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Veröffentlicht am 07.08.2020

Die Geschichte entwickelt sich langsam

Alles, was zu ihr gehört
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Kate hat ihren Job in New York verloren. Jetzt macht sie sich auf den Weg nach Kalifornien. Theo Brand hat sie engagiert, um den Nachlass seiner Mutter Miranda, einer berühmten Fotografin, zu sortieren. ...

Kate hat ihren Job in New York verloren. Jetzt macht sie sich auf den Weg nach Kalifornien. Theo Brand hat sie engagiert, um den Nachlass seiner Mutter Miranda, einer berühmten Fotografin, zu sortieren. Hier erwartet Kate nicht nur viel Arbeit, weil Miranda alles gehortet hat, sondern auch Gerüchte um den Selbstmord der Fotografin. Je mehr Kate in die Dokumente von Miranda abtaucht, umso mehr ist sie überzeugt: ein Selbstmord war das nicht......

"Alles, was zu ihr gehört" ist das Debüt von Sara Sligar und sehr speziell erzählt. Die Geschichte selbst erlebt man aus Kates Sicht. Immer wieder dazwischen: Dokumente von Miranda. Obwohl ich so eine Art von Aufteilung mag, ist es mir anfangs schwer gefallen, dem Ganzen zu folgen. Die Dokumente waren zu diesem Zeitpunkt aufschlussreich, jedoch ziemlich vulgär geschrieben. Mit Kate und ihrer Art bin ich nicht wirklich zurecht gekommen. Wusste ich bis dahin nicht warum sie sich oft merkwürdig verhält. Aber mit der Zeit hat die Geschichte einen kleinen Sog entwickelt, der mich immer mehr in einen Lesefluss gebracht hat. Vieles hat sich mit einem Aha-Effekt aufgelöst. Figuren, die ich zu Beginn nicht mochte, wurden mir sympatisch und umgekehrt. Am Schluss erfährt man das Ganze Ausmaß um das Drama von Miranda und auch einiges über Kate. Zwei Frauen, die so verschieden sind und doch Einiges gemeinsam haben.

Fazit: Ein Roman, dem man Zeit geben muss sich zu entwickeln. Meine Geduld wurde jedoch belohnt. Nach und nach wurde mir Einiges verständlicher. Ab zirka der Hälfte konnte mich die Geschichte packen. Ich kann mir jedoch vorstellen, dass es aufgrund des Schreibstils nicht jedem so gehen wird. Deshalb von mir eine bedingte Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 05.08.2020

Intelligenter und atmosphärischer Roman

Die verlorene Frau
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1960: Rebeccas Vater ist gewalttätig. Sie und ihre Mutter leiden sehr darunter. Als Rebecca 13 Jahre alt ist, kommen ihre Eltern gewaltsam ums Leben. Davon ist sie noch Jahre später traumatisiert. Hat ...

1960: Rebeccas Vater ist gewalttätig. Sie und ihre Mutter leiden sehr darunter. Als Rebecca 13 Jahre alt ist, kommen ihre Eltern gewaltsam ums Leben. Davon ist sie noch Jahre später traumatisiert. Hat sie sich doch in dieser stürmischen Nacht, verkrochen unter ihrer Bettdecke, alles anhören müssen.

2014: Jessie, Rebeccas erwachsene Tochter, bekommt ein Mädchen. Dieses ist schwer krank. Braucht Medikamente. Total überfordert und von Ängsten geplagt, verschwindet Jessie mit samt dem Baby kurz nach der Geburt spurlos aus dem Krankenhaus. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, bei dem die Geheimnisse der Vergangenheit wieder ans Licht kommen.....

Mit "Die verlorene Frau" hat Emily Gunnis einen spannenden und atmosphärischen Roman geschaffen, der mich von Anfang an in seinen Bann ziehen konnte. Aus Sicht der verschiedenen Protagonisten erlebt man die Geschichte. Taucht zwischendurch immer wieder in die Vergangenheit von Harriet, Rebeccas Mutter, ein. Dabei spielt deren Tagebuch eine wichtige Rolle. Nach und nach kommen Details zum Vorschein. Mich hat fasziniert wie langsam ein Zahnrad ins andere gegriffen hat. Diese neuen Verstrickungen kamen überraschend, wie nebenbei und haben bei mir einen Aha-Effekt ausgelöst. Dies hat sich bis zum Schluss fortgesetzt. Weshalb ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Was mir auch besonders gut gefallen hat war die Atmosphäre, die geherrscht hat. Je nach Stimmungslage hat sich auch das Wetter geändert. Schon daran hat man gemerkt, dass etwas unheilvolles in der Luft liegt.

Fazit: Ein intelligenter und atmosphärischer Roman, der neue Erkenntnisse erst nach und nach offenbart. Mir deshalb spannende und kurzweilige Unterhaltung geboten hat und mich immer wieder von Neuem überrascht hat. Empfehle ich sehr gerne weiter.

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Veröffentlicht am 03.08.2020

Skurril, spannend und gut

Wenn die Alpen Trauer tragen
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Mitzi kann es mal wieder nicht lassen. Durch einen Zeitungsartikel wird sie auf Hilda Valbilda aufmerksam. Die Rentnerin hat einen Enkeltrickbetrüger ins Gefängnis gebracht. In der Zeitung steht auch der ...

Mitzi kann es mal wieder nicht lassen. Durch einen Zeitungsartikel wird sie auf Hilda Valbilda aufmerksam. Die Rentnerin hat einen Enkeltrickbetrüger ins Gefängnis gebracht. In der Zeitung steht auch der Name des Lieblingscafé von Hilda. Also, warum nicht auf ins Café. Vielleicht trifft sie dort ja auf die Rentnerin. Mitzi hat Glück. Aber was sie dann erfährt, lässt ihr keine Ruhe. Therese, die Schwester von Hilda, kam bei einem Brandanschlag auf ihr Haus ums Leben. Hilda ist überzeugt das war die weiße Frau, auch Hex genannt. In größter Aufruhr, bittet Mitzi Inspektorin Agnes Kirschnagel um Hilfe, die das aber eher als Hirngespinst abtut. Entgegen dem Rat von Agnes beginnt Mitzi auf eigene Faust zu ermitteln und bringt sich dabei in Gefahr.......

"Wenn die Alpen Trauer tragen" ist der zweite Band um Maria Konstanze Schlager, genannt Mitzi und Inspektorin Agnes Kirschnagel. Das Buch ist jedoch auch unabhängig von den Vorgängern zu lesen. Der Schreibstil ist bildgewaltig und voller schwarzem Humor. So konnte ich mir von Anfang an alles gut vorstellen. Musste ein paar mal Lachen. Mit Mitzi hat Isabella Archan einen speziellen Charakter erschaffen. Naiv, gutgläubig und das Herz auf dem rechten Fleck. Sie hat eine schlimme Vergangenheit. Fühlt sich zum Bösen hingezogen. In Band 1 hatte ich mit ihrer Figur noch so meine Schwierigkeiten. Aber diesmal habe ich sie sofort in mein Herz geschlossen. Die Zahl 13 spielt in der Geschichte eine große Rolle. Weshalb mir gut gefallen hat, dass der Krimi in vier Teile aufgeteilt ist und jeder Teil dreizehn Kapitel hat. Auch, das manche Figur aus anderen Krimis der Autorin aufgetaucht ist, hat mich Schmunzeln lassen. Ich hatte zwar kurz vor Schluss eine Ahnung wer der Täter sein könnte, aber der Showdown konnte mich dennoch überzeugen. Es gibt noch ein Outtake, den ich so noch nie in einem Buch gelesen habe, eher nur von Filmen kenne. Da hat mich die Autorin sogar noch nach dem Ende zum Lachen gebracht. Das sind so Kleinigkeiten, die für mich ein Buch perfekt machen.

Fazit: In diesem Kriminalroman hat die Autorin perfekt schwarzen Humor mit Spannung gemischt. Konnte mich mit ihren Figuren überzeugen. Mit einfachen Worten: skurril und gut. Empfehle ich sehr gerne weiter.

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Veröffentlicht am 01.08.2020

Rheinländische Mentalität trifft auf ostfriesische Insel

Inselaffäre
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Es ist viel los auf Norderney. Die rheinländische Pensionsbesitzerin Daniela heiratet ihren Frank. Inselpolizist Martin Ziegler ist Trauzeuge. Gleichzeitig findet ein Fotoschooting junger Cosplayer statt, ...

Es ist viel los auf Norderney. Die rheinländische Pensionsbesitzerin Daniela heiratet ihren Frank. Inselpolizist Martin Ziegler ist Trauzeuge. Gleichzeitig findet ein Fotoschooting junger Cosplayer statt, bei dem die Polizei auch ein Auge drauf werfen sollte. Doch Martin ist gelassen. Freut sich, dass Polizeipsychologin Ruth Keiser zur Trauung eingeladen ist. Mit ihr hat er in der Vergangenheit schon zwei Fälle geklärt. Doch dann gerät alles außer Kontrolle. Den Anfang macht die Leiche von Hilmar Hansen, der kopfüber in einem Regenfass steckt.......

"Inselaffäre" ist der dritte Band um den Inselpolizist Martin Ziegler und der Polizeipsychologin Ruth Keiser. Aber auch unabhängig von den Vorgängern lässt sich der Krimi gut lesen. Am Anfang werden die beteiligten Personen vorgestellt. Das sind ziemlich viele. So habe ich ein wenig gebraucht um in einen Lesefluss zu kommen. Geholfen hat mir dabei ein Personenregister. Der Krimi beginnt gemächlich. Mit sehr viel Inselfeeling, gepaart mit rheinländischer Mentalität. Was mich bei einigen Szenen zum Schmunzeln gebracht hat. Die Figuren sind allesamt liebevoll ausgearbeitet. Prima konnte ich mich in sie hineinversetzen. Ab zirka der Hälfte beginnt sich langsam ein Fall zu entwickeln. Wobei ich zugeben muss, dass ich eine Ahnung hatte, wer der Täter sein könnte. Trotzdem konnte mich die Autorin am Ende noch überraschen.

Fazit: Ein Norderney Krimi, der durch seine liebevoll ausgearbeiteten Figuren glänzt. Mir so unterhaltsame Lesestunden beschert hat und ich die Auszeit auf Norderney genossen habe. Ein bisschen zu kurz kam mir jedoch der Krimianteil. Aber das hat mich jetzt nicht so sehr gestört. Wer einen Krimi mit einer ordentlichen Portion Inselfeeling mag, ist hier genau richtig. Empfehle ich gerne weiter.

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Veröffentlicht am 25.07.2020

Spannung von Anfang an

Velmerstot
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Grausam geht es zu auf dem Lippischen Velmerstot. Zwischen den Externsteinen werden drei Leichen gefunden. Zwei Frauen wurden enthaupt. Die Tatwaffe, ein Schwert, steckt einem Mann im Oberkörper. Ein erweiteter ...

Grausam geht es zu auf dem Lippischen Velmerstot. Zwischen den Externsteinen werden drei Leichen gefunden. Zwei Frauen wurden enthaupt. Die Tatwaffe, ein Schwert, steckt einem Mann im Oberkörper. Ein erweiteter Suizid? Kriminalkommissar Jan Oldinghaus und sein Team glauben nicht recht daran. Bei ihren Ermittlungen stoßen sie auf eine Mauer des Schweigens. Dann wird eine weitere Leiche gefunden. Die Tat zeugt von roher Gewalt......

"Velmerstot" ist der vierte Band um den Bielefelder Kriminalkommissar Jan Oldinghaus. Für mich der Beste der Reihe. Er lässt sich unabhängig von den Vorgängern lesen. Allerdings wird die Familiensituation von Oldinghaus auch thematisiert. Der Autor gibt dazu jedoch ein paar kurze Einblicke, so dass auch Neueinsteiger gut zurecht kommen. Interessant finde ich die unterschiedlichen Charaktere im Team. Diese sind sich nicht immer einig, haben dem Ganzen aber einen zusätzlichen Reiz gegeben. Den Schreibstil habe ich als lebendig empfunden. Von Anfang an wurde eine gewisse Spannung erzeugt, die sich allmählich gesteigert hat. So konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Die Zeilen haben mich förmlich in die Geschichte gezogen. Der Showdown hat es noch einmal in sich. Jobst Schlennstedt hat es geschafft, hier die Spannung ins Unermessliche zu steigern. Ja bis.......aber lest selbst.

Fazit: Ein kurzweiliger und spannender Krimi, bei dem auch der Lokalkolorit nicht fehlt. Mit interessanten Charakteren im Ermittlungsteam. Empfehle ich sehr gerne weiter.

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