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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.02.2025

Ein etwas zu abruptes Ende

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Worum geht’s?
BKA-Kommissarin Yasira Saad hat es in ihrem aktuellen Fall nicht nur mit dem spurlosen Verschwinden einer 16-Jährigen zu tun, sondern auch mit einem Video, das zeigt, wie das Mädchen Opfer ...

Worum geht’s?
BKA-Kommissarin Yasira Saad hat es in ihrem aktuellen Fall nicht nur mit dem spurlosen Verschwinden einer 16-Jährigen zu tun, sondern auch mit einem Video, das zeigt, wie das Mädchen Opfer einer Gewalttat wird. Der Aufschrei in der Bevölkerung ist groß, es kommt zu Demonstrationen, Ausschreitungen und insbesondere rechte Bewegungen verzeichnen einen unglaublichen Zulauf – Grund genug für Yasira, alle Kraft in die Ermittlungen zu stecken, um nicht nur den Fall aufzuklären, sondern auch eine gesellschaftliche Eskalation zu verhindern.


Meine Meinung
Gerade in Zeiten von KI und Fake-News ist dieses Buch hochaktuell, auch wenn damit sicherlich nicht jeder Lesegeschmack getroffen wird. Nichtsdestotrotz fand ich die Geschichte aber von Anfang an unglaublich spannend, was für mich persönlich eben gerade daran lag, dass ich mir den Aufschrei, der auf so ein Szenario erfolgt wäre in der Realität sehr gut vorstellen konnte.

Da ich die Geschichte als Hörbuch gehört habe, hatte ich den Vorteil, dass ich mir um Lesefluss oder -tempo keine Gedanken machen musste. Bei Marc-Uwe Kling mache ich mir da zwar ohnehin seltenst Sorgen drum, nichtsdestotrotz fand ich das hohe Erzähltempo sehr angenehm zu verfolgen und dem Spannungsbogen darüber hinaus auch sehr zuträglich.

Gleichermaßen erschreckend wie auch spannend zu verfolgen fand ich die wirklich zutreffende Darstellung unserer heutigen Gesellschaft. Dass neben der eigentlichen Ermittlungsarbeit natürlich auch gesellschaftliche Problematiken thematisiert werden würden, war mir eigentlich schon nach dem Lesen des Klappentextes klar, ein wenig überrascht war ich dann beim Hören allerdings schon, wie authentisch das Szenario beschrieben war und wie gut ich mir vorstellen konnte, dass sich eine Situation wie diese theoretisch auch am nächsten Tag tatsächlich abspielen könnte.

Mein einziger Kritikpunkt an dieser Geschichte bezieht sich daher tatsächlich auf das Ende, das für meinen Geschmack einfach viel zu abrupt daher kam und definitiv keine zufriedenstellende Auflösung geboten hat. Die gesamte Schlussszene hat auf mich dabei schon sehr an den Haaren herbei gezogen gewirkt, was mit einem anderen Ende als diesem fade to black eventuell weniger enttäuschend auf mich gewirkt hätte, als das hier dann leider tatsächlich der Fall war.


Fazit
Auch wenn ich die Geschichte wirklich spannend fand, hat mich das plötzliche und leider ziemlich offene Ende eher enttäuscht. Die Idee und die Umsetzung an sich waren aber trotzdem so gut, dass ich das Hörbuch innerhalb kürzester Zeit beenden konnte, was mich im Nachhinein eben umso unzufriedener angesichts der unbefriedigenden Auflösung zurück lässt.

Dafür gibt es dennoch knappe vier Bücherstapel von mir.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.02.2025

Ein Rundumschlag der modernen Verhütung

So geht Verhütung heute
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Meine Meinung
Mir ging es tatsächlich vor dem Lesen dieses Buches ähnlich wie der Autorin – in der Schule wurden sowohl das Thema Verhütung, als auch der weibliche Zyklus nur angeschnitten, und obwohl ...

Meine Meinung
Mir ging es tatsächlich vor dem Lesen dieses Buches ähnlich wie der Autorin – in der Schule wurden sowohl das Thema Verhütung, als auch der weibliche Zyklus nur angeschnitten, und obwohl beides seit dem in gewisser Weise zum eigenen Alltag gehört, wusste ich persönlich nicht besonders viel über die Abläufe in meinem eigenen Körper und habe sie einfach als gegeben hingenommen.

Gut gemacht fand ich an diesem Buch daher, dass auf sehr anschauliche und mitunter auch wirklich humorvolle Weise ein kompletter Rundumschlag vorgenommen wurde, der trotz der relativen Kürze des Buches sehr informativ war. Eine kurze Geschichte der Verhütung findet dabei ebenso Platz wie eine Darstellung des weiblichen Zyklus, einer Vorstellung aller möglichen Verhütungsmethoden samt Checklisten zu Sicherheit, Kosten und Anwendung und einem Ausblick auf mögliche Verhütungsmethoden, die in der Zukunft relevant werden können.

Das Buch an sich richtet sich dabei nicht nur an Frauen, was ich sehr gelungen fand, da die Autorin selbst auch immer wieder auf Eigenverantwortung aller Beteiligten hinweist und dabei vor allem eine informierte Selbstbestimmung in den Mittelpunkt stellt. Insbesondere in Zeiten von überprüfungsnotwendigen Informationsflüssen ist dieses Buch nicht nur für eine jüngere bzw. jugendliche Zielgruppe sehr praktisch, da wissenschaftlich fundiert, sondern auch für ein Publikum geeignet, welches sich seit der Schulzeit bzw. im Nachgang an die Wahl einer Methode vielleicht nie wieder besonders mit dem Thema Verhütung auseinandergesetzt hat.


Fazit
Unabhängig von Alter, Geschlecht oder Identität bietet dieses Buch eine komprimierten, aber trotzdem informativen Abriss zu den Themen Verhütung und Zyklus, der mit Tabus und Mythen aufräumt und dabei sehr kurzweilig zu lesen ist. Da auch heute noch unglaublich viele Fehlinformationen zu diesen Themen kursieren kann ich dieses Buch daher nur jedem ans Herz legen, auch – oder vielleicht auch gerade dann – wenn man der Meinung ist, schon alles über Verhütung zu wissen.

Dafür gibt es alle fünf Bücherstapel.

Veröffentlicht am 05.02.2025

Eisiges Setting mit wenig Ermittlungsarbeit

Die Schanze
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Worum geht’s?
Für Ellen sollte die Rückkehr in ihren Heimatort eigentlich ein dringend benötigter Neuanfang werden. Kaum dort angekommen, wird aber schon ein grausam erhängter Toter gefunden – der erste ...

Worum geht’s?
Für Ellen sollte die Rückkehr in ihren Heimatort eigentlich ein dringend benötigter Neuanfang werden. Kaum dort angekommen, wird aber schon ein grausam erhängter Toter gefunden – der erste einer Reihe, an dessen Tod ausgerechnet auch Ellen ein Interesse gehabt hätte.


Meine Meinung
Obwohl mein neues Lesejahr eigentlich mit einer ziemlichen Flaute gestartet ist und ich einige Bücher bloß angefangen und dann wieder zur Seite gelegt habe, musste diese Geschichte trotzdem bei mir einziehen. Besonders hohe Erwartungen hatte ich dabei allerdings zunächst nicht, denn der Klappentext hat leider nur wenig aussagekräftig auf mich gewirkt.

Was mich dann allerdings überraschend schnell in einen sehr ordentlichen Lesefluss gebracht hat, waren tatsächlich die kurzen Kapitel und das hohe Erzähltempo, was definitiv das richtige Mittel gegen meine Leseflaute war. Obwohl es durchaus Kapitel gab, in denen eigentlich nichts wirklich handlungsrelevantes passiert ist, habe ich mich beim Lesen nicht gelangweilt. Viel interessanter war für mich in solchen Momenten nämlich die Frage, was eigentlich das große Geheimnis um Ellens Vergangenheit ist und wann es eventuell eine neue Leiche gibt.

Mit Ellen als Protagonistin habe ich mich dann ehrlich gesagt ein bisschen schwer getan, was vor allem daran lag, dass man über die fragmentarischen Erinnerungen an die Ereignisse in ihrer Jugend und ihre Angst angesichts der aktuellen Situation hinaus eigentlich kaum etwas über sie erfährt. Erst nach und nach kann man sich denken, was in der Nacht ihres Abiballs geschehen ist und hat durchaus Mitleid mit ihre, wirklich nahbar kam sie mir aber bis zum Ende des Buches leider nicht vor.

Ein wenig seltsam fand ich darüber hinaus auch, dass in den Mordfällen scheinbar so gar nicht richtig ermittelt wurde. Bei so viel Vertuschung, Korruption und Vetternwirtschaft wie in diesem Dorf herrscht war es an sich zwar nicht besonders überraschend, dass die Polizei als Ansprechperson nicht in Frage kam, aber dass die Protagonistin so vollkommen unbehelligt im Alleingang agieren konnte, fand ich trotz aller Spannung ein wenig unglaubwürdig.


Fazit
Auch wenn mich am Aufbau der Geschichte und der Gestaltung der Figuren definitiv nicht alles überzeugt hat, habe ich das Buch an sich gerne gelesen. Die kurzen Kapitel waren dabei definitiv ein großer Pluspunkt für mich, da ich trotz meiner Leseflaute problemlos bis zum Ende gekommen bin und nicht darüber nachgedacht habe, die Geschichte abzubrechen.

Dafür gibt es dreieinhalb Bücherstapel von mir.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.01.2025

Hochspannung mit historischem Nachklang

Was wir nie verzeihen
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Worum geht’s?
Als der fast hundertjährige Albert Kangasharju bei einem Spaziergang vor seinem Altenheim angegriffen und fast ermordet wird, ist der Schock nicht nur bei seiner Familie groß. Niemand kann ...

Worum geht’s?
Als der fast hundertjährige Albert Kangasharju bei einem Spaziergang vor seinem Altenheim angegriffen und fast ermordet wird, ist der Schock nicht nur bei seiner Familie groß. Niemand kann sich erklären, wer es auf so einen alten Mann abgesehen haben könnte, nicht mal er selbst. Als dann jedoch ein weiterer Senior angegriffen und grausam hingerichtet wird, werden in Kommissar Paloviita Zweifel laut – denn die beiden Männer standen definitiv in Verbindung zueinander.


Meine Meinung
Finnland gehört definitiv zu meinen liebsten Settings, ganz besonders wenn es um Krimis und richtig schön düstere Thriller geht.

Was mir beim Lesen tatsächlich zunächst gar nicht wirklich aufgefallen ist, war die Tatsache, dass das Buch eigentlich schon der dritte Teil einer Reihe ist. Lesen kann man es aber auch, wenn man die ersten beiden Teile noch nicht kennt, da es immer wieder kleine Rückbezüge auf die Ereignisse aus den Vorgängerbänden gab und die eigentliche Handlung dadurch nicht beeinträchtigt wurde.

Die Geschichte an sich hat sich wirklich flott lesen lassen, selbst die Zeitsprünge zwischen den Ereignissen im Zweiten Weltkrieg und der Gegenwart haben mein Lesetempo nicht negativ beeinflusst und da der Spannungsbogen bis zum Schluss hoch war, kam gleichzeitig auch keine Langeweile auf. Darüber hinaus war die Dichte der Ereignisse ziemlich hoch, was ich normalerweise als recht hektisch empfinde, hier aber tatsächlich sehr passend fand.

Obwohl ich die Ermittler noch nicht kannte, hatte ich nicht das Gefühl, den Ermittlungen nicht folgen zu können. Mitunter hatte ich sogar den Eindruck, dass die wiederkehrenden Figuren verhältnismäßig wenige Auftritt hatten und sich die Geschichte praktisch von selbst erzählt hat, was ich wirklich spannend zu verfolgen fand. Interessant gemacht fand ich außerdem, dass hier das Opfer des ersten Mordanschlags einen recht großen Teil der Handlung eingenommen hat. Dessen „Zeitzeugenberichte“ waren definitiv wichtige Stilmittel, die die Geschichte in meinen Augen ganz wesentlich beeinflusst haben.

Am meisten überrascht hat mich dann allerdings vermutlich die Tatsache, dass ich eine wichtige Figur völlig falsch eingeschätzt habe und mir nicht aufgefallen ist, dass sie als Erzähler unzuverlässig war. Normalerweise deutet in den meisten Geschichten irgendetwas darauf hin, hier habe ich es aber entweder übersehen oder vollkommen ignoriert, weshalb ich diese Wendung schlussendlich nicht habe kommen sehen.


Fazit
Dieser Thriller hat mich beim Lesen wirklich begeistert und die Spannung bis zum Schluss aufrecht erhalten. Ich war selbst ein wenig überrascht davon, wie gut mir die Sprünge zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart gefallen haben, da insbesondere der Zweite Weltkrieg ein Thema mit deutlichem Nachklang ist, der im ersten Moment gar nicht so richtig zu einem Thriller zu passen scheint.

Von mir gibt es dafür alle fünf Bücherstapel.

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Veröffentlicht am 14.01.2025

Eine Geschichte zum Kopfschütteln

Love Letters to a Serial Killer
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Worum geht’s?
Als im Umkreis von Atlanta gleich vier Frauen ermordet aufgefunden werden, tappt die Polizei lange im Dunkeln. Aufgebracht beschließen die Nutzer eines True-Crime-Forums, sich der Sache anzunehmen ...

Worum geht’s?
Als im Umkreis von Atlanta gleich vier Frauen ermordet aufgefunden werden, tappt die Polizei lange im Dunkeln. Aufgebracht beschließen die Nutzer eines True-Crime-Forums, sich der Sache anzunehmen – so auch Hannah, die jedoch schnell eher vom Täter als von den Taten fasziniert zu sein scheint.


Meine Meinung
Die Geschichte an sich hätte wirklich packend werden können, vor allem da der Klappentext selbst für das Genre Thriller durchaus unkonventionell klang. Von der Umsetzung bin ich jetzt im Nachhinein aber leider weniger begeistert als erwartet, da zumindest die erste Hälfte der Geschichte mir einiges an Durchhaltevermögen abverlangt hat.

Der Hauptgrund dafür war tatsächlich Protagonistin Hannah, mit der ich einfach nicht warm geworden bin. Da ich selber großer True-Crime-Fan bin, hätte ich eigentlich mit Gemeinsamkeiten oder zumindest ein paar Identifikationspunkten gerechnet, ihre Gedankengänge und Verhaltensweisen konnte ich dann aber leider überhaupt nicht nachvollziehen. Besonders nervig fand ich ihren Hang zu extremem Verhalten, vor allem in Bezug auf die „Beziehungen“ die sie führt. Im Grunde stalkt sie dabei einfach nur Typen, mit denen sie kurz etwas hatte und wundert sich dann, warum diese ihr nicht ihre ewige Liebe gestehen und sie zum Mittelpunkt ihres Lebens erklären.

Diese extreme Selbstbezogenheit zieht sich durch das gesamte Buch und prägt praktische jede Entscheidung, die Hannah trifft. Beim Lesen möchte man dabei am liebsten abwechselnd einfach nur noch den Kopf und die Protagonistin schütteln, denn dass die auf einen Serienmörder gerichtete Obsession in etwas anderem als einer Katastrophe endet, kann man sich nur schwer vorstellen.

Die zweite Hälfte des Buches fand ich dann rein in Hinblick auf die Lesegeschwindigkeit wesentlich angenehmer, da ich deutlich schneller voran gekommen bin und mich trotz der immer wieder sehr abstrus anmutenden Handlung verhältnismäßig gut unterhalten gefühlt habe. Gesprächsstoff und Unterhaltung konnte die Geschichte also definitiv bieten, ein Lesehighlight sieht für mich jedoch schon allein qualitativ leider etwas anders aus.


Fazit
Auch wenn der Inhalt dieser Geschichte eigentlich eher zum Kopfschütteln einlädt, hatte ich zumindest ab der zweiten Hälfte doch Spaß beim Lesen. Um über das unsinnige Verhalten und die eher nervtötende Art der Protagonistin hinwegzusehen muss man dann allerdings eventuell beide Augen zudrücken – oder die Frustrationstoleranzgrenze eines Friedensnobelpreisträgers besitzen und dabei ignorieren, dass es in der heutigen Gesellschaft vermutlich wirklich Menschen gibt, die wie Hannah denken könnten.

Von mir gibt es dafür knappe drei Bücherstapel.

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