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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.12.2017

Würdige Fortsetzung

Drachenreiter 2. Die Feder eines Greifs
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Als ich "Drachenreiter" 2000 gelesen habe, war ich noch in Grundschule. Damals war es eines der ersten längeren Bücher, die ich gelesen habe und ich weiß noch, dass es mir ziemlich gut gefiel. Jetzt als ...

Als ich "Drachenreiter" 2000 gelesen habe, war ich noch in Grundschule. Damals war es eines der ersten längeren Bücher, die ich gelesen habe und ich weiß noch, dass es mir ziemlich gut gefiel. Jetzt als Erwachsene war ich trotzdem neugierig auf den zweiten Band "Die Feder eines Greifs".
Bens und Lungs zweites Abenteuer ist genauso spannend wie ihr erstes. Obwohl es eher ein Buch für jüngere Leser ist, bin ich mir sicher, dass auch viele Erwachsene, die Drachenreiter gelesen haben, als sie selbst Kinder oder Jugendliche waren, Gefallen daran finden werden. Cornelia Funkes beschreibender und bildhafter Schreibstil ist so fesselnd wie immer. Dazu kommen die vielen Illustrationen und kleinen Vignetten von der Autorin selbst.

Veröffentlicht am 17.12.2017

Das Buch im Buch

Die Seiten der Welt
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Furia Salamandra Faerfax ist 14 Jahre alt und leidet an selbstdiagnostieziertem Somnevolismus - sie liest im Schlaf. Wenn das allerdings ihr einziges Problem wäre, dann wäre die Geschichte hier vermutlich ...

Furia Salamandra Faerfax ist 14 Jahre alt und leidet an selbstdiagnostieziertem Somnevolismus - sie liest im Schlaf. Wenn das allerdings ihr einziges Problem wäre, dann wäre die Geschichte hier vermutlich zu Ende. Furia ist Bibliomantin, kann also durch Bücher Magie wirken. Und damit fangen die Schwierigkeiten erst an ...

Die Seiten der Welt stellt die Macht des geschriebenen Wortes und der Imagination in den Vordergrund. Nach und nach wird deutlich, wie mächtig Worte und Vorstellungskraft in einer Welt, in der Bücher magische Gegenstände sind, sein können. Bereits der Einstieg in die er Geschichte ist vielversprechend, als Leser kann man Furias Begeisterung für das Lesen selbst nur teilen. Teilweise tauchen zwar bekannte Motive auf, die die Handlung mitunter etwas vorhersehbar machen, diese sind jedoch so geschickt verknüpft, dass sich doch noch die eine oder andere überraschende Wendung ergibt.

Veröffentlicht am 17.12.2017

Engel oder Bengel

Die dunklen Gassen des Himmels
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Bobby Dollar ist ein Engel. Wer jetzt allerdings an leuchtende Wesen mit goldenen Flügeln denkt - weit gefehlt. Bobby zweifelt, hinterfragt und trifft manchmal ziemlich eigenwillige Entscheidungen, die ...

Bobby Dollar ist ein Engel. Wer jetzt allerdings an leuchtende Wesen mit goldenen Flügeln denkt - weit gefehlt. Bobby zweifelt, hinterfragt und trifft manchmal ziemlich eigenwillige Entscheidungen, die bei seinen Vorgesetzten nicht gerade auf Begeisterung stoßen. Er ist als Engel Anwalt des Himmels und somit dafür verantwortlich die Seele eines Verstorbenen dem Teufel abstenstig zu machen. Bobbys Gedanken und eigener Lebenswandel sind aber eher die eines "advocatus diaboli".
Tad Williams mitunter ziemlich schwarzer Humor unterstreicht Bobbys Charakter und erweckt tatsächlich den Eindruck, Bobby selbst würde seine Geschichte erzählen. Die dadurch erzeugte Nähe fesselt den Leser und sorgt für das Gefühl, die Handlung aus nächster Nähe mitzuerleben. "Die dunklen Gassen des Himmels" ist als Auftakt für eine Trilogie bestens dazu geeignet, mehr von Bobby Dollar lesen zu wollen.

Veröffentlicht am 17.12.2017

Untypisch zeittypisch

Der grüne Palast
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Eine Geschichte, die Anfang des 19. Jahrhunderts spielt und zudem als Briefroman konzipiert ist. Ein interessanter und spannender Ansatz, Zeittypisches und (fiktive) Geschichte miteinander zu verknüpfen.
Die ...

Eine Geschichte, die Anfang des 19. Jahrhunderts spielt und zudem als Briefroman konzipiert ist. Ein interessanter und spannender Ansatz, Zeittypisches und (fiktive) Geschichte miteinander zu verknüpfen.
Die Sprache ist der Zeit entsprechend angepasst, jedoch nicht so antiquiert, dass man als Leser mit Verständnisproblemen konfrontiert wird. Aus heutiger Sicht lesen sich manche der Formulierungen sogar recht amüsant, etwa wenn eine negative Eigenschaft einer Person so verklausuliert wird, dass sie beinahe schon wieder positiv klingt.
Jede Person hat in den Briefen eine eigene Stimmen bekommen, sowohl was den Stil anbelangt, als auch in der Ausdrucksweise und Wortwahl. Und auch, wenn explizit betont wird und man sich als Leser bewusst ist, dass es sich um fiktive Ereignisse handelt, stellt sich das Gefühl ein, dass es sich so ereignen hätte können.

Veröffentlicht am 17.12.2017

Baumeister von 1001 Nacht

Der Architekt des Sultans
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Der junge Jahan kommt Mitte des 16. Jahrhunderts aus Indien an den Sultanspalast in Istanbul. Dort wird er Schüler des Hofarchitekten Sinan. Zunächst unter dessen Anleitung und später selbst als Architekt, ...

Der junge Jahan kommt Mitte des 16. Jahrhunderts aus Indien an den Sultanspalast in Istanbul. Dort wird er Schüler des Hofarchitekten Sinan. Zunächst unter dessen Anleitung und später selbst als Architekt, ist er für den Bau zahlreicher Gebäude verantwortlich. Während die Sultane wechseln, bleibt Jahans Anstellung als Hofarchitekt bestehen und der Leser folgt seinem Leben mit all seinen Höhen und Tiefen. Die Erzählung nimmt sich dabei Zeit einzelne Episoden näher und genauer zu beleuchten, was an (Autbiographien erinnert. An anderen Stellen wiederum fühlt man sich in die Märchen aus 1001 Nacht hineinversetzt. Wenn Jahan seine Umgebung oder die Architektur beschreibt, könnte im nächsten Moment genauso gut Scheherazade vortreten und mit ihren Erzählungen beginnen.
Elif Shafak vermischt historische und fiktive Ereignisse gekonnt miteinander. Die Kombination aus realer Geschichte und Fiktion allein ist nichts Besonderes, aber die Lebendigkeit mit der sie Jahans Welt auferstehen lässt, sowie der Detailreichtum der in die Beschreibungen miteinfließt, machen die Anziehungskraft von "Der Architekt des Sultans" aus.