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Veröffentlicht am 11.10.2022

Eine außergewöhnliche Frau

Die Forscherin. Prinzessin Therese und der Ruf des Amazonas
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Therese von Bayern war eine äußerst bemerkenswerte Frau: höchst intelligent, erfrischend anders, ihrer Zeit weit voraus.

Sie musste lernen, Schicksalsschläge zu verkraften. Eine Prinzessin wollte sie ...

Therese von Bayern war eine äußerst bemerkenswerte Frau: höchst intelligent, erfrischend anders, ihrer Zeit weit voraus.

Sie musste lernen, Schicksalsschläge zu verkraften. Eine Prinzessin wollte sie nie sein, sondern viel lieber reisen, forschen, wissenschaftliche Arbeiten verfassen. Sie liebte vor allem die Botanik und die Zoologie. Im Jahre 1888 erfüllte sie sich ihren großen Traum, reiste nach Brasilien und erforschte den tropischen Regenwald.

In ihrem Roman lässt Katharina Innig Therese und ihre Reise wieder lebendig werden. Sie schreibt extrem atmosphärisch und bildhaft, sodass der Leser das Gefühl hat, mit Therese zu reisen und selbst im Regenwald zu sein.

Dadurch, dass wir uns in einem zweiten Erzählstrang in den Jahren 1924 und 1925 befinden und Therese selbst auf ihr Leben zurückblickt, lernt man Therese noch besser kennen und erfährt neue, andere Details und Facetten. Ein ebenfalls sehr gutes und lesenswertes Nachwort der Autorin rundet das Werk ab.

"Die Forscherin" ist ein Roman, den man sehr gerne liest; der es verdient gelesen zu werden; in dessen Mittelpunkt eine Frau steht, die keinesfalls in Vergessenheit geraten sollte. Nach dem Ende der Lektüre hat man einen guten, vollständigen Eindruck vom Leben dieser Frau bekommen; dennoch möchte man noch mehr sehen und lesen. Wie gut, dass man das heutzutage problemlos tun kann, findet sich doch bspw. beim Projekt Gutenberg ihr Reisebericht mit Bildern.

Fazit: Ein sehr empfehlenswerter Roman für alle Leser, die historische Romane mit exotischem Schauplatz lieben, die sich für Naturwissenschaften interessieren und/oder einfach eine außergewöhnliche Frau (wieder-)entdecken möchten!

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Veröffentlicht am 04.10.2022

Teils großartig, teils sehr langatmig ...

Violeta
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In ihrem neuesten Roman "Violeta" erzählt Isabel Allende das bewegte hundertjährige Leben von Violeta del Valle; dies geschieht, indem Violeta einen Brief an ihren Enkel schreibt, der mit ihrer Geburt ...

In ihrem neuesten Roman "Violeta" erzählt Isabel Allende das bewegte hundertjährige Leben von Violeta del Valle; dies geschieht, indem Violeta einen Brief an ihren Enkel schreibt, der mit ihrer Geburt während der Grippepandemie im Jahre 1920 beginnt und mit ihrem letzten Atemzug zu Beginn der Coronapandemie im Jahre 2020 endet.
Natürlich geht es hauptsächlich um Violeta, um ihr Leben, um die Menschen, die sie umgaben. Doch auch in historischer und politischer Hinsicht erfahren wir von Anfang bis Ende sehr viel.
"Violeta" besticht vor allem durch den Stil, denn Isabel Allende kann einfach großartig schreiben. Man kann in ihren Worten, in ihren Sätzen schwelgen.
Der Inhalt an sich lässt mich leider zwiegespalten zurück - teilweise fand ich ihn sehr spannend und fesselnd, sodass ich ihn sehr gerne gelesen habe, teilweise empfand ich ihn als sehr langweilig und langatmig.
Stellenweise habe ich auch die Tiefe vermisst.
Als die letzte Seite gelesen war, wusste ich nicht, ob die Lesezeit nicht verschwendet war, ob ich sie nicht besser in ein anderes Buch investiert hätte. Letztlich kann man "Violeta" zwar lesen, aber man muss es sicher nicht.
Ich bleibe enttäuscht zurück, da es andere Werke aus der Feder von Isabel Allende gibt, die weitaus besser sind. "Violeta" konnte mich nicht fesseln und begeistern, und ich glaube leider auch nicht, dass dieser Roman lange nachklingen wird ...

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Veröffentlicht am 02.10.2022

Wunderschöner Winter- und Weihnachtsroman!

Wintermeer und Bernsteinherzen
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Finja betätigt sich als Heilpraktikerin in Hamburg, doch ihre Praxis läuft mehr schlecht als recht. Da sie auf das Geld angewiesen ist, sagt sie zu, als ihre ehemalige Chefin sie damit beauftragt, ein ...

Finja betätigt sich als Heilpraktikerin in Hamburg, doch ihre Praxis läuft mehr schlecht als recht. Da sie auf das Geld angewiesen ist, sagt sie zu, als ihre ehemalige Chefin sie damit beauftragt, ein Objekt in St. Peter-Ording für einen berühmten und schwierigen Kunden zu finden. Sie entdeckt das alte Barnsteenhus, das sie sofort fasziniert - doch wem gehört es, was hat es mit diesem Haus auf sich? Die Sache erweist sich als schwieriger als gedacht. Und nicht nur deswegen will und muss Finja länger als geplant in St. Peter-Ording bleiben, sondern auch wegen Jesper, der ihr Herz aus dem Takt bringt, der Pferde, der Natur und der wundervollen Menschen dort ...

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Ich liebe die Romane aus der Feder von Tanja Janz, und auch "Wintermeer und Bernsteinherzen" konnte mich wieder absolut begeistern und verzaubern!

Der Stil lässt sich wunderbar flüssig und angenehm lesen, Tanja Janz schreibt zudem sehr atmosphärisch und bildhaft. Die Geschichte wird lebendig, auch die wundervollen Figuren, die Tanja Janz erschaffen hat und die man sofort ins Herz schließt. So ist man als Leser sofort in der Geschichte angekommen, ist mit Finja auf dem Reiterhof, steht mit ihr im MeerGlück, genießt mit ihr allerlei Leckereien, versucht mit ihr die Geheimnisse des Barnsteennhuses zu ergründen, gerät mit ihr ins Schwitzen, weil der schwierige Kunde einfach nicht locker lässt, hat mit ihr Herzklopfen und verliebt sich mit ihr in Jesper, genießt mit ihr den Zauber des Dezembers ...

Es ist eine wunderschöne, herzerwärmende Geschichte, eine herrliche Mischung aus Liebesgeschichte und Winter- und Weihnachtsroman, der schon jetzt die Vorfreude auf Weihnachten erhöht, der sich aber vielleicht noch perfekter lesen lässt im Advent, wenn es draußen schneit, während man sich in eine Wolldecke eingekuschelt hat und sich vielleicht vorher Weihnachtspunsch, Püttis Möhren-Gewürz-Milch und/oder Püttis Nusshörnchen, die sich zusammen mit ein paar weiteren Rezepten im Anhang finden, zubereitet hat, sodass man sie während der Lektüre genießen kann. Auch gibt "Wintermeer und Bernsteinherzen" wertvolle Denkanstöße und vermittelt wundervolle und wichtige Botschaften.

Mir hat dieser Roman traumhafte Lesestunden geschenkt; ich hätte ewig weiterlesen und diese Geschichte leben und erleben können und freue mich schon jetzt auf Tanja Janz´ nächsten Winter- und Weihnachtsroman. Absolute Empfehlung für alle, die noch auf der Suche nach tollem Lesestoff für den Advent sind!

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Veröffentlicht am 02.10.2022

Schon wegen der sprachlichen Meisterleistung absolut lesenswert!

Euphorie
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Elin Cullhed beleuchtet in diesem Roman das letzte Jahr in Sylvia Plaths Leben - ein Jahr der Extreme, war es doch gleicheiermaßen von größter Schaffenskraft und größter Zerrissenheit geprägt.


Ich liebe ...

Elin Cullhed beleuchtet in diesem Roman das letzte Jahr in Sylvia Plaths Leben - ein Jahr der Extreme, war es doch gleicheiermaßen von größter Schaffenskraft und größter Zerrissenheit geprägt.


Ich liebe Sylvia Plaths Werke, hatte mich aber noch nicht näher mit ihrer Person und ihrem Leben beschäftigt - so war ich sehr gespannt auf "Euphorie".


"Euphorie" begeistert schon durch das sprachliche und stilistische Talent der Autorin sowie der hervorragenden Arbeit der Übersetzerin. Sicher ist es ein Werk, das man, sowohl im Hinblick auf die Sprache als auch im Hinblick auf den Inhalt, langsam und aufmerksam, ohne Ablenkungen lesen muss; das man immer erst mal auf sich wirken lassen und verarbeiten muss; doch auch hierin bestand für mich gerade der Reiz. Schon in sprachlicher Hinsicht ist "Euphorie" eine Meisterleistung, ein Genuss und absolut lesenswert.


Ich hatte das Gefühl, Sylvia Plath wirklich kennenzulernen, tiefe Einblicke in dieses letzte Jahr ihres Lebens, in ihr Denken, Fühlen und Handeln, in die Person und die Schriftstellerin zu bekommen - und auch in ihre Ehe mit Ted Hughes. Ebenso wird die Entwicklung hin zur Trennung absolut greifbar.


Obwohl ich diesen Roman sehr gerne gelesen habe und er mir sowohl Sylvia als auch Ted ziemlich nahe gebracht hat, blieb er doch ein Stück hinter meinen Erwartungen zurück. So hätte ich gerne noch etwas mehr über ihre Arbeit und Werke erfahren. Zudem endet der Roman vor ihrem Suizid - man kann es löblich finden, dass dieser dem Leser erspart wird, doch es hat für Leser, die sich noch nicht näher mit Sylvia Plath beschäftigt haben, den Nachteil, dass sie eben doch nicht alles über sie erfahren, dass "Euphorie" also insofern nicht wirklich vollständig ist und man daher nach der Lektüre etwas unbefriedigt zurückbleibt. Ein Nachwort hätte den Roman daher sehr gut abgerundet; ein solches habe ich wirklich vermisst. Denn so bleiben Fragen offen, die man nicht klären kann, ohne selbst zu recherchieren und weiterführende Literatur hinzuzuziehen: Wie starb Sylvia Plath wirklich? Wie ging es mit Ted Hughes und Assia weiter? Wer war Ted Hughes wirklich? Was hatte Sylvias Suizid mit Assia und deren Schwangerschaft, was hatte Assias Suizid mit Sylvia zu tun?


Am Ende fragte ich mich, was nun Realität und was Fiktion war; was noch geschehen, aber nicht in diesen Roman eingeflossen ist; was ich nun also immer noch nicht weiß; wie vollständig das Bild wirklich ist, das "Euphorie" von Sylvia Plath zeichnet; oder wie fern sie mir nach dieser Lektüre doch noch ist.


Auch meine Meinung bezüglich Ted Hughes und Assia änderte sich wieder, nachdem ich im Anschluss an die Lektüre näher zu den beiden recherchierte. Insofern hatte ich leider das Gefühl, dass Elin Cullhed die Personen nicht ganz den wahren Gegebenheiten entsprechend gezeichnet hat, dass wichtige Dinge ausgelassen wurden - dabei war genau das meine Erwartung: Ich wollte erfahren, wer und wie diese Personen, allen voran natürlich Sylvia Plath, wirklich waren.


Es spricht wiederum sehr für "Euphorie", dass das Interesse des Lesers geweckt ist und man im Anschluss an die Lektüre unbedingt noch mehr nicht nur über Sylvia Plath, sondern auch über Ted und Assia lesen und erfahren möchte.


Fazit: Sprachlich herausragend, auch inhaltlich sehr interessant. Es erfolgt eine erste und ziemlich intensive und gelungene Annäherung an Sylvia Plath. Wenn man sie jedoch wirklich und vollständig kennenlernen will, dann muss man selbst aktiv werden, recherchieren und weiterführende Literatur hinzuziehen. Wenn man das jedoch weiß, dann wird man von "Euphorie" nicht enttäuscht. Ich würde den Roman jedem empfehlen, der Freude an Sprache hat und bisher nur Sylvia Plaths Werke kennt, sich nun auch mit ihrer Person und ihrem Leben beschäftigten will. Denn trotz der aufgezeigten Schwächen empfand ich "Euphorie" als großartig und absolut lesenswert.


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Veröffentlicht am 22.09.2022

Intimitäten

Intimitäten
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Eine junge Frau zieht von New York nach Den Haag, beginnt dort ihre Arbeit als Dolmetscherin am Internationalen Gerichtshof. Bald darauf lernt sie einen Mann kennen, verliebt sich in ihn, träumt von einem ...

Eine junge Frau zieht von New York nach Den Haag, beginnt dort ihre Arbeit als Dolmetscherin am Internationalen Gerichtshof. Bald darauf lernt sie einen Mann kennen, verliebt sich in ihn, träumt von einem Leben mit ihm. Er verschwindet jedoch nach Lissabon - angeblich, um die Scheidung in die Wege zu leiten, doch er kehrt lange nicht zurück. Das Leben in Den Haag muss jedoch weitergehen, es läuft ein Prozess gegen einen Kriegsverbrecher - doch die Fragen, die Unsicherheit, die Leere, die mit Adriaans Verschwinden begannen, breiten sich auf ihr gesamtes Leben aus ...

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Ein anspruchsvoller Roman, sowohl bezüglich des Stiles als auch bezüglich des Inhaltes. Doch wer sich auf beides einlässt, der kann beides genießen.

Obwohl die Bezüge zum Internationalen Gerichtshof und dem Prozess gegen den Kriegsverbrecher durch den Ukraine-Krieg wohl aktueller und interessanter denn je sind, fand ich persönlich den Erzählstrang bezüglich der Protagonistin und Adriaan noch spannender und besser. Adriaan ist eine sehr mysteriöse Figur; der Leser weiß bis zuletzt nicht, welche Absichten der nun verfolgt, ob er ehrlich ist oder lügt, ob er die Protagonistin liebt oder seine Ex-Frau, ob er zurückkehren wird oder nicht. Nahezu jede Leserin wird sich mit der Protagonistin identifizieren können. Psychologisch ist dieser Roman äußerst spannend und fast schon ein Thriller. Kein absolutes Highlight, aber durchaus eine Autorin, von der ich mehr lesen würde.

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