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Veröffentlicht am 07.05.2026

Ein Roman dessen Sogkraft sich erst langsam entwickelt

Die Stimmen der Nacht
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Das Cover des Romans hat mich sofort angesprochen, kein kitschiges Afrikamuster, sondern ein Bild von einem Liebespaar in schwarz/weiß, dessen Kleidung und Frisur auf die 60er vermuten lässt. So schnell ...

Das Cover des Romans hat mich sofort angesprochen, kein kitschiges Afrikamuster, sondern ein Bild von einem Liebespaar in schwarz/weiß, dessen Kleidung und Frisur auf die 60er vermuten lässt. So schnell wie mich das Cover begeistert hat, so langsam kam ich in den Roman hinein. Ich hatte die ersten Kapitel Probleme den verschiedenen Zeitebenen und Handlungsstränge zu folgen. Auch die familiären Verstrickungen machten es nicht einfacher.

Aber es wurde von Kapitel zu Kapitel einfacher und es wurde deutlich wie geschickt die Autorin ihre Geschichte durch die Generationen hinweg verflocht, um ein Gesamtbild zu erschaffen. Die Themen Herkunft, Familie und psychische Krankheit spielen da die zentrale Rolle. Dies erzählt sie anhand der Lebensgeschichte von Margaret und Benjamin, die sich in Lagos kennenlernen, aber deren Geschichte schon vor ihrer Geburt gekreuzt wurde. Und dabei stellt sich immer wieder die Frage inwieweit müssen die Kinder für die Vergehen und Schicksale ihrer Vorfahren büßen. Und wo kommt die moderne Medizin an ihre Grenzen.

Das Springen zwischen den Zeitsträngen, was zu Beginn noch schwierig war, machte den Roman insgesamt sehr spannend und abwechslungsreich. Dennoch ist es keine leichte Lektüre, die mich auch einfach durch die unterschiedlichen Traditionen und Rituale herausgefordert hat.

Insgesamt hätte ich gerne mehr zu den einzelnen Hintergründen erfahren. Die Handlungsorte, sei es das Dorf um die Jahrtausendwende oder die Stadt Lagos in den 60ern konnte ich mir nur wenig vorstellen. Viel hat man nicht erfahren, auch die Nebencharaktere blieben doch etwas blass. Dennoch hat mich das Buch sehr berührt und ich kann es weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 06.05.2026

Gruselcomic mit spannenden Aufgaben zum Lösen

Licht ins Dunkel
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Die ersten Leselernjahre sind nicht immer die einfachsten, da braucht es besonders zu Beginn bei vielen ein wenig Motivation dranzubleiben. Mein Sohn (8 Jahre) tut sich schwer mit Lesen und mag die typischen ...

Die ersten Leselernjahre sind nicht immer die einfachsten, da braucht es besonders zu Beginn bei vielen ein wenig Motivation dranzubleiben. Mein Sohn (8 Jahre) tut sich schwer mit Lesen und mag die typischen Leseanfängerbücher nicht, oft sind sie ihm zu kindisch. Also testeten wir mal zusammen diese Gruselcomic.

Die Aufmachung des Buches ist weniger kindlich. In dunklen Farben gehalten, hauptsächlich in Rot- und Blautönen gehalten, wirkt es nicht wie ein typisches Kinderbuch, sondern cool, wie mein Sohn meint.

Protagonist Rupert ist ein Junge, der von seinen Mitschülern nicht ernst genommen wird und viel geärgert wird. Aber Rupert ist besonders, er kann Geister sehen und er will wissen, was mit seinem Vater geschehen ist, der eines Tages einfach verschwunden war. Das verspricht schon eine spannende Geschichte und das ist sie auch.

Das besondere an dem Buch ist, dass es voll von Rätseln ist, die auch für das Lesen sehr motivierend sind. Es sind Suchrätsel, die man auch den Text oder den Bildern entschlüsseln muss mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad. Die Lösung findet sich dann auf der nächsten Seite. Mein Sohn und ich fanden sie beide sehr interessant und manchmal auch richtig knifflig.

Insgesamt hat uns das Graphic Novel sehr gefallen. Die Geschichte ist spannend und hat überraschende Wendungen. Für meinen Sohn war es gut, dass es meist kurze Texte sind, die sich mit vielen Rätseln abwechseln. So blieb er dran und hatte schnell Erfolgserlebnisse. Absolute Kaufempfehlung.

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Veröffentlicht am 05.05.2026

Eher Jugendbuch als typischer Thriller

Meine tote Schwester: Psychothriller
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Catherine Shepherd hat schon einige spannende Thriller geschrieben, oft aus der Perspektive der Ermittlerin. Diesmal wagt sie sich an etwas neues. Der Roman ist nicht aus Ermittlersicht, sondern aus einer ...

Catherine Shepherd hat schon einige spannende Thriller geschrieben, oft aus der Perspektive der Ermittlerin. Diesmal wagt sie sich an etwas neues. Der Roman ist nicht aus Ermittlersicht, sondern aus einer jugendlichen Perspektive mit einem insgesamt sehr düsteren Setting.

Die Geschichte dreht sich um die 16-jährige Mia, die seit elf Jahren mit dem Trauma des gewaltsamen Todes ihrer Schwester Jasmin kämpft. Was genau passiert ist, erfährt man erst ziemlich am Ende des Romans, nur das in der verlassenen Villa gegenüber von Mias zuhause stattfand, weiß man. Ihre Mutter hat ihr streng verboten, das Haus zu betreten, doch als eine neue Familie einzieht, beginnt Mia, die Grenzen zu überschreiten. Grund ist vor allem der gleichaltrige Lukas, der in seiner Heimat als Mörder beschimpft wurde, warum, weshalb, bleibt auch erst einmal im Dunkeln.

Es gibt also viele Geheimnisse zu Beginn, die von Anfang an eine gewisse Spannung aufbauen. Gekonnt baut die Autorin eine dunkle Atmosphäre auf, wobei auch immer wieder die düstere Vergangenheit der Villa eine Rolle spielt. Dazu kommt eine kontinuierliche Spannung, die durch den Wechsel der Erzählperspektiven gefördert wird.

Was mir schwer viel, mich in die Charaktere der Protagonisten hineinzuversetzen. Ich habe die Handlungen der Schüler:innen und aber auch der Mütter zum Teil nicht nachvollziehen können. Keine der Charaktere konnte mich wirklich berühren. Dennoch war es für mich ein spannender Thriller mit überraschendem Ende. Schade war für mich, dass die Geschichte der Villa, die immer wieder angesprochen wurde, dieser Handlungsstrang wurde für mich nicht logisch zu Ende geführt. Für mich eine ungenutzte Chance.

Insgesamt würde ich den Roman eher in der Jugendbuchecke verorten. Für mich war es kein typischer Thriller. Ich würde mich freuen, wenn die Autorin wieder ihre anderen Reihen weiterführt, die haben mich persönlich mehr angesprochen.

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Veröffentlicht am 30.04.2026

Spannende Rezepte, gut erklärt

Fermentieren – Twist your Taste!
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Ich habe erst vor kurzem selbst mit dem Fermentieren angefangen und mich noch an nicht viele Gemüsesorten rangetraut. Dieses schöne Buch hat mir nun die Angst genommen mehr Experimente zu wagen.
Das Buch ...

Ich habe erst vor kurzem selbst mit dem Fermentieren angefangen und mich noch an nicht viele Gemüsesorten rangetraut. Dieses schöne Buch hat mir nun die Angst genommen mehr Experimente zu wagen.
Das Buch ist eine gute Mischung aus Hintergrundinformationen zum Fermentieren, dazu auch Information zum Zubehör. Wobei man auch sagen muss, dass die Autorin Nadine Schünemann, auch die Gründerin von „Lieblingsglas“ ist, welches Zubehör u.a. zum Fermentieren verkauft. Es ist also auch ein wenig Werbung für die eigene Marke dabei.
Nach einer fundierten Einführung gibt es eine Menge von Fermentierungsrezepten. Sei es das typische Sauerkraut, aber auch Kefir und Kombucha werden gezeigt. Besonders interessant fand ich die Fermentation mit Honig und Obst. Das werde ich mit der beginnenden Erdbeerzeit auf alle Fälle testen. Ich selbst habe mich erst einmal ein traditionelles Rotkrautrezept gewagt mit Äpfeln und Gewürzen. Bis jetzt läuft es ganz gut.
Dazu gibt es dann noch Rezeptideen für die Fermentationen, was ich sehr sinnvoll finde, da ich oft nicht weiß, wie ich die sauren Gemüse weiterverarbeiten kann. Das Buch überzeugt durch seine klare Gestaltung, zahlreiche Fotos und die Vielfalt der Anwendung: Ob Frühstück, Brunch, Snacks, Desserts oder Hauptgerichte.
Die Farbgestaltung, die schönen Fotos und die offene freundliche Sprache haben bei mir die Freude zum Experimentieren geweckt. Ein schön gestaltetes Buch für alle, die mit Fermentieren anfangen wollen, aber auch für welche, die neue Rezepte entdecken wollen.

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Veröffentlicht am 28.04.2026

Die Geschichte von Hildur geht weiter

Hildur – Die Toten am Meer
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Gleich zu Beginn sollte gesagt werden, auch wenn die einzelnen Kriminalfälle in der Hildur Reihe abgeschlossen sind, sollte man die Romane dennoch in der Reihenfolge lesen. Denn vor allem die Familiengeschichte ...

Gleich zu Beginn sollte gesagt werden, auch wenn die einzelnen Kriminalfälle in der Hildur Reihe abgeschlossen sind, sollte man die Romane dennoch in der Reihenfolge lesen. Denn vor allem die Familiengeschichte der Protagonistin Hildur nimmt immer eine zentrale Rolle in den Romanen ein.

Der Krimi startet mit einem scheinbar harmlosen Sommer in Ísafjörður, doch Hildur merkt schnell, dass ihr ruhiger Alltag völlig aus den Fugen gerät: Auf dem elterlichen Anwesen am Meer werden vier menschliche Skelette entdeckt, während gleichzeitig eine alte Freundin ihrer Mutter auf mysteriöse Weise stirbt. Hildur, die gerade einen Misshandlungsfall auf einem Kreuzfahrtschiff bearbeitet, beginnt mit ihrer eigenen Ermittlung.

Besonders überzeugend ist die Art, wie die Autorin die persönliche Vergangenheit von Hildur in den aktuellen Fall verwebt. Kleine Rückblenden aus den 1990er‑Jahren lassen den Leser mehr über Hildurs Eltern, Rúnar und Rakel. Parallel dazu tauchen Briefe auf, die für das Rätsel um die vier Toten auf dem Familiengrundstück entscheidende Hinweise liefern. Diese Verknüpfung von Familiengeschichte und Gegenwart gibt dem Krimi eine zusätzliche emotionale Tiefe.

Wie in den vorherigen Bänden ist Hildur eine vielschichtige Protagonistin: Sie ist nicht nur fähige Kriminalbeamtin, sondern auch leidenschaftliche Surferin und träumt gelegentlich von „hellseherischen“ Warnungen, die sie vor Gefahren mahnen. Ihre enge Zusammenarbeit mit dem finnischen Kollegen Jakob, der mit seinem Strickhobby seit Band 1 bei mir für humorvolle Auflockerung sorgt, bleibt ein konstanter Anker der Serie.

Stilistisch bleibt die Prosa klar, atmosphärisch dicht und gleichzeitig gut lesbar. Die isländische Landschaft, von eisigen Fjorden über schneebedeckte Berge bis hin zu den endlosen Sommertouristenströmen, wird lebendig gezeichnet und dient nicht nur als Kulisse, sondern als aktiver Teil der Erzählung.

Insgesamt wieder ein guter isländischer Krimi, der mich von der Insel träumen lässt. Ein schwach war diesmal der Kriminialfall oder besser Fälle. Bei allen fehlte mir die Spannung und die Aufklärung wurde durch den Zufall bestimmt. Ich hoffe im Folgeband steht ein spannender Kriminialfall im Vordergrund und nicht nur die Familiengeschichte von Hildur.

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