Großartiger Roman
Wedding People (deutsche Ausgabe)Meine Erwartungen an den Roman waren definitiv andere als ich dann beim Lesen erfuhr: aus einer zunächst komisch anmutenden Geschichte einer Frau (Phoebe), die sich inmitten einer Hochzeitsgesellschaft ...
Meine Erwartungen an den Roman waren definitiv andere als ich dann beim Lesen erfuhr: aus einer zunächst komisch anmutenden Geschichte einer Frau (Phoebe), die sich inmitten einer Hochzeitsgesellschaft in einem Hotel einbucht, wurde eine Rückblick auf eine traurig, depressive Lebensgeschichte mit der Frage, ob sie eigentlich für sich selbst jemals einstand und nur eine Nebendarstellerin in ihrem eigenen Leben spielt/spielte.
Das Aufeinandertreffen mit der baldigen Braut Lila, die bis ins letzte Detail alles perfekt geplant hat, verläuft daher skurril, denn nun steht da diese Frau, die ihrem Leben ein Ende setzten möchte und somit ein schlechtes Omen in die Feierlichkeiten bringt. Die Erzählsicht folgt hauptsächlich Phoebe und wechselt zwischen Rückblicken in ihrem Leben, das nach und nach den Bach runtergeht, und der Gegenwart.
Zunächst fand ich das Cover des Buchs wenig sagend und es sticht auch nicht durch ein besonderes Merkmal heraus, lediglich der Verlag und die Angabe New-York-Times Bestseller ließen mich die Kurzbeschreibung lesen. Und schon wenig später wurde mir klar, dass dieses Bild der Wellen und der beiden Hände mit Champagner und Peace Zeichen exzellent für den Inhalt gewählt wurden.
Ich hatte den Eindruck, dass die Autorin Alison Espach einiges an Zeit in die Recherche zum Beruf (Literatur Professorin) von Pheobe gesteckt hat, da die Einblicke in diesen, obwohl ich in der Hinsicht wenig Wissen habe, sehr realitätsnah und glaubhaft wirken. Zwischendurch waren mir einige Kapitel ein bisschen zu langatmig, da ich das Gefühl hatte die Hauptprotagonistin tritt auf der Stelle, aber es wurde dann wieder bisschen leichter als das Hochzeitspaar mehr Platz in der Erzählung fand. Phoebe hat einen sehr authentisch, wenn auch komplexen Charakter und wirkt daher vielschichtig in ihren Gedankengängen und Überlegungen zur Welt. Sie erlebt im Buch eine Reise zu sich selbst, den Mut und die Hoffnung, die sie auch aus den teils witzigen, teils tiefgründigen, schwierigen Gesprächen mit Lila zieht. Diese widerum bekommt von Phoebe Ansichten mitgegeben, die ihr vorher verborgen schienen und fehlten um die ihr wichtigen Dinge zu erkennen.
Fazit: Die etwas andere Art von "Liebesgeschichte"(vorallem zu sich selbst) mit vielen Anregungen zur Selbstreflexion zu seiner Wahl des Lebenswegs!