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Veröffentlicht am 22.08.2024

Schachspiel mit tödlichem Ausgang

Schwarze Dame
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SCHWARZE DAME ist bereits der 24. Fall rund um die Kommissarin Julia Durant. Für mich war es der erste Band. Da aber die Fälle in sich geschlossen sind, konnte ich problemlos in die Geschichte eintauchen. ...

SCHWARZE DAME ist bereits der 24. Fall rund um die Kommissarin Julia Durant. Für mich war es der erste Band. Da aber die Fälle in sich geschlossen sind, konnte ich problemlos in die Geschichte eintauchen. Nur wer die Entwicklungen in Julias Privatleben genau verfolgen möchte, der sollte sich besser an die chronologische Reihenfolge halten.
In Frankfurt geschehen zwei Morde, bei denen die Opfer mit einem Hammer erschlagen wurden. Zufall oder stehen die Taten in einem Zusammenhang? Das Ganze erinnert an eine Serie vor bereits 30 Jahre bei denen die Opfer ebenfalls auf die gleiche Weise ums Leben kamen. Doch der Täter von damals wurde verhaftet und verstarb mittlerweile. Handelt es sich hier also um einen Nachahmungstäter? Doch dann wird Julia ein merkwürdiger Stadtplan von Frankfurt zugespielt. Dieser ist wie bei einem Schachbrett in 64 Felder unterteilt. Zudem tauchen bei weiteren Opfern, die nun auf andere Weise ums Leben kommen, Schachfiguren auf oder weisen einen Bezug zu dem königlichen Spiel auf. Ein Serientäter spielt ein blutiges Schachspiel…
Der Einstieg in das Buch war für mich etwas holprig. Prolog und erste Kapitel konnte ich anfänglich nicht ganz zuordnen. Doch nach ein paar weiteren Kapiteln war der Zusammenhang endlich erkennbar und von da an wurde es spannender. Auch die Kommissarin war mir von Beginn an sympathisch und man erfährt einiges aus ihrem Privatleben. Der Schauplatz Frankfurt wurde gut in die Handlung eingebracht und man hatte direkt die Bilder dazu im Kopf.
Was den Täter angeht, so tappt man lange Zeit im Dunkeln und rätselt wer dahinterstecken könnte. Dabei gibt es mehrere mögliche Verdächtige. Der Ausgang des Falls war dann für mich dennoch überraschend, denn damit hatte ich absolut nicht gerechnet. Letztendlich hätte man mit einer passenden Begründung aber wahrscheinlich jeden der Verdächtigen als den wahren Täter präsentieren können. Gefehlt hat nach meiner Meinung auch etwas mehr aus der Täterperspektive zu erfahren und dessen Motiv.
Insgesamt solide Krimikost mit genügend Lokalkolorit und einer sympathischen Protagonistin. Es war bestimmt nicht mein letztes Buch mit Julia Durant.

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Veröffentlicht am 18.08.2024

Spannung bis zur letzten Seite

Letzte Lügen
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Sara Linton und Will Trent haben endlich geheiratet. Ihre Flitterwochen verbringen sie abgeschieden von der Zivilisation in der exklusiven McAlpine Lodge in den Bergen Georgias. Doch kaum angekommen, geschieht ...

Sara Linton und Will Trent haben endlich geheiratet. Ihre Flitterwochen verbringen sie abgeschieden von der Zivilisation in der exklusiven McAlpine Lodge in den Bergen Georgias. Doch kaum angekommen, geschieht ein Verbrechen. Beim nächtlichen Baden im See werden Sara und Will durch die Schreie einer Frau aufgeschreckt. Die beiden eilen sofort los, doch sie kommen zu spät. Mercy McAlpine, die Tochter und Managerin der Familie wurde auf brutale Weise niedergestochen und stirbt. Flitterwochen hin oder her: Sara und Will nehmen die Ermittlungen auf. In der abgelegenen Gegend sind die beiden ziemlich auf sich alleine gestellt. Und jeder der anderen Anwesenden scheint ein Geheimnis zu hüten.
LETZTE LÜGEN ist bereits der zwölfte Band aus der Reihe rund um Will Trent und Sara Linton. Eine Reihe, die Karin Slaughter bereits vor 18 Jahren ins Leben gerufen hat. Man kann die Fälle zwar alle unabhängig voneinander lesen, doch wer die privaten Entwicklungen zwischen den beiden Protagonisten verfolgen möchte, dem sei die chronologische Reihenfolge ans Herz gelegt.
Auch in diesem Thriller ist die Spannung von Beginn an vorhanden und kann sich bis zum Ende halten.
In verschiedenen Rückblenden erfährt man, was sich in der Zeit vor dem Mord abgespielt hat und lernt so die Familie und die Bewohner der Lodges kennen.
In diesem Band ist die Anzahl der Verdächtigen gut überschaubar. Karin Slaughter gelingt es dennoch den Leser auf falsche Fährten zu lenken und überrascht dann mit unvorhersehbaren Wendungen. Man dringt tief in die Abgründe einer Familie hinein.
Wieder ist Karin Slaughter ein brillanter Thriller gelungen, der bis zum Ende hin spannend bleibt. Ich hoffe noch auf viele Werke von meiner Lieblingsautorin.

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Veröffentlicht am 12.08.2024

Nicht der große Wurf

Hast du Zeit?
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Wenn es einen Preis gäbe für den besten Bezug zwischen Inhalt und Cover, dann hätte dieses Buch ihn auf jeden Fall verdient. Denn das große Thema in dem neuesten Thriller von Andreas Winkelmann ist die ...

Wenn es einen Preis gäbe für den besten Bezug zwischen Inhalt und Cover, dann hätte dieses Buch ihn auf jeden Fall verdient. Denn das große Thema in dem neuesten Thriller von Andreas Winkelmann ist die Zeit. Und nichts symbolisiert verrinnende Zeit besser als eine Sanduhr.
Ein psychotischer Täter will sich seine Zeit zurückholen. Zeit, die ihm andere Menschen „gestohlen“ haben und nun dafür mit ihrem Leben bezahlen sollen. Zwei Angehörige der Opfer machen sich auf die Suche nach den Vermissten. Lilly telefonierte gerade mit ihrer Partnerin Felicitas, als diese entführt wurde und versucht nun verzweifelt sie zu finden. Auch Lars Erik Grotheer hat es sich zur Aufgabe gemacht den Täter zu finden. Zum einen, weil der ehemalige Bundestagspolizist ein Opfer nicht schützen konnte und der Täter zudem noch in seinem persönlichen Umfeld ein zweites Mal zuschlägt.

Da ich bisher alle Bücher von Andreas Winkelmann mit Begeisterung gelesen haben, war ich sehr gespannt auf sein neuestes Werk. Das Buch beginnt auch wirklich spektakulär, doch nach wenigen Seiten nahm der Spannungsbogen rapide ab. Man erfährt zwar als Leser von den verschiedenen Entführungen und Morden, doch ein Zusammenhang ist überhaupt nicht erkennbar. Erst als endlich die sympathische Fotografin Lilly und Grotheer sich kennenlernen, kommt langsam Licht ins Dunkel.
Die beiden nehmen auch praktisch die Ermittlerrolle ein, denn die Polizei sieht weder einen Zusammenhang zwischen den verschwundenen Personen, noch werden Ermittlungen vorangetrieben.
Die Kapitel fand ich angenehm kurz, die aus der Täterperspektive waren immer durch ihre Überschrift klar gekennzeichnet.
Etwas genervt haben auch die vielen Redewendungen und Sprüche, die das Thema Zeit beinhalten. Egal ob gestohlene Zeit, Zeitverschwendung oder verlorene Zeit. Irgendwie wurde versucht so viel wie möglich dieser Redewendungen in dem Text unterzubringen.
Zum Ende hin offenbart sich eine etwas traurige Geschichte, die mir eher wie eine Notlösung vorkam.

Insgesamt war „Hast du Zeit?“ nicht der große Wurf. Da ich aber die anderen Bücher des Autors immer gefeiert habe, weiß ich, dass es auch anders geht und freue mich einfach auf das nächste Buch von ihm.

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Veröffentlicht am 01.08.2024

Spannung mit vielen Perspektivwechseln

Signum
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Mit „Signum“ setzt der Autor John Ajvide Lindqvist seine Stormland-Trilogie fort. Im ersten Band „Refugium“ durfte man die Protagonisten Kim Ribbing und Julia Malmros bereits näher kennenlernen. Nahtlos ...

Mit „Signum“ setzt der Autor John Ajvide Lindqvist seine Stormland-Trilogie fort. Im ersten Band „Refugium“ durfte man die Protagonisten Kim Ribbing und Julia Malmros bereits näher kennenlernen. Nahtlos knüpft nun der zweite Band an die Ereignisse des Vorgängers an. Es werden jedoch genügend Informationen geliefert und so lässt sich das Buch auch ohne Vorkenntnisse lesen.
Kim Ribbing will verstehen. Verstehen, was ein Mensch empfindet, wenn er andere „im Dienste der Wissenschaft“ quält. So wie es der Schockdoktor Martin Rudbeck mit Kim in seiner Jugend getan hat. Aus diesem Grund hat er seinen einstigen Peiniger gekidnappt und hält ihn im Keller seiner Villa gefangen. Doch Kim ist nicht allein im Haus. Und so passiert es, dass die Sache total aus dem Ruder läuft…
Allein schon die Entführung bzw. die Verschleierung der Entführung war einfach nur genial. Kim hatte hier eigentlich an alles gedacht, so dass das Verschwinden Rudbecks fast gar nicht aufgefallen wäre. Aus der Leserperspektive war es für mich nicht nur faszinierend, sondern teilweise auch amüsant, wie die einzelnen Reaktionen auf das Verschwinden bzw. das Verwirrspiel waren.
Kim empfand ich als einen recht schwierigen, aber auch sympathischen Charakter. Zwar hochintelligent, aber man weiß nie genau woran man bei ihm ist. Das merkt auch Ex-Polizistin Julia, die viel älter als Kim ist und doch so gerne eine feste Beziehung mit Kim hätte. Mal funktionieren die beiden als ein perfektes Paar und in der nächsten Sekunde stößt Kim Julia wieder vor den Kopf. Trost sucht Julia in solchen Situationen bei ihrer Freundin Irma, einer 30 Jahre älteren Krimiautorin, die aber mit allen Wassern gewaschen ist. Julia selbst recherchiert gerade zu ihrer neuen Buchidee über die Wahren Schweden. Ein Thema, dass hier aufgegriffen wird, aber noch nicht zum Abschluss gebracht wurde. Hier wird wohl der finale Band die Antworten über die Wahren Schweden bereithalten. Ein weiterer wichtiger Charakter ist auch Astrid Helander, die ebenfalls bereits im ersten Band eingeführt wurde. Mit ihren 14 Jahren erschien sie mir bodenständiger und raffinierter als alle anderen Figuren in diesem Buch. Zudem ist sie eine Meisterin der Manipulation ihrer Mitmenschen. Insgesamt fand ich alle Charaktere sehr interessant und gut ausgearbeitet. Sie machen die Geschichte richtig lebendig.
Erzählt wird auf eine sehr spannende Weise. Die ständigen wechselnden Sichtweisen lassen keine Langeweile aufkommen. Man ist sofort mitten in der Geschichte drin. Zudem wird manchmal ein und dieselbe Situation aus verschiedenen Perspektiven geschildert, die natürlich unterschiedlich empfunden werden. Natürlich gibt es auch noch das Team der Polizei, das versucht Licht ins Dunkel zu bringen. Allen voran mit Kriminalkommissar Johnny Munter, dem Ex-Mann von Julia.
Insgesamt eine spannende und sehr gelungene Fortsetzung der Mittsommer-Trilogie. Ich freue mich schon auf den finalen Band.

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Veröffentlicht am 27.07.2024

Spannung mit unerwartetem Ausgang

Im Kopf des Bösen - Ken und Barbie
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Durch die Hitze des Sommers führen die Flüsse Niedrigwasser. Im Rhein bei Köln wird dadurch die einbetonierte und zerstückelte Leiche einer jungen Frau gefunden. Bereits zwei weitere tote Mädchen wurden ...

Durch die Hitze des Sommers führen die Flüsse Niedrigwasser. Im Rhein bei Köln wird dadurch die einbetonierte und zerstückelte Leiche einer jungen Frau gefunden. Bereits zwei weitere tote Mädchen wurden gefunden, die beide jung und blond waren. Alles weist auf einen Serienmörder hin, der seine Opfer über einen längeren Zeitraum gefangen hält, sie quält und anschließend tötet. Ein Fall für die Profilerin Sophie Kaiser vom BKA und ihr Team.
Sophie hat das Asperger-Syndrom und betrachtet manche Dinge auf eine andere und spezielle Weise. Eine Methode, die bereits sehr erfolgreich war bei der Lösung des Sandmann-Falls, dem ersten Band aus der Reihe „Im Kopf des Bösen“.
Diesen Vorgängerband hatte ich nicht gelesen, kam aber dennoch problemlos in die Geschichte rein. Sophie hat schon ihre Eigenarten und eckt damit bei ihren Mitmenschen an. Erkennt man aber die Gründe für ihr Verhalten, so wirkt sie insgesamt sehr sympathisch. Ebenso ihr Partner Leonhard Michels, der nicht nur ihr Kollege ist, sondern man spürt förmlich, wie sich da langsam eine Beziehung entwickelt.
Geschrieben ist das Buch auf eine spannende Weise. Mit der Bestsellerautorin Petra Mattfeldt und dem ehemaligen Fallanalytiker Axel Petermann hat sich ein perfektes Autoren-Duo gefunden.
Sophie nimmt in dem Buch sehr viel Raum ein. Zum einen, weil ihre Eigenarten dem Leser vermittelt werden, damit man ihr Denken besser verstehen kann. Aber auch bei der Befragung der Beteiligten und Zeugen spielt Sophie eine zentrale Rolle. Auf ihren Partner Leonhard kann sie sich dabei immer verlassen, denn er steht ihr stets zur Seite.
Es gibt ein paar Einschübe, die aus der Perspektive des Täters geschrieben sind. Diese waren für mich gleich ein Anlass ein wenig mitzurätseln. Doch mit meinen Vermutungen lag ich komplett daneben und war am Ende wirklich total überrascht. Mit so einem Ausgang hatte ich absolut nicht gerechnet. Aber die Handlung war ja an einen True Crime angelehnt und hier empfiehlt es sich auch das erklärende Nachwort der beiden Autoren zu lesen.
Insgesamt ein spannender Fall mit einem sympathischen und auch außergewöhnlichen Ermittler-Team. Ein Buch, das ich gerne weiterempfehle.

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