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Veröffentlicht am 08.09.2025

13 Personen, 13 Verbindungen, 13 Gründe?

Tote Mädchen lügen nicht
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An dem Roman „Tote Mädchen lügen nicht“ kommt man schon seit geraumer Zeit kaum vorbei, da er auf einigen Bestsellerlisten steht und Netflix das Buch als Serien-Vorlage nutzte.

Die Geschichte handelt ...

An dem Roman „Tote Mädchen lügen nicht“ kommt man schon seit geraumer Zeit kaum vorbei, da er auf einigen Bestsellerlisten steht und Netflix das Buch als Serien-Vorlage nutzte.

Die Geschichte handelt von Hannah, einer Jugendlichen, die selbst ihrem Leben ein Ende gesetzt hat. Auf Kassetten führt sie auf, warum sie diesen Schritt gegangen ist: 13 Personen hatten Anteil daran und Hannah widmet jeder Person eine Seite einer Kassette. Als Clay das Paket mit den Kassetten bekommt, gefriert ihm das Blut in den Adern! Schnell wird ihm klar, dass jede Person, über die Hannah auf den Kassetten spricht, ein Grund für ihren Selbstmord ist. Und das Schlimmste ist: Auch ihm hat Hannah eine Seite einer Kassette zugeteilt…

Mein Eindruck vom Buch:
Gleich am Anfang gibt es eine Triggerwarnung und auch am Ende gibt es verschiedene Stellen, an die man sich wenden kann, sollte man mit dem Gedanken an Suizid konfrontiert sein. Ich wusste im Vorfeld, dass sich die Story mit einem extrem ernsten Thema befasst und beleuchtet, warum ein Mensch den Freitod wählt. Leider lässt mich aber dieses Werk ziemlich gespalten zurück. Es hat aufgezeigt, wie gedankenlos Menschen mit anderen umgehen und wie leicht es ist, andere nicht nur mit Taten, sondern auch mit Worten zu verletzen und wie tief diese Verletzungen gehen können. Manchmal reicht ein unbedachter Satz, um das Leben eines anderen zu zerstören. Dennoch: Ich habe es leider nicht geschafft, eine Verbindung zu Clay aufzubauen. Er blieb für mich einfach nur ein Charakter, der in die Geschichte mit eingeflochten wurde, jedoch ohne Tiefgang oder wirklichen Emotionen. Und auch Hannah blieb mir leider komplett fremd. Ja, Jugendliche handeln oft so, wie es ein Erwachsener nicht nachvollziehen kann, aber sowohl bei Clay, als auch und vor allem bei Hannah, konnte ich einige Handlungen einfach nicht verstehen und fand sie trotz des Alters der Protagonisten vollkommen irrational. Und irgendwie glaube ich nicht, dass das passierte, weil ich meine Jugend doch schon etwas hinter mir gelassen habe. Ich hätte mir noch mehr Hintergründe gewünscht… vielmehr Charakter der Figuren. Der Roman hat nicht mal 300 Seiten und von daher wäre bestimmt noch Luft gewesen, Clay und Hannah intensiver zu zeichnen. Je weiter ich in der Geschichte kam, desto mehr ließ mein Interesse nach und das fand ich sehr schade.

Fazit:
Dadurch, dass es ein sehr wichtiges Thema ist, mit dem man sich auseinandersetzen muss und ich denke, dass dies als Schriftsteller extrem schwierig ist, gebe ich 3 Sterne. Meinen Freunden/Familie weiterempfehlen werde ich dieses Werk allerdings nicht.

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Veröffentlicht am 01.09.2025

Die Autorin ist eine Meisterin des Thrillers! ACHTUNG SPOILER!

NACHT
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„Nacht“ ist nach „DNA“, „SOG“ und „SCHNEE“ mein vierter Thriller der isländischen Autorin Yrsa Sigurdardóttier und sie hat mich auch dieses Mal nicht enttäuscht! Im Gegenteil… für mich war „NACHT“ bisher ...

„Nacht“ ist nach „DNA“, „SOG“ und „SCHNEE“ mein vierter Thriller der isländischen Autorin Yrsa Sigurdardóttier und sie hat mich auch dieses Mal nicht enttäuscht! Im Gegenteil… für mich war „NACHT“ bisher fast (!) das bisher stärkste Buch von ihr! Doch um was geht es in dieser Geschichte, die 2022 im isländischen Original erschien?
Die frisch getrennte Sóldís will nicht mehr als einen kompletten Tapetenwechsel, der sie auf andere Gedanken bringt und sie nicht jede Sekunde an ihren Ex denken lässt. Da kommt der Job als Haushaltshilfe in einem komplett abgelegenen Anwesen gerade recht und sie ist extrem dankbar für diese Chance. Doch schnell merkt sie, dass etwas Angsteinflößendes im Gange ist und je länger sie auf dem riesigen Grundstück lebt, umso gruseliger wird es, bis sie sich nur noch eines wünscht: „Weg hier!!“
Mein Eindruck vom Buch:
Ich mag den Schreibstil von Yrsa Sigurdardóttíer sehr und ich bin auch riesiger Island-Fan. Leider ist meine Reise dorthin schon lange her, deshalb lass ich meine Erinnerungen mit isländischen Thrillern aufleben  Die Autorin hat dieses Buch in zwei Stränge aufgeteilt: Der eine handelt von vor dem schrecklichstem Ereignis, der andere handelt von hinterher, als die Ermittlungen liefen. Sóldís wird wunderbar menschlich mit Ecken und Kanten gezeichnet und ich konnte schnell eine Verbindung mit ihr aufbauen. Was ja oftmals nicht gleich so offensichtlich ist, gab es allerdings hier: Schon in den ersten Kapiteln wird klar, dass Sóldís das Anwesen nicht lebend verlassen wird. Ich habe bisher wenige Thriller gelesen, in denen es so schnell glasklar war und bin ehrlich gesagt immer noch am Überlegen, ob ich die Story nicht doch noch einen Funken spannender gefunden hätte, wäre mir diese Info erstmal verborgen geblieben. Àsa und Reynir… das Paar, bei dem Sóldís gearbeitet hat, hätte ich gerne ein wenig besser kennengelernt, hier wurde einiges angedeutet, jedoch (leider) nicht ausgebaut. Den Ermittler Týr hat die Schriftstellerin interessant gestaltet und seine Vergangenheit hat die Story „danach“ ebenso fesseln lassen wie auch die Grundstory auf dem Luxus-Anwesen. Ich habe noch nicht nachgeforscht, ob Týr auch in anderen Werken der Autorin vorkommt, aber es würde mich nicht wundern, denn da wäre einiges an Potenzial und im Grunde endete das Buch ja in Bezug auf Týr mit einem Cliffhanger. Nun kommt mein größter Kritikpunkt, warum ich das Buch als nur „fast“ stärkste von ihr empfand: Im Finale hört Sóldís Schreie, weswegen sie ins Haupthaus läuft. Da war allerdings der Kampf zwischen Ása, Reynir und Bogi in vollem Gange und auch als Leser wurde man in diese Szene reinkatapultiert! Hier hätte ich mir dann doch einiges mehr an Infos gewünscht: Wie kam Bogi ins Haus bzw. wie ist eigentlich klar, aber in welcher Situation ist er auf Ása und Reynir gestoßen? Was ist zwischen Bogi und Alvar passiert, leider gibt’s hier nur ein kurzes Statement von Bogi, das so „hingenommen“ wurde. Für mich war der Schluss zu abrupt, zu wenig detailliert, einfach, als würde man gerne zum Schluss kommen.
Fazit:
Ich war, bin und bleibe Fan der isländischen Autorin und freu‘ mich auf weitere Werke. Für mich sind ihre Geschichten mega spannend und ein paar Kritikpunkte findet man ja immer Ich würde es definitiv jedem Thrillerfan wärmstens empfehlen.

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Veröffentlicht am 12.08.2025

Spannende Lesestunden garantiert!

Deep Fake
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Oh wow, was für ein Cover! Und der Farbschnitt! Ich liebe es und die Aufmachung des ganzen Buches ist ein absoluter Blickfang! Und auch der Klappentext macht total neugierig auf die Geschichte! Doch um ...

Oh wow, was für ein Cover! Und der Farbschnitt! Ich liebe es und die Aufmachung des ganzen Buches ist ein absoluter Blickfang! Und auch der Klappentext macht total neugierig auf die Geschichte! Doch um was genau geht es in diesem Thriller, der von der deutschen Autorin Cleo Konrad geschrieben wurde?

Mira ist geschockt, als sie ein Nacktvideo sieht, das ihren eigenen Körper zeigt und noch schlimmer: Auch ihr Gesicht ist deutlich erkennbar. Dieser Skandal droht ihre Karriere zu zerstören, dabei liebt sie ihren Job als Lehrerin. Sie versucht der Sache auf den Grund zu gehen und entdeckt mit einem ihrer Schüler, dass wohl die Wurzel in ihrem Heimatdorf liegt. Aber will sie sich wirklich mit der Vergangenheit konfrontieren? Was geschah damals wirklich? Und warum will jemand ihr Leben ruinieren? Es bleibt ihr nichts anderes übrig, als in ihre alte Heimat zu gehen, doch dort wird sie bereits erwartet…

Mein Eindruck vom Buch:
Die Story hat mich gleich auf den ersten Seiten total gepackt, auch wenn ich mit der Protagonistin Mira nicht so wirklich eine Verbindung aufbauen konnte. Dennoch: Ich war von Anfang an mega gespannt, wer hinter Mira her ist und was damals, als Mira noch eine Jugendliche war, wirklich passiert ist. Ich finde es total gelungen, wie die Geschichte aufgebaut wurde! Der Leser begleitet Mira in der Gegenwart, aber da gibt es auch noch Tagebucheinträge von einem Mädchen namens Kat, die über 20 Jahre zurückliegen. Wer ist Kat? Was hatte Mira mit ihr zu tun, wenn überhaupt? In die Spannung wurde perfekt eingeflochten, wie kompliziert Freundschaften sein können, besonders unter Jugendlichen. Es wird deutlich sichtbar, wie sehr die Jugendlichen in Kats Erzählstrang ihren eigenen Weg und ihre eigene Identität suchen. Auch das Setting finde ich toll! Liegt vielleicht daran, dass ich selbst in Bayern aufgewachsen bin

Fazit:
Mit diesem Thriller sind spannende Lesestunden garantiert! Ich habe gesehen, dass aus der Feder dieser Schriftstellerin noch ein Buch veröffentlicht wurde: Tödlicher Podcast. Dieses werde ich mir natürlich auch zulegen und freu mich drauf!

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Veröffentlicht am 11.08.2025

Tolle Reihe mit Tiefgang!

Tief im Schatten
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Den Auftakt der Åre-Krimis „Kalt und still“ habe ich regelrecht verschlungen, und das, obwohl ich eigentlich nicht so auf skandinavische Krimis stehe. Der Leser lernte die Polizistin Hanna Ahlander kennen, ...

Den Auftakt der Åre-Krimis „Kalt und still“ habe ich regelrecht verschlungen, und das, obwohl ich eigentlich nicht so auf skandinavische Krimis stehe. Der Leser lernte die Polizistin Hanna Ahlander kennen, die ursprünglich aus Stockholm stammt und Zuflucht im Ferienhaus ihrer Schwester im hohen Norden Schwedens suchte. Jetzt, im zweiten Fall der Reihe, wird eine übel entstellte Männerleiche gefunden und schnell stellt sich raus, dass es sich um den Weltklasseskifahrer Johan Andersson handelt. Der Mord gibt nur Rätsel auf, den Johan war überall beliebt und niemand hatte auch nur den blassesten Schimmer, warum man ausgerechnet ihn töten sollte. Gleichzeitig verschwindet im Nachbardorf Rebecka, die sehr jung den Pastor Nordhammar geheiratet hat. Und hier zählt jede Sekunde, denn sie ist schwanger und benötigt schnellstens Medikamente. Man merkt, der zweite Teil steht an Spannung dem Auftakt in nichts nach!

Mein Eindruck:
Ich könnte mir gut vorstellen, dass es Leser gibt, denen die privaten Schilderungen und Hintergründe Hannas und manchmal auch Daniels zu viel sind. Für meinen Geschmack ist es jedoch genau richtig und ich liebe es, tiefer in die Gefühlswelt von Hanna eintauchen zu dürfen und viel an Hintergrundinfos zu erhalten. Das macht die Figur für mich viel nahbarer, emotionaler und es lässt viel leichter eine Verbindung zu ihr aufbauen. Ich hatte das Gefühl, wirklich jemanden durch seine Geschichte begleiten zu dürfen! Das hat mich schon beim ersten Teil fasziniert und auch in dieser Story ist die Nähe zu der Protagonistin geblieben. Aber dadurch kommt keinesfalls die Spannung zu kurz! Der Thrill ist unterschwellig in jedem einzelnen Buchstaben des Werkes spürbar, nicht nur in den Kapiteln, in denen die Ermittlung im Vordergrund steht. Besonders gelungen zum Aufbau der Spannung fand ich die Abschnitte, die Rebecka gewidmet waren. Ich konnte immer kaum erwarten, mehr über ihr Schicksal zu erfahren! Auch das Ende hat mich vollkommen überrascht und auch überzeugt.

Fazit:
Für mich gerade eine der besten Krimi-Reihen. Ich freu mich, dass insgesamt wohl sechs Bände erscheinen werden und freue mich jetzt aber erstmal auf Teil drei!

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Veröffentlicht am 11.08.2025

Eine etwas andere Nachbarschaft...

Die Kolonie
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Nach „Das Gotteshaus“ (ich hab es verschlungen!) und „Der Kreidemann“ ist dies das 3. Werk, das ich von der Autorin C. J. Tudor gelesen habe. Gleich im Klappentext wird erkenntlich, dass es sich hierbei ...

Nach „Das Gotteshaus“ (ich hab es verschlungen!) und „Der Kreidemann“ ist dies das 3. Werk, das ich von der Autorin C. J. Tudor gelesen habe. Gleich im Klappentext wird erkenntlich, dass es sich hierbei um eine Story handelt, die auch mit Übernatürlichem wie Vampire zu tun hat und ich war sehr gespannt, ob mich die Geschichte genauso packen kann wie „Das Gotteshaus“. Aber um was geht es denn eigentlich genau in „Die Kolonie“?

Detective Barbara Atkins wird in eine Kleinstadt in Alaska gerufen: ein Jugendlicher starb mit Merkmalen, die ganz gezielt auf eine Gruppe hindeutet: Tod durch Vampire. In der Nähe des Städtchens befindet sich eine Vampirkolonie, die zurückgezogen in einer ehemaligen Bergbausiedlung wohnen und die menschlichen Einwohner Deadharts ist dies schon lange ein Dorn im Auge. Sie tun alles dafür, um zu beweisen, dass die Vampire hinter dem Mord stecken, was eine Keulung zur Folge hätte. Vor 25 Jahren wurde bereits ebenfalls ein Jugendlicher ermordet, was kurze Zeit später ein Vampir-Teenie gestanden hat. Ist es jetzt wieder soweit? Oder steckt hinter dem toten Jungen ein ganz anderes Geheimnis? Barbara bekommt Unterstützung von dem ehemaligen Sheriff Jensen Tucker, doch auch er wird leider in Deadhart nicht gerade mit offenen Armen entfangen.

Mein Eindruck vom Buch:
Die Grundidee fand ich mega spannend! Eine Vampirkolonie, die im Grunde Tür an Tür mit einer amerikanischen Kleinstadt lebt. Kann sowas funktionieren? Welche Regeln gelten? Wie kam es überhaupt dazu? Die Autorin hat ein tolles Setting erschaffen und ich musste schmunzeln, als zum ersten Mal vampirisch gesprochen wurde. Die Kapitel sind recht kurz, genauso, wie ich es liebe und es gelingt C. J. vollkommen, die Spannung kontinuierlich in allen Bereichen aufrecht zu erhalten. Ich hätte mir etwas mehr Hintergrundwissen von Barbara gewünscht, denn ich empfand sie als sehr facettenreichen Charakter und ebenso habe ich mich bei Tucker ständig gefragt, welches Geheimnis wohl er noch hütet. Auch der Zwischenstrang mit dem Mädchen (?), das gefangen gehalten wurde, hat mich vollkommen gefesselt und ich war extrem neugierig, wer oder was dahintersteckt. Ebenso fand ich Athelinda wirklich gut gezeichnet und auch da hätte ich mir noch ein bisschen mehr Geschichte gewünscht. Große Themen, die immer wieder durchblitzen sind Rassismus, Religion und Diskriminierung und meiner Meinung nach wurde dies toll mit in die Geschichte eingeflochten. Auch das Ende hat nicht enttäuscht und bei den letzten Kapiteln konnte ich das Buch überhaupt nicht mehr aus der Hand legen, also alles genauso, wie es sein sollte!

Fazit:
Mein absolutes Lieblings-Genre ist der Thriller und diese Erzählung war mal was anderes und total erfrischend. Dieses Werk ist perfekt für spannende Stunden! Was ich mir auch gut vorstellen könnte: Eine Buch-Reihe mit Detective Barbara Atkins! Vielleicht sogar in Kombi mit Jensen Tucker! Mal sehen… das Buch ist Anfang 2025 erschienen und vielleicht treffen wir in einem der folgenden Storys von C. J. Tudor wieder auf bekannte Protagonisten. Ich würde mich auf jeden Fall freuen!

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