Profilbild von brenda_wolf

brenda_wolf

Lesejury Star
offline

brenda_wolf ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit brenda_wolf über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.03.2021

Sehnsuchtsort

Die Farbe des Nordwinds
0


Klara John ist das Pseudonym einer bekannten Bestsellerautorin und Historikerin. Das macht es schon mal spannend. Weil ich mich fragte, wer steckt dahinter? Ich habe gerätselt, aber ich komme nicht dahinter. ...


Klara John ist das Pseudonym einer bekannten Bestsellerautorin und Historikerin. Das macht es schon mal spannend. Weil ich mich fragte, wer steckt dahinter? Ich habe gerätselt, aber ich komme nicht dahinter. Egal. Mir hat der Schreibstil der Autorin jedenfalls gut gefallen. Sie vermittelt in poetischen Sätzen die tiefe Liebe der Protagonistin Ellen zum Wattenmeer und zu der Hallig. Ellen sieht in der Hallig ihre Heimat, obwohl sie in ihrer Jugend nur wenige Monate dort verbrachte. Ihre Mutter eine unstete, flatterhafte Frau, hielt es auch hier nicht lange aus, wie zuvor schon an vielen anderen Orten.

Der Roman wird in zwei Zeitebenen erzählt. In der Jetztzeit und in einer Zeit Ende des 18. Jahrhunderts. Damals war das Leben auf der Hallig noch um einiges rauer, die Sitten krass für unser heutiges Verständnis. Die Nordsee gibt und nimmt. Die Menschen haben sich den äußeren Umständen und dem Klima angepasst. Sie müssen sich gegen die Unbilden der Natur schützen, dass färbt auch auf die Menschen ab. Entweder mal liebt das Halligleben oder man liebt es nicht. Dazwischen gibt es nichts. Damals wie heute. Ellen liebt es. Sie liebt die einzigartige Natur, die Tiere, die Pflanzenvielfalt, die Salzwiesen und sie interessiert sich für die Geschichte der Halligen. Ganz anders Liske, die dort aufgewachsen ist. Sie möchte fort. Sie möchte das Leben um sich spüren.

Im Damals verlässt der elternlose Junge Arjen, mit Pater Danjel die Insel. Ihm bietet sich die Chance in Husum auf die Schule zu gehen. Er muss seinen Bruder Hendrik zurücklassen, der nun bei den Nachbarn aufwachsen soll.

Mir fiel es schwer eine starke Verbindung zu den Protagonisten aufzubauen. Ich mochte Ellen, aber sie blieb mir fremd. Auch zu den anderen Protagonisten fehlte mir die Nähe. Vielleicht liegt es an den herben Charme dieser Menschen und ist von daher völlig okay?

Ich habe einiges über Halligen erfahren, was ich vorher nicht wusste. Halligen unterscheiden sich zu Inseln und es gibt sie nur in Nordfriesland, sonst nirgendwo auf der Welt. Sie zählen zu Weltnaturerbe und man muss alles tun um diese einzigartige Natur zu schützen.

Insgesamt empfand ich den Roman als sehr schwermütig und eher düster. Streckenweise waren auch die ausführlichen Beschreibungen ziemlich ermüdend. Dennoch konnte die Autorin mir ein authentisches Halligleben vermitteln und die Sehnsucht nach dieser herben Landschaft entfachen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.03.2021

Sehnsuchtsort

Die Farbe des Nordwinds
0


Klara John ist das Pseudonym einer bekannten Bestsellerautorin und Historikerin. Das macht es schon mal spannend. Weil ich mich fragte, wer steckt dahinter? Ich habe gerätselt, aber ich komme nicht dahinter. ...


Klara John ist das Pseudonym einer bekannten Bestsellerautorin und Historikerin. Das macht es schon mal spannend. Weil ich mich fragte, wer steckt dahinter? Ich habe gerätselt, aber ich komme nicht dahinter. Egal. Mir hat der Schreibstil der Autorin jedenfalls gut gefallen. Sie vermittelt in poetischen Sätzen die tiefe Liebe der Protagonistin Ellen zum Wattenmeer und zu der Hallig. Ellen sieht in der Hallig ihre Heimat, obwohl sie in ihrer Jugend nur wenige Monate dort verbrachte. Ihre Mutter eine unstete, flatterhafte Frau, hielt es auch hier nicht lange aus, wie zuvor schon an vielen anderen Orten.

Der Roman wird in zwei Zeitebenen erzählt. In der Jetztzeit und in einer Zeit Ende des 18. Jahrhunderts. Damals war das Leben auf der Hallig noch um einiges rauer, die Sitten krass für unser heutiges Verständnis. Die Nordsee gibt und nimmt. Die Menschen haben sich den äußeren Umständen und dem Klima angepasst. Sie müssen sich gegen die Unbilden der Natur schützen, dass färbt auch auf die Menschen ab. Entweder mal liebt das Halligleben oder man liebt es nicht. Dazwischen gibt es nichts. Damals wie heute. Ellen liebt es. Sie liebt die einzigartige Natur, die Tiere, die Pflanzenvielfalt, die Salzwiesen und sie interessiert sich für die Geschichte der Halligen. Ganz anders Liske, die dort aufgewachsen ist. Sie möchte fort. Sie möchte das Leben um sich spüren.

Im Damals verlässt der elternlose Junge Arjen, mit Pater Danjel die Insel. Ihm bietet sich die Chance in Husum auf die Schule zu gehen. Er muss seinen Bruder Hendrik zurücklassen, der nun bei den Nachbarn aufwachsen soll.

Mir fiel es schwer eine starke Verbindung zu den Protagonisten aufzubauen. Ich mochte Ellen, aber sie blieb mir fremd. Auch zu den anderen Protagonisten fehlte mir die Nähe. Vielleicht liegt es an den herben Charme dieser Menschen und ist von daher völlig okay?

Ich habe einiges über Halligen erfahren, was ich vorher nicht wusste. Halligen unterscheiden sich zu Inseln und es gibt sie nur in Nordfriesland, sonst nirgendwo auf der Welt. Sie zählen zu Weltnaturerbe und man muss alles tun um diese einzigartige Natur zu schützen.

Insgesamt empfand ich den Roman als sehr schwermütig und eher düster. Streckenweise waren auch die ausführlichen Beschreibungen ziemlich ermüdend. Dennoch konnte die Autorin mir ein authentisches Halligleben vermitteln und die Sehnsucht nach dieser herben Landschaft entfachen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.03.2021

TEACH THE ELEPHANT

Folge deinem Bauchgefühl
0



Nein, es ist kein neuer Diätratgeber. In diesem Buch geht es um ehr als Kalorien zählen. Die Autorin fordert auf, die Verantwortung für unser Essverhalten in die Hand zu nehmen. Denn es gibt keinen heiligen ...



Nein, es ist kein neuer Diätratgeber. In diesem Buch geht es um ehr als Kalorien zählen. Die Autorin fordert auf, die Verantwortung für unser Essverhalten in die Hand zu nehmen. Denn es gibt keinen heiligen Gral. Auch keinen Zauberspruch. Sie rät, den Ursachen auf den Grund zu gehen. Wofür steht eigentlich die Schokolade? Und wie kann ich dieses Gefühl von Befriedigung anderswo finden? Ursachenforschung statt Symptombekämpfung. Darin stimme ich der Autorin Johanna Fischer vollkommen zu. Wir sind verantwortlich für unsere Entscheidungen, für die Erfüllung unserer Bedürfnisse und unser persönliches Glück. Die Autorin schreibt: „Wenn du etwas willst, musst du etwas dafür tun, du kannst nicht von anderen erwarten, dass sie dich glücklich machen.“ Genauso sind wir nicht verantwortlich für andere, jeder ist seines Glückes Schmied. Niemand sollte zu viel Energie verschwenden, um zu erklären, warum etwas nicht funktioniert, sondern vielmehr seine Energie in die Suche nach den Gründen stecken, warum es funktionieren wird.

Die Autorin empfiehlt, auf den eigenen Körper zu hören, ihm zu vertrauen.

Wir erfahren wichtiges Basiswissen über Mikro- und Macronährstoffe und erfahren, was die Autorin unter proaktive Ernährung versteht. Listen der proaktiven Lebensmittel befinden sich in den jeweiligen Kapiteln.

Die Frage ist: Warum tun wir eigentlich oft das nicht, was wir eigentlich wissen? Genau das ist das Problem, das viele von uns haben. Wir kennen uns mit Nahrungsmitteln und Kalorien sehr gut aus, aber es hakt trotzdem. Der Rat der Autorin: TEACH THE ELEPHANT, NOT THE RIDER. Ein absolut einleuchtender Ansatz, der mir persönlich ein Aha-Erlebnis verschafft hat. Für mich überhaupt der wichtigste Punkt in diesem Buch, da ich mich mit Ernährung sehr gut auskenne und eigentlich nicht noch ein weiteres Diätbuch benötige.

Der mentale Schwerpunkt in diesem Buch ist tatsächlich sehr erhellend. Nun weiß ich wie ich meinen inneren Schweinehund beikommen kann. Meine Motivation ist angesprungen und ich habe große Lust, diese Ratschläge in meinen Alltag zu integrieren.

Fazit: Daumen hoch. Diesen Ratgeber kann ich von ganzem Herzen empfehlen. ❤️

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.03.2021

Gedächtnis verrutscht

Stay away from Gretchen
0

»›Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart verstehen und die Zukunft gestalten‹, soll August Bebel gesagt haben. Ich wünsche Ihnen eine geruhsame Nacht.« Auf diesen Spruch wartet die 84-jährige ...

»›Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart verstehen und die Zukunft gestalten‹, soll August Bebel gesagt haben. Ich wünsche Ihnen eine geruhsame Nacht.« Auf diesen Spruch wartet die 84-jährige Greta jeden Abend vor dem Fernseher, zum Abschluss der Nachrichten, die Tom, ihr Junge, moderiert. Greta wohnt allein in einer Wohnung mit einhundertsechzig Quadratmetern. Ihr Mann ist schon seit 18 Jahren verstorben. Wann hatte sie ihren Sohn zum letzten Mal persönlich gesehen, er wohnt doch nur wenige Kilometer von ihr entfernt? Sie ruft ihn an, bemerkt dabei gar nicht, dass sie nur auf Band spricht.

Ich habe tatsächlich die Luft angehalten, als sich die alte Dame ins Auto setzt und nach Irrwegen auf der Autobahn landet, wo sie hilflos hinter ihrem Steuer sitzt. Vier Stunden ist sie unterwegs bevor sie mit leerem Tank liegenbleibt und aufgegriffen wird. Sie ist völlig verwirrt. Dringender Verdacht auf Demenz, sagt der Arzt im Krankenhaus zu Thomas

So startet die Geschichte in der Gegenwart. Doch es gibt auch noch Gretas Geschichte in der Vergangenheit und die beginnt mit dem 1. September 1939, als der Schuldirektor verkündet: "Jetzt ist Krieg!" und endet im Juli 1953. Und diese Geschichte ist über allen Maßen spannend, berührend, grausam, menschlich und unmenschlich zugleich.

Greta verbringt ihre Kindheit in Ostpreußen, als der Vater in den Krieg muss. Ihr wird als Kind die Nazi-Propaganda eingepflanzt und so verehrt sie, wie so viele, diesen Adolf Hitler. Dann gilt ihr Vater in Russland als verschollen und die Familie befindet sich auf der Flucht vor der anrückenden russischen Armee. Unvorstellbar, was Greta und ihrer Familie widerfahren ist. Auch als Flüchtlinge sind sie nirgend willkommen. Ich kann mich jetzt umso besser in die Flüchtlinge versetzen, die in der heutigen Zeit aus Kriegsgebieten nach Deutschland kommen. Auch sie sind von vielen hier nicht erwünscht und auch das faschistische Gedankengut ist bereits wieder in vielen Köpfen vorhanden.

In Heidelberg lernt sie die schwarzen GI Robert Cooper kennen. Hier lesen wir von Rassismus der Gis in den eigenen Reihen. Die schwarzen Soldaten dürfen zwar in den Krieg ziehen und ihr Vaterland verteidigen, sind jedoch weniger Wert als ein weißer Soldat. Ich möchte hier nicht zu viel von der Geschichte verraten. Mich haben gerade dieser Rassismus und die Mischlingsproblematik stark betroffen gemacht.

Von all dem hatte Thomas nichts gewusst. Seine Mutter hat nie davon gesprochen. Allmählich bekommt er eine Ahnung vom Leben seiner Mutter
Tja, und nun zum Hauptprotagonisten. Ich mochte Thomas anfangs überhaupt nicht. Er wurde mir zunehmend unsympathischer. Er ist ein typischer Vertreter der Generation „Ellbogen“, für die nur ein Höher/Größer/Weiter/Schneller zählt. Ich fand es seine arrogante Art, besonders seiner Ersatzassistentin Jenny gegenüber, abscheulich. Allerdings gewinnt er im Laufe der Geschichte, und je mehr er über seine Mutter erfährt, an Menschlichkeit. Gretchen mochte ich. Sie weiß, dass was nicht mit ihr stimmt und das macht ihr Angst. Sie versucht es zu vertuschen. Interessant ist, dass sie, trotz Demenz, noch in der Lage ist Kreuzworträtsel zu lösen. „Das Gedächtnis verrutscht im Alter“, sagt Greta. In ihren jungen Jahren hat Greta mehr aushalten müssen, als man sich vorstellen kann. Ich hielt beim Lesen oft die Luft an.

Der Schreibstil der Autorin ist gut lesbar und voller Dramatik. Susanne Abel lässt den Leser in eine andere Zeit eintauchen. Man fühlt sich mitten im Geschehen. Ich habe mitgelebt und gelitten. Die Charaktere sind lebensecht.

Fazit: Ein grandioser gut recherchierter Debütroman, der mich jede Sekunde fesseln konnte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.03.2021

Voll witziger Comicroman!

Das ungeheimste Tagebuch der Welt!, Band 1 - Wie mein bescheuerter Bruder Klassensprecher in meiner Klasse wurde …
0

Karline und Paul sind Geschwister einer Patchwork-Family. Als Paul in der Schule hängenbleibt, kommt er in Karlines Klasse und wird zu allem Übel auch noch Klassensprecher. Kein Wunder das Karline voll ...

Karline und Paul sind Geschwister einer Patchwork-Family. Als Paul in der Schule hängenbleibt, kommt er in Karlines Klasse und wird zu allem Übel auch noch Klassensprecher. Kein Wunder das Karline voll genervt ist.

Karline bekommt Pauls Tagebuch sprich TABU zufällig in die Hände und lässt es sich nicht nehmen, ausgiebig darin zu lesen. Paul will ein berühmter DJ werden. Einfach lächerlich, der Typ. Auch Karlines Tagebuch kommen wir zu lesen und erfahren so was in den beiden vorgeht.

Und gerade das ist voll cool, wie meine Enkelin sagt, dass der Leser beide Perspektiven kennenlernen darf. Text und Illustrationen sind super gelungen. Es macht auch als Erwachsener Freude im Buch zu blättern und zu lesen.

Wer Gregs Tagebuch mag wird auch „Das geheimste Tagebuch der Welt“ mögen. Mir hat es Spaß gemacht und meine Enkeltochter liebt es. Wir freuen uns schon auf den zweiten Band!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere