2021

Psychothriller vom Feinstem!

Aus tiefster Seele
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Claudias Leben könnte kaum perfekter sein: Sie lebt in einem Traumhaus, hat einen tollen Ehemann, der sie sehr liebt, zwei gut geratene Stiefkinder und einen erfüllenden Job. Und bald wird sie auch eine ...

Claudias Leben könnte kaum perfekter sein: Sie lebt in einem Traumhaus, hat einen tollen Ehemann, der sie sehr liebt, zwei gut geratene Stiefkinder und einen erfüllenden Job. Und bald wird sie auch eine echte Mutter, denn James und sie erwarten sehnsüchtig ihr erstes gemeinsames Kind. Da James aber als Marineoffizier oft länger unterwegs ist und Claudia auf ihren Job nicht verzichten möchte, sieht sie sich gezwungen, ein Kindermädchen einzustellen. Mit Zoe scheint sie die perfekte Wahl getroffen zu haben. Doch schon bald wird Claudia der jungen Frau gegenüber misstrauisch, erst recht, als sie die in ihrem Schlafzimmer erwischt. Und das ist erst der Anfang...

Seit langem lese ich leidenschaftlich gerne Psychothriller. In meiner Unbescheidenheit glaubte ich tatsächlich, inzwischen ein recht gutes Gespür in Bezug auf potenzielle Täter bzw. die Auflösung von Kriminalfällen entwickelt zu haben. Nun, dieses Buch hat mich eines Besseren belehrt. Die Autorin liefert nicht nur eine packende Story, die von Anfang bis zum nervenzerreißenden Ende hochspannend bleibt. Sie schaffte es, mich mit ihrer raffinierten Erzählart mehrere Male geschickt auf die falsche Fährte zu locken und dann immer wieder zu verblüffen. Das Buch punktet auch mit gut ausgearbeiteten Figuren. Die beiden Hauptprotagonistinnen sind interessante, facettenreiche Charaktere. Der gekonnte Perspektivenwechsel gewährt einen Einblick in ihre Gedanken und Gefühle und so kann man sich zuweilen gut in sie hineinversetzen. Es werden aber auch Abgründe menschlicher Seelen offenbart, die den Leser schaudern lassen. Die Geschichte ist nichts für Zartbesaitete, sie entsetzt und geht unter die Haut. Ein Psychothriller ganz nach meinem Geschmack - ich konnte ihn kaum aus der Hand legen...

Fazit: Packend und raffiniert, mit überraschenden Wendungen, von mir eine klare Leseempfehlung! Aufgrund der Thematik dürften besonders weibliche Fans des Genres bei diesem Buch voll auf ihre Kosten kommen!

Veröffentlicht am 18.01.2021

Der Mörder von Echo Ridge

Two can keep a secret
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Weil sich ihre Mutter für eine längere Zeit in einer Entzugsklinik befindet, müssen die Zwillinge Ellery und Ezra Corcoran zu ihrer Großmutter nach Echo Ridge ziehen. Die kleine Stadt wirkt zwar idyllisch, ...

Weil sich ihre Mutter für eine längere Zeit in einer Entzugsklinik befindet, müssen die Zwillinge Ellery und Ezra Corcoran zu ihrer Großmutter nach Echo Ridge ziehen. Die kleine Stadt wirkt zwar idyllisch, doch der Schein trügt: Einst verschwand hier Sarah, die Tante der Zwillinge, von der immer noch jede Spur fehlt. Und vor fünf Jahren wurde in Echo Ridge Lacey, die wunderschöne Homecoming Queen der Highschool, brutal umgebracht. Der nächste Homecoming Ball steht gerade bevor und plötzlich erscheinen erschreckende Botschaften, die die Rückkehr des Killers ankündigen. Ellery, auf die rätselhafte Kriminalfälle eine große Faszination ausüben, versucht sich als Detektivin. Es ist keine leichte Aufgabe, zumal sie sich ausgerechnet in Malcolm, den Bruder des Hauptverdächtigen, verguckt hat. Dann verschwindet erneut ein Mädchen und Malcolm gerät unter Verdacht...

Obwohl ich vom Alter her schon lange nicht mehr der Zielgruppe angehöre, lese ich ab und zu gerne Romane für ältere Jugendliche, ganz besonders Psychothriller. Da mir der Debütroman der Autorin One of us is lying sehr gut gefallen hat, war ich gespannt auf dieses Buch und hoffte auf eine ähnlich gute Unterhaltung. Ich wurde nicht enttäuscht. Auch hier erwarten den Leser eine vielleicht nicht sehr originelle, trotzdem interessante Story, facettenreiche Charaktere und überraschende Wendungen. Erneut sorgt der Perspektivenwechsel dafür, dass man sich in die Protagonisten gut hineinversetzen kann und dass bei der Lektüre keine Langeweile aufkommt. Das Ende ist ebenfalls gelungen, besonders der letzte Satz hat es mir angetan. Und last but not least ist die graphische Gestaltung des Buches wieder ein Volltreffer!

Fazit: Packender Psychothriller, der durchaus auch älteren Lesern gefallen könnte!