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Veröffentlicht am 08.07.2024

kleine Monster

Treibgut
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Das Cover des Buches "Treibgut" von Adrienne Brodeur zeigt eine Strandszene- hier wurde ein Haupthandlungsort der Geschichte auf Cape Cod aufgegriffen. Die Farbwahl in türkis, blau, hellblau und beige- ...

Das Cover des Buches "Treibgut" von Adrienne Brodeur zeigt eine Strandszene- hier wurde ein Haupthandlungsort der Geschichte auf Cape Cod aufgegriffen. Die Farbwahl in türkis, blau, hellblau und beige- braun gefällt mir sehr. Es könnten die Geschwister Ken und Abby dargestellt sein.

Diese stehen in einem sonderbaren Verhältnis zueinander- der frühe Verlust der Mutter oder der berühmte Vater haben für ein engeres Band gesorgt- zu eng? Nun, Mitte 40, ist Abby von Ken's Wohlwollen abhängig und er steckt in einer Ehekrise.

Der Vater, Adam, kurz vor seinem 70., möchte noch einmal etwas Großes entdecken (er ist Meeresbiologie-Professor) und setzt daher eigenmächtig seine Psychopharmaka ab.

Da erkennt die junge Mutter Steph, daß sie einen anderen Vater, als der ihr bekannte, hat- eben dieser Meeresbiologe Adam- und er ihr zudem noch eine sehr seltene Krankheit vererbt hat, die auch eine Bedrohung für ihren Sohn Jonah ist. Sie möchte ihre neue Familie kennenlernen.

Es kommt zu einem Aufeinandertreffen, das das Leben aller Beteiligten für immer verändern wird.

Der Schreibstil war leicht lesbar, besonders die detaillierten Naturbeschreibungen konnten die Stimmungen gut einfangen und reflektieren.

Da wechselnd jedem Protagonisten jeweils ein Kapitel zur Verfügung gestellt und damit für stetige Perspektivänderung gesorgt wurde, war die Geschichte vielschichtig und blieb spannend.
Es gab nicht nur aktuelle Konflikte innerhalb der Familie und der Generationen, sondern auch einige alte Geheimnisse, die nach und nach aufgedeckt werden.

„Treibgut“ ist ein gelungener Familienroman über die Beziehungen von Familienmitglieder aus mehreren Generationen, in der jeder sich fragt: "Wer bin ich, wer will ich sein?". Auch das Thema starke Frauen wurde hier beleuchtet, an einigen Stellen vielleicht etwas zu sehr.

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Veröffentlicht am 28.02.2024

Pilgerreise

Oxen. Pilgrim
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Das Cover paßt zum Genre Thriller, es wirkt geheimnisvoll, bedrohlich.

Oxen ist also wieder zurück. Schwer traumatisiert nach seiner Gefangenschaft und den Erlebnissen dort. Dennoch konnte er sich seine ...

Das Cover paßt zum Genre Thriller, es wirkt geheimnisvoll, bedrohlich.

Oxen ist also wieder zurück. Schwer traumatisiert nach seiner Gefangenschaft und den Erlebnissen dort. Dennoch konnte er sich seine Menschlichkeit erhalten (ist das machbar?) und der Besuch bei den Eltern (eines Toten) überzeugte mich, das auch dieser Band alles enthält, was neben der Gewalt, den Geheimnissen und Bündnissen spannend sein könnte.

Diese Erlebnisse und Schuld lasten schwer auf ihm und deshalb tat er sein Bestes, um so schnell es geht, das Krankenhaus zu verlassen. Und seither wandert er. Gegen seine Schuld, gegen die Träume und die Traumata. Er ist jetzt ein Pilger, der um Vergebung bittet.

Margarethe Franck und Axel Mossmann, beide ehemalige Mitarbeiter beim dänischen Geheimdienst PET, bitten Oxen um Mithilfe bei (inoffiziellen) Ermittlungen.
Am Mord von Sally Finnsens Bruder, die ebenfalls zum Team gehört, einigen rätselhaften Morden und Finanzbetrug auf höchster Ebene, der auch die Steuerfahndung involviert sein läßt.

Für mich war dieser Oxen der schwerste. Zu viele Handlungsstränge, die hier verknüpft wurden und die Brutalität machten das Lesen schwer und zäh. Zudem blieben die Figuren merkwürdig blaß- vielleicht, weil der Autor davon ausgeht, daß die Leser die Protagonisten kennen.
Sinnvoll wäre auch, Teil 5 dieser Reihe zuvor gelesen zu haben.
3.5☆

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Veröffentlicht am 28.02.2024

Ende der Dilogie

Starling Nights 2
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Das Cover ist der Gegenpart zu Band 1- genretypisch und anziehend mit den aufflatternden Staren und Spiegelungen gestaltet. Auch die Farbwahl, die sich allein auf Schwarz und Kupfer beschränkt, wirkt wie ...

Das Cover ist der Gegenpart zu Band 1- genretypisch und anziehend mit den aufflatternden Staren und Spiegelungen gestaltet. Auch die Farbwahl, die sich allein auf Schwarz und Kupfer beschränkt, wirkt wie die weiche Haptik sehr hochwertig.


Band 1 dieser Dilogie hat mich sehr begeistert, dieser 2. Band konnte dies' jedoch- bedauerlicherweise- nicht wiederholen.

Das Buch knüpft nahtlos an die Geschehnisse des ersten Teiles an und entführt erneut in die faszinierende Welt des Bundes der Stare.

Hauptprotagonist ist nun jedoch Ashton, der sich nicht damit abfinden möchte, sein machtvolles Sein als Star so einfach (wie Cliff) aufzugeben. Könnte Zoe die Lösung für sein Problem sein? Doch wie soll er sie überzeugen, wenn sie nichts mehr mit ihm zu tun haben will?

Der Schreibstil der Autorin ist nach wie vor wundervoll- detailliert, schön bebildert und immer flüssig.
Die Geschichte wird erneut abwechselnd aus den Sichten der beiden Protagonisten erzählt.

Allerdings lag hier auch mein Problem an dieser Fortsetzung: sollten die Protagonisten nicht alles dafür tun, um eine Lösung für das in Band 1 beschriebene Problem zu finden? Stattdessen gab es reichlich Selbstzweifel der Protagonisten.
Trotz der zum Teil fehlenden Spannung schafft es die Autorin jedoch, daß der Leser Ashtons emotionale Weiterentwicklung zur Kenntnis nimmt und durchaus Sympathien für ihn entwickelt, Zoe war für mich als Protagonistin hier die Gewinnerin- sie hatte die Tiefe, die mir beim Rest der Handlung fehlte.

Die Spannung stieg zum Ende hin zwar noch, aber zu kurz und wurde m.E. nach auch zu leicht aufgelöst.
Schade, da hatte ich mir mehr erhofft. 3.5☆

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Veröffentlicht am 28.02.2024

Überleben

Demon Copperhead
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Das Cover des Buches „Demon Copperhead“ von Barbara Kingsolver ist in seiner Gestaltung einerseits zurückhaltend und schlicht- es gibt nur den Titel und Autorin preis- andererseits mit einer unglaublichen ...

Das Cover des Buches „Demon Copperhead“ von Barbara Kingsolver ist in seiner Gestaltung einerseits zurückhaltend und schlicht- es gibt nur den Titel und Autorin preis- andererseits mit einer unglaublichen Farbgewalt. Der Autorenname in kräftigem Rot, der Titel in Knallorange und das auf einem dunkelvioletten Grund, ebenso stark wie die Erzählung und der Protagonist selbst.

Der kindliche Ich-Erzähler und Namensgebende des Titels Demon Copperhead (eigentlich Damon Fields- die Anlehnung an Dickens' "David Copperfield" ist beabsichtigt) wird auf seinem äußerst schwierigen Lebensweg begleitet.
Er wird unter den denkbar schlechtesten sozialen Bedingungen in einem Trailerpark in Lee County geboren. Die Mutter, ein Teenie auf Entzug, der Vater (verstorben) - es fehlt das wohlige Nest. Zugleich hat Demon jedoch das große Glück, daß die Nachbarsfamilie Peggot und deren Enkel eine gewisse Zeit seine (Ersatz-)Familie werden.
Seine Odyssee durch das Pflegefamiliensystem, Armut, Hunger, Opiodsucht, das hinterwäldlerische "Land" und immer wieder Gewalt beginnt mit dem Tod seiner Mutter. Aber Demon nimmt den (oft grausamen) Kampf an, auch wenn es manchmal aussichtslos scheint, woher er auch seine (kindliche) Hoffnung beziehen mag.

Autorin Barbara Kingsolver, selbst aus den Appalachen, gelingt es hier, die Scham über das "dumme Hinterland" abzulegen und den Zusammenhalt der ärmsten Bewohner in den Vordergrund zu rücken. Sie schreibt zwar über soziale Ungerechtigkeiten, die Armut, Opiodsucht und Gewalt, aber sie verurteilt die Protagonisten nicht- eher klingt in jeder Zeile auch Verständnis für ihre Charaktere mit. Und die Hoffnungsschimmer der Geschichte erschafft sie mit ihren Nebenfiguren (Tommy, Tante June, Miss Betsy, der Coach, Miss Annie) selbst.

Ihre Widmung: „Für die Überlebenden“ sagt alles aus, was das Buch so bemerkenswert macht.

Die Lebensgeschichte eines Außenseiters- geschrieben in einem jungenhaften Schreibstil, der direkt und eindringlich und dennoch flüssig ist, hat mich sehr berührt und gefesselt.
Seine Entwicklung auf diesen Irrwegen, die man Leben nennt, zu einem starken Charakter, der entschlossen seinen Weg geht, war schmerzhaft und zugleich beglückend.

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Veröffentlicht am 28.02.2024

Kein Unsinn und keine Geheimnisse

Hallo, du Schöne
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"Kein Unsinn und keine Geheimnisse" ist das Mantra, das zu Williams (mentalen) Gesundung beiträgt und damit den Gegenpol zum Titel "Hallo, du Schöne" bildet.

Das Cover ist ein recht buntes Porträt einer ...

"Kein Unsinn und keine Geheimnisse" ist das Mantra, das zu Williams (mentalen) Gesundung beiträgt und damit den Gegenpol zum Titel "Hallo, du Schöne" bildet.

Das Cover ist ein recht buntes Porträt einer schönen jungen Frau, der entweder Schatten auf ihr Gesicht fällt oder es ist aus Teilen zusammengesetzt worden, Titel und Autorenname wurden stark konträr in Weiss und Großbuchstaben gewählt.
Die Schönheit des Gefüges auch hier passend zur Handlung dargestellt.

William wächst ungeliebt, aber immer gut versorgt in einer typischen amerikanischen Kleinstadt auf. Als er Basketball für sich entdeckt, findet er den ersten Halt im Leben.

Julia hingegen wächst mit 3 Schwestern auf, der Familienbund scheint zum Teil einzuengen (Cecilia), zugleich bedeutet er allen aber auch Sicher- und Geborgenheit.

Zwischen den beiden so gegensätzlichen jungen Menschen entsteht Liebe und sie heiraten, William wird mit offenen Armen in Julias Familie willkommen geheißen.

Während William sich im Verlauf aber zunehmend zurückzieht, erkennt Julia zu spät, daß sie nicht alles planen kann.
Cecilia rebelliert, Emmy steht endlich für sich ein, Sylvie hadert und Charlie (der Vater) stirbt unerwartet. Das Familiengefüge zerbricht und jeder für sich muß herausfinden, wer ist ist (oder sein will).
Und während der "Versager" Charlie doch von allen geliebt wurde, seine Liebe mit "Hallo, du Schöne" weitergeben konnte, muß William nach schmerzhaften Verlusten (und nur knapp dem Tode entgehend) lernen, daß nur wahrhaftige Ehrlichkeit Verbundenheit bringt. Und er nur dann heilen kann.

Wir begleiten die Padavanos und William über 40 Jahre hinweg, was zugleich die Stärke und Schwäche des Romans ausmacht.
Einiges wird vertieft, anderes übersprungen. Jedes Kapitel wird aus Sicht eines Protagonisten- meist jedoch von William oder Julia- erzählt, so ergeben sich die unterschiedlichsten Einblicke in ihre Gedankenwelt und die Dynamik ihrer Beziehungen.

Der Schreibstil und die Handlung gefielen mir, waren aber nicht so herausragend wie man es nach den extrem positiven Kritiken hätte erwarten können.

Liebhaber von "Little Women" von Louisa May Alcott werden sicherlich einige Parallelen entdecken können, für alle Anderen bleibt es ein ergreifender Roman über Familienbande und ihre Risse, die das Leben so (überraschend?) bereithält.

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