Profilbild von bri114

bri114

Lesejury Star
offline

bri114 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit bri114 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.08.2017

außergewöhnlich

Sieh mich an
0

Die Hauptprotagonistin des Romans, Katharina, fand sofort meine Sympathie.
Sie weiß seit kurzem, daß sie nicht mehr lange leben wird, dennoch bewältigt sie ihren Alltag mit einer humorvollen Kraft, die ...

Die Hauptprotagonistin des Romans, Katharina, fand sofort meine Sympathie.
Sie weiß seit kurzem, daß sie nicht mehr lange leben wird, dennoch bewältigt sie ihren Alltag mit einer humorvollen Kraft, die mir tiefen Respekt abverlangte. Es ist kein kurzweiliger Roman, sondern verspricht Tiefe und die Akteure überzeugten bereits zu Beginn durch Authentizität.

Das Cover ist etwas untypisch mit der Hervorhebung einer Fuchs-grafik, die jedoch einen Bezug zur Handlung hat.

Katharina ist 40, Mutter von 2 (eigentlich eher 3, ihr Mann verhält sich kindisch) Kindern, verheiratet mit Costa und lebt an der Ostsee.... sie hält ihr Leben für recht normal- und dann entdeckt sie ein "Etwas" in ihrer Brust und nichts ist wie zuvor.

Ihr ist aufgrund von familiärer Häufung der Erkrankung sofort klar: Sie wird sterben. Doch sagt sie es niemanden- noch nicht.
Sie möchte die letzten Tage genießen, bevor die "unschönen" auf sie alle zukommen.
Und so stellt sie sich mehrfach an diesem Tag die Frage, ob ihr Leben das ist, was sie sich vorgestellt hatte.

Dabei muß sie dringend ihre Tochter Helli aus der Schule abholen, sie hat ADHS und benötigt viel Aufmerksamkeit, nebenbei ihren Nebenjob kurzfristig absagen und sich dabei fragen, ob das der Job ist, den sie wirklich machen will.

Sie realisiert, daß sie bei ihrem Sohn doch nicht mehr an allem Teilhabe hat und daß sie sich von Costa durch die Wochenendbeziehung immer mehr entfremdet, ihre Ehe auf dem Spiel steht.
Ein befreundeter Nachbar erleidet einen Unfall, auch hier unterstützt Katharina.... aber wer ist für sie da?

Die Geschichte wird in der Ich-Form erzählt. Es lebt von und durch Katharina- ihren Gedanken, wie sie versucht, mit ihren Erkenntnissen zurechtzukommen, mit ihrer Familie, mit sich selbst.

Es ist unglaublich berührend.
Dieser einzige Tag enthält so vieles... Hoffnungen, Innehalten, Zweifel, Fragen, Mut, Kraft.
Vor allem zeigt es eine starke Frau, die nun zugeben muß, daß sie jetzt auch mal Hilfe benötigt- und zwar dringend und ohne Ausflüchte.

Der Schreibstil der Autorin ist dabei locker, klar und leicht verständlich, die Seiten flogen nur so dahin, um der Geschichte Raum zu geben.

Ein sehr empfehlenswertes Buch, das viel Emotionen anspricht und sich mit dem Thema Tod auseinandersetzt, das zu oft verschwiegen wird.

Veröffentlicht am 21.08.2017

Killer mit Herz

Projekt Orphan
0

"Projekt Orphan" ist der Folgeroman nach "Orphan X" um den Hauptakteur Evan Smoak. Da ich den ersten Band vorher nicht kannte, kann ich sagen, daß man diese Teile auch einzeln, ohne Zusammenhang, lesen ...

"Projekt Orphan" ist der Folgeroman nach "Orphan X" um den Hauptakteur Evan Smoak. Da ich den ersten Band vorher nicht kannte, kann ich sagen, daß man diese Teile auch einzeln, ohne Zusammenhang, lesen und nachvollziehen kann.

Das Cover wirkt im Vergleich zum dramatischen Inhalt für meinen Geschmack zu schlicht, denn die Handlung ist dramatisch und brisant.

Evan, der als "Nowhere Man" verzweifelten Menschen in ausweglosen Situationen hilft- auch durch Mord an ihren Peinigern- ist Hauptprotagonist des Thrillers.
Doch aufgrund seiner Vergangenheit ist er nun selbst in Gefahr.

Als 12-jähriger nahm er am Orphan-Programm teil und wurde dabei zu einem Killer ausgebildet. Nach vielen Jahren der Auftragsmorde im Namen der Regierung unter strengster Verschwiegenheit stieg er aus.... doch ist einem Killer das möglich?
Da er nach seinem Austieg gejagt wird ist Evan besonders vorsichtig und lebt äußerst zurückgezogen und mit vielen Sicherheitsvorkehrungen.
Nach der Erledigung eines neuen Auftrages wird er dennnoch überwältigt und gefangen gehalten. Aber wer steckt hinter der Entführung- sein früherer Auftraggeber oder jemand, der Rache nehmen will?

Hauptperson des Buches ist Evan Smoak: intelligent, charmant und sympatisch- obwohl er mordet und Selbstjustiz übt.
Detailliert beschreibt der Autor den Charakter einzelner Personen und stellt Szenen immer nachvollziehbar dar.
Man fühlt sich z.T. an James Bond erinnert und Evan Smoak braucht den direkten Vergleich nicht zu scheuen. Die Spannung ist dauerhaft präsent, ohne Schwächen und die Handlung äußerst vielschichtig.

In kurzen Rückblenden, die deutlich als Nebenhandlung gekennzeichnet sind, erfährt der Leser, warum die Nebendarsteller sich an Evan rächen wollen. Diese Rückblenden wirken jedoch immer sich selbst erklärend und nie störend im Verlauf der Erzählung.

"Projekt Orphan" ist ein knallharter, temporeicher und sehr spannender Thriller, der sich nicht vor passenden Actionszenen scheut. Spannung und Nervenkitzel werden hier in einer ansprechenden Geschichte verpackt, die auch mein Mitgefühl für Evan ansprach und deshalb sehr empfehlenswert ist.

Veröffentlicht am 21.07.2017

Wie man als Vater überlebt.... ohne die Trennung zu riskieren

Bring deinen Mann nicht gleich um, du könntest ihn noch brauchen
0

Der Titel sorgte für ein breites Schmunzeln und Interesse, das durch den Klappentext noch verstärkt wurde. 

Autorin (und Journalistin) Jancee Dunn erzählt in ihrem Buch "Bring deinen Mann nicht gleich ...

Der Titel sorgte für ein breites Schmunzeln und Interesse, das durch den Klappentext noch verstärkt wurde. 

Autorin (und Journalistin) Jancee Dunn erzählt in ihrem Buch "Bring deinen Mann nicht gleich um - Du könntest ihn noch brauchen" über das große Abenteuer und zugleich die Belastung, als Paar ein Kind zu bekommen und sich durch die neuen Rollen dennoch nicht aus den Augen zu verlieren. Dabei geht es nicht so sehr um die große Fragen, sondern vielmehr um kleine Sorgen und Alltagsnöte. 

Mit ihrem lockerem und leichtem Erzählstil versteht sie es, nicht nur Situation und ihre (spezielle) Komik zu beschreiben, sondern läßt auch Therapeuten und andere Eltern zu Wort kommen. Sie setzt sich mit Studien und Wissenschaftlern auseinander und versucht, deren Ratschläge umzusetzen und deren (Miss-/)Erfolg zu beschreiben.

So bekommt man einen Einblick in die Auseinandersetzungen um die persönliche Freizeit, Hausarbeit und Erziehungsfragen.

Dies´ war ihr Weg, sich der für sie gänzlich neuen Lebenssituation zu stellen und den Herausfordungen zu begegnen. 

Daher handelt es sich bei diesem Buch eher um einen persönlichen Erfahrungsbericht als einen allgemein anwendbaren Ratgeber.

Dennoch wurde das Buch sehr unterhaltsam geschrieben und man kann sich vielen Darstellungen wiederfinden, die sehr anschaulich und nachvollziehbar beschrieben wurden. Es überzeugte vor allem durch seine große Unterhaltsamkeit.

Veröffentlicht am 21.07.2017

"fantastische" Spannung

Die Sage um Ihartar
0

Das Cover des Buches und der Klappentext versprachen einen Fantasyroman, dessen Geschichte ich unbedingt lesen wollte.

Die Autorin Ramona Elena Herbst schreibt in einem angenehmen, leichten und sehr ...

Das Cover des Buches und der Klappentext versprachen einen Fantasyroman, dessen Geschichte ich unbedingt lesen wollte.

Die Autorin Ramona Elena Herbst schreibt in einem angenehmen, leichten und sehr flüssigen Schreibstil, der mich sofort in die Geschichte eintauchen ließ.
Den Beginn fand ich etwas zu langatmig, aber als klar wurde, weshalb Varim sich auf die Reise machen muß nahm die Geschichte rasant an Fahrt auf und konnte die hohe Spannung bis zum Schluß halten.

Die beiden sehr unterschiedlichen Schwestern Arbell und Sinea werden im Verlauf ebenso detailliert gezeichnet (auch wenn Varim bzgl. der Zuneigung zwischen ihnen schwankt wie ein junger Baum im Wind) wie jede weitere Figur- etwas, das mir überaus positiv auffiel.

Die Reise und ihre Gefahren werden äußerst spannend und bildgewaltig erzählt, sodaß man sich eher in einem Film statt beim Lesen wähnte.
Durch ihren Blick und die Kunst, die richtigen Worte zu verwenden, schafft die Autorin es spielend, uns mit in ihre Fantasywelt zu nehmen und die Schauplätze der Handlung wirklich werden zu lassen. Dabei gibt es jedoch einige Wendungen, die für Überraschungen sorgen.

Dennoch versteht sie es, auch eine Lehre einfließen zu lassen, sodaß dieses Buch nicht nur der Unterhaltung allein diente. Es geht um Freundschaft und Zusammenhalt und der Erkenntnis, daß man gemeinsam alles schaffen kann!

Ein sehr unterhaltsamer Fantasyroman, der vor Abenteuerlust nur so strotzt und noch dazu eine wichtige Botschaft vermitteln kann.


Veröffentlicht am 21.07.2017

Eher Erzählung denn Krimi

Dunkels Gesetz
0

Sven Heuchert legt mit „Dunkels Gesetz“ einen recht harten, kurzen Roman vor, dessen Hauptmerkmal wohl die ruppige Sprache darstellt.

Positiv fiel auf, daß die Kapitel sehr übersichtlich (kurz) gehalten ...

Sven Heuchert legt mit „Dunkels Gesetz“ einen recht harten, kurzen Roman vor, dessen Hauptmerkmal wohl die ruppige Sprache darstellt.

Positiv fiel auf, daß die Kapitel sehr übersichtlich (kurz) gehalten wurden, weshalb man das Gefühl hat, auch einmal eine Pause machen zu können, was angesichts der 187 Seiten allerdings unnötig ist.

Innerhalb der Geschichte blieben dadurch jedoch viele Hauptakteure zu blaß. Dadurch wurde der Spannungsbogen nicht ausgereizt und der angekündigte Krimi war für mich keiner.
Es las´sich eher wie eine Erzählung, die inhaltlich sich fast nur auf das Thema Gewalt beschränkte.

Landschaftlich sind die Beschreibungen jedoch greifbar, hier zeichnet sich die gute Beobachtungsgabe des Autors aus, ein gewollter Gegensatz zu den romantisch-malerischen Romanen.
Die Darstellung von Ödnis, Verwahrlosung, Trostlosigkeit ... Mafiageschäfte, Geldwäsche, Prostitution...ist mehr als gelungen und die daraus resultierenden Träume, diesem zu entfliehen, mehr als nachvollziehbar.

Sven Heuchert nutzt eine derbe Sprache, um seine Protagonisten agieren zu lassen. Fast alle spielen ein doppeltes Spiel und so wird es zwar nicht wie in einem üblichem Krimi spannend bis zum furiosen Finale, aber dennoch interessant.