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Veröffentlicht am 28.08.2024

Cozy Crime in London

Mord in der Charing Cross Road
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Das Cover ist einladend gestaltet und läßt auf einen früheren Cozy-Krimi schließen- laut Umschlagsangabe hat Autorin Henrietta Hamilton (nur ein Pseudonym!) ihn 1956 verlegen lassen.

London zur Nachkriegszeit, ...

Das Cover ist einladend gestaltet und läßt auf einen früheren Cozy-Krimi schließen- laut Umschlagsangabe hat Autorin Henrietta Hamilton (nur ein Pseudonym!) ihn 1956 verlegen lassen.

London zur Nachkriegszeit, Charing Cross Street. In der antiquarischen Buchhandlung wird nicht nur ein Geist mehrfach gesichtet, sondern auch der äußerst unsympathische Mitarbeiter Mr. Butcher überraschend ermordet.
Scotland Yard verhört die Belegschaft, Nachbarschaft und tappt dennoch im Dunkeln. Unter dem zunehmenden Druck des Mordverdachtes kommt es sogar zu einem Suizidversuch des Mitarbeiters Fred, den Sally jedoch erfolgreich abwenden kann.

Die beflissene Buchhändlerin Sally und der charmante Juniorchef versuchen daraufhin, den Fall auf eigene Faust zu lösen und kommen sich dabei näher.

Sie wirken als Hauptcharaktere sympathisch und vielschichtig, aber auch die weiteren Figuren sind spannend gestaltet.
Der Schreibstil ist angenehm und leicht schrullig- mit typisch britischem Humor.

Ein ruhiger, dennoch spannender Krimi, der gut unterhält und man dem Ermittlerduo bei der Aufklärung gern über die Schulter sieht.

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Veröffentlicht am 23.08.2024

Mutterschaft

Glück
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Das Cover des Romans "Glück" von Jackie Thomae ist schlicht und hätte mich nicht angesprochen. Es zeigt eine sehr altertümliche Darstellung einer Frau, offenbar schwanger, eine Hand auf dem Bauch liegend, ...

Das Cover des Romans "Glück" von Jackie Thomae ist schlicht und hätte mich nicht angesprochen. Es zeigt eine sehr altertümliche Darstellung einer Frau, offenbar schwanger, eine Hand auf dem Bauch liegend, die andere in die Seite gestützt.

Hauptprotagonistin Marie-Claire, kurz MC, Radiomoderatorin, 39, ist völlig schockiert, als ihre Gynäkologin ihr mitteilt, daß sie sich sehr zeitnah entscheiden (und es umsetzen) soll, WENN sie (noch) Mutter werden will.

Will sie das? Geht es auch anders? Ist man (Frau) nur dann vollkommen und glücklich, wenn man Mutter ist?
Und warum sind dann so viele Mütter (zumindestens zeitweise) unglücklich?

Protagonistin 2, Anahita, erfolgreiche Politikerin, die trotz ihrer Erfolge jedoch auch immer häufiger ein Gefühl der Leere verspürt.

Beide Frauen erfahren im Verlauf, daß es ein neuartiges Medikament gibt, das ihnen noch mehr Zeit geben kann, die Lebensentscheidung der Mutterschaft weiter herauszuzögern.

Der Beginn las sich extrem spannend. Beide Frauen waren mir sympathisch, ihre Gedanken und Beweggründe nachvollziehbar.
Dann kamen die irrationalen Gedanken, das ständige Kreisen um dieses eine Thema, das alles überdeckte.
Keine dieser beiden aufgeklärten, erfolgreichen, sonst rationalen Frauen kam z.B. auf die Idee, ihre Gedanken mit anderen Frauen/ Freundinnen zu teilen? Mit Frauen, die die Entscheidung bereits hinter sich haben.
Sie vertrauen sich niemandem an, auch nicht der Gynäkologin, die Ihnen diesen Hormoncocktail verschreiben soll, damit sie Zeit schinden können?

Der Schreibstil war mir zum Teil viel zu ausschweifend, ja langatmig, die Figuren veränderten sich in wenig glaubhafte Charaktere.

Dennoch regt der Roman an, Lebensfragen zu überdenken.
Ist Mutterschaft das Glück, das ALLE Frauen erreichen wollen (sollten)?
Und was ist dann mit den Frauen, die ungewollt kinderlos sind- können sie nie glücklich sein?

2.5 ☆

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Veröffentlicht am 23.08.2024

Die verschiedenen Arten von Liebe

Das größte Rätsel aller Zeiten
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Das Cover macht einen sehr hochwertigen Eindruck und ähnelt einem 3D-Rätsel, ist also passend zum Inhalt gestaltet.

Samuel Burr's Roman erzählt in seinen recht übersichtlich Kapiteln entweder durch Pippa ...

Das Cover macht einen sehr hochwertigen Eindruck und ähnelt einem 3D-Rätsel, ist also passend zum Inhalt gestaltet.

Samuel Burr's Roman erzählt in seinen recht übersichtlich Kapiteln entweder durch Pippa oder Clayton die Handlung in verschiedenen Erzähl- und Zeitsträngen. Ergänzt durch (Kreuzwort-) Rätsel und Briefe, die Pippa für Clayton erdacht und geschrieben hat, um ihn auf die richtige Spur zu leiten.

Pippa gründet die "Gemeinschaft der Rätselmacher" und findet spät(-er) in ihren 50ern ganz unverhofft eine Hutschachtel mit einem Baby auf den Stufen ihres Anwesens, Clayton.

Der 25jährige Clayton nimmt Abschied von der verstorbenen Pippa und versucht sodann, das Rätsel um seine Herkunft zu lösen. Dabei ist er seltsam naiv und ungeschickt. Aber Überraschung: er findet seine sexuelle Identität.

Ein großes Mysterium, Puzzles oder gar wahre Rätsel deckt er nicht auf.
Wer das aufgrund des Klappentextes erwartet, wird ähnlich enttäuscht werden wie ich.

Der Schreibstil von Burr ist sehr englisch- klar, mit viel (schwarzem) Humor und direkt. War ich zu Beginn dadurch und den Plot eingenommen, so wurde Claytons Sinnsuche zum Teil sehr langatmig und nicht so spannend wie erwartet. Das Füllen des großen Kreuzworträtsels als Analogie zum Leben war sehr beschwerlich zu begleiten.

Allein die Idee, einem 25jährigen nicht endlich die Wahrheit über seine Herkunft mitzuteilen, nachdem er sein ganzes Leben rücksichtsvoll darauf gewartet hat, sondern ihn auf eine Schnitzeljagd zu schicken, zeugt für mich nicht von der mütterlichen Liebe, die Pippa empfunden haben soll. Und am Ende kommt die größte Überraschung zutage, die für mich persönlich eher einem Verrat gleichkommt. Zumindestens, wenn man sich nach seinen Eltern sehnt.

Fazit: Leider nur 2*, denn die fortführende Handlung nach der Leseprobe konnte mich nicht fesseln. Es fehlte definitiv die versprochene Spannung, die Charaktere waren nur halbgar und blieben, bis auf Pippa, sehr blaß.

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Veröffentlicht am 15.07.2024

belanglos

Die Sache mit Rachel
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"Die Sache mit Rachel" von Caroline O’Donoghue hätte mich mit seinem Cover nicht abgeholt, knalliges Pink als Rahmen und Titel, der Autorenname in Blau.
Als Motiv eine junge Frau, vom Betrachter weggedreht, ...

"Die Sache mit Rachel" von Caroline O’Donoghue hätte mich mit seinem Cover nicht abgeholt, knalliges Pink als Rahmen und Titel, der Autorenname in Blau.
Als Motiv eine junge Frau, vom Betrachter weggedreht, die ihr Haar hochhält.

Nach der LP erwartete ich ein Wohlfühlbuch mit Ecken und Kanten.
Stattdessen erhält man einen zähen, sehr gemühten Coming-of-Age-Roman, dessen Handlung zwischen Drama und (unfreiwilliger) Komik schwankt, die Spannung tendiert gegen Null. Und als sich dann doch etwas ereignet, aus dem etwas hätte werden können, verpufft es relativ belanglos.

Die Charaktere sind so übertrieben klischeehaft, daß sie nicht überzeugen. Sympathisch war mir keiner. Die Handlungen und Gedanken (trotz Erwachsenwerden-Bonus) selten nachvollziehbar.

Rachel, Anfang 20, weiß nichts mit sich anzufangen, hält sich aber für ganz besonders. James, erst versteckt homosexuell, dann promiskuitiv, will ihr Freund sein und verrät sie aber auf die schlimmste Art in diesen jungen Erwachsenenjahren. Dennoch bleibt ein platonisches Verhältnis, ein Zusammenleben, ein "Aneinanderkuscheln". Sie haben nie Geld, trinken zuviel billigen Wein und wissen nicht, wie es weitergeht. Charakterentwicklung nicht vorhanden.
Selbst die nun 31jährige Rachel scheint in ihrer Rückschau wenig reflektiert.
Dazu gesellt sich ein mittelalter Englischprofessor, der große Ambitionen hegt, seine Frau, die zuvor seine Studentin war und ein verwirrter 2. James, der eigentlich Rachel's Liebhaber ist, aber irgendwie auch nicht.

Die Schreibweise von Caroline O’Donoghue schwankt zwischen plump, belanglos, locker und vulgär.

Die Vielschichtigkeit und Vielzahl der Themen wie das Erkennen der eigenen Sexualität, das Lösen vom Elternhaus und ihren Erwartungen, die Abtreibungsgesetze und die Finanzkrise in Irland- so wichtige Punkte, aber gerecht wird die Autorin keinem.

Mir gefiel weder die Entwicklung der Geschichte, noch die Erzählweise oder die Charaktere. Kurios, daß die Vielzahl der Mitleser so davon schwärmen. Für mich war es schwierig, bis zum Ende durchzuhalten.

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Veröffentlicht am 15.07.2024

schräger Spaß

Bücher und Barbaren
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Das Cover ist überzeugend, so schräg und nicht-klassisch wie die Geschichte. Hauptprotagonistin Viv wird mit einem Buch, neben ihr die Rättin Fern und Potroast, inmitten des Buchladens, dargestellt. Ich ...

Das Cover ist überzeugend, so schräg und nicht-klassisch wie die Geschichte. Hauptprotagonistin Viv wird mit einem Buch, neben ihr die Rättin Fern und Potroast, inmitten des Buchladens, dargestellt. Ich hätte mir noch die Bäckerin Maylee dazu gewünscht.

Orkkriegerin und Söldnerin Viv muß nach einer Verletzung im verschlafenen Städtchen Murk ausharren, einem Küstenkaff. Das paßt weder ihr noch einigen Bewohner, und doch freundet sie sich mit der Rättin Fern an, die den örtlichen Buchladen besitzt.

Nach und nach wird Murk Vivs Zuhause- sie bringt sich ein, schließt Freundschaften und schützt ihre Freunde, z.B. vor dem "Mann in Grau".
Selbst eine kleine Romanze wurde neben der Liebe zu Büchern und Worten und der Wichtigkeit der Gemeinschaft untergebracht.
Und was gutes Gebäck ausmacht! ;)
Liebevolle Betrachtungen, an denen ich allzu gern teilhatte.

Travis Baldree's Prequel zu "Magie und Milchschaum" ist im lockeren Schreibstil mit einer guten Prise Humor verfaßt und bietet neben der Spannung (Gefahr des Bösen in Form von Varine der Fahlen) auch eine ruhige, warme Atmosphäre. Der Lesefluß war ungetrübt, die Beschreibungen sind sehr detailverliebt.

Nun wünsche ich mir eine Fortsetzung, denn Viv und ihre Freunde zu begleiten, war ein überraschendes und außerordentliches Vergnügen.

"Bücher und Barbaren" ist ein Fantasyroman der anderer Art, den ich nur empfehlen kann.

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