Sommerliches Jugendbuch mit vielen Emotionen
Blaue Zitronen – Der Sommer, als alles anders wurdeWorum geht’s?
Seit der Trennung ihrer Eltern steht Antonias Leben vollkommen Kopf. Umso größer ist daher ihre Freude, als sie die Ferien gemeinsam mit ihrer Tante auf einer kleinen italienischen Insel ...
Worum geht’s?
Seit der Trennung ihrer Eltern steht Antonias Leben vollkommen Kopf. Umso größer ist daher ihre Freude, als sie die Ferien gemeinsam mit ihrer Tante auf einer kleinen italienischen Insel verbringen darf, auf der das Glück praktisch mit Händen greifbar ist. Zwischen Badeausflügen und Sonnenschein merkt sie jedoch schnell, dass Probleme nicht einfach verschwinden, wenn man sie ignoriert – und kommt dabei einem Geheimnis auf die Spur, das ihr Leben für immer verändert.
Meine Meinung
Auch wenn ich Italien als Setting schon immer wirklich gerne gelesen habe, bin ich immer wieder gespannt auf neue Umsetzungen und Ideen, die frischen Wind in liebgewonnene Kulissen bringen. Das Setting dieser Geschichte ist daher auf jeden Fall ein unglaublich ansprechend gestalteter Punkt, der definitiv Lust auf das Buch macht und insbesondere die sommerliche Stimmung greifbar transportiert.
Schreibstil und Idee mochte ich wirklich gerne, auch die Figuren waren grundsätzlich sympathisch dargestellt und die Zeit auf der kleinen Insel macht dabei richtig Lust auf Urlaub. Antonias Sorgen und Probleme haben definitiv in die Lebensrealität vieler insbesondere jüngerer Leseratten gepasst, was sie als Figur durchaus authentisch und nahbar gemacht hat. Ihr Wunsch nach Glück, Halt und Normalität kommt dabei meiner Meinung nach besonders gut rüber, was man auch dann sehr gut nachvollziehen kann, wenn man schon etwas älter ist.
Die Zeit auf der Zitronenbauminsel fand ich ebenfalls sehr angenehm beschrieben, denn auch wenn durchaus viele Figuren auftreten, hatte ich dabei nicht das Gefühl, komplett den Überblick zu verlieren und habe Antonia daher gerne dabei begleitet, wie sie neue Freundschaften geschlossen und die Bewohner kennengelernt hat.
Nicht ganz nachvollziehen konnte ich dann allerdings ehrlicherweise den Umgang der Kindern bzw. Jugendlichen mit der plötzlich aufgedeckten Situation am Ende des Buches. Der lockere Umgang und das schnelle Überwinden dieses großen Geheimnisses und den damit einhergehenden und sehr nachvollziehbaren Verletzungen kam mir für Teenager einfach nicht richtig glaubwürdig vor, zumal man beim Lesen zuvor eigentlich ganz andere Charakterzüge der Figuren kennengelernt hat.
Viel wichtiger sollte natürlich eigentlich die Erkenntnis sein, dass eben nicht alles im Leben bloß schwarz oder weiß ist, was ich als Botschaft auch wirklich gelungen finde. Mein Lesespaß wurde mir daher insgesamt definitiv nicht kaputt gemacht, im Hinterkopf geblieben ist mir dieser Eindruck bei all der Schönheit des Happy Ends aber doch.
Fazit
Wer Lust auf eine sommerliche Familiengeschichte mit Urlaubsfeeling und Setting in Italien hat, dem kann ich dieses Buch definitiv ans Herz legen. Themen wie Freundschaft, Familie und Veränderung spielen dabei zwar eine wichtige Rolle und bringen natürlich eine gewisse Portion Ernsthaftigkeit mit, angenehm zu lesen bleibt die Geschichte dabei aber trotzdem.
Von mir gibt es dafür vier Bücherstapel.