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Veröffentlicht am 05.11.2018

Deutsche Geschichte unterhaltsam erklärt

Der Tag X
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Ein Stück jüngerer deutscher Geschichte wird in „Der Tag X“ gefühlvoll mit menschlichen Schicksalen und den dazugehörigen Geheimnissen verwoben. Wir begegnen Nelly, einem jungen Mädchen, dessen Vater 1946 ...

Ein Stück jüngerer deutscher Geschichte wird in „Der Tag X“ gefühlvoll mit menschlichen Schicksalen und den dazugehörigen Geheimnissen verwoben. Wir begegnen Nelly, einem jungen Mädchen, dessen Vater 1946 von sowjetischen Soldaten verschleppt wurde. Diese traumatische Erfahrung wird sie prägen und lässt Skepsis gegenüber der staatlichen Macht der DDR in ihr wachsen. Wie sie sich in den 1950ern in Ostberlin nicht mit den verordneten sozialistischen Einheiten arrangieren will und stattdessen in der Jungen Gemeinde nach Gleichgesinnten sucht, erzählt Titus Müller sehr einfühlsam und auch realitätsnah.

Doch nicht nur die Probleme und Träume der Normalbürger spielen in dem Roman eine Rolle, sondern auch große politische Aktionen. Die Machtübernahme Berias nach Stalins Tod und seine Einflussnahme auf die DDR lassen einen tief eintauchen in die Zeit der Neuordnung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg. Während Westdeutschland versucht Anschluss an Großbritannien, Frankreich und die USA zu finden, leiden Land und Leute in der DDR noch, geschwächt durch die Reparationszahlungen, die sie an die Sowjetunion abtreten müssen. Dies führt dazu, dass die Menschen unzufrieden werden und schließlich den Aufstand am 17. Juni 1953 wagen.

Es gibt im Buch verschiedene Hauptcharaktere und auch Erzählstränge, die aber sehr stimmig und abwechslungsreich zusammengesetzt wurden. Neben verschiedensten Liebesbeziehungen, erfahren wir auch von einem Spion, der in Deutschland für die Sowjetunion arbeitet und seinen haarsträubenden Einsätzen, einem jungen Uhrmacher, der von der Stasi gezwungen wurde, für sie zu arbeiten und einer allein erziehenden Mutter, die alles für ihre Kinder tun würde. Die Vielfalt an Personen und Themen, war das, was mir am Buch besonders gut gefallen hat. Denn durch die Perspektivwechsel erfährt man umfassend, was zu dieser Zeit passierte und was die Menschen zu ihren jeweiligen Handlungen getrieben hat. Ich würde behaupten, dass ich nun das historische Geschehen viel besser verstehen kann. Trotzdem war es keine schwere Kost, es war unterhaltsam und kurzweilig. Deswegen möchte ich dieses Buch jedem ans Herz legen.

Veröffentlicht am 05.11.2018

Liebe ein Leben lang

Das rote Adressbuch
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Alm, Doris: Hauptprotagonistin in "Das rote Adressbuch", dem Debütroman der schwedischen Schriftstellerin Sofia Lundberg.

In ähnlich alphabetischer Ordnung tauchen in Doris' Erinnerung jene Menschen auf, ...

Alm, Doris: Hauptprotagonistin in "Das rote Adressbuch", dem Debütroman der schwedischen Schriftstellerin Sofia Lundberg.

In ähnlich alphabetischer Ordnung tauchen in Doris' Erinnerung jene Menschen auf, die ihr im Leben begegneten und ihren Eindruck hinterließen. Dieser ist oft nicht nur mit positiven Gefühlen verbunden, sondern manchmal auch ziemlich tragisch. Alles in allem gestalten die verschiedenen Personen und Orte, an denen sie lebte, Doris' Leben, und damit auch das Buch sehr vielfältig und interessant.

Die beiden Sprecherinnen Beate Himmelstoß und Susanne Schroeder vertonen jeweils die reife bzw. die junge Doris und geben ihr genau die richtige Nuance, gefühlvoll und freundlich.

Die Umsetzung als Hörbuch finde ich sehr gelungen, die Gestaltung des Covers sehr schön und die Kapitel übersichtlich. Inhaltlich muss ich allerdings einige Abstriche machen, denn auch wenn das Leben in der Zeit zwischen den Weltkriegen für alleinstehende Frauen nicht unbedingt leicht war, so kam mir Doris doch etwas wenig zielstrebig vor. Hin- und Her geworfen durch familiäre Unglücke reist sie von Land zu Land, ohne sich selbst verwirklichen zu wollen. Man erfährt nicht, ob sie gern etwas gelernt hätte oder andere Träume hatte. Nur, dass sie für einen Mann alles stehen und liegen lässt um ihm über den Ozean zu folgen. Ein sehr riskantes Unterfangen.

Trotz allem handelt es sich hier nicht um einen reinen Liebesroman. Doris passieren noch viele andere Dinge in ihrem langen Leben. Die Familie spielt immer eine große Rolle. Und am Ende blickt sie zurück, friedlich und in Liebe.

Veröffentlicht am 05.11.2018

Toller Roman über Freundschaft, Liebe und ein süßes Teegeschäft

Der kleine Teeladen zum Glück
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Manuela Inusas Auftakt zur neuen "Valerie Lane"-Reihe hat mich durch seine liebevolle Covergestaltung schnell gefangen genommen. Das dort zu sehende hellblau gestrichene Tee-Lädchen lädt einen geradezu ...

Manuela Inusas Auftakt zur neuen "Valerie Lane"-Reihe hat mich durch seine liebevolle Covergestaltung schnell gefangen genommen. Das dort zu sehende hellblau gestrichene Tee-Lädchen lädt einen geradezu dazu ein, sich mit einer dampfenden Tasse des Heißgetränks zurück zu lehnen und in die Geschichte einzutauchen.

Dort treffen wir auf Laurie, die in ihrem eigenen, innig geliebten Teeladen in der Valerie Lane in Oxford auf den richtigen Mann wartet. Doch vielleicht hat sie ihn insgeheim schon gefunden? Denn seit kurzem geht ihr ihr neuer Teelieferant, der jeden Dienstag Morgen in ihrem Laden erscheint, nicht mehr aus dem Kopf. Doch geht es ihm genauso? Bisher hat sich Laurie nicht getraut, ihn auf persönlicher Ebene anzusprechen. Aber vielleicht können ihr ihre 4 besten Freundinnen, die alle ebenfalls ein eigenes Geschäft in der Straße haben, helfen.

Mir hat nicht nur die Gestaltung und Beschreibung der Straße gefallen, die nach einer fast legendären Valerie benannt wurde, die zu früheren Zeiten allerhand hilfreiche Aktionen für die Bedürftigen im Ort ins Leben gerufen hat, sondern auch die Art, wie die jungen Geschäftsführerinnen dieser Valerie versuchen nachzueifern.

So spielt im Roman neben der aufkeimenden Liebe zwischen Laurie und Barry, dem Teelieferanten, auch die Hilfsbereitschaft zwischen den Bewohnern der Valerie Lane eine besondere Rolle. An manchen Stellen gerieten die Gedanken Lauries, die sich um Barry drehten, etwas kitschig und klangen vielmehr nach einem unausgereiften Jugend-Roman (z.B. davon träumen, mit ihrem Traumprinzen auf einem Pferd zu reiten), als einem guten Frauenroman. Doch dies gab sich mit der Zeit. Die Autorin schaffte es auch nebenbei noch einige lustige Dialoge einzubauen und gegen Ende auch noch ein klein wenig Spannung aufzubauen. Davon hätte es gern noch ein wenig mehr geben können.

Vielleicht wird das in den folgenden Romanen der Reihe noch besser. Als nächstes werde ich sicher "Die Chocolaterie der Träume" lesen, in der es um Keira, eine der Freundinnen Lauries geht. Ich empfehle das Buch Lesern, die gern Tee trinken, lockere Liebesgeschichten mögen oder gern älteren Damen helfen.

Veröffentlicht am 05.11.2018

Kann man der Vergangenheit den Rücken kehren und verzeihen?

Schwestern für einen Sommer
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Meine Erwartungen an diesen Roman waren nicht groß. Ich fand das Cover mittelmäßig und den Klappentext nur wenig aussagekräftig. Jedoch wurde ich vom knapp 600 Seiten zählenden Debüt der amerikanisch/kanadischen ...

Meine Erwartungen an diesen Roman waren nicht groß. Ich fand das Cover mittelmäßig und den Klappentext nur wenig aussagekräftig. Jedoch wurde ich vom knapp 600 Seiten zählenden Debüt der amerikanisch/kanadischen Autorin Cecilia Lyra positiv überrascht.


Im Mittelpunkt der Handlung stehen zwei Halbschwestern, die den gleichen, Vater haben. Diesen nahmen die Frauen in ihrer Kindheit sehr unterschiedlich wahr. Trotz dieser Verschiedenheit waren die Beiden in den Sommerferien glücklich vereint, wenn sie gemeinsam bei ihrer Großmutter in den Hamptons weilten. Doch ein schlimmes Ereignis trennte dann die jungen Frauen für Jahre, in denen sie nicht miteinander kommunizierten.

Die Autorin beschreibt in ihrem Roman verschiedene Lebenswege und Beziehungen. In einer sehr eindringlichen Art und unterlegt durch erzählerische Perspektivwechsel zwischen den Schwestern in den verschiedenen Kapiteln werden die Gefühle und Probleme der Figuren auf eine angenehm unkitschige Art und Weise vorgetragen.

Generell ist es Lyra gelungen die Spannung rund um das katastrophale Ereignis hoch zu halten, mit Ausnahme kleinerer Abschnitte, in denen man sich gewünscht hätte, dass die Schwestern schneller auf einander zugehen würden. Man merkt, dass Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit wichtige Charaktermerkmale für die Autorin sind, denn damit treten immer wieder Krisen auf, die ab und zu etwas holprig aufgelöst werden.

Sehr gut gefallen haben mir die Handlungsstruktur und die einzelne Ausarbeitung der Charaktere. Denn obwohl der Klappentext eine eher langweilige Familiengeschichte versprach, war ich jederzeit gut unterhalten. Außerdem ist der Roman sehr vielschichtig, dabei nicht kompliziert zu verstehen, sondern gerade gut dosiert in Hinblick auf Gefühl, Krisenbewältigung, Verständnis und Vergebung.

Als Fazit bleibt zu sagen, dass ich den Roman gern weiterempfehle, gerade Familienmenschen, die nicht vor Problemen zurückschrecken. Mir bleiben auf jeden Fall die vorausschauende, großherzige Grandma und die im Herzen verbundenen Schwestern in Gedanken.

Veröffentlicht am 05.11.2018

Solider Dorfkrimi, aber ohne großartige Figuren

Totenweg
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Der Auftakt zur neuen Krimi-Reihe um Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn hat mich zuallererst optisch angesprochen, denn das Cover fiel mir sofort positiv auf. Aber mein positiver Erster Eindruck wurde ...

Der Auftakt zur neuen Krimi-Reihe um Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn hat mich zuallererst optisch angesprochen, denn das Cover fiel mir sofort positiv auf. Aber mein positiver Erster Eindruck wurde etwas gebremst durch den mir nicht sonderlich sympathischen Kommissar Haverkorn. Dieser lebt mehr schlecht als recht vor sich hin mit kaputter Beziehung und kaputtem Polizistenstolz, weil er in der Vergangenheit einen wichtigen Fall, der im Laufe des Buches in den Mittelpunkt rücken wird, nicht lösen konnte.

Auf der anderen Seite haben wir Frida, ebenfalls Polizistin, noch in Ausbildung, aber darin sehr gut. Beide sind verbunden durch diesen lang zurückliegenden Fall, stehen aber auf verschiedenen Seiten. Anfangs fand ich Frida interessant, aber leider tauchten nach und nach Züge und Verhaltensweisen an ihr auf, die ich absolut nicht nachvollziehen konnte. Naiv und sich selbst überschätzend taumelt sie durch gefährliche Situationen, das hat mir leider ab und zu die Lust am Lesen genommen.
Die Story an sich jedoch war gut konstruiert, das Ende gefiel mir gut und auch das Setting, in einem kleinen Dorf in der Elbmarsch, war schlüssig. Dahinein konnte ich mich gut versetzen.
Ich denke, dass Leser, die Regionalkrimis mögen, auf Ihre Kosten kommen werden. Die Geschichte ist eher auf persönlichem Level der Figuren gehalten, zwischenmenschliche Beziehungen spielen eine sehr große Rolle. Mir persönlich fehlte ein bisschen mehr Hintergrund zur Gegend, vll. etwas historisches oder politisches, oder auch etwas zum Apfelanbau, irgendwas was die Personen noch beschäftigen könnte.

Fazit: ein Krimi für Zwischendurch für Fans von Norddeutschland. Mit Ausbaupotential, hoffentlich auch hinsichtlich der Hauptfiguren. Die Story ist spannend.