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Veröffentlicht am 03.06.2018

Die Sache von damals...

Der Kreidemann
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Eine englische Kleinstadt im Jahr 1986. Der damals 12jährige Eddie Adams hängt mit seiner Clique auf dem Jahrmarkt herum. Hier findet auch die erste Begegnung mit dem Kreidemann statt. Es ist sein späterer ...

Eine englische Kleinstadt im Jahr 1986. Der damals 12jährige Eddie Adams hängt mit seiner Clique auf dem Jahrmarkt herum. Hier findet auch die erste Begegnung mit dem Kreidemann statt. Es ist sein späterer Lehrer, Mr. Halloran, der durch sein Aussehen unheimlich auf die Kinder wirkt. Er ist es auch, der die Jungs auf die Idee bringt sich mit Kreidezeichen zu verständigen und geheime Botschaften auszutauschen Anfänglich eine tolle Idee, doch später führen die Kreidezeichen zu einer Leiche im Wald. Eine Leiche deren Kopf fehlt und nicht wieder auftaucht.
Dreißig Jahre später ist Eddie selber Lehrer. Da erreicht ihn ein Brief, der die Ereignisse von damals wieder aufwühlt. Und Eddie muss erkennen, dass er immer noch nicht damit abgeschlossen hat…

Die Autorin C.J. Tudor hat mit „Der Kreidemann“ einen sehr gutes und spannendes Thrillerdebüt geschaffen. Erzählt wird die Geschichte auf zwei Zeitebenen, einmal aus dem Jahr 1986 und dann 30 Jahre später, jeweils aus der Ich-Perspektive Eddies. Diese zwei Zeitebenen wechseln ständig und die Kapitel enden oft mit Cliffhangern. So erfährt man erst nach und nach was damals im Jahr 86 passiert ist. Sehr gut gefallen haben mir die Figuren der damaligen fünfköpfigen Clique, die aus Eddie, Fat Gav, Metal Mickey, Hoppo und Nicky besteht. Die fünf Freunde sind sehr gut beschrieben und absolut authentisch. Manche von ihnen tauchen dann auch im Jahr 2016 wieder auf und haben sich total unterschiedlich entwickelt.
Das Ende ist überraschend, aber auch ein wenig vorhersehbar, denn wenn man den Text konzentriert liest, finden sich einige Hinweise.
Alles in allem ein gut durchdachter und spannender Thriller, den ich gerne weiterempfehle.

Veröffentlicht am 10.05.2018

Spannend und witzig zugleich

Bullenbrüder: Tote haben kalte Füße
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Nun also der zweite Fall für die Bullenbrüder Holger und Charlie Brinks. Holger ist Kriminalhauptkommissar bei der Berliner Polizei und auf der Karriereleiter schon ganz schön weit nach oben gekommen, ...

Nun also der zweite Fall für die Bullenbrüder Holger und Charlie Brinks. Holger ist Kriminalhauptkommissar bei der Berliner Polizei und auf der Karriereleiter schon ganz schön weit nach oben gekommen, so weit dass er sogar einen eigenen Dienstwagen mit Fahrer besitzt. Etwas anders sieht es bei Charlie aus. Der jüngere der beiden Brüder wohnt bei Holger in dessen Gartenhaus und hält sich mit Gelegenheitsjobs als Privatdetektiv über Wasser.
Holger bekommt den Auftrag die verschwundene Victoria Sommer zu finden. Die Mitgründerin ist der Kopf eines Start-up-Unternehmens, welches sie mit ihren beiden Schwestern aufgebaut hat. Zeitgleich soll Charlie für seine Jugendliebe Carmen deren Ehemann beschatten und bei einem Seitensprung ertappen.
Es vergeht natürlich eine Weile bis die Brüder merken, dass sie eigentlich am gleichen Fall dran sind. Zudem taucht auch noch die Mutter von Holger und Charlie auf und bringt ihren 20 Jahre jüngeren Verlobten Rodrigo mit. Die beiden Brüder sollen unbedingt die Hochzeit in Holgers Garten ausrichten – ein Wunsch, der für ein gigantisches Chaos sorgt…

Zwei Brüder, die ungleicher nicht sein können. Und trotzdem verbindet die beiden etwas, erst recht als Mutter Anita auftaucht und mit ihren abgedrehten Wünschen für das absolute Chaos sorgt. Der Fall um die verschwundene Victoria ist zwar spannend, steht aber nicht unbedingt im Vordergrund des Geschehens. Viel Raum nimmt eher die Gestaltung der Hochzeit und das Verhältnis zwischen den Brüdern ein. Hier wird mit sehr viel Humor und Situationskomik gearbeitet. Sowohl Holger als auch Charlie sind zwei sehr sympathische Protagonisten, die mir gleich ans Herz gewachsen sind.
Wer also einen spannenden Krimi sucht, der mit viel Humor gewürzt ist, der liegt bei den Bullenbrüdern genau richtig.

Veröffentlicht am 02.05.2018

Sehr spannend, aber auch mit Längen

Ich beobachte dich
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Elf Jahre ist es nun her, dass Lindsey mit ihrer mittlerweile 17jährigen Tochter vor ihrem gewalttätigen und kontrollsüchtigen Ehemann Andrew fliehen konnte. Damals versuchte Andrew noch seine Frau und ...

Elf Jahre ist es nun her, dass Lindsey mit ihrer mittlerweile 17jährigen Tochter vor ihrem gewalttätigen und kontrollsüchtigen Ehemann Andrew fliehen konnte. Damals versuchte Andrew noch seine Frau und Tochter zu verfolgen und wurde dabei in einen Verkehrsunfall verwickelt, bei dem eine Frau ums Leben kam. Andrew kam deswegen ins Gefängnis.
Lindsey hat sich mittlerweile ein neues Leben aufgebaut und betreibt eine kleine Reinigungsfirma. Doch dann kommt der Tag an dem Andrew wieder freikommt. Beginnt jetzt alles wieder von vorn?

Chevy Stevens hat einen spannenden Thriller über eine starke Frau geschrieben, die alles daran setzt ihre Tochter zu beschützen. Aufgeteilt ist das Buch in drei Teile. Im ersten Teil erfährt man in Rückblicken, wie die Geschichte zwischen Lindsey und Andrew begann und dann ihren Verlauf nahm. Aus der anfänglich großen Liebe entwickelt sich nach und nach ein Horrorszenario. Andrew spielt Psychospielchen mit Lindsey, ist extrem eifersüchtig und neigt zu Gewaltausbrüchen. Zudem verfällt er dem Alkohol und legt neurotisches Verhalten an den Tag. Vor all diesen Dingen versucht Lindsey ihre damals kleine Tochter fernzuhalten und zu beschützen. Im zweiten und dritten Teil erfährt man mit wechselnder Perspektive von Sophie und Lindsey die aktuelle Situation. Andrew taucht wieder auf und sucht die Nähe seiner Familie. Irgendwer treibt erneut Psychospielchen mit Lindsey. Aber ist es wirklich Andrew der dahintersteckt? Die Ich-Perspektiven von Lindsey und Sophie gewähren einen guten Einblick in deren seelische Verfassung und lassen den Leser die verschiedenen Ängste deutlich spüren und nachvollziehen. Wem kann man trauen und wer spielt ein falsches Spiel? Als Leser ist man geneigt, dem Ganzen misstrauisch gegenüber zu stehen und man rätselt, wer hinter all dem steckt. Das Ende ist sehr spannend und auch überraschend mit einer ungeahnten Wendung.

Leider weist das Buch im Mittelteil einige Längen auf, daher gibt es einen Stern Abzug. Ansonsten ein spannender Thriller, den ich gerne weiterempfehlen kann.

Veröffentlicht am 24.04.2018

Nicht nur für Irlandliebhaber

Schweigegelübde (Ein Emma-Vaughan-Krimi 2)
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Die Polizistin Emma Vaughan bekommt es in ihrem zweiten Fall mit einer Art Todesengel zu tun. Auffällig viele Todesfälle gibt es in dem Krankenhaus, zu dem sie selbst wegen eines Drogenscreenings muss. ...

Die Polizistin Emma Vaughan bekommt es in ihrem zweiten Fall mit einer Art Todesengel zu tun. Auffällig viele Todesfälle gibt es in dem Krankenhaus, zu dem sie selbst wegen eines Drogenscreenings muss. Menschen sterben, die eigentlich auf dem Weg der Besserung waren. Bei ihren Ermittlungen kommt Emma zunächst nicht so recht voran, erst als ein neuer Mord geschieht, kommt Bewegung in die Sache.

Die Handlung spielt im regnerischen, nordirischen Sligo. Die Protagonistin Emma war mir von Anfang an sympathisch. Die alleinerziehende Mutter muss sich nicht nur mit ihrem Ex-mann herumschlagen, der verdächtigt wird Mitglied der IRA zu sein und im Gefängnis sitzt, sondern auch mit ihrem Sohn und dessen Freundin. Emma selbst leidet seit einem Unfall unter starken Schmerzen und wirft schon öfters mal die eine oder andere Pille ein. Der Fall ist spannend erzählt und hat mir sehr gut gefallen. Man erhält Einblicke in die Welt Irlands und lernt Land und Leute so sehr gut kennen. Ich persönlich habe hier Irland richtiggehend für mich entdeckt.

Veröffentlicht am 24.04.2018

Böse Dinge geschehen

Das Böse in deinen Augen
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Die Kinderpsychologin Imogen Reid kehrt nach dem Tod ihrer Mutter in ihr Heimatdorf Gaunt zurück. Hier tritt sie auch eine neue Stelle an und lernt dabei die 11jährige Ellie Atkinson kennen. Ellie lebt ...

Die Kinderpsychologin Imogen Reid kehrt nach dem Tod ihrer Mutter in ihr Heimatdorf Gaunt zurück. Hier tritt sie auch eine neue Stelle an und lernt dabei die 11jährige Ellie Atkinson kennen. Ellie lebt bei einer Pflegefamilie, seit ihre eigene Familie bei einem Brand ums Leben kam. Doch es gibt Gerüchte, Ellie sei eine Hexe. Denn immer, wenn Ellie wütend wird, geschehen böse Dinge.
Imogen hingegen sieht nur ein verängstigtes Mädchen und glaubt nicht, dass Ellie besondere Fähigkeiten hat. Erst als Imogen selbst betroffen ist, kommen ihr doch Zweifel. Sollte sie sich wirklich getäuscht haben?

Nach „Die stille Kammer“ und „Das Mädchen im Dunkel“ nun also der dritte Psychothriller von Jenny Blackhurst. Und wieder versteht es die britische Autorin mit den Gefühlen des Lesers zu spielen und ihn auf falsche Fährten zu locken.
Erzählt wird immer abwechselnd aus der Sicht von Imogen und Ellie. Die 35jährige Imogen hütet selbst ein dunkles Geheimnis, von dem man als Leser erst gegen Ende des Buches erfährt. Deshalb lässt sich anfangs auch so manches Verhalten von Imogen nicht ganz nachvollziehen. Als Psychologin fand ich sie zu unprofessionell, da sie Ellie und deren Gefühle viel zu nah an sich heranlässt.
Ellie selbst hat es auch nicht einfach bei ihrer Pflegefamilie, die aus den Pflegeeltern und deren 15jähriger Tochter, sowie einem weiteren Pflegekind besteht. Die unnatürlichen Dinge, die geschehen, wenn Ellie wütend wird, lassen so manches Mal an „Carrie“ von Stephen King denken. Als Leser fragt man sich natürlich, wie dies all sein kann und sucht verzweifelt nach einer logischen Erklärung.
Der Schreibstil ist sehr flüssig und fesselnd und man ist ganz schnell in der Handlung drin. Es gibt falsche Verdächtige und Wendungen. Lediglich der Schluss war nicht so ganz nach meinem Geschmack. Es wird zwar vieles zum Ende hin geklärt, dennoch bleiben so einige Fragen offen und können verschieden ausgelegt werden.

Insgesamt aber ein spannender und auch gut erzählter Psychothriller, den ich gerne weiterempfehlen kann.

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