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Veröffentlicht am 04.05.2026

Zu märchenhaft und zu düster

Flora Brimble und der verlorene Frühling
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Eine Geschichte, die in dem englischen Dorf Rye beginnt - hier wohnt Flora Brimble.
Flora liebt es, Geschichten zu schreiben. Eines Tages findet sie sich selbst inmitten einer solchen wieder, nachdem der ...

Eine Geschichte, die in dem englischen Dorf Rye beginnt - hier wohnt Flora Brimble.
Flora liebt es, Geschichten zu schreiben. Eines Tages findet sie sich selbst inmitten einer solchen wieder, nachdem der Winter einfach nicht mehr enden wollte und sie loszog, um den Frühling zu suchen. Nur die Maikönigin kann ihn zurückbringen - also muss Flora die Maikönigin finden. Auf ihrer Reise und Suche ist Flora nicht alleine, denn sie begegnet u.a. einem anderen Mädchen, Harriet, einem Kobold und einem Eichhörnchen.
Doch auf dem Weg zu ihrem Ziel müssen sie Dunkelheit und Kälte und eine entsprechende Gegnerin besiegen ...
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"Flora Brimble" ist ein Buch, auf das wir uns sehr gefreut hatten und das wir so gerne geliebt hätten, das uns letztlich aber leider nicht wirklich überzeugen und begeistern konnte.
Das Cover ist wunderschön, ebenso die Illustrationen zu Beginn eines jeden Kapitels, die Leseprobe war so gut ... vielleicht waren die Erwartungen dadurch zu hoch.
Marcus Raffels Schreibstil ist wirklich großartig - er hat mir als Erwachsener mit am besten an diesem Buch gefallen. Raffel schreibt anspruchsvoll, aber doch angenehm und flüssig lesbar, und sein Schreibstil macht diese Geschichte unglaublich atmosphärisch und bildhaft.
Die Figuren sind gelungen, v.a. Flora und Harriet sowie das Eichhörnchen.
Der Beginn der Geschichte, der in Rye spielt, hat uns noch richtig gut gefallen, aber leider änderte sich das dann schnell.
Uns war die Geschichte insgesamt erstens zu märchenhaft, was uns schon nicht gefallen hat. Wenn man Märchen lesen will, greift man zu einem Märchen, wenn man andere Geschichten lesen will, greift man zu anderen Büchern ... wir haben nicht erwartet und nicht damit gerechnet, dass "Flora Brimble" so sehr einem Märchen ähnelt.
Zweitens ist die Geschichte leider auch sehr düster. Schon mir war das zu viel, den Kindern noch mehr.
Das Buch wird ab 10 Jahren empfohlen ... ich bin nicht sicher, ob dieses empfohlene Lesealter wirklich passt. Man sollte das sehr individuell entscheiden. Ich kenne viele Kinder, denen ich dieses Buch nicht schon mit 10 Jahren geben würde. Wenn, dann nur, wenn man darüber spricht oder gleich zusammen liest - aber selbst zum Vorlesen wäre das für viele Kinder, die ich kenne, zu früh. Man sollte das Buch also am besten zuerst selbst lesen und dann entscheiden, wann man es seinen Kindern vorlesen oder geben möchte.
Wir waren also leider eher enttäuscht von "Flora Brimble" und landen bei 3-3,5 Sternen.
Fantasy, Magie, Freundschaft, Licht und Schatten, Angst und Mut, Menschen, Tiere und Natur, Spannung, Gefahr und ein großes Abenteuer stehen hier im Mittelpunkt.

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Veröffentlicht am 03.05.2026

Nicht überzeugend und enttäuschend

Noch fünf Tage
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Lis ist Köchin bei der milliardenschweren Familie Harman in Davos. Beim Silvesterdinner stirbt die gesamte Familie - durch Gift, das sich im Essen befand. Und auch Lis wurde vergiftet. Ihr bleiben nur ...

Lis ist Köchin bei der milliardenschweren Familie Harman in Davos. Beim Silvesterdinner stirbt die gesamte Familie - durch Gift, das sich im Essen befand. Und auch Lis wurde vergiftet. Ihr bleiben nur noch wenige Tage. Innerhalb dieser wenigen Tage muss sie vom Krankenhausbett aus herausfinden, wer hinter diesem Giftanschlag steckt. Galt der Anschlag der Familie Harman und war Lis nur ein Kollateralschaden - oder galt der Anschlag Lis und war die Familie Harman nur ein Kollateralschaden?
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"Noch fünf Tage" ist eines dieser Bücher, die sich gut anhörten, mich dann aber leider überhaupt nicht überzeugten und sogar ziemlich enttäuschten.
Vorweg: Für mich ist es über weite Strecken eher ein Krimi als ein Thriller. Darüber könnte ich vielleicht noch hinwegsehen, wenn der Rest passen und überzeugen würde. Das ist aber leider nicht der Fall.
Helena Falkes Schreibstil ist weder besonders gut noch besonders schlecht - absoluter Durchschnitt eben.
Die Figuren kommen klischeebeladen daher. Sowohl die Figuren als auch die Handlung bleiben sehr oberflächlich. Mir fehlte komplett die Tiefe. Ich konnte keinerlei Verbindung zu den Figuren aufbauen. Weder der Aufbau des Falles noch seine Auflösung konnten mich fesseln. Es bleibt alles einfach viel zu blass und langweilig. So gibt es auch immer wieder Längen. Auch wirkt alles offensichtlich konstruiert. Mich konnte "Noch fünf Tage" leider in keiner Hinsicht überzeugen. Ich kann leider keine Empfehlung aussprechen.

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Veröffentlicht am 02.05.2026

Atmosphärischer, gemütlicher und spannender klassischer britischer Krimi

Mord in der Pension Möwennest
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England im Jahre 1954: Nach dreißig Jahren im Kloster verlässt Nora Breen dieses. Ihr Weg führt sie nach Gore-on-Sea, einem kleinen Nest in Kent, genauer gesagt in die Pension Möwennest, wo ihre frühere ...

England im Jahre 1954: Nach dreißig Jahren im Kloster verlässt Nora Breen dieses. Ihr Weg führt sie nach Gore-on-Sea, einem kleinen Nest in Kent, genauer gesagt in die Pension Möwennest, wo ihre frühere Novizin und Freundin Frieda kürzlich auf mysteriöse Weise verschwunden ist, obwohl sie viel länger hätte bleiben sollen und ihr spurloses Verschwinden ohne ein Lebenszeichen gar nicht zu ihr passt. Nora spürt, dass etwas nicht stimmt, und will sich in der Pension und in dem Ort umsehen und -hören und der Sache auf den Grund gehen und herausfinden, was mit Frieda geschehen ist. Kurz darauf gibt es einen Todesfall in der Pension, der als Suizid abgetan wird - doch Nora ist nun noch mehr als zuvor davon überzeugt, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt, und beginnt selbst zu ermitteln. Und natürlich gibt es jemanden, der um jeden Preis verhindern will, dass die Wahrheit ans Licht kommt ...

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Ich hatte bislang noch kein Werk von Jess Kidd gelesen, aber nur Gutes gehört. Da ich klassische britische Krimis und cosy crime liebe, war nun die Zeit gekommen, um dieses Versäumnis nachzuholen und diese Autorin kennenzulernen. Und es hat sich gelohnt - dies war mein erstes, aber sicher nicht mein letztes Buch aus der Feder von Jess Kidd!

In der Tat ist "Mord in der Pension Möwennest" ein klassischer britischer Krimi, der sich durchaus auch als cosy crime einordnen lässt.

Jess Kidds Schreibstil gefiel mir auf Anhieb sehr - sie schreibt wirklich sehr gut, und ich habe die Lektüre bereits wegen dieses tollen Schreibstiles genossen.

Ich habe bereits eine Krimireihe mit einer Nonne als Ermittlerin gelesen, doch Nora Breen unterscheidet sich durch ihren Lebenslauf und ihr ganzes Wesen deutlich davon. Sie ist eine tolle Hauptfigur, als Mensch und als Ermittlerin. Auch die anderen Figuren sind absolut gelungen. Neu, erfrischend anders und reizvoll war für mich auch die Tatsache, dass "Mord in der Pension Möwennest" in den Nachkriegsjahren spielt und dies, was Figuren und Handlung betrifft, auch noch zu spüren ist.

Neben dem Schreibstil der Autorin und den herrlich skurrilen Figuren haben mir auch die dichte Atmosphäre, die eine gelungene Mischung aus Natur, Nachkriegsstimmung, Gemütlichkeit, Spannung und Gefahr, einem düsteren, unheilvollen und mysteriösen Grundtun ist, sowie der Humor sehr gefallen. Der Fall ist gut aufgebaut und wird absolut stimmig aufgelöst. Es bleiben keine Fragen offen. Sowohl die Figuren als auch der Fall selbst sind herrlich mysteriös, sodass der Leser gut miträtseln und -ermitteln kann. Längen, Vorhersehbarkeit und dergleichen sucht man vergebens.

Ein wenig kann man Jess Kidd schon mit Agatha Christie und Nora Breen mit Miss Marple vergleichen; beide müssen sich wahrlich nicht vor ihnen verstecken!

Nora Breen und Detective Inspector Rideout sind ein völlig unterschiedliches, aber geniales Duo, das sich menschlich und bei der Ermittlungsarbeit wunderbar ergänzt.

Mir hat "Mord in der Pension Möwennest" wirklich gefallen; ich habe diesen Krimi sehr gerne gelesen und hoffe sehr, dass das nicht der letzte Fall für Breen und Rideout war. Es steht zwar nirgendwo, dass es sich um den Auftakt einer Reihe handelt, aber das Ende weckt die Hoffnung, dass es so sein könnte ... ich möchte unbedingt mehr von Jess Kidd und Breen und Rideout lesen!

Liebhaber klassischer britischer Krimis und cosy crimes werden "Mord in der Pension Möwennest" lieben. Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 01.05.2026

Nicht ganz überzeugend

The House Witch 1
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Fantasy ist nicht mein Lieblingsgenre, aber cosy fantasy lese ich ganz gerne mal, wenn mich ein Buch anspricht. Bei "The House Witch" war das der Fall: es hat ein wunderschönes Cover (das perfekt zum Inhalt ...

Fantasy ist nicht mein Lieblingsgenre, aber cosy fantasy lese ich ganz gerne mal, wenn mich ein Buch anspricht. Bei "The House Witch" war das der Fall: es hat ein wunderschönes Cover (das perfekt zum Inhalt passt), es soll "eine Tasse Kakao in Buchform" sein, der Klappentext klang toll, die Leseprobe überzeugte ... das konnte eigentlich nur gut werden, dachte ich. Leider lässt mich "The House Witch" aber ziemlich zwiegespalten zurück.

Kulisse ist der Hof des Königreiches Daxaria. Im Mittelpunkt steht Finlay Ashowan, der neue Koch. Er kocht nicht nur unglaublich gut, sondern ist eine Hexe. Eine ganz besondere Hexe - eine Haushexe.
Es droht ein Krieg mit dem Nachbarreich, und auch sonst geht es bei Hofe nicht ruhig zu: es gibt natürlich viele Intrigen!

The House Witch ist eine auf drei Bände angelegte Reihe. Geworben wird u.a. mit Tiefe und überraschenden Wendungen.

Die Idee der Autorin fand ich toll - die Kulisse, Magie, das kulinarische Element ... dieser Auftakt hatte so viel Potenzial, aber leider ist die Umsetzung nicht so gelungen; es wurde viel Potenzial verschenkt.
Die Kulisse ist toll. Der Hof gefiel mir, und gerade auch das kulinarische Element. Die Szenen in der Küche gehörten zu meinen absoluten Liebingsszenen. Auch die Magie wurde gut eingebunden, und die Idee mit der Haushexe ist originell.
Der Schreibstil der Autorin ist großartig! Dieser sowie die Atmosphäre der Geschichte haben mir von Anfang bis Ende sehr gefallen. Auch einige Figuren, etwa Finlay, Finlays Mutter, Eric bzw. generell die Königsfamilie ... sind absolut gelungen.
Intrigen und alles, was sonst noch versprochen wurde, bekommt der Leser auch.
Gemütliche Szenen wechseln sich mit Spannung und Gefahr ab, wobei erst relativ spät mehr Tempo in die Geschichte kommt. Es ist insgesamt definitiv cosy fantasy. Mir gefiel das, weil ich das Genre mag.
Aber es ist definitiv ein ruhiger erster Band, in dem unterm Strich nicht viel passiert. Mir gefiel es, für mich war es richtig, auch, weil ich das kulinarische Element sehr mochte - aber für eingefleischte Fantasy-Leser könnte es zu langweilig sein.

Leider gibt es aber auch Kritikpunkte:
Es gibt immer wieder Längen. Dieser Auftaktband zieht sich leider immer wieder ziemlich. Man hätte ihn gut straffen und Seiten einsparen können. Das hätte ihm gutgetan.
Die Autorin wollte zu viel in diesen ersten Band packen. Zu viele Dinge werden anfangen, dann aber im Sande verlaufen lassen bzw. jedenfalls nur oberflächlich angekratzt. Das führt dazu, dass der Leser den Überblick verliert. Generell fehlt diesem Auftaktband der rote Faden.
Die beworbene Tiefe und die überraschenden Wendungen habe ich ehrlich gesagt vermisst - da hatte ich, nachdem damit geworben wurde, irgendwie mehr erwartet.
Und: Während auch der Humor diese Reihe ausmacht und dieser mir oftmals gut gefallen und gut gepasst hat, war er an mehreren anderen Stellen einfach völlig misslungen. Es gab Szenen, die auf Biegen und Brechen lustig sein sollten und es dann einfach definitiv nicht waren. Hier war der Humor dann einfach too much und völlig deplatziert.
Auch Dinge wie die ständigen Saufgelage haben mir überhaupt nicht gefallen.
Auch eine Personenübersicht zu Beginn wäre hilfreich gewesen.

Am Ende dieses Auftaktbandes bleibe ich leider ziemlich unschlüssig zurück - stellenweise habe ich ihn wirklich gerne gelesen, stellenweise musste ich mich leider ziemlich durchkämpfen.
Ich bin eigentlich schon gespannt darauf, wie es weitergehen wird, weiß aber noch nicht, ob ich die Folgebände wirklich lesen will und werde. Ich befürchte v.a., dass diese sich wieder so ziehen könnten ... vermutlich werde ich die Leseprobe und erste Rezensionen lesen und dann entscheiden. Aber die Begeisterung ist leider definitiv nicht so groß, dass ich unbedingt weiterlesen will und den zweiten Band kaum abwarten kann ...

Fazit: Tolle Kulisse, ein paar tolle Figuren, originell bzgl. der Idee mit der Haushexe und ihrer Magie und dem kulinarischen Element, aber leider auch mit Kritikpunkten. Wer cosy fantasy aber wirklich liebt und Lust hat auf das Leben bei Hofe, Liebe, Freundschaft, Leidenschaft, Abenteuer und Gefahr, Intrigen, Kulinarik sowie eine Haushexe und ihre Magie, für den könnte "The House Witch" das richtige Buch bzw. die richtige Reihe sein.

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Veröffentlicht am 29.03.2026

Enttäuschend

Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand
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Vielleicht lag es an diesem Roman, vielleicht ist man aktuell generell etwas übersättigt, was Romane aus Japan und auch aus Korea betrifft, vielleicht trifft beides zu ... ich weiß es nicht.
Was ich aber ...

Vielleicht lag es an diesem Roman, vielleicht ist man aktuell generell etwas übersättigt, was Romane aus Japan und auch aus Korea betrifft, vielleicht trifft beides zu ... ich weiß es nicht.
Was ich aber weiß, ist, dass "Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand" mich leider nicht überzeugt hat und eine ziemliche Enttäuschung für mich war.
Ich hatte mich auf den Roman gefreut, da der Klappentext nach einer sehr schönen und berührenden Geschichte klang. Da ich selbst schon seit meiner Kindheit und Jugend Brieffreundinnen in aller Welt habe und Briefe und Brieffreundschaften liebe, schien es der perfekte Roman für mich zu sein. Das konnte nur gut werden ... dachte ich.
Leider hielt der Inhalt nicht, was der Klappentext versprach. Ja, es geht um diesen Briefladen, um Menschen, die Briefe schreiben, um Brieffreundschaften ... aber: der Klappentext klang nach einem berührenden Roman. Ich konnte aber leider keinerlei Verbindung aufbauen, weder zur Handlung noch zu den Figuren. Mir blieb alles sehr distanziert und vage. Es berührte mich leider einfach gar nicht.
Immerhin lässt sich der Schreibstil der Autorin gut lesen, stets angenehm und flüssig. Aber das war es leider auch schon.
Wer eine Liebeserklärung an das Briefeschreiben sucht, generell Lust auf einen typisch koreanischen/asiatischen Roman hat, der sollte es vielleicht auf einen Versuch ankommen lassen, da die Geschmäcker bekanntlich verschieden sind.
Ich war leider froh, als die letzte Seite gelesen war, und blieb ziemlich enttäuscht und unbefriedigt zurück, da ich viel mehr von "Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand" erwartet hatte. Die Idee ist toll, aber die Umsetzung ist leider nicht gelungen.

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