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Veröffentlicht am 30.09.2021

Eat the Rainbow

Mein grünes Familienkochbuch
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Ich verrate es gleich vorne weg: Inhalt: super. Cover: ein Desaster.

Vegetarische und vegane Ernährung der Familie näherzubringen und vor allem Kindern schmackhaft zu machen, ist die Intension von TV-Ernährungsdoc ...

Ich verrate es gleich vorne weg: Inhalt: super. Cover: ein Desaster.

Vegetarische und vegane Ernährung der Familie näherzubringen und vor allem Kindern schmackhaft zu machen, ist die Intension von TV-Ernährungsdoc Dr. Silja Schäfer. Und tatsächlich finden sich in diesem Kochbuch alltagstaugliche Rezepte, die sich ohne großen Aufwand zubereiten lassen.

„Eat the Rainbow“ empfiehlt die Autorin, denn bunt ist gesund. Es ist egal zu welcher Gemüsesorte wir greifen, mit Gemüse kann man nichts falsch machen. Ob grün, rot, violett, gelb oder weiß bis hellgrün, alle Sorten sind top. Bei Obst sollten wir uns jedoch auf zwei Portionen am Tag beschränken. Ein NO-Go sind dagegen Smoothies oder Fruchtsäfte, denn beides sind regelrechte Fruchtzuckerbomben. Zucker ist ohnehin problematisch. Nur wie schafft man es bei Kindern die Süß-Schwelle zu senken? Nicht leicht, aber machbar. Das fängt schon bei den Durstlöscher an, Wasser und Früchtetee statt gesüßter Limonade. Aber: Süßes nicht komplett verbieten, nur einschränken, sonst wird die Gier danach umso größer.

Mittlerweile gibt es vegetarische und vegane Lebensmittel in großer Vielfalt. Doch nicht alle sind empfehlenswert, die Autorin rät die Zutatenliste aufmerksam zu studieren, denn oft enthalten diese Lebensmittel viele Zusatzstoffe oder zu viel an Zucker und Salz.
Einen guten Ansatz bietet Frau Dr. Silja Schäfer, wie man Kinder zu Gemüsefans macht. Sie empfiehlt den Probierlöffel zur Regel zu machen. Das heißt: Was auf den Tisch kommt wird zumindest probiert. So gewöhnt man Kinder an neue und ungewohnte Lebensmittel. Wichtig ist es auch Kinder beim Kochen miteinzubeziehen oder auch schon beim Einkauf entscheiden zu lassen, welches Gemüse im Einkaufswagen landet. Ein guter Trick ist das Gemüse zu verstecken, d.h. als Püree, Sauce oder Gemüsepuffer auf den Tisch zu bringen.

Die Rezepte haben mich ehrlich begeistert. Das Low-Carb-Brot habe ich bereits einige Male gebacken. Extrem lecker! Die Brotbeläge sind ideenreich, es gibt sowohl süße wie herzhafte Ideen. Für Porride-Fans gibt es wandlungsfähige Toppings. Das Schokoladen Granola ist bei meinen Kids der Hit. Und der leckere Blechpfannkuchen kann eine Pizza locker ersetzten. Aber … es gibt auch eine Schüttelpizza und die ist absolut mega. Da kann man sehr schön variieren und dazufügen nach Lust und Liebe bzw. was der Kühlschank so hergibt.
Wie eingangs erwähnt: Inhalt TOP mit vielen ansprechenden Fotos. Doch wer hat sich bloß dieses Cover ausgedacht? Ich meine hier nicht die Abbildung. Die ist okay. Es geht hier um die Haptik. Ich habe das Buch ja nun einige Zeit auch praktisch benutzt. Und ich muss sagen, das Cover ist ein einziges Desaster. Die Kante vom Buchrücken hat sich bereits nach kurzer Zeit abgenutzt und leider war auf dem Tisch ein Topfen Wasser, der sich sofort in das Papp-Cover gegraben hat und beim Darüberwischen ist ein Stück vom Titelbild im Lappen verschwunden. Na herrlich!!! Ich finde, für den stolzen Preis, sollte das Buch besser geschützt sein. Und genau das gibt für mich einen Punkte-Abzug. Sorry.

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Veröffentlicht am 21.09.2021

Humorvoller Ratgeber

Stupid ways to die
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Marco Hahn verspricht in seinem humorvollen, gut recherchierten Ratgeber ein längeres Leben und wie das zu bewerkstelligen sei. Er unterteilt sein Buch in drei Hauptthemen: Zucker, Aluminium und Wasser, ...

Marco Hahn verspricht in seinem humorvollen, gut recherchierten Ratgeber ein längeres Leben und wie das zu bewerkstelligen sei. Er unterteilt sein Buch in drei Hauptthemen: Zucker, Aluminium und Wasser, zum Schluss gibt es noch ein paar Seiten zum Sinn und Unsinn von Diäten. Die lustigen Karikaturen von Ralph Handmann geben dem Buch einen heiteren Touch.

Das Thema Zucker empfand ich als besonders aufrüttelnd.
Die Tatsache ist uns allen bekannt: Zuviel an Zucker ist ungesund. Deshalb sollte man gerade die ach-so-gesunden Smoothies und Obstriegel mit besonderer Vorsicht genießen, denn beide sind, was vielen nicht klar ist, die reinsten Zuckerbomben. Und Achtung: Aussagen, wie „ohne Zuckerzusatz“ oder „ungesüßt“ auf Lebensmitteln, sind bewusst irreführend.

Im Buch finden wir eine Liste, hinter welchen Bezeichnungen sich Zucker verbirgt. Diese Liste ist endlos lang. Die WHO warnt vor übermäßigen Zuckergenuß, denn dieser macht unumstritten krank.
Anhand von Vergleichslisten führt uns der Autor vor Augen, dass es gar nicht so einfach ist, seinen Zuckerkonsum zu reduzieren. Zucker ist praktisch in jedem Lebensmittel mehr oder weniger enthalten. Besonders warnt er vor Maissirup, dieser erhöht lt. wissenschaftlicher Studien das Erkrankungsrisiko um 20 Prozent. Unser Körper kommt mit diesem Zucker nicht zurecht.

Leider ist Zucker eine legale Droge, von der wir als Zuckerjunkies schwer wegkommen. Dennoch gibt es einen Weg. Als einfache Regel gilt: Verzichte auf verarbeitete Lebensmittel, Fertigprodukte und Getränke.

Von der Gefährlichkeit von Aluminium wurden wir in unserer kleinen Ortschaft schon vor ca. fünfundzwanzig Jahren konfrontiert, als ein erhöhter Aluminiumwert im Trinkwasser festgestellt wurde. Seitdem bin ich gerade im Puncto Aluminium sensibilisiert.

Im letzten Kapitel geht es um Marco Hahns Plädoyer für das beste Getränk der Welt: Unser Trinkwasser.
Fazit: Ein unterhaltsamer, leicht lesebarer Ratgeber, für Laien gut verständlich.

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Veröffentlicht am 19.09.2021

Zwei Frauen, eine Familie

Wellenflug
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Constanze Neumann zeichnet mit „Wellenflug“ das Familienportrait ihrer Familie am Beispiel zweier ganz unterschiedlicher Frauen. Das Kapitel Anna umspannt die Jahre 1864 bis 1905, das Kapitel von Marie, ...

Constanze Neumann zeichnet mit „Wellenflug“ das Familienportrait ihrer Familie am Beispiel zweier ganz unterschiedlicher Frauen. Das Kapitel Anna umspannt die Jahre 1864 bis 1905, das Kapitel von Marie, der Schwiegertochter von Anna, von 1905 bis 1957.

Der Gedanke, zwei Frauen zu Darstellung der Familienchronik zu wählen, gefällt mir gut. Vor allem weil die Frauen aus zwei verschiedenen Schichten stammen, faszinieren die Erzählperspektiven. Was die Frauen verbindet ist Heinrich, Annas Sohn und Maries Ehemann.

Anna stammt aus einer wohlhabenden Tuchhändlersfamilie und hat in die großbürgerliche Familie Reichenheim eingeheiratet. Doch noch Annas Vater stammte aus ärmlichen jüdischen Verhältnissen, hat sich mit viel Fleiß hochgearbeitet und konnte so der Tochter den Aufstieg in ein besseres Leben bieten. Er hat seinen Namen Isak in Isidor geändert, genau wie Onkel Seelig sich nun Onkel Sigmund nannte, um sich anzupassen und in der Gesellschaft anzukommen. Später ist die komplette Familie Reichenheim sogar einen Schritt weiter gegangen und ist zum christlichen Glauben konvertiert.

Heinrichs Familie und insbesondere die Mutter, haben Marie nie akzeptiert. Selbst den kleinen Sohn wollte Anna nie kennenlernen. Und dabei war Marie, die Frau die Heinrich wieder auf den rechten Weg bringen konnte. Sie liebte Heinrich aufrichtig. Anna stirbt 1932 unversöhnt mit Heinrich.

Schon das Cover hat mich angesprochen. Diese wunderschöne Frau in Sepia. Der Schreibstil ist eher ruhig und unaufgeregt, liest sich wie ein gemächlicher Fluss. Und genau das ist mein einziger Kritikpunkt. Für meinen Geschmack, hätte dem Buch ein bisschen mehr Leidenschaft gutgetan. Sonst alles gut. Die Autorin führt uns in ein Berlin, dass sich zu einer Weltstadt zu entwickeln beginnt, nach Amerika und wieder zurück nach Dresden. Wir erleben zwei Weltkriege, den aufkommenden Judenhass und die Nazizeit. Wir nehmen Anteil an den Höhen und Tiefen einer Familie.

Fazit: Ein Stück Zeitgeschichte am Beispiel einer Familie, gut recherchiert und unaufgeregt erzählt. Unbedingt lesenswert

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Veröffentlicht am 16.09.2021

Marcus Aurelius – ein außergewöhnlicher Kaiser

Der Junge, der Kaiser werden sollte
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Der Bestsellerautor Ryan Holiday legt mit seinem neuesten Werk „Der Junge, der Kaiser werden sollte“, eine unterhaltsame Lebensbeschreibung des Kaisers Marcus Aurelius, für Jung und Alt gleichermaßen ...


Der Bestsellerautor Ryan Holiday legt mit seinem neuesten Werk „Der Junge, der Kaiser werden sollte“, eine unterhaltsame Lebensbeschreibung des Kaisers Marcus Aurelius, für Jung und Alt gleichermaßen geeignet, vor. Marcus Aurelius lebte von 121 – 180 nach Christus. Im Alter von 12 Jahren wurde er von Kaiser Hadrian als sein Nachfolger bestimmt. Hadrian hatte keine eigenen Kinder, aber er erkannte in Marcus einen besonders klugen, ernsthaften und wissbegierigen Jungen und traute ihn diese Aufgabe zu. Marcus wurde von berühmten Philosophen unterrichtet und so auf seine künftigen Aufgaben vorbereitet.

Marcus nahm sein Kaiseramt als Geschenk an und war beim Volk äußerst beliebt. Er erhob seinen Bruder Luzius zum Vizekaiser. Marcus lebte die Tugenden des Stoizismus: Mut, Gerechtigkeit, Mäßigung und Weisheit. Selbst als Kaiser lernte er sein Leben lang. Noch als alter Mann war er bestrebt sein Wissen zu mehren. Er war gerecht und sorgte für sein Volk. Und was sich heutige Politiker und Menschen an den Schalthebeln der Macht von ihm abschauen könnten: Marcus war sich seiner Macht bewusst, aber er missbrauchte sie nicht.

Das Buch hat eine schöne Haptik und ist sehr anschaulich illustriert. Der Schreibstil ist kindgerecht einfach und in kurzen Sätzen. Aber nicht nur für Kinder, auch der erwachsene Leser lernt hier Marcus Aurelius und seine Weisheit kennen.
Fazit: Ein schön aufgemachtes Buch für Jung und Alt. Unbedingt lesenswert

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Veröffentlicht am 16.09.2021

Die Asche der Mutter

Die Überlebenden
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Drei Brüder Benjamin, Pierre und Nils treffen sich nach dem Tod der Mutter um ihre Asche am Holzhaus am See zu verstreuen, dort wo die Familie ihre Sommer verbrachte. Die Brüder haben sich auseinandergelebt, ...

Drei Brüder Benjamin, Pierre und Nils treffen sich nach dem Tod der Mutter um ihre Asche am Holzhaus am See zu verstreuen, dort wo die Familie ihre Sommer verbrachte. Die Brüder haben sich auseinandergelebt, haben sich nicht mehr viel zu sagen. Die gemeinsame Reise führt sie in ihre Kindheit, in der die Jungen um die Liebe der Mutter konkurrierten.

Der Roman „Die Überlebenden“ von Alex Schulman ist keine leichte Kost. Der Autor erzählt abwechselnd aus der Kindheit der Jungen und der Jetztzeit, wobei die Geschichten der Gegenwart rückwärtslaufen, die Kapitel tragen die rückwärtslaufende Uhrzeit. Ich empfand diese Erzählweise anfangs als verwirrend, später als genial, weil sich Gegenwart und Vergangenheit aufeinander zu bewegen. Erzähler ist Benjamin der mittlere der Brüder. Es ist die Geschichte einer zerrissenen Familie, einer zutiefst gestörten Familie. Die Eltern Alkoholiker, zeigen wenig Interesse an ihren Kindern. Nur manchmal blitzt bei der Mutter ein zärtlicher Zug auf, dann ist sie wieder abweisend, dass es geradezu schmerzt. Ihre Stimmungsschwankungen sind auch für die Brüder kaum vorhersehbar. Die Eltern sitzen am am Tisch auf der Terrasse, trinken und rauchen, während die Jungen um ihre Aufmerksamkeit und Liebe buhlen. Die Konflikte zwischen den Brüdern rühren aus diesem Konkurrenzkampf. Über der Geschichte liegt ein Schwere, die kaum zu ertragen ist.

Jeder der Brüder kämpft um sein Überleben in dieser Familie. Und jeder auf eine andere Art. Während Nils sich aus allem raushält ist Benjamin der Vermittler, er möchte Streit und Konflikte vermeiden, Pierre hingegen ist der, der sich mit Fäusten sein Recht verschafft. Der Vater spielt eher eine untergeordnete Rolle. Traurig finde ich es, dass die Brüder in dieser bedrückenden Familie nicht zusammengewachsen sind, sondern sich voneinander entfremdet haben.

Fazit: Kein Roman zum Abschalten. „Die Überlebenden“ ist ein zutiefst verstörender Roman, der jedoch zum Nachdenken anregt, aber auch deprimierend auf die Stimmung wirkt. Deshalb wollte ich anfangs sogar einen Stern abziehen, habe mich aber dann doch dagegen entschieden.

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