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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.07.2021

Krimi mit reichlich Bella Italia-Flair

Adria mortale - Bittersüßer Tod
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Der Beginn verlangt dem Leser Durchhaltevermögen ab. Die Handlung geht zwar voran, aber durch die Einführung der zahlreichen Figuren wirkt der Kriminalroman anfänglich sehr personenlastig. Hat man aber ...

Der Beginn verlangt dem Leser Durchhaltevermögen ab. Die Handlung geht zwar voran, aber durch die Einführung der zahlreichen Figuren wirkt der Kriminalroman anfänglich sehr personenlastig. Hat man aber erst einmal die einzelnen Charaktere kennengelernt und kann sie zuordnen wird es leichter den Geschehnissen zu folgen. Das Ambiente eines kleinen italienischen Ortes im Jahr 1958 mit seinem beginnenden Urlaubstourismus hat die Autorin gut in die Geschichte eingebunden und bildet den Dreh- und Angelpunkt für den Kriminalfall. Verdächtigt sind sowohl Einheimische wie Urlauber, denn jeder hatte ein Motiv, was ihn/sie wiederum in den Kreis der Verdächtigen rücken lässt. Alles andere als leicht für Commissario Garibaldi hier den Über- und Durchblick zu behalten. Aber auch für den mitratenden Leser gar nicht so einfach hinter Motiv und Täter zu kommen. Erzählt wird nämlich immer wieder aus der Sicht eines anderen Protagonisten, und da muss man schon sehr genau lesen was Wahrheit und was Lüge ist. Also fesselnde und unterhaltsame Krimistunden sind garantiert, auch wenn es eher eine geruhsame als actionsgeladene Ermittlung ist. Wie sich der Fall klärt, mit seinem Wer und Warum, war sehr plausibel aber eigentlich auch tragisch. Mich hat „Adria Mortale“ mit seinem wörtlich zu nehmenden Untertitel „Bittersüßer Tod“ gut unterhalten und ich vergebe 4 von 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 25.07.2021

Sommerlich leichte Unterhaltung

Sommerlese
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„Sommerlese“ war jetzt nach „Ein Sommer wie Limoneneis“ und „Unter dem Limonenhimmel“ mein drittes Buch von Marie Matisek. Und ich kann auch hier sagen, ich bin von der Geschichte und dem leichten und ...

„Sommerlese“ war jetzt nach „Ein Sommer wie Limoneneis“ und „Unter dem Limonenhimmel“ mein drittes Buch von Marie Matisek. Und ich kann auch hier sagen, ich bin von der Geschichte und dem leichten und flüssig zu lesenden Schreib- und Erzählstil erneut angetan. Von Beginn an war ich in der Geschichte drin und erst auf Capri angekommen war auch das Urlaubsfeeling da. Die Geschichte die sich rund um die kleine Hündin Mimi entspinnt und die verschiedenen Begebenheiten auf Capri fand ich wunderbar erzählt. Auch die einzelnen Charaktere gefielen mir gut, wobei ich ja sagen muss, dass Mimi allen hier absolut die Show gestohlen hat. Denn neben den Problemen mit denen sich Hanna „herumschlagen“ muss steht ganz eindeutig Mimi im Mittelpunkt. Das dürfte jedem Hundebesitzer ganz besondere Leseunterhaltung bieten. Dass natürlich in einem Wohlfühlroman, wie diesem, das Flair und die Liebe nicht vergessen werden, steht ja wohl außer Frage. Und ich verrate bestimmt nicht zu viel, wenn ich sage: „Ich liebe Bücher mit HappyEnd“.
Fazit: Wer einen Wohlfühlroman mit einer tierischen Hauptdarstellerin sucht, die auf große Fahrt geht und die Menschen um sich herum auf „Trab hält“, dem empfehle ich diesen Roman gern weiter. Es ist ein unterhaltsamer Roman mit sympathischen menschlichen und einem tierischen Protagonisten, den ich mit 4 von 5 Sternen bewerte.

Veröffentlicht am 25.07.2021

Vielschichtiger und zum Nachdenken anregender Roman

Heldinnen werden wir dennoch sein
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In ihrem Roman „Heldinnen werden wir dennoch sein“ erzählt die Autorin die Geschichte von Jugendlichen die jede freie Minute miteinander verbringen. Dabei sind die typischen Probleme Jugendlicher, wie ...

In ihrem Roman „Heldinnen werden wir dennoch sein“ erzählt die Autorin die Geschichte von Jugendlichen die jede freie Minute miteinander verbringen. Dabei sind die typischen Probleme Jugendlicher, wie z. B. Liebe/Sex, Freiheit aber auch ein guter Schulabschluss Themen des Erzählten. Der Aufhänger für die nun folgenden Lebensbetrachtungen, die Protagonisten sind jetzt um die 50 Jahre, ist ein Vorfall, den sie nur gemeinsam bewältigen können.
In Rückblenden erfährt der Leser, wie unterschiedlich die einzelnen Charaktere ihrem Wesen nach sind, und wie sie ihr Leben seit der gemeinsamen Zeit zu meistern gelernt haben. Christiane Wünsche verknüpft dabei die Themen Freundschaft, Zusammenhalt, Vertrauen aber auch Feigheit und Vergebung zu einem vielschichtigen und nachdenklich stimmenden Roman. Auch wenn aus meiner Sicht der Begriff Heldinnen etwas zu überzogen scheint, glaube ich zu verstehen, was die Autorin damit ausdrücken wollte. Denn sind sie als Jugendliche noch naiv, selbstverliebt, egoistisch und machen so manchen Fehler – entwickeln sie sich weiter und stehen später in entscheidenden Momenten für Familie und Freunde ein und sind somit die Heldinnen ihres selbst gewählten, alltäglichen Lebens.
Dass der Roman kein abgeschlossenes Ende hat fand ich gut gelöst, bleibt doch für mich als Leser auch noch Platz für Spekulationen, was wäre wenn. Mir hat der Roman gut gefallen, nicht zu Letzt wegen einiger hier beschriebener Begebenheiten, die mir meine eigene Jugendzeit wieder in Erinnerung gerufen hat. Ich empfehle das Buch gern weiter und vergebe 4 von 5 Sterne.

Veröffentlicht am 25.07.2021

Generationsübergreifende, bewegende Geschichte

Der Windhof
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Obwohl Mel seit Kindertagen weder mit der Abgeschiedenheit des Windhofs im Westerwald noch mit der eigenartigen Oma Lene zurecht kommt, reist sie dort hin, als die Großmutter ihre Hilfe braucht. Selber ...

Obwohl Mel seit Kindertagen weder mit der Abgeschiedenheit des Windhofs im Westerwald noch mit der eigenartigen Oma Lene zurecht kommt, reist sie dort hin, als die Großmutter ihre Hilfe braucht. Selber ist sie immer noch in Trauer um ihren Mann und in Depressionen gefangen. Das spürt Lene und beginnt Mel ihre Lebensgeschichte zu erzählen. Das löst allmählich die unnahbare Stimmung auf und Mel wird langsam klar, welche dramatischen Ereignisse ihre Großmutter durchlitten hat. Es beginnt für Mel eine Zeit des Nachdenkens, nicht nur über das Erlebte ihrer Großmutter sondern auch über ihre eigene momentane Situation.
Der Roman erzählt in sehr bildhafter Sprache über Liebe, Verlust und die Fähigkeit das Leben so anzunehmen wie es kommt und auch Neues wieder zuzulassen.
Auch wenn der Beginn mit der Beschreibung von Mels Trauer und der damit verbunden Depression ein wenig zu intensiv erzählt und damit der Einstieg für mich zu zäh geraten ist, nimmt das Buch mit Mels Ankunft auf dem Windhof Fahrt auf und ich war von der Sogwirkung des Erzählten total überrascht. Die Darstellung der historischen Abschnitte haben mir hier besonders gut gefallen. Aber auch den Bogen den die Autorin zwischen „Alt und Jung“ schlägt ist wirklich gut gelungen. Jede Generation hat mit seinen eigenen Dämonen zu kämpfen, man muss den Kampf nur annehmen und das Beste für sich daraus machen.
Fazit: „Der Windhof“ von Sonja Roos ist eine generationsübergreifende bewegende Geschichte, die traurig, spannend und äußerst mitreißend ist. Ich kann das Buch absolut weiterempfehlen und vergebe 4 von 5 Sterne.

Veröffentlicht am 25.07.2021

Der Lebensweg einer außergewöhnlichen Frau

Die Architektin von New York
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Wer konnte ahnen, nachdem ihr Schwiegervater John A. Roebling, der den Bau der Brooklyn-Bridge begann, dass Emily Warren Roebling diejenige sein sollte, die gemeinsam mit ihrem Mann Washington Roebling, ...

Wer konnte ahnen, nachdem ihr Schwiegervater John A. Roebling, der den Bau der Brooklyn-Bridge begann, dass Emily Warren Roebling diejenige sein sollte, die gemeinsam mit ihrem Mann Washington Roebling, den Bau dieses architektonischen Meisterwerkes zum Abschluss bringen würde. Wie es dazu kommt erzählt Petra Hucke in ihrem Roman „Die Architektin von New York“.
Emily war eine selbstbewusste, intelligente und starke Frau, die sich trotz zahlreicher Schicksalsschläge und Widrigkeiten gegenüber dem bestehenden traditionellen Rollenverständnis immer wieder durchzusetzen verstand.
Auch wenn sich die Autorin, wie sie in ihrem Nachwort schreibt, ein paar schriftstellerische Freiheiten erlaubt hat, spürt man aber deutlich wie tiefgründig sie für diesen Roman recherchiert hat. Viele technische Details finden Erwähnung und auch die zahlreichen Schwierigkeiten während des Baus wurden in die Handlung eingeflochten. Da ja Emily die Hauptprotagonistin ist geraten andere Personen, wie z. B. Ehemann und Sohn, etwas ins Hintertreffen, was aus meiner Sicht aber vollkommen in Ordnung geht. Der Schreib- und Erzählstil ist mitreißend und flüssig zu lesen und es war für mich eine Freude den Lebensweg dieser außergewöhnlichen Frau zu verfolgen.
Fazit: Der Roman gibt einen sehr interessanten Einblick in das Leben und Wirken der Emily Warren Roebling. Sie übernahm nicht nur einen Teil der Verantwortung beim Bau der Brooklyn-Bridge, sie engagierte sich auch in gesellschaftlichen Belangen. Das Buch bietet beste Unterhaltung. Ich kann es absolut weiterempfehlen und vergebe 5 von 5 Sterne.