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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.08.2019

Einfach Wunderschön

Verrückt nach Karten
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Es ist als erstes ein schweres Buch, was man in den Händen hält. Der Einband und das Papier wirken sehr wertig. Ein Buch was ich erst einmal gestreichelt habe, als es per Post bei mir ankam. Schon der ...

Es ist als erstes ein schweres Buch, was man in den Händen hält. Der Einband und das Papier wirken sehr wertig. Ein Buch was ich erst einmal gestreichelt habe, als es per Post bei mir ankam. Schon der Einband ist wunderschön gestaltet, schon bei dieser Karte möchte ich verweilen und die einzelnen Grenzen nachzeichnen.
Das Buch ist inhaltlich in vier Kategorien geteilt, die sich für mich jetzt nicht eindeutig abgrenzen lassen. Während zu Beginn auch noch auf echte Karten eingegangen wird, beschäftigt sich die restlichen Kapitel mit literarischen Karten. Zu Essays zu mehr oder weniger bekannten Autorinnen gibt es immer wieder sehr unterschiedliche Karten. Karten mit vielen kleinen Details, wunderschönen Zeichnungen, aber auch ganz einfache Skizzen. Die Autorinnen beschreiben dazu, wie sie die Karten entwickelten und wie sie sie nutzen, um ihre Geschichten zu entwickeln. Das ist für mich ein neuer Ansatz gewesen, manche Aussagen wiederholen sich natürlich.
Das Buch ist für mich weniger ein typisches Lesebuch, was man von Anfang bis Ende liest, sondern eher ein Buch, was ich ab und zu zur Hand nehme, um darin zu blättern und einige Textpassagen zu lesen. Dabei ist es auch nicht wichtig, es der Reihenfolge nach zu lesen, man kann ruhig irgendwo starten. Das Buch findet jetzt einen offenen Platz im Haus, denn ich vermute, dass es sehr gerne von meinen Gästen durchgeblättert wird.

Veröffentlicht am 25.07.2019

Überraschend und spannend

Der Blütenjäger: Thriller
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Dies ist nun der vierte Teil der Reihe um die Ermittlerin Laura Kern. Auch wenn es eine Reihe ist, sind die einzelnen Fälle abgeschlossen und man kann diese auch unabhängig voneinander lesen. Nur bei der ...

Dies ist nun der vierte Teil der Reihe um die Ermittlerin Laura Kern. Auch wenn es eine Reihe ist, sind die einzelnen Fälle abgeschlossen und man kann diese auch unabhängig voneinander lesen. Nur bei der Entwicklung des Privatlebens der Ermittlerin ist es sinnvoll, die Bücher nacheinander zu lesen.
Wie auch in den vorhergehenden Thrillern darf man gleich zu Beginn Zeuge eines Mordes sein und mit den Augen des Opfers den Tod erleben. Der Täter bringt junge Frauen nicht nur im abgeschiedenen Wald um, er jagt sie und genießt die Jagd. Laura Kern und ihr Team tappen im Dunkeln, obwohl die Zeit rennt, dass nächste Opfer kommt schon bald. Daneben gibt es einen Handlungsstrang, der in der Vergangenheit spielt. Ein Mädchen wurde getötet und ihr älterer Bruder, der einzige Zeuge, kann sich an nichts erinnern. Wie diese beiden Handlungsstränge nun zusammenhängen, erfährt man erst zum Schluss, nachdem man von den verschiedensten Wendungen überrascht wurde. Denn das ist eine große Stärke der Autorin: die Überraschung und Unversehrbarkeit der Handlung und auch der Charaktere.
Durch den Wechsel der Handlungsstränge, die gut aufeinander aufgebaut sind und straffe Handlung bleibt der Spannungsbogen konstant hoch. Besonders im letzten Drittel geht es Schlag auf Schlag und ich konnte das Buch kaum beiseitelegen. Die Protagonistin Laura ist nicht perfekt und hat ihre Kanten, was sie menschlich macht. Auch ihr Privatleben findet Raum, aber rückt nie in den Vordergrund, was mir persönlich sehr gefällt. Der Fall ist und bleibt der Mittelpunkt.
Der Thriller hat wieder alles was ein Thriller braucht. Einen interessanten Fall, überraschende Wendungen, eine realistische Ermittlerin und ein unvorhergesehenes Ende. Ich kann diesen Roman, wie auch die Vorgängerbände nur empfehlen, ich wurde sehr gut unterhalten.

Veröffentlicht am 23.07.2019

Atmosphärisch stark

Tage in Cape May
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Das Cover passt perfekt zur Atmosphäre des Buches: „ein entspanntes in den Tag-hinein-Leben“. Denn, dass wollen die zwei Protagonisten Henry und Effie als sie ihre Flitterwochen in dem Ferienort Cape May ...

Das Cover passt perfekt zur Atmosphäre des Buches: „ein entspanntes in den Tag-hinein-Leben“. Denn, dass wollen die zwei Protagonisten Henry und Effie als sie ihre Flitterwochen in dem Ferienort Cape May an der Ostküste der USA beginnen. Sie kennen sich seit Kindertagen, haben direkt nach ihrem Highschoolabschluss geheiratet und kommen aus einem verschlafenen Nest irgendwo in den USA.
Effie kennt den Badeort noch aus ihrer Kindheit, als sie dort Urlaub gemacht hat und ihr ein wenig das Gefühl der weiten Welt gegeben hat. Es ist aber Nebensaison und der Ort wirkt fast wie ausgestorben. Während Henry alles mit großer Neugier aufnimmt, es scheint seine erste wirkliche Reise zu sein, ist Effie etwas enttäuscht und beginnt sich zu langweilen. Das hilft es auch nicht viel, dass die beiden ihre neu entdeckte Sexualität aneinander ausprobieren. Alles ändert sich als sie auf eine Gruppe junger reicher New Yorker treffen, die sie zu ihren Partys einladen. Beide lernen eine ganz neue Seite an sich kennen.
Der Roman beginnt ganz allmählich und beschreibt wunderbar die Stimmung in dem verschlafenen Badeort. Die Ruhe und nun auch auftretende Langeweile wird durchbrochen, durch die Ankunft junger feierwütiger New Yorker der Upper class. Dies verändert nicht nur die Flitterwochen von Effie und Henry, sie müssen sich auch fragen, was ihre Beziehung aushält. Die Tage in Cape May sind ein Gegenentwurf ihres prüden und bürgerlichen Lebens ihrer Familien. Wie sie langsam ihre Konventionen über Bord werfen, ist spannend. Nur das Ende ist für mich nicht gelungen, auch wenn ich offene Enden nicht mag, hier wäre es angebracht gewesen. Das auf nur wenige Seiten beschriebene restliche Leben der Protagonisten hat für mich den Zauber von Cape May zerstört und passte für mich nicht zur Atmosphäre des Romans.
Insgesamt war es für mich ein sehr stimmiger und auch spannender Roman. Er hat sehr gut das Leben der 50er eingefangen, das konservative und gleichzeitig die sexuelle Zügellosigkeit hinter den verschlossenen Türen. Der Sex wird deutlich beschrieben, das sollten prüde Leser*innen wissen. Das ist auch kein Roman, wo viel „passiert“, sondern dessen Spannung von der Entwicklung der Charaktere und ihrer Beziehung zueinander, lebt.

Veröffentlicht am 08.07.2019

Grausamkeit, nüchtern erzählt

Die Nickel Boys
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Begeistert von seinem Vorgängerroman „Underground Railroad“ freute ich mich sehr auf die „Nickel Boys“. Auch diesmal hat er sich wieder einer wahren Geschichte aus der Geschichte der USA angenähert, die ...

Begeistert von seinem Vorgängerroman „Underground Railroad“ freute ich mich sehr auf die „Nickel Boys“. Auch diesmal hat er sich wieder einer wahren Geschichte aus der Geschichte der USA angenähert, die zeigt wie brutal mit Menschen schwarzer Hautfarbe umgegangen ist und wird.
Die Haupterzählung des Romans spielt in Florida der 60er Jahre. Protagonist Elwood Curtis, der durch einen dummen Zufall in einem geklauten Auto erwischt wird und deshalb des Autordiebstahls angezeigt wird. Schnell wird er verurteilt und kommt in die Besserungsanstalt Nickel. Dort sind nicht nur Jungs schwarzer Hautfarbe, sondern auch weißer Hautfarbe. Dennoch Elwood und die anderen schwarzen Jungs sind in der Hackordnung ganz unten und werden noch schlimmer behandelt. Es folgen Jahre des physischen und psychischen Terrors.
Ich hatte etwas Angst davor, dass Buch zu lesen, weil schon von Anfang an klar ist, was die Nickelboys aushalten müssen. Aber dank des sehr nüchternen Schreibstils, war es gut für mich zu ertragen und hat mich dennoch berührt. Wie auch in „Underground Railroad“ konnte ich mich nur langsam den Protagonisten annähern, ich konnte sie nur schwer fassen. Der Charakter und die Gefühle zeigten sich erst nach und nach. Die Vielzahl an Nebencharaktere blieben dagegen ein wenig blass und ich hatte auch Probleme sie auseinanderzuhalten.
Ein wenig schwierig, gerade beim Hörbuch, empfand ich die verschiedenen Zeit- und Handlungssprünge. Sie wirkten zum Teil sehr abrupt. Am spannendsten und emotionalsten waren die Zeit in der Nickelanstalt. Die Atmosphäre hat der Autor sehr gut getroffen. Der spätere Wechsel in das neue Leben von Elwood war auch interessant, hat für mich aber sehr an Spannung verloren. Insgesamt hat sich der Autor wieder an einem sehr spannenden Fall aus der Geschichte der USA bedient, der erst vor kurzem bekannt wurde und deren Aufklärung bis heute nicht abgeschlossen ist. Man kennt ähnliche Vorfälle aus katholischen Anstalten auch hier in Europa. Im Fall von den Nickelboys spielt der Rassismus Aspekt eine wichtige Rolle. Um auf die Ungerechtigkeit und Grausamkeit dieser Anstalten hinzuweisen, ist ein Roman nicht die schlechteste Möglichkeit. Colson Whitehead hält damit der amerikanischen Gesellschaft wieder den Spiegel vor das Gesicht. Ich bin sehr gespannt, welcher Ungerechtigkeit der Geschichte sich Whitehead als nächstes widmet.
Noch kurz zum Hörbuchsprecher Torben Kessler, der sich scheinbar auf anspruchsvolle Romane konzentriert hat. Ich mochte ihn bereits als Sprecher von „Ein wenig Leben“. Wie auch die Sprache des Romans eher nüchtern ist, hält sich auch die Stimme von Kessler zurück. Er betont die verschiedenen Charaktere sehr gut, aber übertreibt nicht und passt sich der sachlichen Art des Autors sehr gut an.

Veröffentlicht am 28.06.2019

Sehr einfache Geschichte

LEGO® Disney Prinzessin™ Schatzsuche im Märchenland
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Bei diesem Buch dachte ich sofort an meine Tochter, die perfekt zur Zielgruppe passt. Sie ist 6 Jahre und liebt Lego. Da sie noch nicht selbst liest, habe ich ihr vorgelesen.
Das Buch wirkt hochwertig, ...

Bei diesem Buch dachte ich sofort an meine Tochter, die perfekt zur Zielgruppe passt. Sie ist 6 Jahre und liebt Lego. Da sie noch nicht selbst liest, habe ich ihr vorgelesen.
Das Buch wirkt hochwertig, vor allem durch den harten Einband und die leichten Erhebungen auf dem Cover. Meine Tochter strich liebevoll darüber. Das Buch ist in kurze Abschnitte eingeteilt, die auf den ersten Blick wie kleine Kurzgeschichten wirken, die aber eigentlich eine Geschichte sind. Zu Beginn werden die einzelnen mitspielenden Prinzessinnen kurz mit Bild vorgestellt. Die Illustrationen sind immer ganzseitig und sehr bunt. Die Figuren erkennt man sofort als Legofiguren und auch das Schloss ist im typischen Lego Baustil.
Die Schrift ist groß und deutlich, perfekt für Leseanfängerinnen. Auch die Sätze sind sehr einfach und knapp. Ich könnte mir vorstellen, dass es gerade für Leseanfängerinnen sehr schnell zum Erfolg führt. Ich habe das Buch vorgelesen und da fand meine Tochter es zu „babyhaft“. Die Geschichte ist eben sehr einfach und auch kitschig, alle haben sich lieb und es gibt kaum einen Spannungsaufbau. Da ist bei den traditionellen Märchen mehr los.
Ich finde das Buch zum Vorlesen für 5-7 jährige nicht geeignet, denn meine Tochter fand es einfach etwas langweilig, da lesen wir schon spannendere und anspruchsvollere Geschichten. Zum selber Lesen ist es wahrscheinlich besser, da es wirklich einfach geschrieben ist. Wenn meine Tochter dieses Jahr in die Schule geht, werden wir es sicher nochmal ausprobieren. Also als Vorlesebuch nur für die ganz Kleinen und ansonsten wirklich nur um seine ersten Lesekenntnisse auszuprobieren. Optik und Haptik dagegen haben mir sehr gut gefallen und es hat einfach ein gutes Preis-Leistungsverhältnis.