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Veröffentlicht am 16.08.2017

Geheimnisse in der Wildnis...

Wolf Road - Die Angst ist immer einen Schritt voraus
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Elka verliert als Siebenjährige durch ein schweres Unwetter ihr zuhause, in dem sie bis dahin mit ihrer Großmutter lebte. Von da an wohnt sie bei einem Trapper namens Kreagar Hallet. Er bringt ihr bei, ...

Elka verliert als Siebenjährige durch ein schweres Unwetter ihr zuhause, in dem sie bis dahin mit ihrer Großmutter lebte. Von da an wohnt sie bei einem Trapper namens Kreagar Hallet. Er bringt ihr bei, wie man in der Wildnis überlebt, zeigt ihr sein Handwerk und sie arrangieren sich mit der Situation. Doch dann erfährt Elka, dass ihr „Ziehvater“ ein gnadenloser Killer ist und flüchtet, denn sie hat Angst, sie könnte sein nächstes Opfer sein. Gelingt es ihr, sich vor ihm in Sicherheit zu bringen? Findet sie ihre wahren Eltern? Ein Wettlauf um Leben und Tod beginnt…

Mein Eindruck:
Die Story wird aus Sicht von Elka erzählt und leider hatte ich deshalb ziemliche Startschwierigkeiten, denn ich konnte mich absolut nicht mit ihr identifizieren, konnte ihre Gedankengänge und ihre Handlungen oft nicht nachvollziehen, geschweige denn verstehen. Das verhinderte, dass ich mich in der Geschichte verlieren konnte, so wie es mir so oft bei Büchern geht und ich blieb gefühlsmäßig auf Distanz. Dennoch empfand ich den Schreibstil als flüssig und es wird dem Leser leicht gemacht, das Buch innerhalb kurzer Zeit zu lesen. Auch die Kapitel weisen eine angenehme Länge auf. Elka wird als toughe Person dargestellt, die nichts so schnell umhauen kann. Teilweise wirkt sie auch sehr arrogant und eigenbrötlerisch, was allerdings kein Wunder ist, wenn man bedenkt, wie sie aufgewachsen ist und sie alles, was sie weiß, von Trapper gelernt hat. Diese Kälte, diese Unnahbarkeit, die ihrem Charakter inne ist, war allerdings auch der Hauptgrund, warum mich dieses Werk nicht umhauen konnte. Vielleicht hätte ich mich besser in der Geschichte verlieren können, wenn es sich um keine Ich-Erzählung gehandelt hätte. Elka findet auf der Flucht in Penelope eine Gefährtin, doch schnell wird klar, dass auch Penelope ihre Geheimnisse hat. Diese waren jedoch etwas vorhersehbar, was ich sehr schade fand. Ebenso wäre es schön gewesen, wenn man mehr über Kreagar Hallet erfahren hätte. Mich hätte interessiert, welche Beweggründe er hatte, was in ihm vorging. Jedoch bleibt der Trapper einfach eine Figur, über deren wirkliches Leben man eigentlich gar nichts erfährt. Das war mir dann doch etwas zu oberflächlich betrachtet. Der Schluß war für mich unvorhersehbar, jedoch ließ er mich mit zwiespältigen Gefühlen zurück. Zu viel war für mich unlogisch und nicht nachvollziehbar.

Fazit:
Ein Thriller aus Sicht der Gejagten ist mal was anderes. Jedoch konnte ich leider keinen Bezug zu der Protagonistin aufbauen und die Geschichte hat es nicht geschafft, mich zu fesseln. Ich schwanke gerade zwischen zwei und drei Sternen, nachdem der Schreibstil aber schön flüssig ist und es sich schnell lesen lässt, runde ich auf die drei auf.

Veröffentlicht am 12.08.2017

Bewahre dir deine Menschlichkeit...

Projekt Orphan
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Der Klappentext von "Projekt Orphan" hat mich gleich umgehauen! Ich wollte diesen Thriller unbedingt lesen, auch wenn ich den Vorgänger "Orphan X" nicht kannte.

Doch um was geht es genau? Evan Smoak lebt ...

Der Klappentext von "Projekt Orphan" hat mich gleich umgehauen! Ich wollte diesen Thriller unbedingt lesen, auch wenn ich den Vorgänger "Orphan X" nicht kannte.

Doch um was geht es genau? Evan Smoak lebt ein Doppelleben, denn hinter seiner unscheinbaren Fassade ist er der "Nowhere Man". Er kämpft für diejenigen, die für sich keinen Ausweg mehr sehen und ihn per Telefon um Hilfe bitten. Doch er wird gnadenlos gejagt von seinen Ex-Kollegen, den Orphans, mit denen er jahrelang im geheimen Auftrag des US-Verteidigungsministeriums getötet hat. Als er gerade dabei ist, einer Jugendlichen aus den KLauen eines Mädchenhändlers zu helfen, wird er selbst gekidnappt. Er muss sich unbedingt befreien, bevor es zu spät für das Mädchen ist...

Mein Eindruck:
Anfangs hatte ich etwas Bedenken, dass es von Nachteil ist, den ersten Band nicht zu kennen. Dies stellte sich aber gottseidank als unberechtigte Sorge heraus und mich hat das Buch sofort gefesselt. Zuerst wusste ich nicht so recht, was ich von dem Hauptprotagonisten Evan halten soll, doch je mehr ich über ihn las und auch von seiner Vergangenheit erfuhr, umso sympathischer wurde er mir. Gregg Hurwitz hat es hier perfekt geschafft, Evan menschlich und doch knallhart darzustellen, was mit Sicherheit eine enorme Herausforderung für einen Autor ist. Rückblenden in Evans Vergangenheit klären einiges auf, was dazu beiträgt, dass der Leser eine besondere Bindung zum "Nowhere Man" aufbauen kann und dieser Thriller ist ein wahrer Pageturner. Ich konnte es immer kaum erwarten zu erfahren, wie es mit Evan weitergeht, wie seine Gefangenschaft weiter verläuft und was seine Feinde gerade wieder aushecken. Denn nicht nur Evan Smoak ist eine interessante Figur in diesem Werk. Auch sein Entführer verfügt über eine wahrlich schillernde Persönlichkeit und hat eine sehr facettenreiche Crew um sich gescharrt. Zudem ist er ein Meister der Illusion. Ich finde es faszinierend, welch unterschiedliche Charaktere aus der Feder von Hurwitz entstanden sind, jede einzelne klasse ausgearbeitet. Denn auch Evans Ex-Kollegen sind Gegner, die er in keiner Sekunde unterschätzen darf, schließlich haben sie die gleiche Ausbildung genossen. Und so beginnt eine Jagd auf Leben und Tod...

Fazit:
Lesen, lesen, lesen!! Ich habe das Buch innerhalb kürzester Zeit komplett verschlungen. Leser werden sich öfter mal an James Bond verbunden mit Robin Hood erinnert fühlen und auch das macht einen ganz besonderen Reiz aus. Ich hoffe sehr, bald wieder von Evan zu lesen und bis dahin werde ich den ersten Band "Orphan X" lesen :) Von mir kommt eine glasklare Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 06.08.2017

Kommt leider nicht an Broken Dolls ran...

Watch Me – Ich werde es wieder tun
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Nachdem mich der erste Band um den Profiler Jefferson Winter begeistert hat, wollte ich natürlich umbedingt den Nachfolgeband lesen. Auch dieses Mal empfand ich das Cover als absoluten Eyecatcher, der ...

Nachdem mich der erste Band um den Profiler Jefferson Winter begeistert hat, wollte ich natürlich umbedingt den Nachfolgeband lesen. Auch dieses Mal empfand ich das Cover als absoluten Eyecatcher, der mich auch in jeder Buchhhandlung total angesprochen hätte.

Doch um was geht es in "Watch me"? In einer Kleinstadt in Louisiana wird ein Anwalt bei lebendigem Leib verbrannt. Und wäre das nicht schon genug, wird diese Gräueltat gefilmt und ins Netz gestellt. Beinhaltet ist auch ein Countdown, der anzeigt, dass es weitere Opfer geben wird. Jefferson Winter, ein Profiler ganz besonderer Natur, wird mit dem Fall beauftragt und taucht ein in einen Fall, der ihn vollkommen fordert.

Mein Eindruck:
Wie im ersten Band erlebt man die Geschichte in der Ich-Erzählung aus der Sicht von Jefferson Winter. Das machte es für mich manchmal etwas schwierig, da ich keine richtige Empathie mit ihm aufbauen konnte. Er wirkt oft gefühllos... etwas "unmenschlich". Ich denke, das ist auch der Grund, warum mich dieser Thriller nicht wirklich packen konnte. Auch waren einige Dinge für mich absolut nicht nachvollziehbar, z. B. warum er Hannah mit ins Team holte, die er weder kannte, noch gab es irgendeinen anderen Grund. Ab und an hatte er auch "Geistesblitze", die ich absolut nicht nachvollziehen konnte und ich mich fragen musste: Wie um alles auf der Welt kommt er denn plötzlich auf das?! Einzig seine Zusammenarbeit mit Taylor fand ich sehr erfrischend und hat mich einige Male zum Schmunzeln gebracht. Die Story an sich fand ich jetzt auch nicht wirklich fesselnd, die Spannung hielt sich in Grenzen. Zudem hatte ich auch schon sehr früh einen Verdacht, wer dahinter stecken könnte und das hat sich auch leider bewahrheitet.

Fazit:
Alles in allem ein solider Thriller, aber man sollte keinen Pageturner erwarten. Kann man lesen, muss man aber nicht. Ich bin mir im Moment auch sehr unsicher, ob ich die Reihe um Jefferson Winter weiterverfolgen werde. Im Moment tendiere ich eher zu nein.

Veröffentlicht am 04.08.2017

Trau schau wem...

The Couple Next Door
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Nachdem dieses Buch überall mit Lobeshymen gepriesen wurde, kam ich natürlich nicht umhin, dieses Werk zu lesen. Wobei mich der Klappentext jetzt nicht so ganz umgehauen hat, denn es gibt ja unzähliger ...

Nachdem dieses Buch überall mit Lobeshymen gepriesen wurde, kam ich natürlich nicht umhin, dieses Werk zu lesen. Wobei mich der Klappentext jetzt nicht so ganz umgehauen hat, denn es gibt ja unzähliger Thriller, in der Kindesentführung eine Rolle spielen und ich war sehr skeptisch. Zudem handelt es sich hier um ein Debüt der Autorin Shari Lapena, von daher hatte ich keine Ahnung, was für ein Schreibstil mich erwartet. Doch um was geht es in „The Couple Next Door“? Wie schon geschrieben, geht es hier um eine Kindesentführung. Das Ehepaar Marco und Anne feiern bei den Nachbarn Graham und Cynthia, mit denen sie befreundet sind, Grahams 40. Geburtstag. Jede halbe Stunde sehen Marco und Anne abwechselnd nach ihrer kleinen Cora und haben auch das Babyfon dabei. Als sie dann nach der Party nach Hause kommen beginnt der Albtraum: Ihre Prinzessin liegt nicht mehr in ihrem Bettchen…

Mein Eindruck:
Ich muss ehrlich gestehen, die erste Hälfte des Buches habe ich mich hauptsächlich gefragt, warum Marco und Anne mit Cynthia und Graham befreundet sind. Angeblich waren Anne und Cynthia vor Coras Geburt beste Freundinnen und ich fragte mich, was die beiden eigentlich jemals verbunden hat. Das hat mich dann doch tatsächlich dazu gebracht, auch mal meine Freundschaften zu hinterfragen und ich bin heilfroh, dass bei mir doch alles anders läuft. Aber ich schweife ab! Die Geschichte ist spannend geschrieben und lässt sich auch flüssig lesen, dennoch hat es mich bis zur Halbzeit nicht richtig gepackt. Ich kann leider nicht mal genau den Finger drauf legen, was mir genau gefehlt hat. Dabei fand ich den Buchaufbau, der darauf basiert, abwechselnd die Sichtweisen von Marco, Anne und dem Detective Rasbach aufzuzeigen, super umgesetzt. Vielleicht habe ich auch einfach schon zu viele Thriller gelesen, die diesen übertroffen haben. Ich habe wirklich nicht mehr daran geglaubt, aber nachdem ich schon die Hälfte des Buches gelesen hatte, nahm die Spannungskurve eine extreme Wendung nach oben und ab da musste ich mir das Werk förmlich aus den Händen reißen lassen, damit ich mich auch mal wieder um den Haushalt kümmere. Plötzlich wurden Ereignisse aufgedeckt, bei denen ich richtig die Luft anhalten musste und die meisten Kapitel endeten mit einem totalen Cliffhanger, so dass ich einfach weiterlesen MUSSTE. Das Ende war für mich unvorhersehbar und nachdem ich das Buch beendet habe, musste ich es wirklich erst noch wirken lassen. Es ist unglaublich, welch Verstrickungen in diesem Thriller eingeflochten wurden und der Leser wird von einem Standpunkt aus zum nächsten katapultiert. Die Charaktere finde ich sehr gut gezeichnet, auch, wenn ich mit keinem der Protagonisten so richtig warm wurde. Aber das musste ich auch nicht, denn es war richtig spannend mitzuerleben, wie jeder der Figuren mit der Entführung und mit seiner ganz eigenen Gedankenwelt umgeht.

Fazit:
Ein solider Thriller, den man ruhig mal zum Abschalten lesen kann. Die Autorin arbeitet im Moment an ihrem zweiten Buch und ich kann mir gut vorstellen, dass ich auch dieses lesen werde. Nachdem mich aber die erste Hälfte nicht wirklich gepackt hat, kann ich nur 3,5 Sternchen vergeben. Aber vielleicht ändert sich das ja beim nächsten Werk von Shari Lapena.

Veröffentlicht am 03.08.2017

Eines meiner Highlights 2017 im Bereich Thriller

Ich finde dich
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Die Thriller von Harlan Coben wurden mir schon so oft empfohlen, dass ich mir von ihm „Ich finde dich“ zugelegt habe. Ich war sehr gespannt, ob dieses Buch meinen extrem hohen Erwartungen entspricht, doch ...

Die Thriller von Harlan Coben wurden mir schon so oft empfohlen, dass ich mir von ihm „Ich finde dich“ zugelegt habe. Ich war sehr gespannt, ob dieses Buch meinen extrem hohen Erwartungen entspricht, doch worum geht es hier eigentlich?

Jake Fisher war am Ende. Natalie, DIE Frau für Jake, verließ ihn und heiratete einen anderen. Natürlich konnte er es nicht lassen und tauchte bei der Hochzeit auf. Natalie nahm ihm dabei das Versprechen ab, nie wieder den Kontakt zu suchen und selbst die Tatsache, dass sie sich nur ein paar Wochen kannten, bevor sie sich von Jake trennte, konnte ihn nicht abhalten, sie zu vergöttern und zu leiden wie nie zuvor. Doch Jake hält sich an sein Versprechen und versucht nicht, sie zu finden oder auch auf anderen Wegen an ihrem Leben teilzunehmen. Sechs Jahre vergehen, doch dann geschieht etwas, das Jake direkt mit seiner verlorenen Liebe konfrontiert… und schon bald findet er raus, dass da noch viel mehr dahinter steckt und bringt nicht nur sich selbst in Lebensgefahr…

Mein Eindruck:
Schon die erste Seite hat mich gepackt! Die Geschichte ist in der Ich-Erzählung aus Sicht von Jake erzählt und er agiert mit dem Leser, was einen sofort in die Story zieht. Den Schreibstil von Harlan Coben finde ich absolut fesselnd und mir gefiel wirklich sehr, wie Jake mich als Leser einband und von seinem Leben erzählte. Ich konnte den Schmerz, den er wegen Natalie empfand, richtig spüren. Seine Verzweiflung war greifbar und sein Charakter wurde meiner Meinung nach richtig sympathisch und menschlich gezeichnet. Ich konnte mir richtig vorstellen, wie beliebt Jake, der als Professor an einer Universität lehrt, bei den Studenten ist. Zudem fand ich sehr interessant, welche Wendungen die Geschichte nahm, nichts war vorhersehbar und ich fand mich nicht nur einmal staunend und kopfschüttelnd wieder. Die Spannungskurve wurde während des Buches konstant wirklich ganz oben gehalten und ich habe jede einzelne Seite genossen. Genauso muss ein Thriller für mich sein: keine Längen, lockere, aber dennoch fesselnde Schreibweise und eine mega spannende Geschichte. Coben versteht es, menschliche Beziehungen richtig emotional darzustellen und auch die anderen Protagonisten wurden super ausgearbeitet, jeder mit ganz eigenen Ecken und Kanten. Interessant fand ich ebenso, wie die Freundschaft zwischen Jake und Benedict in die Geschichte eingeflochten wurde. Benedict ist seit Jahren Jakes bester Freund, aber irgendwann musste sich der Leser und auch natürlich Jake selbst fragen, ob er wirklich der Freund ist, für den man ihn hält und man wird mitgenommen auf eine Achterbahn der Gefühle. Auch wenn dieses Werk ein Thriller ist, lässt es einen inne halten und auch mal ins eigene Leben blicken… ist denn wirklich alles so, wie es scheint? Kennt man den anderen wirklich?

Fazit:
Für mich ist dieser Thriller ein absoluter Pageturner und ich konnte mich nur immer schwer davon losreißen. Meine Erwartungen wurden definitiv übertroffen. Ich frage mich nur, warum es so lange gedauert hat, bis ich endlich ein Werk von Harlan Coben gelesen habe und weitere Bücher von ihm stehen schon ganz oben auf meiner Lesewunschliste.