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Veröffentlicht am 12.08.2025

Großartiger Roman

Wedding People (deutsche Ausgabe)
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Meine Erwartungen an den Roman waren definitiv andere als ich dann beim Lesen erfuhr: aus einer zunächst komisch anmutenden Geschichte einer Frau (Phoebe), die sich inmitten einer Hochzeitsgesellschaft ...

Meine Erwartungen an den Roman waren definitiv andere als ich dann beim Lesen erfuhr: aus einer zunächst komisch anmutenden Geschichte einer Frau (Phoebe), die sich inmitten einer Hochzeitsgesellschaft in einem Hotel einbucht, wurde eine Rückblick auf eine traurig, depressive Lebensgeschichte mit der Frage, ob sie eigentlich für sich selbst jemals einstand und nur eine Nebendarstellerin in ihrem eigenen Leben spielt/spielte.
Das Aufeinandertreffen mit der baldigen Braut Lila, die bis ins letzte Detail alles perfekt geplant hat, verläuft daher skurril, denn nun steht da diese Frau, die ihrem Leben ein Ende setzten möchte und somit ein schlechtes Omen in die Feierlichkeiten bringt. Die Erzählsicht folgt hauptsächlich Phoebe und wechselt zwischen Rückblicken in ihrem Leben, das nach und nach den Bach runtergeht, und der Gegenwart.
Zunächst fand ich das Cover des Buchs wenig sagend und es sticht auch nicht durch ein besonderes Merkmal heraus, lediglich der Verlag und die Angabe New-York-Times Bestseller ließen mich die Kurzbeschreibung lesen. Und schon wenig später wurde mir klar, dass dieses Bild der Wellen und der beiden Hände mit Champagner und Peace Zeichen exzellent für den Inhalt gewählt wurden.
Ich hatte den Eindruck, dass die Autorin Alison Espach einiges an Zeit in die Recherche zum Beruf (Literatur Professorin) von Pheobe gesteckt hat, da die Einblicke in diesen, obwohl ich in der Hinsicht wenig Wissen habe, sehr realitätsnah und glaubhaft wirken. Zwischendurch waren mir einige Kapitel ein bisschen zu langatmig, da ich das Gefühl hatte die Hauptprotagonistin tritt auf der Stelle, aber es wurde dann wieder bisschen leichter als das Hochzeitspaar mehr Platz in der Erzählung fand. Phoebe hat einen sehr authentisch, wenn auch komplexen Charakter und wirkt daher vielschichtig in ihren Gedankengängen und Überlegungen zur Welt. Sie erlebt im Buch eine Reise zu sich selbst, den Mut und die Hoffnung, die sie auch aus den teils witzigen, teils tiefgründigen, schwierigen Gesprächen mit Lila zieht. Diese widerum bekommt von Phoebe Ansichten mitgegeben, die ihr vorher verborgen schienen und fehlten um die ihr wichtigen Dinge zu erkennen.

Fazit: Die etwas andere Art von "Liebesgeschichte"(vorallem zu sich selbst) mit vielen Anregungen zur Selbstreflexion zu seiner Wahl des Lebenswegs!

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Veröffentlicht am 12.08.2025

Lieber verrückt als einer von euch

Botanik des Wahnsinns
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Zunächst ist es bei diesem Roman sicherlich das psychedelische Cover, das einen wortwörtlich sofort ins Auge sticht. Es verbindet den Titel und den Inhalt des Buchs sehr anschaulich und sorgt ...

Zunächst ist es bei diesem Roman sicherlich das psychedelische Cover, das einen wortwörtlich sofort ins Auge sticht. Es verbindet den Titel und den Inhalt des Buchs sehr anschaulich und sorgt für Unruhe beim Betrachten.

Aus der Ich-Perspektive wird die gesamte Familiengeschichte erzählt, das Aufwachsen der Mutter, die Vergangenheit des Vaters, Einblicke in die Welt der Großmutter und der Entstehungs-/Schaffensweg des Erwachsenen Erzählers. Sowohl die Figur im Roman als auch der Autor Leon Engler haben einige Parallelen, zumindest in Ausbildung und Beruflicher Laufbahn (Theaterwissenschaften und Psychologie), sowie Lebensorte, wodurch wohl ein autobiografischer Aspekt vorhanden ist.
Ich finde gerade den Aufbau zu Beginn mit Rückblick auf die Familiengeschichte und ihre "Biografie des Wahnsinns" und den folgenden Eintritt des Erzählers in die Psychiatrie, aber als Psychologe, äußerst gelungen. In seiner anschließenden Arbeitszeit dort, wechselt er mehrmals die Stationen:
Ein grausamer Blick in die (wahrhaftige) Realität von Schizophrenen und ihre eigentliche Einsamkeit,
die tiefste Traurigkeit und die für sie anders vergehende Zeit der Depressiven und in der Entzugsabteilung das ständige Problem nicht abzustumpfen, dem Zynismus und der Verbitterung zu verfallen, aufgrund der unumgänglichen Rückfälle der Patienten.

Der Titel des Romans erschließt sich im Laufe der Handlung, da Pflanzen ständige Begleiter des Hauptprotagonisten sind und die ersten Einteilungen der psychischen Erkrankungen sollen nach dem gleichen Prinzip wie die, der Präzision der Botanik von Pflanzen erfolgt sein(Thomas Sydenham).
Der Schreibstil hat definitiv einen sehr zynischen, vielleicht sarkastischen Touch mit ein wenig Wiener "Schmäh" und Insidern, die man wahrscheinlich nur versteht, wenn man einige Zeit in Wien gelebt hat (z.B. die viele Nackte auf der Bühne des Burgtheater oder der Narrenturm).
In kursiver Schrift sind zahlreiche Zitate von verschiedenen Werken von etwa Friedrich Nietzsche, Sigmund Freud oder Arthur Schopenhauer eingebaut, die am Ende des Buchs im "Notizbuch des Nachbarn" als Literaturnachweis aufgelistet sind.
Zudem stellen sich zahlreiche rhetorische Fragen, die zur Selbstreflexion anregen und das Mensch-sein an sich hinterfragen ("Was war ein richtiger Mann? Was ist ein richtiger Vater? War es das Nichts-tun, das sie so lähmte? Weil die Sucht ein Destillat einer unstillbaten Sehnsucht ist?").
Eine besondere Eigenheit ist der morbide Humor, bei dem das Sprichwort "zu lachen um nicht weinen zu müssen" wie die Faust aufs Auge passt, so beschreibt er z.B. Liebe auf den ersten Blick als Lobotomie. Aber es ist genau dies und die ausgewählte, schöne deutsche Sprache, die diesen Roman zu etwas sehr Besonderem machen.

Fazit: Empfehlenswert ist dieser Roman in meinen Augen vorallem, wenn man selbst aus dem Fach Psychologie kommt.

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Veröffentlicht am 02.08.2025

Erinnerungen, zugleich bitter und süß

Bittersüß
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Die Autorin Hattie Williams, die eigentlich Sängerin ist, veröffentlicht mit diesem Werk ihr erstes Buch, das es in sich hat.

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Charlie erzählt, ...

Die Autorin Hattie Williams, die eigentlich Sängerin ist, veröffentlicht mit diesem Werk ihr erstes Buch, das es in sich hat.

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Charlie erzählt, eine zutiefst unsichere, naive 23-Jährige, die seit dem Tod ihrer Mutter in ihrer Jugend an schweren Depressionen leidet. Sie fühlt sich nirgends zugehörig, selbst ihrem Vater, der eine neue Frau heiratet und einen Sohn mit dieser bekommt, kann sie ihren Kummer nicht anvertrauen. Sie flüchtet in die Großstadt und läuft so wortwörtlich vor ihrer Vergangenheit davon, kämpft gegen eine unausgesprochene Essstörung, ertränkt ihre Gefühle in Alkohol, hat eine starke Bindungsstörung und lebt bis sie ihren stabilen Job im Verlag erhält an der Armutsgrenze. Mit Ophelia und Eddy treten zwei Menschen in ihr Leben, die das erste Mal beständige Freunde darstellen und ihr Stabilität geben- nach all der Dunkelheit, bringen sie ihr Licht, bevor es erneut finster wird.
Als ihr Verlag das neue Buch des Autor Richard Aveling herausbringen soll, dessen Bücher Charlie über alle Maße verehrt, entsteht zwischen beiden eine überaus toxische Liebesbeziehung. Zunächst fühlt man sich auch als LeserIn in dem Charme des über 30 Jahre älteren Richard gefangen und erkennt nur sickernd die wahren Abgründe dahinter. Nicht nur dass allein der Altersunterschied verheerend wirken sollten, nein viel mehr noch drängt er Charlie in eine Abhängigkeit zu ihm und isoliert sie vollständig vom Rest ihrer früheren Welt. Die Einsamkeit, die Charlie daraufhin erlebt, fühlt sich sehr nahbar an.
Das Ende der Beziehung ist wie zu erwarten herzzerreißend schmerzvoll und lauert Charlie lange auf, bis der endgültige kraftvolle Schlussstrich folgt.

Der Roman ist herausragend geschrieben mit vielen ausschweifenden, inneren Monologen, sodass man jede Stimmung der Hauptprotagonistin authentisch mitlebt, leider auch die vielen depressiven Abgründe. Diese schwierige Atmosphäre hat mich von Beginn an gepackt und es hat sich das Lesen dadurch nicht nur positiv angefühlt, wodurch ich immer wieder innehalten musste. Trotz der außerordentlich Charakterentwicklung und -aufbau von Charlie, blieb ich am Ende verstört und zerrüttet zurück. Hattie Williams erzeugt mit dem ungleichen Machtgefälle in der Beziehung gleichzeitig Ekel, Unverständnis, Mitgefühl, Ärgernis und dann eben doch auch irgendwie Verständnis für Charlie, aufgrund ihres dramatischen Lebenslaufs.

Fazit: Ein tiefgründiger, schwerer Roman, der mich beim Lesen ein großes Spektrum an Emotionen Mitfühlen ließ und noch immer in mir nachhallt!

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Veröffentlicht am 29.07.2025

Kurzweiliges Liebesabenteuer

Drive my Heart insane
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Grace studiert Kriminologie und schreibt ihre Masterarbeit über eine berüchtigte Gang in Florida. Das Schicksal lässt sie auf den attraktiven Tyler treffen, der wie sollte es anders sein Mitglied ist und ...

Grace studiert Kriminologie und schreibt ihre Masterarbeit über eine berüchtigte Gang in Florida. Das Schicksal lässt sie auf den attraktiven Tyler treffen, der wie sollte es anders sein Mitglied ist und noch dazu aussteigen möchte. Dies gelingt jedoch nicht ohne sich in große Gefahr zu begeben und so befinden sich beide bald auf der Flucht vor dem Gesetz sowie den bösen Gangmitgliedern...

Bei diesem Buch handelt es sich um den Debütroman der Jung- Autorin Marie L. Felice, die schon seit ihrer Jugend schreibt.
Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive von Grace und Tyler erzählt, wodurch man zu beiden eine Verbindung aufbauen kann.
Mir gefiel besonders Tylers Charakter, der zwar äußerlich und in seinen Taten einen Bad Boy darstellt, aber zu Grace sehr sanft, zärtlich und liebevoll ist.
Der Schreibstil ist einfach, rasant, gut verständlich und birgt genügend Spannung, sodass ich das Buch fast in einem Zug ausgelesen hatte. Die Beziehung der beiden ist elektrisierend und ihre Chemie zwischen den Zeilen spürbar. Die Handlung an sich ist nicht neu, hat sehr viel Inspiration durch 2 Fast 2 Furious erhalten und der ein oder andere könnte etwas Ähnliches schon mal gelesen haben. Trotzdem hatte ich Spaß beim Lesen und habe die Ablenkung vom Alltag genossen.

Fazit: Ein kurzweiliger Liebesroman mit ein wenig Action, ideal zum Abschalten und für schnelle Leseunterhaltung!

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Veröffentlicht am 29.07.2025

Zu viel, zu bunt, zu quaotisch

Sherlock Holmes & Dr. Watson. Die Jagd nach dem Geisterzug (Band 1)
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In diesem Kinderbuch ab 8 Jahren gehen die Kultfiguren Sherlock Holmes und Dr. Watson als tierisches Duo (Hund & Schwein) auf detektivische Rätselabenteuer. Besonders ein Geisterzug, der sich ...

In diesem Kinderbuch ab 8 Jahren gehen die Kultfiguren Sherlock Holmes und Dr. Watson als tierisches Duo (Hund & Schwein) auf detektivische Rätselabenteuer. Besonders ein Geisterzug, der sich durch das ganze Buch zieht, verbreitet Chaos und eröffnet immer weitere Fragen.

Die Kurzbeschreibung des Buchs ließ mich eigentlich sehr hoffen, da ich selbst ein Fan von lustigen Rätselabenteuern bin und mir ein abwechslungsreiches Lesevergnügen für Leseeinsteiger erwartete. Leider schreckten mich schon die ersten Seiten ab:
Wechsel von Quer-/Hochformat, schräg, verkehrt, links, rechts, querbeet Sprechblasen, unstrukturierter Inhalt überall...
Mein erster Eindruck war, das einfach alles durcheinander steht (einmal alles gut geschüttelt), es furchtbar zu lesen ist und man jetzt auch noch Rätsel finden und lösen soll- man vergesse das Zielalter nicht!
Die Illustrationen sind gemischt im Comiczeichenstil mit zwischendurch realistische Darstellungen (teilweise Fotos?!), was die ohnehin überladenen Seiten noch unübersichtlicher gestaltet.
Am Ende jedes Kapitels gibt es das Notizbuch von Watson, indem die Lösungen der vorangegangenen Rätsel zu finden sind. An diese hatte ich im allgemeinen höhere Erwartungen, da es sich in meinen Augen eher um Spaß/Quatschrätsel handelt und viele sich nicht sichtlich logisch lösen lassen. Möglichweise gibt es da einen Unterschied in der Erwachsenen- und Kinderdenkweise, wodurch es für sie einfacher zu errätseln ist.
Besonders die halblustige Mischung aus englischer und deutscher Sprache (Mist, i have verbrannt die Pommes) gefiel mir gar nicht, da oftmals in diesem Alter erst die eine Sprache erlernt wird und ich mir gut vorstellen kann, dass ein fehlerhafter Erwerb stattfindet.

Fazit: Bei uns bleibt es wohl eher bei dem einem Band, wir waren leider nicht überzeugt!

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